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Kübelpflanzen umtopfen:Zeit für eine Frühlingskur

Je nachdem, wie schnell die Wurzeln einer Pflanze wachsen, ist nach zwei oder drei Jahren die Zeit für ein größeres Gefäß gekommen. Ein Blick auf den Wurzelballen verrät, ob Sie Ihre Kübelpflanzen umtopfen sollten. Nach der winterlichen Ruhephase stehen im Frühjahr die meisten Pflanzen am Auftakt zur neuen Vegetationsperiode, in dieser Jahreszeit sind die Wurzeln darum für frische Erde und mehr Geräumigkeit besonders dankbar. An kräftigem Wachstum und sattem Grün wird man ihnen die Frühlingskur schon bald ansehen.

Kübelpflanzen umtopfen: Warum es so wichtig ist

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Diese Aloe vera kann neue Erde gut gebrauchen. Foto: AdobeStock_sonyachny

Jüngere Pflanzen werden jährlich ab März vor dem Neuaustrieb in ein etwas größeres Gefäß gesetzt (Ausnahme Agapanthus: Sie mag es gerne etwas beengt). Ältere Kübelpflanzen können Sie im ein- bis zweijährigen Rhythmus umtopfen. Ist die Erde dicht von feinem Wurzelgeflecht durchzogen oder sind die Wurzeln gar schon ihren Töpfen entwachsen, wird es höchste Zeit. Andernfalls kommt es bald zu Kümmerwuchs und mickriger Blüte.

Je dichter die Wurzeln wachsen, umso weniger Substrat befindet sich noch im Topf. Für die Pflanze bedeutet das, dass ihr kein Wasser- und Nährstoffspeicher mehr zur Verfügung steht und sie sich nicht mehr weiterentwickeln kann. Wenn die beengten Wurzeln keinen Platz mehr finden, kommt es oftmals auch zu einem Rundwuchs: Sie wachsen so lange rundherum an der Topfwand entlang, bis die Pflanze sich quasi selbst einschnürt. So kann auch Sauerstoffmangel zum Problem werden.

Das Umtopfen: So gehen Sie vor

1. Der neue Kübel sollte im Durchmesser etwa drei bis fünf Zentimeter breiter sein als der alte, außerdem auch etwas tiefer. Achtung bei zu großen Töpfen: Leider ist es wenig sinnvoll, einer Pflanze vorsorglich einen überdimensionalen Kübel zu verpassen. Die Pflanze wird so erstmal all ihre Energie auf das Wurzelwachstum setzen, quasi, um sich genügend Platz im Boden zu sichern. Außerdem entsteht so leicht Staunässe.

2. Den Wurzelballen vorsichtig aus dem alten Topf lösen. Bei stark durchwurzelten Exemplaren fällt er meist schon fast von alleine ab. Wurzeln, die schon aus den Abflusslöchern gewachsen sind, werden entwirrt, damit sich der Topf vom Ballen löst.

3. Ist kein größerer Kübel möglich, den Wurzelballen mit einem Messer verkleinern, um Platz für frische Erde zu schaffen. Expert*innen raten, den Ballen nicht rundherum zu beschneiden, sondern nur keilförmige Stücke herauszutrennen. So bleibt ein Großteil der wichtigen Faserwurzeln erhalten.

Kübelpflanzen umtopfen Fotos: AdobeStock_M.Dörr & M.Frommherz
Bei Übertopfen ohne Wasserabfluss ist eine Drainage notwendig – zum Beispiel aus Kies. Fotos: AdobeStock_M.Dörr & M.Frommherz

4. Lockern Sie stark verfilzte Ballen etwas auf, füllen Sie den Zwischenraum zum neuen Gefäß mit hochwertiger Kübelpflanzenerde und drücken diese leicht an. Beachten Sie bei der Wahl der Erde die Bedürfnisse der Pflanze. Für viele gibt es Spezialmischungen, die eine optimale Zusammensetzung garantieren. Platzieren Sie den Ballen mittig im neuen Kübel, damit die Pflanze gleichmäßig zu allen Seiten wachsen kann. Zum Topfrand sollte ein kleiner Gießrand bestehen bleiben.

5. Abschließend wird durchdringend angegossen. Mit zunehmender Tagesdauer und Temperatur wachsen die Wurzeln rasch ins frische Substrat ein.

Mischen Sie beim Umtopfen Langzeitdünger unter das Substrat. Er sichert die gleichmäßige Nährstoffversorgung über die folgenden vier bis sechs Monate. Bei älteren Pflanzen, die nicht umgetopft werden müssen, einfach in die Erdoberfläche vorsichtig zwei bis drei Löcher bohren, Dünger einfüllen und wieder mit Erde auffüllen.

Weitere Tipps zum Umtopfen von Kübelpflanzen

In Form bringen

Wenn Sie Ihre Kübelpflanzen im Frühjahr umtopfen, bietet es sich auch an, obenrum etwas zu stutzen. Vor dem Neuaustrieb lassen sich Kübelpflanzen wieder in Form bringen oder verjüngen. Schneiden Sie alle kranken und vertrockneten Triebe aus. Auch nach innen wachsende oder sich kreuzende Zweige entfernen sowie blasse, weiche Geiltriebe stark einkürzen. Sie sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge, und sie sind dem intensiven Sonnenlicht und Wind draußen ohnehin nicht gewachsen.

Für einen buschigen, kompakten Wuchs dann alle aus der Krone ragenden Triebe beherzt zurückschneiden. Das fördert die Verzweigung. Bei vergreisten, blühfaul gewordenen oder zu groß geratenen Exemplaren nimmt man zudem einige der ältesten Triebe vollständig heraus. Sonderfall Oleander: Hier empfiehlt es sich, überlange, verkahlte Triebe um mindestens die Hälfte einzukürzen, den Rest aber unbeschnitten zu lassen, um die Blüte nicht zu gefährden. Kletterpflanzen wie Passionsblume oder Mandevilla jährlich stark auslichten und einkürzen. Sonst bildet sich bald ein unübersichtliches Gewirr alter Triebe.

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Frisch getopft und gestutzt werden diese Olivenbäumchen bald kräftig austreiben. Foto: AdobeStock_Redzen

Gießen mit Fingerspitzengefühl

Mit beginnendem Austrieb brauchen die Pflanzen wieder mehr Wasser. Doch Vorsicht: Im kühlen Winterquartier kann stehende Nässe großen Schaden anrichten! Besonders Arten, die ihr Laub teilweise oder ganz abgeworfen haben, sollten mit viel Fingerspitzengefühl gegossen werden – wortwörtlich. Erfühlen Sie den Feuchtegehalt des Substrats mit den Fingern. Sie sind zuverlässige Sensoren.

Es gilt: Je dunkler und kühler der Standort, desto weniger wird gegossen. Lassen Sie das Substrat zudem vor jedem erneuten Griff zur Kanne stets gut abtrocknen. Pflanzen in hellen und wärmeren Winterquartieren, zum Beispiel im Wintergarten oder verglasten Treppenhaus, wollen jetzt entsprechend mehr Wasser.

Frühjahr verpasst?

Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist zwar das Frühjahr, aber auch im Sommer können Sie Ihre Kübelpflanzen noch umtopfen, wenn Sie anschließend gründlich gießen. Gerade auch, wenn ein Ungleichgewicht zwischen geringem Topfvolumen und ausladendem Spross der Pflanze besteht, sollten Sie nicht noch bis zum nächsten Jahr warten.

Gesundheits-Check

Während des Umtopfens der Kübelpflanzen werden sie auch gesundheitlich unter die Lupe genommen. Ein Winterquartier macht mitunter Probleme. Bei Wärme und trockener Luft fühlen sich zum Beispiel Spinnmilben pudelwohl. Auch Schild- und Wollläuse, Weiße Fliegen und Thripse treten oft auf. Sie werden hier nicht durch natürliche Feinde, Frost, Regen oder ähnliches in Schach gehalten. Regelmäßige Kontrollen helfen, einen Befall frühzeitig zu entdecken. Nehmen Sie besonders die Triebspitzen und Blattunterseiten unter die Lupe.

Weißen Fliegen und Thripsen kommen Sie auch mit Gelb- bzw. Blautafeln auf die Spur. Die Bekämpfung sollte umgehend erfolgen –  durch Abstreifen, den Einsatz von Nützlingen oder schlussendlich geeignete Pflanzenschutzmittel. Zu hohe Luftfeuchte und stehende Luft fördern Schadpilze, darum an milden Tagen ab und zu durchlüften.

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