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Der Garten im März:Jetzt kann es richtig losgehen

Endlich ist es soweit – die Gartensaison ist eröffnet. Auch wenn es zeitweise noch mal richtig kalt werden kann, darf nun wieder vieles gepflanzt und gesät werden. Mehr und mehr Pflanzen blühen, wenn auch erst noch zaghaft. Es hat etwas Magisches an sich, wenn fast über Nacht wieder eine Gruppe Zwiebelblumen ihre Blüten geöffnet hat.

Der Garten im März: Was ist jetzt zu tun?

Im März gibt es im Garten jede Menge zu erledigen – vom Aufräumen bis zum Zurückschneiden. Nun ist es an der Zeit, Winterschutzabdeckungen abzunehmen und restliches Laub von den Beeten zu harken. Alle Stauden, mit Ausnahme der immergrünen, werden zurückgeschnitten. Sommergrüne Gräser dürfen Sie eine Handbreit über dem Boden kappen, um Platz für den frischen Austrieb zu schaffen. Auch Ufer- und Sumpflanzen rund um den Gartenteich können schon gestutzt werden.

So wappnen Sie den Garten vor Spätfrösten

  • früh austreibende Stauden wie Bergenie, Tränendes Herz, Elfenblume & Co. mit Reisig oder Vlies abdecken
  • Blumentöpfe über dicke Triebspitzen stülpen, z.B. bei Lilien
  • Blütengehölze wie Strauch-Pfingstrosen nicht an allzu geschützten Standorten platzieren, damit sie nicht zu früh austreiben
  • auch robuste Kübelpflanzen wie Oleander, Olive oder Lorbeer nur bei milder Witterung auswintern

Bei immergrünen Arten müssen Sie lediglich mit den Fingern die vergilbten Blätter auskämmen, Unkraut jäten, den Boden vorsichtig lockern und Kompost zwei bis drei Zentimeter hoch verteilen. Außerdem können Sie ein langsam fließendes Düngemittel einarbeiten, beispielsweise Hornspäne (50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter). Besonders hungrige Arten wie Rittersporn und Phlox erhalten im Juni eine zweite Gabe. Wildstauden brauchen dagegen meist gar nicht gedüngt zu werden.

Frühstart im Topfgarten

Garten im März Foto: AdobeStock_Denira
Erfrischend wie eine Frühlingswiese en miniature. Foto: AdobeStock_Denira

Töpfchen über Töpfchen mit Primeln, Gänseblümchen, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht, dazu Traubenhyazinthen, Krokusse, Tulpen und Narzissen. Es ist kaum möglich, an dieser kunterbunten Vielfalt vorgezogener Frühjahrsblüher unbeeindruckt vorbeizugehen. Im März sind die Frühblüher jetzt ideal, um Balkon, Hauseingang und Garten zu verschönern. In kleinen Terracotta-Töpfen oder Weidenkörbchen kommen aufrecht wachsende Zwiebelblumen besonders gut zur Geltung.

Greifen Sie zu, doch denken Sie daran: Ganz hat der Winter das Feld noch nicht geräumt. Sobald Temperaturen unter -2 Grad Celsius angekündigt werden, sollten Sie die bepflanzten Kästen und Schalen darum dicht an eine Hauswand rücken und mit mehreren Lagen Zeitungspapier abdecken. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Gefäße kurzerhand über Nacht ins Haus zu holen. Die in Töpfen verkauften Frühlingsblumen sind durch ihr Substrat fürs Erste gut versorgt, bei selbst getopften Exemplaren sollte dagegen etwas Starthilfe geleistet werden. Besonders Zwiebelblüher wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen sind sehr nährstoffbedürftig und benötigen daher zu Austriebsbeginn einen möglichst rasch wirkenden Volldünger.

Sommerblumen aussäen: So bleibt Cosmea kompakt

Während robuste Einjährige wie Ringel- und Kornblume, Klatsch- und Goldmohn direkt ins Freiland gesät werden können, müssen andere noch etwas warten. Zu den Vorbereitungen für den Garten gehört im März aber auch die Aussaat der Blütenschönheiten für den Sommer. Mitte März läuft daher die Voranzucht von Sommerblumen bereits auf Hochtouren. Schalen und Töpfe mit Zinnien, Sommerastern, Studentenblumen und Schmuckkörbchen bevölkern die Fensterbänke. Gerade letztere neigen jedoch dazu, lang und dünn in die Höhe zu schießen. Hier helfen die richtige Sortenwahl und ein paar gärtnerische Kniffe:

  1. Niedrig wachsende Sorten verwenden: Cosmos bipinnatus ‘Sonata’-Serie, ‘Gazebo’-Mischung, ‘Xanthos’, ’Capriola’
  2. Aussaat bei 18–20 °C flach in ein mageres Substrat, z. B. Aussaaterde oder Blumenerde-Sand-Gemisch (1:1). Die Saat überbrausen und mit Folie abdecken.
  3. Viel Licht! Ideal ist ein möglichst heller, aber nicht prallsonniger Stand. Sparsames Aussäen und frühzeitiges Vereinzeln hält den Sämlingen zudem die Konkurrenz vom Leib.
  4. Abhärten: Nach erfolgter Keimung die Abdeckung zunächst lüften, dann ganz abnehmen. Die Pflanzen kühler stellen, später an milden Tagen auch gern mal ins Freie. Mitte Mai auspflanzen.
  5. Im Garten: Volle Sonne und ein eher nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden fördern eine reiche Blüte. Schmuckkörbchen schießen durch zu viel Dünger und Wasser allerdings ins Kraut und lassen lange auf erste Knospen warten.

Stauden teilen

Die Glatzenbildung in den einst dichten Horsten der Herbst-Astern und Wiesen-Iris lässt sich nicht mehr leugnen? Die Sonnenbräute haben auch schon mal reicher geblüht? Dann ist jetzt im März Zeit, um im Garten aktiv zu werden und die Stauden zu verjüngen. Holen Sie dafür die Pflanzen zunächst aus dem Boden. Das geht am schonendsten mit der Grabegabel. Den Horst dann mit einem Messer, bei stark verholzenden Arten wie Funkien oder Chinaschilf auch mit einem scharfen Spaten in etwa faustgroße Stücke teilen.

Garten im März Foto: AdobeStock_Valerii Honcharuk
Das Teilen der Funkien sorgt für neue Vitalität. Foto: AdobeStock_Valerii Honcharuk

Weiterverwendet werden jeweils nur die äußeren, vitalen Teilstücke, der Rest wandert auf den Kompost. Setzen Sie die neuen Setzlinge dann an anderer Stelle, aber gleich hoch wie zuvor, in gut gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden. Anschließend andrücken, kräftig angießen, fertig!

Sommerblüher stutzen

Sommerflieder (Buddleja davidii), Bartblume (Caryopteris clandonensis), Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) und Ball- und Rispen-Hortensie (Hydrangea arborescens, Hydrangea paniculata) blühen im Sommer und Herbst an den diesjährigen Neutrieben. Damit sie immer zahlreich nachwachsen, müssen Sie das vorjährige Holz im Frühjahr auf etwa fingerlange Zapfen einkürzen. Ein Grundgerüst älterer „Stämmchen“ bleibt dabei stehen. Zum Verjüngen dürfen Sie ab und an einen dieser Gerüstäste ganz herausnehmen. Bei schwächer wachsenden Arten wie dem Japanischem Spierstrauch (Spiraea japonica) können Sie die Pflanze auch mal vollständig auf etwa 10 cm kappen.

Frühjährliche Schnittarbeiten an Gehölzen finden üblicherweise kurz vor dem Austrieb statt. Im März sind die meisten Gehölze noch in der Ruhephase, weshalb der Schnitt ihnen keine Kraft raubt.

So duftet der Garten im März: Veilchen aussäen

Zierliche Blütengesichter, keck übers Laub geschoben und natürlich im berühmten Blauviolett, dazu das betörende Parfum – schlicht unmöglich, sich dem Charme dieses Frühlingsbotens zu entziehen. Wer das Duft-Veilchen (Viola odorata) erst mal im Garten hat, möchte es nicht mehr missen. Und muss das vermutlich auch nicht. Denn wo immer sich die kleine Staude wohl fühlt, erobert sie durch Ausläufer und Selbstaussaat neues Terrain.

Duft-Veilchen ‘Königin Charlotte’ als Sämlinge
Ganz viel Frühlingsglück: Sämlinge der Duft-Veilchen-Sorte ‘Königin Charlotte’. © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Sie können ihr dabei aber unter die Arme greifen und ein paar Pflanzen aus Samen ziehen. Wir haben’s ausprobiert, mit ‘Königin Charlotte’, einer altbewährten, robusten Sorte. Sie blüht im Herbst oft sogar ein zweites Mal. Zudem fallen ihre Samen echt, das heißt, die Nachkommen gleichen der Mutter bis ins Detail.

Tipp: Möchten Sie selbst Veilchensamen sammeln, achten Sie auf die kugeligen Samenkapseln, die sich direkt nach der Blüte bilden. Einfach vom Stiel abdrehen, trocknen lassen und bis zur Aussaat dunkel aufbewahren.

Weitere Tipps für den Garten im März

Mit Beginn der Forsythienblüte bekommen Sie den Startschuss, um Ihre Rosen zu schneiden. Das besagt der sogenannte Phänologische Kalender, der den Jahresablauf anhand verschiedener, jährlich wiederkehrender Erscheinungen in der Pflanzenwelt einteilt. Nehmen Sie beim Schneiden der Rosen die Triebe immer auf eine nach außen weisende Triebknospe zurück.

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Wer sich an den Entwicklungen in der Natur orientiert, muss bei der Gartenarbeit keine strikten Daten einhalten. Foto: AdobeStock_majo1122331

Im März darf auch noch einiges eingepflanzt werden: Klettergehölze, Sträucher und Hecken beispielsweise. Während wurzelnackte Pflanzen bis Ende März im Boden sein sollten, können Sie Ballenware bis noch bis Anfang Mai pflanzen. Viele Sträucher und Bäume bekommen zeitgleich einen ersten Pflanzschnitt. Dem Rasen können Sie etwas Gutes tun, indem Sie ihn ab Monatsende vertikutieren. Das fördert die Bodenbelüftung, verbessert das Bodenleben und sorgt für kräftiges Wachstum. Der Boden sollte aber schon ausreichend abgetrocknet sein. Auch gröbere Arbeiten sind im März dran: Terrassenteiche werden gereinigt und auf ihre Dichtigkeit überprüft.

Die Top-Themen der Oktober-Ausgabe:

1. Farbenreiche Ziergräser: Weichzeichner im Garten

Von wegen nur grün! Gräser gibt es in vielen abwechslungsreichen Farben und Formen. So lassen sie sich effektvoll einsetzen.

2. Bäume unterpflanzen: Robuste Stauden für den Schatten

Wer unter Bäumen bestehen will, muss Schatten, Trockenheit und Wurzeldruck standhalten. Wir zeigen, welche Stauden dort gut wachsen.

3. Furioses Finale: So bunt leuchten Wilder Wein & Co

Zum Saisonende geben die Kletterkünstler noch einmal alles und hüllen Hausfassaden, Mauern, Zäune und Pergolen in feuriges Gelb, Orange und Rot.

 

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