Kompost versorgt den Boden mit Nährstoffen und Humus, verbessert seine Struktur und bringt Schwung ins Bodenleben.

Richtig kompostieren – So geht’s

Die Märzsonne scheint wohlig warm auf den Rücken, dicke Tuffs zierlicher Frühlingsblüher leuchten vom Gehölzrand herüber. Zeit, die Staudenbeete endgültig von verdorrten Stängeln und Blättern zu befreien. Auch Winterschutzabdeckungen können nun abgenommen werden. Dann gleich noch alles ausgezupft, was wild und ungebeten sprießt. Aber bitte ganz vorsichtig, damit Sie die frühen Austriebe nicht beschädigen! Und jetzt? Die Pflanzen wollen wachsen und brauchen dafür Nährstoffe. Düngemittel aus dem Handel sind eine Möglichkeit – oder eben die Verwendung von Kompost. Wie Sie richtig kompostieren, erfahren Sie im Folgenden.

Kompost bietet viele Vorteile

Mischkompost enthält gewöhnlich alle für Pflanzen lebenswichtigen Haupt- und Spurennährstoffe. Entsprechend dosiert kann er daher durchaus mit käuflichen Düngern mithalten. Insbesondere die Einträge von Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und Calcium (Ca) durch Kompost sind oft völlig ausreichend. Phosphat und Kalium sind in vielen Gartenböden ohnehin eher im Überfluss vorhanden, ebenso wie Stickstoff (N).

Kompost ist ein organischer Dünger, der mit vielen Vorzügen daherkommt:

  • Zufuhr von Humus, Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
  • Förderung des Bodenlebens
  • Lieferant von Nährstoffen und Kalkung des Bodens
  • Förderung und Erhalt der Bodenstruktur
  • Krankheitserreger im Boden werden unterdrückt; Abbau von Umweltgiften

Stickstoff wird im Kompost nur langsam mineralisiert, also in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt. Auf verarmten Böden oder bei starkzehrenden Prachtstauden reicht das dann nicht aus. Hier sollte Stickstoff zusätzlich, z. B. in Form von Hornspänen, ausgebracht werden. Kulturen mit mittlerem Nährstoffbedarf, die über Jahre regelmäßig mit Kompost Dünger versorgt wurden, kommen jedoch oft ohne zusätzliche Düngergaben aus.

Obst- und Gemüseabfälle, krautige Pflanzenreste und Rasenschnitt ergeben einen Kompost mit hohen Nährstoffgehalten. Werden reichlich Gehölzhäcksel, holzige Staudenstängel und Herbstlaub beigemischt, sinken die Werte.
Haben Sie sehr viel Herbstlaub, sollten Sie einen separaten Laubkompost anlegen, da der pH-Wert von Laubkompost von der Baumart abhängt. Eichenlaub ist zum Beispiel stark säurehaltig.

Richtig kompostieren: Die Grundregeln

  • Um Austrocknung oder Fäulnis zu vermeiden, sollte der Ort zum Kompostieren im Halbschatten liegen. Kleinlebewesen sollten die Möglichkeit erhalten, vom Boden aus einzuwandern. Deshalb sollte der Untergrund aus Erde bestehen.
  • Der Kompost sollte nie völlig austrocknen, so dass der Rotteprozess ungestört ablaufen kann. In Trockenphasen sollten Sie also wässern. Bei starken, lang anhaltenden Niederschlägen sollte er hingegen abgedeckt werden.
  • Zerkleinern Sie holzige Materialien vor der Kompostierung, z. B. mit einem Häcksler. So können sie schneller abgebaut werden.
  • Ein vielfältig zusammengesetzter Kompost liefert den Zersetzern sowohl Stickstoff als auch Kohlenstoff. Grüne Pflanzenteile und verholztes Material sollten deshalb stets gemischt werden.
  • Das Hinzufügen von reifem Kompost hat einen beschleunigenden Effekt auf die Rotte, ebenso wie die Verwendung von Kompoststartern.
  • Lockern Sie den Kompost einmal im Jahr im Frühjahr, bzw. setzen Sie ihn um. So ist die optimale Durchmischung und Belüftung gewährleistet.

Richtig kompostieren: Wann und wie wird der Kompost ausgebracht?

Bringen Sie den Kompost während der Hauptwachstumsphase, vom zeitigen Frühjahr bis Ende des Sommer aus. Dann können die Pflanzen die freigesetzten Nährstoffe am besten verwerten. Damit sinkt die Gefahr einer Auswaschung ins Grundwasser und Sie können Kompost problemlos als Dünger verwenden.

Der Rottegrad ist entscheidend

Da der Gehalt an verfügbaren Nährstoffen im Kompost bei längerer Lagerung abnimmt, sollten Sie Kompost gezielt verwenden.

Frischkompost kann bei guten Bedingungen bereits nach vier bis acht Wochen verwendet werden. Seine Struktur ist grob, viele Ausgangsmaterialien sind noch zu erkennen – er liefert Nahrung für die zahlreich enthaltenen Mikroorganismen.

Wichtig: Frischkompost sollte ausschließlich als Mulch verwendet werden und nur oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden. In tieferen Schichten kann er faulen und zu Pflanzenschäden führen. Frischkompost regt die Aktivität der Bodenlebewesen an, seine organische Substanz wird rasch abgebaut, die Nährstoffe werden dabei freigesetzt.

Fertigkompost entsteht nach mindestens sechs Monaten Rottezeit. Er ist feinkrümelig wie Erde. Bis auf einige holzige Bestandteile ist die Struktur der Ausgangsmaterialien nicht mehr erkennbar. Reifer Kompost kann direkt in Pflanzlöcher und Saatrillen gegeben oder für Blumenerde-Mischungen verwendet werden. Er ist ein langsam wirkender Dünger. Vor allem aber verbessert er durch seinen hohen Dauerhumusgehalt langfristig die Bodenstruktur. Es bilden sich stabile Krümel, die vor Verschlämmen und Verkrusten schützen. Das Porenvolumen nimmt zu, der Boden wird gelockert und belüftet. Zudem werden Wasser und Nährstoffe besser gespeichert.

Der Kressetest zeigt den Reifegrad an

Kompost wird erst verwendet, wenn alle pflanzenschädigenden Substanzen abgebaut sind. Hier empfiehlt es sich, vorab einen Test mit Kresse durchzuführen. Sie reagiert besonders sensibel.

Und so geht’s: Ein Gefäß mit einem Gartenerde-Kompost-Gemisch(1:1) füllen, dieses gut anfeuchten, Kressesamen aufstreuen, andrücken und das Ganze möglichst luftdicht mit Folie oder Glas abdecken. Hell und warm aufstellen und beobachten.

Keimen die Samen zügig und wachsen die Sämlinge störungsfrei weiter, ist alles in Ordnung. Zögerliches bzw. ungleichmäßiges Auflaufen sowie gelbe Blattverfärbungen deuten darauf hin, dass der Kompost zu frisch ist. Er sollte dann noch nachreifen.

Kompost Dünger - Der Kressetest
Richtig kompostieren: Durch den Kressetest können Sie herausfinden, ob ihr Kompost “reif” ist.

Richtig kompostieren: Die Dosis bei der Ausbringung macht’s

Viel hilft nicht unbedingt viel. Auch mit Kompost kann man seinen Garten überdüngen! Eine exakte Dosierung ist zwar nur nach vorheriger Nährstoffanalyse des Bodens sowie des Komposts möglich. Auf der Basis von Durchschnittswerten lassen sich jedoch folgende Anhaltspunkte geben:

1. Neupflanzungen

Ziergehölze: Dem Aushub bis zu einem Drittel reifen Kompost untermischen. Dabei darf der Kompost nicht tiefer als 30 cm in den Boden gelangen. Das genügt als Vorrat für die ersten Jahre.
Stauden: Je eine Pflanzschaufel reifen Kompost direkt ins Pflanzloch geben. Bei Neuanlage eines Beets auf verarmtem Boden können bis zu 40 l/m² Kompost verteilt und in die obersten 10 cm Boden eingearbeitet werden. Das hält für etwa drei Jahre vor.

2. Bestehende Pflanzungen

Ziergehölze: 1 l/m² Kompost jährlich, auf humusarmen Böden zusätzlich z. B. 30–50 g/m² Hornspäne.
Vorsicht: Kompost ist meist recht alkalisch und daher für säureliebende Moorbeetkulturen wie Rhododendren nicht geeignet!
Stauden: Pracht und Beetstauden bekommen 2 l/m² Kompost jährlich, ergänzt um 50–100 g/m² Hornspäne. Wild- und Waldrandstauden genügt meist 1 l/m² Kompost. Alpinstauden und Magerwiesen erhalten keinen Kompost.

Faustregel: 2 l Kompost pro m² entsprechen einer Schicht von 2 mm. Der Kompost bedeckt dabei lückig den Boden.

Kompost mit Erde vermengen

Aussaaterde erhält eine Beimischung bis maximal 20 Volumenprozent. Nur gut ausgereiften Kompost verwenden.
Bei Balkon- und Kübelpflanzenerde ist eine Beimischung von etwa 30 Volumenprozent möglich. Geeignete Mischkomponenten sind Gartenerde, Sand, Torf oder Torfersatzstoffe wie Holz oder Kokosfaser.