Gartenboden verbessern: Worauf muss geachtet werden?

Wann und wie sollte man seinen Gartenboden verbessern? Nach wie vor graben viele Gartenfreunde ihren Gemüsegarten um, sobald die letzte Kultur abgeerntet ist. Doch ist das immer empfehlenswert?

Gartenboden richtig lockern

Es gibt verschiedenen Wege, den Gartenboden zu verbessern. Die Bodenlockerung spielt dabei eine wichtige Rolle, wobei die natürliche Bodenbeschaffenheit die Richtung vorgibt. Grob unterteilt gibt es sandige Böden (leichte Böden), Lehm-/Sandböden (mittelschwere Böden) und Lehmböden (schwere Böden).

Für die Bearbeitung kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz:

  • Der Spaten ist auch heute noch der Klassiker, wenn es um die tiefe Bodenbearbeitung geht. Mit ihm lassen sich beim Umstechen leicht Ernteabfälle oder Herbstlaub einarbeiten.
  • Auch mit einer Grabegabel kann eine Bodenverbesserung erzielt werden. Da beim Umstechen die Schollen häufig zerfallen, wird sie eher im Frühjahr eingesetzt.
  • Ein Sauzahn wird wie ein Pflug durch das Erdreich gezogen. Dabei kann in aufrechter Haltung gearbeitet werden, und man kommt recht schnell voran.
Gartenboden verbessern Foto: AdobeStock_M.Dörr & M.Frommherz
Eine Grabegabel im Einsatz. Foto: AdobeStock_M. Dörr & M. Frommherz

Umgraben oder nicht?

Bei sehr schweren oder verdichteten Böden ist ein Umgraben im Herbst sinnvoll, um die Bodengare zu erhalten oder zu schaffen. Die großen Schollen zerfallen durch die Frosteinwirkung, wodurch feine und stabile Krümel entstehen. Allerdings werden dabei die Bodenflora und -fauna empfindlich gestört. Gelangen wichtige Bodenorganismen in tiefere Schichten, können sie dort nicht überleben, weil der Sauerstoff fehlt. Achten Sie also beim Umgraben mit dem Spaten darauf, die Bodenschichtung möglichst zu erhalten!

Eine Alternative: Stechen Sie die Zinken einer Grabegabel tief in den Boden und hebeln nur kräftig am Stiel. So bleiben die Schichten ebenfalls intakt, und es kommt dennoch Luft ins Erdreich. Diese Technik kann bei mittelschweren Böden gut angewandt werden.

Sehr sandige Böden müssen gar nicht umgegraben werden. In den meisten Fällen reicht es völlig aus, sie im Frühjahr spatentief zu lockern. Ein Sauzahn gleitet verhältnismäßig leicht durchs Erdreich. Auch ein nicht allzu schwerer, lehmiger Boden lässt sich mit einem Sauzahn bearbeiten. Allerdings erfordert das natürlich deutlich mehr Muskelkraft.

Die Bodengare erhalten

Ein garer Boden ist krümelig, gut durchlüftet und leicht durchwurzelbar. Erhält ein schwerer Boden nach dem Umgraben ein Jahr lang regelmäßig Mulch oder wird er durchgehend bepflanzt, bleibt die lockere Struktur gut erhalten. Dann reicht die Bearbeitung mit einem Sauzahn oder einer Grabegabel im Folgejahr oft völlig aus.

Gartenboden verbessern: Gezielt mit Nährstoffen anreichern

Sandige Böden speichern weder Wasser noch Nährstoffe besonders gut. Mit Kompost, Mulch oder einer Gründüngung wird das Speichervermögen nachhaltig verbessert. Eine Mulchschicht sollte aber nicht zu dick aufgetragen werden – 2 bis 5 Zentimeter sind meistens ausreichend. Die Decke aus organischem Material kann kurz vor der Pflanzung oder Aussaat vorsichtig in den Boden eingearbeitet werden.

Grundsätzlich gilt: Pflanzen benötigen nur in der Wachstumsphase Nährstoffe. Wird Stickstoff zu spät im Jahr (ab August) ausgebracht, kann es passieren, dass Stauden und Gehölze nicht ausreichend winterhart sind. Im Frühjahr ist es ratsam, schnell wirksame, stickstoffhaltige Mineraldünger erst ab Ende März zu verwenden.

Bei Hornspänen und anderen organischen Düngern ist der enthaltene Stickstoff hingegen nicht sofort pflanzenverfügbar – er muss zuerst von den Bodenorganismen umgebaut werden. Naturdünger können also ganzjährig ausgebracht werden. Am besten wartet man in der kalten Jahreszeit, bis der Boden gefroren ist und das Bodenleben ruht. Dann werden die Nährstoffe garantiert erst im Frühjahr umgesetzt.

Stallmist wird häufig im Herbst oder Winter eingesetzt. Unser Tipp: Kompostieren Sie den Mist und bringen ihn erst im zeitigen Frühjahr aus. So treten keine Verbrennungen an empfindlichen Wurzeln auf. Mist hat ein günstiges C-N-Verhältnis, sofern ausreichend Stroh enthalten ist. Es ist möglich, ihn ohne Beimischungen im Beet zu verteilen.

Gartenboden verbessern Foto: AdobeStock_Ingo_Bartussek
Stallmist wird im Winter kompostiert oder auf. gefrorenen Beeten ausgebracht. Foto: AdobeStock_Ingo_Bartussek

Mist ist nicht gleich Mist

Der Dung von Pferd, Schaf, Ziege, Kaninchen, Taube und Huhn enthält recht viel Stickstoff in leicht aufnehmbarer Form. Er zersetzt sich schnell und wird als „hitzig“ bezeichnet.
Dung von Ente, Gans und Schwein zersetzt sich vergleichsweise langsam. Diese Dung-Arten werden „kalt“ genannt. Verbrennungen an Wurzeln kommen hier seltener vor.
Rindermist nimmt eine Mittelstellung ein.

Der Eignungstest bei Gartengeräten

Nur mit den passenden Gartengeräten macht die Arbeit Spaß. Geräte mit rostfreien Klingen, Blättern oder Zinken halten auch ohne Pflege lange durch und sind mit etwas Wasser aus dem Schlauch schnell wieder sauber. Man muss sie nicht einmal abtrocknen.

Allerdings bleiben die Schneiden von nicht rostenden Geräten meist nicht lange scharf. Zudem muss der weichere Stahl dicker ausfallen als bei Werkzeugen aus Kohlenstoffstahl. Da Letzterer dünner geschmiedet wird, sind die daraus gefertigten Geräte deutlich leichter und dabei sehr stabil.

Das macht sich vor allem bei großen Geräten wie Spaten oder Grabegabeln bemerkbar. Der Nachteil: Das Metall rostet schnell und man muss es gelegentlich polieren, damit Boden oder Pflanzensaft nicht haften bleiben. Ein häufiger Einsatz sowie ein gelegentliches Einölen mit säurefreiem Bio-Öl halten den Stahl intakt.

Die richtige Stiellänge beim Spaten

Häufig benutzt die gesamte Familie, oder wenigstens der gartenbegeisterte Teil, das gleiche Spatenmodell. Ergonomischer ist es, wenn jeder ein Gerät mit der richtigen Stiellänge benutzt. Diese ist passend, wenn der im rechten Winkel gebeugte Arm auf dem Spatengriff ruhen kann. Ein verstellbarer Spaten passt zu jeder Körpergröße.

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