Beim Pflanzen von Tulpenzwiebeln kann es aus gestalterischer Hinsicht hilfreich sein, sie zunächst einmal auszulegen. Foto: AdobeStock_New Africa

Tulpen pflanzen: Wann und wie setzt man die Zwiebeln?

Im Holland des 16. Jahrhunderts waren Tulpen heiß begehrte Liebhaberobjekte und lösten sogar wilde Spekulationsgeschäfte aus. Heute sind die farbenfrohen Liliengewächse aus unseren Beeten nicht mehr wegzudenken, und die Sortenvielfalt ist enorm. Wir erklären Ihnen, was es bei der Pflanzung zu beachten gibt, damit die Blüte im Frühjahr üppig ausfällt.

Die richtige Pflanzzeit für Tulpen

Möchten Sie Ihre Tulpen im Herbst pflanzen? Diese Jahreszeit ist tatsächlich ideal. Dabei müssen Sie wissen: Tulpen sollten recht spät gesetzt werden – später als viele andere Zwiebelgewächse. Die beste Pflanzzeit ist im Oktober und November. Selbst der Dezember bietet sich meist noch an, sofern keine klirrende Kälte herrscht.

Es gibt zwei gute Gründe für eine späte Pflanzung:

  • Kühle Temperaturen unterdrücken das Pilzwachstum im Boden, so dass die Tulpenzwiebeln weniger anfällig für Krankheiten sind.
  • Wird zu früh gepflanzt, kann es passieren, dass die Zwiebeln vorzeitig austreiben und das Laub erfriert.

Wenn keine Nachtfröste in Sicht sind und die Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad liegen, ist die Zeit für die Pflanzung gekommen. Der Boden sollte im Idealfall mäßig feucht sein.

Pflanzfertige Tulpenzwiebeln Foto: ibulb_Wouter_Koppen
Diese Tulpenzwiebeln sind pflanzfertig. Foto: ibulb_Wouter_Koppen

Tulpenzwiebeln nach dem Kauf: Frisch pflanzen oder richtig lagern

Wer beim Kauf von Tulpenzwiebeln auf Qualität achtet, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Tulpenpflanzung. Die optimale Tulpenzwiebel ist fest, trocken, glattschalig und zeigt keine auffällig dunklen oder schimmligen Stellen. Außerdem sollte kein Austrieb zu sehen sein.

Herbstpflanzung verpasst?

Im Frühjahr können Sie vorgetriebene Tulpen im Topf erwerben und direkt auspflanzen. Die richtige Lagerung der Zwiebeln im Winter und das Vortreiben überlässt man aber am besten den Profis. Die Zwiebeln benötigen unbedingt einen Kältereiz zur rechten Zeit, damit sie im nächsten Jahr blühen.

Haben Sie Ihre Tulpenzwiebeln bereits im Frühherbst erworben, können Sie diese kurzzeitig lagern. Ein dunkler, kalter Raum, der trockene Bedingungen bietet, ist optimal. Legen Sie die Zwiebeln am besten großflächig aus (in einer Kiste oder auf Papier).

Vorgetriebene Tulpen Foto: ibulb_Wouter_Koppen
Vorgetriebene Tulpen werden im Frühjahr gepflanzt. Foto: ibulb_Wouter_Koppen

Standortansprüche von Tulpen

Wesentlich für gesunde Tulpen ist ein durchlässiger, sandiger Boden, der einen pH-Wert zwischen 6 und 7 aufweist. Die Zwiebelblumen sind wahre Sonnenanbeterinnen – ein vollsonniger Standort fördert eine üppige Blütephase. Falls Ihr Gartenboden eher schwer und lehmig ist, sollten Sie beim Einpflanzen etwas Sand mit in das Pflanzloch geben und gut durchmischen.

Tulpen stammen aus Steppengebieten und mögen daher einen Platz im Garten, der eher trocken ausfällt. Leider faulen die Zwiebeln recht schnell, wenn im Sommer andere Gewächse im Beet ausgiebig gewässert werden. Insgesamt lässt die Blühfähigkeit der Gartentulpen häufig schon im zweiten Frühjahr nach. Daher werden sie oft nur für eine Saison gepflanzt. Wild-Tulpen können hingegen mit der Zeit schöne, dichte Polster bilden, sofern man sie ungestört wachsen lässt.

Tulpen in Töpfe pflanzen

Ihre Lieblingssorten können Sie auch in Töpfen oder Kästen kultivieren. Sorten mit einer relativ geringen Wuchshöhe (bis 30 Zentimeter) kommen darin besonders gut zur Geltung. Achten Sie auf ein Abzugsloch im Topfboden, damit keine Staunässe entsteht. Neben der Verwendung eines durchlässigen Substrats ist auch eine Drainageschicht aus alten Tonscherben oder Blähton empfehlenswert.

Kleinwüchsige Tulpenarten für Pflanzgefäße

  • Tulipa tarda: hat mehrfarbige, sternförmige Blüten
  • Tulipa praestans: ist mehrjährig und hat knallige, rote Blüten
  • Tulipa humilis: benötigt sandiges, durchlässiges Substrat
  • Tulipa polychroma: blüht ab März und bevorzugt trockeneren Boden

Tulpen im Herbst pflanzen: Schritt für Schritt erklärt

  1. Der erste Schritt ist die Bodenvorbereitung. Lockern Sie Ihren Gartenboden zunächst gut auf und entfernen vorsorglich Unkraut und alle größeren Steine. Die Erde kann zusätzlich mit organischem Langzeitdünger oder Kompost angereichert werden, um den Tulpen ideale Startbedingungen zu bieten.
    Nicht vergessen: Wenn Ihr Boden zu lehmig ist, sollten Sie etwas Sand untermischen.
  2. Als Nächstes gilt es, die Pflanzabstände festzulegen. Falls Sie nur vereinzelt Tulpenzwiebeln setzen möchten, ist das natürlich weniger relevant. Wenn große Flächen bepflanzt werden sollen, ist genügend Abstand zwischen den Zwiebeln wichtig. Größere Tulpenzwiebeln benötigen einen Abstand von 15 bis 20 Zentimetern, bei kleinwüchsigeren Sorten genügen auch schon 10 Zentimeter.
  3. Nachdem Sie alle Tulpenzwiebeln auf der zu bepflanzenden Fläche positioniert haben, geht es ans Einpflanzen. Bei weicher Erde lassen sich die Zwiebeln ganz einfach leicht in den Boden drücken. Falls der Boden härter ist, müssen Pflanzlöcher vorgestochen werden. Die Zwiebeln werden nun doppelt so tief, wie sie in der Höhe sind, eingepflanzt. Bei sehr großen Tulpensorten darf es auch dreimal so tief sein. Entscheidend ist, dass die Spitze der Zwiebel immer nach oben zeigt.
  4. Abschließend werden die Zwiebeln mit Erde bedeckt. Falls der Boden eher trocken ist, können Sie gründlich angießen, ansonsten eher mäßig.
  5. Eine kleine Markierung im Beet, zum Beispiel ein kleines Schild, helfen dabei, die Zwiebeln nicht zu vergessen. So können sie nicht bei anderen Gartenarbeiten versehentlich ausgegraben werden.

Wühlmäuse lieben leckere Tulpenzwiebeln. Es lohnt sich, die Tulpen beim Setzen mit Pflanzkörben aus Draht auszustatten, damit sie geschützt sind.

Tulpen pflanzen Foto: AdobeStock_aigarsr
Auf großen Flächen lassen sich ganze Tulpenmeere anpflanzen. Foto: AdobeStock_aigarsr

Tulpenpflege nach der Pflanzung

Besonders zum Winterende besteht die Gefahr, dass einige Zwiebeln zu früh austreiben. Dann ist es sinnvoll, die empfindlichen Triebspitzen mit etwas Reisig oder Rindenmulch abzudecken.

Wenn lange kein Regen fällt, sollten Tulpen moderat gewässert werden. Während der Wachstumsperiode und besonders in der Blütezeit ist auch regelmäßiges Düngen von Vorteil – besonders bei Tulpen im Topf. Schneiden Sie das Laub nach der Blüte nicht zurück. Denn die Zwiebeln müssen dann genügend Reservestoffe für das nächste Jahr sammeln.

Tulpen im Beet Foto: AdobeStock_stockpics
Wenige, verteilte Tulpen setzen tolle Akzente in Beet. Foto: AdobeStock_stockpics

LUISA ROTH

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