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Voraussichtliche Lesedauer:  7 Minuten

Erbsen: So gelingt der Anbau

Von GartenFlora

Erbsen und Möhren sind eines der bekanntesten Gerichte der heimischen Küche. Dabei können selbstangebaute Erbsen aus dem Garten gegenüber den Supermarktprodukten vor allem geschmacklich punkten. Falls Sie selbst Erbsen in Ihrem Garten anbauen möchten, finden Sie hier alles Wissenwerte rund um den Anbau der kleinen grünen Wunderschoten.

Warum sind Erbsen so gesund?

Die kalorienarmen frischen Erbsen bestehen zum großen Teil aus Wasser, zu etwa 7 % aus Eiweiß, zu 0,5 % aus Fett und zu 12 % aus Kohlenhydraten. Sie liefern mit Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium wichtige Mineralien. 200 Gramm frische Erbsen enthalten etwa die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs eines Erwachsenen.

Erbsen – Nahaufnahme von mehreren grünen Fruchthülsen, eine davon geöffnet mit verteilten Erbsen. Foto: AdobeStock_Juri
Erbsen sind reich an Ballaststoffen und Proteinen – das wirkt sich auch positiv auf einen stabilen Blutzuckerspiegel aus. [AdobeStock_Juri]

Sind rohe Erbsen giftig?

Erbsen enthalten, genau wie rohe Bohnen, sogenannte Lektine, zu denen auch das giftige Phasin gehört. Durch Kochen werden die Lektine zerstört. Aber das Naschen roher Erbsen ist in kleinen Mengen unbedenklich.

Erbsen im Garten anbauen: Lohnt sich das?

Die Erbse (Pisum sativum) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Als Nutzpflanze werden verschiedenste Unterarten genutzt. Zuckererbsen – und ab und an auch Markerbsen – finden sich zwar im Supermarkt. Sie sind jedoch bei weitem nicht so frisch wie selbst geerntete aus dem Garten. Und: Die Körner der Markerbsen bilden auch nach der Ernte aus Zucker Stärke und verlieren deshalb schon auf dem Weg zum Laden einiges an Süße und Aroma.

Wer sehr früh ernten möchte, entscheidet sich vielleicht für die robusten Schalerbsen (auch Palerbsen genannt), sollte dann wirklich ernten, solange die Körner noch zart sind. Die ersten Markerbsen werden erst vier Wochen nach Schalerbsen gesät und reifen später. Ihre Kerne bleiben viel länger süß und können größer geerntet werden. Das bringt einen deutlich höheren Ertrag.

Zucker-, Schal- und Markerbsen: Wo liegt der Unterschied?

Zuckererbsen schmecken süßlich und können mitsamt der Schale verzehrt werden. Die Hülsen bilden keine Pergamentschicht aus und können deshalb mitgegessen und müssen nicht erst aufgebrochen werden. Man kann sie roh oder gekocht essen. Auch die Markerbsen werden nicht getrocknet, sondern die Kerne besser nach dem Kochen direkt verzehrt. Sie schmecken aromatisch und etwas süß. Bei tiefgekühlten Erbsen aus dem Supermarkt handelt es sich meist um Markerbsen. Sie behalten auch nach dem Einfrieren ihre Nährstoffe, ihre Farbe und den Geschmack. Schalerbsen sind sehr stärkereich, im Geschmack etwas herber, außerdem besitzen sie eine dickere Schale. Man verwendet daher nur die Kerne – d.h. die eigentlichen Erbsen. Diese Erbsen eignen sich gut zum Trocknen und sind dann lange lagerfähig, können jedoch auch frisch verzehrt werden. Geerntet werden sie übrigens erst, wenn die Hülsen schon getrocknet sind.

Basiswissen Erbsenanbau

Erbsen pflanzen: Standort und Boden

Erbsen wachsen auf fast allen Gartenböden, tragen aber auf mittelschweren und schweren Böden besser. Für frühe Aussaaten jedoch eignet sich eher ein leichter, und damit leicht erwärmbarer Boden. Auf sehr leichten Sandböden mit einer ungenügenden Wasserhaltefähigkeit und auf staunassen Böden bilden die Pflanzen deutlich weniger Erbsenschoten.

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Pflegeansprüche: Gießen und Düngen

Sie kommen gut mit der Winterfeuchte im Boden aus und man muss sie bis zur Blüte nicht wässern. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem ernährt die Pflanzen auch bei Trockenheit. Erst zur Blütezeit und während des Fruchtwachstums benötigen die Pflanzen wöchentlich etwa 20 Liter Wasser pro Quadratmeter. Das entspricht zwei bis drei Gießkannenfüllungen.

Erbsen sind Stickstoffsammler. Wie andere Hülsenfrüchte bilden sie also eine Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien. Sie leben in wenige Millimeter großen Wurzelknöllchen und binden dort Luftstickstoff. Erbsen kommen deshalb mit wenig Extra-Stickstoff aus und gelten daher als Schwachzehrer. 30 Gramm Volldünger pro m² zu Kulturbeginn decken ihren Nährstoffbedarf allemal. Mitunter reichen ihnen die Düngerreste der Vorkultur. Erbsen vertragen keine frische organische Düngung. Auch Kalk gibt man besser im Herbst vor der Aussaat.

Eine Rankhilfe für Erbsen?

Die meisten Gartensorten benötigen nur eine 60 bis 80 cm hohe Rankhilfe. Alte Sorten wie ‘Schweizer Riesen’ oder die neuere Züchtung ‘Jumbo’ können dagegen gut zwei Meter Höhe erreichen. Niedrige, bis 50 cm hohe Sorten wie ‘Kleine Rheinländerin’ geben sich mit kurzen Zweigen vom Wintergehölzschnitt zufrieden. Die Pflanzen selbststützender Sorten wie der Markerbse ‘Grandera’ halten sich mit ihren vielen Ranken gegenseitig aufrecht.

Blühende Erbsen wachsen an einer Rankhilfe. Foto: AdobeStock_Amy Mitchell
Etwa ab Mai blühen die Erbsen. [AdobeStock_Amy Mitchell]

Erbsen aussäen: Wann ist es soweit?

Schalerbsen keimen im Freiland schon ab März. Mark- und Zuckererbsen sind wärmebedürftiger. Mit der Aussaat besser bis April warten. In Weinanbaugebieten und unter Vlies gedeihen die beiden mitunter auch als Märzaussaaten. Letzter Termin für alle ist Anfang Juli. Späte Aussaaten bringen allerdings etwas geringeren Ertrag, und sie können an Mehltau erkranken.

Widerstandsfähige Sorten wie ‘Vitara’, ‘Profita’ oder ‘Zuccola’ überstehen die heiße Sommerzeit jedoch ohne Schaden. Winterharte Erbsensorten wie die Markerbse ‘Sima’ werden bereits im Oktober ausgesät. Sie keimen noch im Herbst, wachsen im zeitigen Frühjahr weiter und tragen schon ab Anfang Juni.

Erbsen-Jungpflanzen wachsen in Reihe in einem Beet. Foto: AdobeStock_ jeepbabes
Mulchen zwischen den Reihen lohnt sich, um Unkrautbildung zu unterdrücken und die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren. [AdobeStock_jeepbabes]

Für alle Sorten gilt: Der Abstand zwischen den Reihen beträgt 25 bis 40 Zentimeter und 3 bis 4 Zentimeter innerhalb der Reihe.

Wann werden Erbsen geerntet?

Erbsen tragen zwischen 85 und 110 Tagen nach der Aussaat. Im März Gesäte können Sie ab Mitte Juni ernten. Juli und August sind die Haupterntemonate. Die spätesten Aussaaten zu Anfang Juli reifen im September. Zuckererbsen pflückt man jung und sie reifen um etwa zwei Wochen schneller als die anderen Sorten.

Erbsen wachsen im Garten. Foto: AdobeStock_simona
Frühestens ab Juni kann die Erbsenernte starten. [AdobeStock_simona]

Woran erkenne ich erntereife Hülsen?

Zuckererbsen kann man schon pflücken, wenn sich kleinen Körnchen gerade abzeichnen. Palerbsen sind nur zart, saftig und süß, bis sie die halbe sortentypische Korngröße, etwa 4 bis 5 mm erreicht haben. Danach werden sie schnell mehlig und hart.

Markerbsen dagegen schmecken auch als ausgewachsene, 10 bis 12 mm große Körner noch süß. Ihre Hülsen sollen auf jeden Fall noch saftig grün sein.

Knackerbsen wie ‘Zuccola’ stehen zwischen Markerbsen und Zuckererbsen. Ihren Hülsen fehlt die harte, strohige Pergamenthaut. Sie können daher in jedem Reifestadium zwischen flacher Zuckerschote und ausgereifter Markerbse mitsamt Hülse verwendet werden.

Anbau und Vorzucht der Erbsen

Was nützt die Vorkultur?

Erbsen gedeihen zwar auch, wenn sie direkt im Freien gesät werden. Im Warmen vorgezogene Pflanzen haben jedoch einen Vorsprung von etwa drei Wochen. Die Samen keimen zügiger und meist auch zuverlässiger. Lücken, die bei der Aussaat in kaltem oder nassem Boden mitunter entstehen, gibt es hier nicht.

Wie fügen sich Erbsen in eine Fruchtfolge ein?

Erbsen wurzeln tief und beschatten den Boden. So hinterlassen sie die Beete im Sommer tiefgründig gelockert und unkrautfrei für die nachfolgende Kultur. Zudem enthalten die Ernterückstände der Stickstoffsammler 5 bis 15 g Stickstoff pro m². Die Nachkulturen, zum Beispiel Salat, Spinat oder Feldsalat, brauchen deshalb keine Stickstoffdüngung. Pflanzen aus der gleichen Pflanzenfamilie, zum Beispiel Bohnen, Linsen, Erbsen und Gründünger wie Lupine oder Kleearten sollten nicht vor oder nach Erbsen angebaut werden.

Extra-Wissen: Die etwas anderen Erbsen

Die Flügelerbse (Lotus maritimus) stammt aus dem Mittelmeergebiet, gedeiht aber auch bei uns, sofern sie von April bis Juli an sonniger Stelle ausgesät wird. Die halbreifen Hülsen werden wie Zuckererbsen in Butter geschwenkt. Die Speise-Platterbse (Lathyrus sativus) wächst auf sehr kargen Böden. Verwendet werden die ausgepalten Körner. Kichererbsen (Cicer arietinum) vertragen Trockenheit und benötigen einen langen, heißen Sommer, um zu reifen. Frühlings-Platterbsen (Lathyrus vernus) sind ungenießbar, sind jedoch ein Blickfang im Küchengarten.

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