[Foto: AdobeStock_Jari-Hindstroem]

So leicht lässt sich Unkraut bestimmen– und verwerten

Kein Garten bleibt von ihnen ganz verschont: Unkräuter verstecken sich in jeder kleinen Ecke. Sie quetschen sich durch Fugen auf der Terrasse und verdrängen mitunter sogar die liebevoll ausgesäten Kulturpflanzen. Doch das ist kein Grund, die Kräuter zu verdammen. Für viele Tiere sind sie die Futterquelle Nummer eins. Und auch für uns Menschen sind die Unkräuter oft essbar und sogar gesund. Es lohnt sich also, essbares Unkraut zu (er)kennen!

Unkraut – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Unkraut: Darum ist es nicht so schädlich, wie viele denken

Das Unkraut hat einen schweren Stand im Garten. Viele Gärtner*innen verfluchen es, scheint es doch unbesiegbar. Trotz intensiven Jätens findet es einfach immer wieder den Weg zurück ins Blumen- oder Gemüsebeet.

Doch wie bei so vielen Dingen im Leben lohnt es sich, einmal einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Wer das Unkraut im Garten nicht als Feind, sondern Helfer sieht, wird nicht nur gelassener bei der Gartenarbeit. Richtig eingesetzt kann Unkraut sogar als Booster für das Immunsystem wirken.

Außerdem sind viele Insekten auf die Kräuter angewiesen. So steht beispielsweise bei vielen Schmetterlingsarten die Brennnessel ganz oben auf dem Speiseplan. Daneben bieten die Pflanzen den Insekten Überwinterungsmöglichkeiten und Brutplätze. Alles blind herauszuziehen und auf den Kompost zu werfen, ist also keine gute Lösung!

So jäten Sie Unkraut umweltschonend und nachhaltig

Finger weg von Herbiziden!

Das Credo beim Unkrautjäten lautet: immer nur so viel wie nötig. Natürlich muss nicht der gesamte Garten von unerwünschten Kräutern überwuchert sein. Sie können aber zum Beispiel eine Ecke im Garten zur Unkrautecke bestimmen. Dort darf dann alles wachsen, was sich ansiedelt – ganz unberührt.

Wollen Sie Unkraut aus dem Beet oder zwischen Steinfugen auf der Terrasse entfernen, nutzen Sie niemals Herbizide. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Herbizide das Problem nicht lösen, sondern meist noch verschlimmern. Das liegt unter anderem an folgenden Gründen:

  • Herbizide schaden allen Pflanzen und dort lebenden Tieren, nicht nur dem Unkraut.
  • Gärtner*innen müssen sie mehrfach die Woche auf den Pflanzen verteilen.
  • Es besteht die Gefahr, dass sich mit der Zeit sogenannte Superweeds entwickeln – Unkräuter, die gegen Herbizide resistent sind.

Achtung!

Unkraut in Fugen mit Essigsäure, Salz oder Pelargonsäure zu entfernen, ist übrigens verboten. Wer erwischt wird, dem drohen bis zu 50.000 Euro Geldbuße.

Wir nehmen Sie mit auf dem Weg zu Ihrem Traumparadies!

Wir zeigen Ihnen, wie mit herrlichen Blütendüften, knisterndem Feuer und atmosphärischem Licht Sinnlichkeit und Behaglichkeit in Ihren Traumgarten einziehen, wie Sie mit pflanzlichen und baulichen Sichtschutzelementen für Geborgenheit sorgen, wie Sie Ihr grünes Refugium mit Zäunen, Mauern und Toren einrahmen und zugleich dessen Charakter unterstreichen, und wie sich darin kleine oder große Wasser-Oasen integrieren lassen.

Regelmäßige Kontrollen

Gartenfans, die ihren Garten nicht unkontrolliert dem Unkraut überlassen wollen, müssen selbst ran. Regelmäßiges Jäten hilft dabei am besten. Dafür müssen Gärtner*innen ihre Beete und Fugen jedoch stets im Auge behalten. Bahnt sich das Unkraut seinen Weg, sollte es alsbald gezupft werden. Fugen lassen sich gut mit unkrauthemmendem Sand füllen.

Ansonsten sind folgende Werkzeuge für die Unkrautbekämpfung nützlich:

  • Fugenkratzer
  • Fugenbürsten
  • Wildkrautbürsten

TIPP: Auch kochendes Wasser zerstört die ein oder andere Pflanze schnell und effektiv.

Essbares Unkraut: Hier ist naschen erlaubt!

Bevor Gärtner*innen dem Unkraut aber zu Leibe rücken, lohnt sich ein Blick auf die Pflanzen. Viele von ihnen schmecken nicht nur gut, sondern sind gesund. Einige helfen womöglich sogar gegen Erkältungen und sonstige Beschwerden.

Das sind die wichtigsten essbaren Unkräuter:

  • Löwenzahn
  • Giersch
  • Vogelmiere
  • Brennnessel
  • Sauerampfer

Löwenzahn und seine Superkräfte

Die gelben Blüten des Löwenzahns tauchen im Frühling auf fast jedem Grünstreifen auf. Wer sie im Garten hat, sollte sich freuen, denn Löwenzahn ist ein vielfältiges Kraut. Zum einen lassen sich seine grünen, frischen Blätter ernten und als Salat nutzen. Auch einem Butterbrot geben sie mit ihrem nussigen Geschmack das gewisse Etwas. Zum anderen sind die gelben Blüten essbar. Sie ziehen als Dekoration auf leichten Sommersalaten oder auf dem Nachtisch alle Blicke auf sich. Und selbst die Wurzeln des Löwenzahns sollten Gärtner*innen nicht verschmähen. Aus ihnen lässt sich Tee brauen.

Mehrere grüne Löwenzahnpflanzen ohne Blüten, aber mit Wurzeln liegen auf einem Holztisch.
Die Blätter des Löwenzahns lassen sich zu schmackhaftem Salat verarbeiten. [Foto: AdobeStock_SanerG]

Vitamin-C-Bombe Giersch und Salatstar Vogelmiere

Beim Giersch müssen sich Gärtner*innen ein bisschen nach der jeweiligen Jahreszeit richten. Zwischen März und Mai lassen sich die Blätter gut ernten. Die Stängel und Blütensprossen pflückt man am besten von Mai bis August und die einzelnen Blüten von Juni bis August. Giersch hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann sowohl als Petersilien-Ersatz zum Einsatz oder als Püree auf den Tisch kommen.

Bei der Vogelmiere ist der Pflückzeitpunkt entscheidend. Die beste Zeit, um die Blätter zu sammeln, ist vor der Blüte. Sie schmecken mild und peppen jeden selbst gemachten Salat auf.

Giersch blüht ab Juni. Bis August lassen sich die einzelnen Blüten gut ernten. [Foto: AdobeStock_orestligetka]
Der beste Zeitpunkt für die Ernte der Vogelmiere ist vor der Blüte. [Foto: AdobeStock_orestligetka]

Brennnessel und Sauerampfer peppen die Küche auf

Brennnesseln eignen sich nicht nur in Jauche-Form als Dünger für den Garten, sondern sind auch in der Küche ein absoluter Star. Aus den Blättern lässt sich beispielsweise leckerer Tee aufbrühen, der das Immunsystem unterstützt. Sie machen sich aber auch gut in Bärlauch-Brennnessel-Teilchen oder Brennnessel-Pfannkuchen mit Himbeeren.

Beim Sauerampfer sind die jungen Blätter besonders schmackhaft. Sie enthalten noch weniger Oxalsäure. Die Blätter sind ein prima Salatersatz, schmecken aber auch in Suppen und Aufläufen gut. Oder Sie probieren mal unseren schmackhaften Sauerampfer-Himbeer-Rhabarber-Crumble aus?

Dunkelrot blühender Sauerampfer links neben Schnittlauch mit violetten Blüten. Der Sauerampfer steht im Sonnenlicht und wirft seinen Schatten auf den Schnittlauch. Im Hintergrund weitere grüne Pflanzen mit lilafarbenen Blüten, unscharf.
Junge Blätter des Sauerampfers schmecken am besten, daher ernten, bevor er blüht! [Foto: AdobeStock_Martina]

Vor dem nächsten Feldzug gegen Unkräuter sollten Gärtner*innen also gut überlegen, ob sie alles jäten – oder ob sich vielleicht doch eher die Ernte lohnt. Hier haben wir für Sie eine abwechslungsreiche Rezepte-Liste zusammengestellt. Denn in den ungeliebten Pflanzen steckt großes Potenzial und das vermeintliche „Un-“Kraut hat es verdient, mit Wohlwollen betrachtet zu werden!

ANNA KATHARINA KÜSTERS

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