Foto: AdobeStock_Galina Atroshchenko

Der Garten im März:Jetzt kann es richtig losgehen

Endlich ist es soweit: Die Gartensaison ist eröffnet. Auch wenn es zeitweise noch mal richtig kalt werden kann, darf nun wieder vieles gepflanzt und gesät werden. Mehr und mehr Pflanzen blühen, wenn auch zunächst zaghaft. Es hat etwas Magisches an sich, wenn fast über Nacht wieder eine Gruppe Zwiebelblumen ihre Blüten geöffnet hat.

Garten im März – Voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Der Garten im März: Was ist jetzt zu tun?

Im März gibt es im Garten jede Menge zu erledigen – vom Aufräumen bis zum Zurückschneiden. Nun ist es an der Zeit, Winterschutzabdeckungen abzunehmen und restliches Laub von den Beeten zu harken. Alle Stauden, mit Ausnahme der immergrünen, werden zurückgeschnitten. Sommergrüne Gräser dürfen Sie eine Handbreit über dem Boden kappen, um Platz für den frischen Austrieb zu schaffen. Auch Ufer- und Sumpflanzen rund um den Gartenteich können schon gestutzt werden.

Vorsicht vor Spätfrösten

  • früh austreibende Stauden wie Bergenie, Tränendes Herz, Elfenblume und Co. mit Reisig oder Vlies abdecken
  • Blumentöpfe über dicke Triebspitzen stülpen (zum Beispiel bei Lilien)
  • Blütengehölze wie Strauch-Pfingstrosen nicht an allzu geschützten Standorten platzieren, damit sie nicht zu früh austreiben
  • auch robuste Kübelpflanzen wie Oleander, Olive oder Lorbeer nur bei milder Witterung auswintern
  • frisch gepflanzte Setzlinge oder Aussaaten nachts mit einem Vlies abdecken

Erste Schritte zum blütenreichen Garten: So bleibt Cosmea kompakt

Ab März können erste Blumensamen gesät werden. Während Sie robuste Einjährige wie Ringel- und Kornblume, Klatsch- und Goldmohn direkt ins Freiland ausbringen dürfen, müssen andere noch etwas warten. Zu den Vorbereitungen für den Garten gehört im März aber auch die Aussaat der Blütenschönheiten für den Sommer. Mitte März läuft daher die Voranzucht von Sommerblumen bereits auf Hochtouren. Schalen und Töpfe mit Zinnien, Sommerastern, Studentenblumen und Schmuckkörbchen bevölkern die Fensterbänke. Gerade letztere neigen jedoch dazu, lang und dünn in die Höhe zu schießen. Hier helfen die richtige Sortenwahl und ein paar gärtnerische Kniffe:

  1. Niedrig wachsende Sorten verwenden: Cosmos bipinnatus ‘Sonata’-Serie, ‘Gazebo’-Mischung, ‘Xanthos’, ’Capriola’
  2. Aussaat bei 18–20 °C flach in ein mageres Substrat, z. B. Aussaaterde oder Blumenerde-Sand-Gemisch (1:1). Die Saat überbrausen und mit Folie abdecken.
  3. Viel Licht! Ideal ist ein möglichst heller, aber nicht prallsonniger Stand. Sparsames Aussäen und frühzeitiges Vereinzeln hält den Sämlingen zudem die Konkurrenz vom Leib.
  4. Abhärten: Nach erfolgter Keimung die Abdeckung zunächst lüften, dann ganz abnehmen. Die Pflanzen kühler stellen, später an milden Tagen auch gern mal ins Freie. Mitte Mai auspflanzen.
  5. Im Garten: Volle Sonne und ein eher nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden fördern eine reiche Blüte. Schmuckkörbchen schießen durch zu viel Dünger und Wasser allerdings ins Kraut und lassen lange auf erste Knospen warten.
Ringelblumen-Keimlinge. Foto: AdobeStock_parzelle94.de
Keimlinge der Ringelblume. Foto: AdobeStock_parzelle94.de

Saisonstart im Staudenbeet

Im März ist Zeit, sich wieder dem Staudenbeet zu widmen. Bei immergrünen Arten müssen Sie lediglich mit den Fingern die vergilbten Blätter auskämmen, Unkraut jäten, den Boden vorsichtig lockern und Kompost zwei bis drei Zentimeter hoch verteilen. Außerdem können Sie ein langsam fließendes Düngemittel einarbeiten, beispielsweise Hornspäne (50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter). Besonders hungrige Arten wie Rittersporn und Phlox erhalten im Juni eine zweite Gabe. Wildstauden brauchen dagegen meist gar nicht gedüngt zu werden.

Stauden teilen

Die Glatzenbildung in den einst dichten Horsten der Herbst-Astern und Wiesen-Iris lässt sich nicht mehr leugnen? Die Sonnenbräute haben auch schon mal reicher geblüht? Dann ist jetzt im März Zeit, um im Garten aktiv zu werden und die Stauden zu verjüngen. Holen Sie dafür die Pflanzen zunächst aus dem Boden. Das geht am schonendsten mit der Grabegabel. Den Horst dann mit einem Messer, bei stark verholzenden Arten wie Funkien oder Chinaschilf auch mit einem scharfen Spaten in etwa faustgroße Stücke teilen.

Weiterverwendet werden jeweils nur die äußeren, vitalen Teilstücke, der Rest wandert auf den Kompost. Setzen Sie die neuen Setzlinge dann an anderer Stelle, aber gleich hoch wie zuvor, in gut gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden. Anschließend andrücken, kräftig angießen, fertig!

Garten im März: Frühstart im Topfgarten

Töpfchen über Töpfchen mit Primeln, Gänseblümchen, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht, dazu Traubenhyazinthen, Krokusse, Tulpen und Narzissen. Es ist kaum möglich, an dieser kunterbunten Vielfalt vorgezogener Frühjahrsblüher unbeeindruckt vorbeizugehen. Im März sind die Frühblüher jetzt ideal, um Balkon, Hauseingang und Garten zu verschönern. In kleinen Terracotta-Töpfen oder Weidenkörbchen kommen aufrecht wachsende Zwiebelblumen besonders gut zur Geltung.

Greifen Sie zu, doch denken Sie daran: Ganz hat der Winter das Feld im März noch nicht geräumt. Sobald Temperaturen unter -2 Grad Celsius angekündigt werden, sollten Sie die bepflanzten Kästen und Schalen darum dicht an eine Hauswand rücken und mit mehreren Lagen Zeitungspapier abdecken. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Gefäße kurzerhand über Nacht ins Haus zu holen.

Garten im März Foto: AdobeStock_Denira
Erfrischend wie eine Frühlingswiese en miniature. Foto: AdobeStock_Denira

Die in Töpfen verkauften Frühlingsblumen sind durch ihr Substrat fürs Erste gut versorgt, bei selbst getopften Exemplaren sollte dagegen etwas Starthilfe geleistet werden. Besonders Zwiebelblüher wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen sind sehr nährstoffbedürftig und benötigen daher zu Austriebsbeginn einen möglichst rasch wirkenden Volldünger.

Sommerblüher stutzen

Sommerflieder (Buddleja davidii), Bartblume (Caryopteris clandonensis), Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) und Ball- und Rispen-Hortensie (Hydrangea arborescens, Hydrangea paniculata) blühen im Sommer und Herbst an den diesjährigen Neutrieben. Damit sie immer zahlreich nachwachsen, müssen Sie das vorjährige Holz im März auf etwa fingerlange Zapfen einkürzen. Ein Grundgerüst älterer „Stämmchen“ bleibt dabei stehen. Zum Verjüngen dürfen Sie ab und an einen dieser Gerüstäste ganz herausnehmen. Bei schwächer wachsenden Arten wie dem Japanischem Spierstrauch (Spiraea japonica) können Sie die Pflanze auch mal vollständig auf etwa 10 Zentimeter kappen.

Hinweis: Frühjährliche Schnittarbeiten an Gehölzen finden üblicherweise kurz vor dem Austrieb statt. Im März sind die meisten Gehölze noch in der Ruhephase, weshalb der Schnitt ihnen keine Kraft raubt.

Weitere Tipps für den Garten im März

Immergrüne Kübelpflanzen sollten Sie jetzt durchdringend und in mehreren Durchgängen gießen. Ganz besonders dann, wenn der Winter trocken war. Auch kühl überwinterte Kübelpflanzen ab März mit dem einsetzenden Austrieb wieder regelmäßig gießen und ab Monatsende düngen.

Frisch geschnittene Thuja-Hecke. Foto: AdobeStock_Angela Rohde
Frisch geschnittene Thuja-Hecke. Foto: AdobeStock_Angela Rohde

Hecken und andere Formgehölze aus Buchs, Thuja, Japan-Stechpalme, Eiben oder Zypressen bekommen jetzt ihren ersten Rückschnitt, noch vor dem Austrieb. Vor dem 1. März dürfen Gehölze laut Bundesnaturschutzgesetz noch kräftiger zurückgeschnitten werden, danach sind bis zum 30. September nur noch leichte Pflegeschnitte erlaubt, um keine brütenden Vögel zu stören.

Im März darf auch noch einiges im Garten eingepflanzt werden: Klettergehölze, Sträucher und Hecken beispielsweise. Während wurzelnackte Pflanzen bis Ende März im Boden sein sollten, können Sie Ballenware bis noch bis Anfang Mai pflanzen. Viele Sträucher und Bäume bekommen zeitgleich einen ersten Pflanzschnitt.

Mit Beginn der Forsythienblüte bekommen Sie den Startschuss, um Ihre Rosen zu schneiden. Das besagt der sogenannte Phänologische Kalender, der den Jahresablauf anhand verschiedener, jährlich wiederkehrender Erscheinungen in der Pflanzenwelt einteilt. Nehmen Sie beim Schneiden der Rosen die Triebe immer auf eine nach außen weisende Triebknospe zurück.

Viel zu dicht gesät? Gemüse- oder Kräuterjungpflanzen entwickeln sich dennoch kräftig, wenn sie zeitig vereinzelt werden und so mehr Licht, Luft und Nährstoffe abbekommen.

Auch gröbere Arbeiten sind im Garten im März dran: Terrassenteiche werden gereinigt und auf ihre Dichtigkeit überprüft.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Eisige Schönheiten: Glitzernder Frost verzaubert den Garten
  • Weihnachtssterne: Sortentipps und Deko-Ideen
  • Pflastern fürs Klima: Flächenversiegelung vermeiden
Zur aktuellen Ausgabe

Melden Sie sich hier kostenlos für den Newsletter an:
  • Neueste Garten-Artikel
  • Saisonale Praxis- und Gestaltungstipps
  • Exklusive Angebote und Gewinnspiele
Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung.