Hibiskus schneiden – so gelingt es problemlos

Ursprünglich stammt der Hibiskus, auch Eibisch genannt, aus China. Opulente, malvenartige Blüten schmücken ihn meist den ganzen Sommer über. Am häufigsten wird hierzulande der Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) ausgepflanzt, der viele Sorten in diversen Blütenfarben zu bieten hat. Ein jährlicher Rückschnitt kann die Blühfreudigkeit und Gesundheit des Strauches positiv beeinflussen. Wir verraten Ihnen, was zu beachten ist, wenn Sie Ihren Hibiskus schneiden.

Wozu der Gehölzschnitt?

Ist ein Hibiskus einige Jahre alt, soll seine Form erhalten, die Gesundheit unterstützt sowie Wuchs und Blütenbildung gefördert werden. Da der Hibiskus ansonsten ein sehr robustes Gehölz ist, ist kein extremer Schnitt nötig. Lediglich bei sehr alten Pflanzen, denen es an Kraft fehlt, kommt ein etwas stärkerer Verjüngungsschnitt zum Einsatz. Ein minimaler Schnitt sorgt aber für mehr Energie beim Austreiben und gewährleistet lange, neue Triebe. Da der Hibiskus ausschließlich an neuen Trieben blüht, erreicht man so eine üppige Blütenbildung.

Hibiskus Foto: AdobeStock_schab
Hibiskus macht sich gut als Solitärgehölz oder zwischen Blumenrabatten Foto: AdobeStock_schab

Wann sollte man einen Hibiskus schneiden?

Der ideale Zeitpunkt zum Hibiskus schneiden liegt etwa zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Hibiskus-Arten gehören zu jenen Pflanzen, die sich bereits im Winter auf das Austreiben vorbereiten. Wenn Sie also im späten Winter schneiden, kann er seine angesammelte Kraft für einen kräftigen Austrieb nutzen. Da der Hibiskus sich dann am Beginn seiner Wachstumsphase befindet, verheilen auch die Schnittstellen besonders schnell.

In den meisten Fällen sollten Schnittmaßnahmen an Gehölzen zu Beginn des Jahres, kurz vor dem Austrieb durchgeführt werden. Schneidet man zu früh vor dem Austrieb, kann die Pflanze bei den noch winterlichen Temperaturen Schaden nehmen. Schneidet man hingegen zu nahe vor dem Austrieb, kann es etwa bei frühblühenden Gehölzen passieren, dass bereits angelegte Blütenknospen entfernt werden, was wiederum Kraft kostet und die Blüte verzögert.

Richtige Schnittführung

Glatt geschnittene Äste mit sauberer Wundfläche verheilen am schnellsten. Setzen Sie hierfür die Schere so an, dass Sie den Trieb in einem Zug entfernen können und nicht mehrmals ansetzen müssen. Denn jede unnötige Verletzung kostet die Pflanze Kraft.

Beim Einkürzen eines Triebes wird leicht schräg in Richtung Auge (das ist eine noch nicht ausgetriebene Knospe) geschnitten. Schneiden Sie beim Entfernen eines Triebes auf den Astring (das ist die kleine Wulst am Ansatz jedes Triebes) zurück. Ein kleiner Teil davon sollte stehenbleiben, da hier die Reservestoffe der Pflanze für die Wundheilung liegen. Wird zu tief geschnitten, wird der Haupttrieb verletzt. Wenn zu viel stehenbleibt, dauert das Überwuchern der Schnittstelle länger. Krankheiten können dann leichter eindringen.

Hibiskus Schnittführung
Fotos: 
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Links: Astring zwischen Haupt- und Nebenast Foto: AdobeStock_Giovani
Rechts: Korrekt angesetzter Schnitt über einer Knospe Foto: AdobeStock_ueuaphoto

Pflegeschnitt

Der Schnitt eines Hibiskus, der bereits seine grundlegende Form besitzt, nennt sich Pflege- oder Erhaltungsschnitt. Er beinhaltet mehrere Punkte:

Form erhalten

Kleine Schnittmaßnahmen unterstützen und optimieren den natürlicherweise leicht trichterförmigen Habitus des Hibiskus. Quer ins Innere der Pflanze oder nach unten wachsende Triebe stören das Gesamtbild. Sie dürfen sie direkt am Astring entfernen – im Idealfall bereits in jungem Stadium.

Es empfiehlt sich prinzipiell, den typischen Habitus jedes Gehölzes durch einen arteigenen Schnitt zu unterstützen. Die natürliche Form ist meistens ohnehin die Schönste und optisch Passendste. Außerdem ist ein Schnitt entgegen der natürlichen Wuchsform für das Gehölz meist nicht geeignet und für Gärtner*innen viel Arbeit.

Rückschnitt

Der Rückschnitt fördert die Blüte, denn: ein starker Rückschnitt bedeutet einen starken Austrieb mit langen Trieben. Für eine reiche Blütenbildung beim Hibiskus ist das gerade richtig. Also können Sie alle Triebe aus dem letzten Jahr auf etwa drei bis fünf Augen zurückschneiden. Beachten Sie dabei die pyramidale Wuchsform und belassen Sie die zentralen Triebe etwas länger als die äußeren. Außerdem sollte stets ein Auge oben stehen, welches nach außen zeigt. So kann sich der Strauch formschön zu den Seiten entfalten.

Gesundheit

Entfernen Sie stets Totholz und mit Krankheiten befallene Stellen, um den Hibiskus gesund zu halten. Dabei können Sie bis zum obersten, noch gesunden Auge kürzen.

Alten Hibiskus mit Verjüngungsschnitt schneiden

Möchten Sie einen alten Hibiskus schneiden, der bereits an Blühfreude verloren hat, empfiehlt sich ein stärkerer Rückschnitt. Auch hier entfernen Sie sperrige und nach innen wachsende Triebe. Kürzen Sie anschließend jeden Trieb auf etwa 50 cm ein. Zusätzlich können Sie etwas auslichten und einige Äste, die zu eng stehen, entfernen. Es kann passieren, dass der Hibiskus dann erst wieder im Folgejahr blüht. Trotzdem wird ihm der Schnitt guttun und er wird zukünftig wieder kräftiger austreiben können.

Hibiskus Schere Foto: AdobeStock_Екатерина Кравченко
Mit einer guten Garten- oder Baumschere sind auch etwas dickere Äste kein Problem Foto: AdobeStock_Екатерина Кравченко

Geeignetes Werkzeug

Nur mit sauberem und geschärftem Werkzeug kann ein Schnitt erfolgen, den das Gehölz gut verkraftet. Wenn Sie Ihren Hibiskus schneiden, können Sie eine gewöhnliche Gartenschere nutzen. Beim Verjüngungsschnitt und falls dickere Äste gekürzt werden müssen, eignet sich eine kleine Handbaumsäge. Vor dem Gehölzschnitt sollten Sie das Werkzeug desinfizieren. Andernfalls übertragen sich vielleicht Krankheiten im Garten.

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