Foto: AdobeStock_Maya Kruchancova

Gurken vorziehen: Tipps und Tricks für gutes Gelingen

Vorgezogene Gurken blühen früher und setzen daher auch früher Früchte an. Allerdings vertragen Gurken das Pikieren schlecht, und beim Hantieren mit der Gurkenpflanze bricht schon mal der Stängel. Das muss nicht sein: Hier kommen einige Tipps, wie Sie Gurken optimal vorziehen und was Sie anschließend beim Einpflanzen beachten sollten.

Warum überhaupt Gurken vorziehen?

Das Vorziehen von Gurken hat durchaus Vorteile. Gurken brauchen von der Keimung bis zur Ernte, wie auch Tomaten und Paprika, recht lange. Durch das Vorkeimen geben Sie den Gurken eine Starthilfe, die ihnen beim Auspflanzen zu Gute kommt.

Entscheiden Sie sich statt für den Kauf von Jungpflanzen zur Anzucht von Samen, steht Ihnen häufig eine größere Palette an Sorten zur Verfügung, gerade bei besonderen Standortansprüchen und der Wahl zwischen Freiland- und Kübelpflanzung kann dies ein entscheidender Faktor sein.

Das Vorziehen von Gurken kann im Gewächshaus oder am Fenster erfolgen und dauert bis zu vier Wochen. Ein guter Start ist daher Ende März oder Anfang April – die Aussaat darf jedoch nicht zu früh erfolgen. Freilandgurken sollten Sie nicht vor Mitte April aussäen, damit die Jungpflanzen in der Wohnung oder unter Glas nicht zu groß werden. Denn erst ab Mitte Mai dürfen sie ins Beet.

Gurken vorziehen: So gehen Sie vor

Anzucht von jungen Gurken im Eierkarton
Foto: AdobeStock_Юля Шевцова

Gurken geschickt vorziehen

  • 1. Achten Sie auf Abzugslöcher im Boden Ihrer Anzuchttöpfchen oder nutzen Sie organische Anzuchttöpfe.
  • 2. Füllen Sie diese nur knapp zur Hälfte mit Anzuchterde als Substrat.
  • 3. Nun legen Sie in jedes Töpfchen ein bis zwei Samenkörner.
  • 4. Das Saatgut mit circa einem Zentimeter Substrat bedecken.
  • 5. Die Keimdauer beträgt in etwa ein bis zwei Wochen (abhängig von Ihrer Gurkensorte).
  • 6. Wenn die Keimlinge gerade über den Topfrand lugen, stärksten Sämling wählen, den anderen entfernen.
  • 7. Anzuchttopf vorsichtig mit Substrat auffüllen.
  • 8. Sobald die Gurken vier Laubblätter entwickelt haben, wird ausgepflanzt.
Gurkenpflanzen im Anzuchtgefäß
Anzuchttopf junger Gurkenpflanzen mit Erde füllen, sobald sie über den Topfrand schauen. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Wenn Sie verschiedene Sorten der Gurke vorziehen wollen, lohnen sich Pflanzschilder, da die Keimlinge optisch zunächst nicht zu unterscheiden sind. Die Sämlinge benötigen viel Licht und Wärme. Die Temperatur sollte zum Keimen bei mindestens 20 Grad Celsius liegen. Auf der Fensterbank können die Töpfe auf eine isolierende Unterlage gestellt werden. In einem kleinen Gewächshaus auf der Fensterbank freut sich die Gurke beim Vorziehen über gute Bedingungen. Alternativ eignen sich auch eine Tüte oder Folie, die über dem Topf ausgebreitet wird. Das trägt zu einer schnelleren Keimung bei. Allerdings herrscht so auch Schimmelgefahr, deshalb täglich die Folie anheben und die Luft in Zirkulation bringen.

Halten Sie die Erde während der Vorzucht Ihrer Gurke stets feucht, indem Sie sie in der Anfangszeit mit Wasser besprühen. Ab der zweiten Woche kann dann auch vorsichtig gegossen werden – am besten von unten. Wenn der Keimling sichtbar ist, ist keine Abdeckung mehr nötig und sie wird dauerhaft entfernt. Nun sollten Sie für ausreichend Licht sorgen. Achten Sie aber darauf, dass die Temperaturen nicht zu hoch sind, um eine Vergeilung vorzubeugen. Sind die Pflanzen etwas gewachsen, stehen Sie vor der Wahl: Nur je ein kräftiger Sämling wird im Topf belassen. Sollten beide Samen im Anzuchttopf sehr gut gedeihen, kann auch eine der Pflanzen umgesetzt werden. Das anschließende Einfüllen zusätzlicher Erde führt dazu, dass so genannte Adventivwurzeln gebildet werden, die beim Auspflanzen für ein besseres Anwurzeln sorgen.

Junge Gurken abhärten

Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Kälte. Vor dem eigentlichen Auspflanzen kann man sie jeden Tag für ein paar Stunden ins Freien stellen. Stellen Sie die Pflanzen bitte keinesfalls gleich in die pralle Sonne, sondern gehen Sie dabei schrittweise vor. So gewöhnen Sie die jungen Pflanzen an die direkte Sonne. Durch die Gewöhnung bereiten Sie die Pflanzen gut auf die Bedingungen im Freiland vor und runden so den Vorteil der Vorzucht von Gurken ab. Ins Beet oder in ein Pflanzgefäß mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen können Jungpflanzen dann nach den Eisheiligen Mitte Mai umziehen. Die vorgezogenen Pflanzen sollten so tief gesetzt werden, dass die Keimblätter mit Erde bedeckt sind.

Wichtig ist die Fruchtfolge im Beet oder Gewächshaus: Gurken sollten dementsprechend nur mit vier Jahren Abstand an die gleiche Stelle gepflanzt werden. Die Erde im Gewächshaus muss ggf. ausgetauscht werden.
Gurken sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Vor dem Einpflanzen sollten Sie reichlich Kompost ausbringen.

Die direkte Aussaat von Freilandgurken

Ab Ende April können die ersten Freilandgurken ausgesät werden, sofern der Boden mindestens 10 Grad Celsius warm ist. Gegen Spätfröste, die bis Mitte Mai drohen, helfen Vlies oder Folie gut.

Aussaat von Gurke und Kürbis Jungpflanzen
Junge Gurken und Kürbisse sollten Sie langsam die Sonne gewöhnen. Foto: AdobeStock_indrova

Da Gurken zwar ein großes Beet beanspruchen, sich aber zunächst langsam entwickeln, bleibt an den Beeträndern noch Platz für Salat oder andere Schnellentwickler. Sie sind längst abgeerntet, wenn die Gurken ranken. Säen Sie die Gurken einreihig in die Beetmitte. Innerhalb der Reihe sind mindestens 40 cm Abstand erforderlich.

Beetlücken zu Beginn für andere Kulturen nutzen

Bis Gurken, aber auch Kürbis und Tomaten die volle Fläche beanspruchen, reifen daneben locker Salate, Radieschen, frühe Rettiche, Asiasalate, Babymöhren, Kerbel und Kresse in Mischkultur. Haben Sie nur wenige Wochen zur Verfügung, dann nutzen Sie die Lücken, um Kohl-, Salat- oder Mangoldjungpflanzen vorzuziehen.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Winterschöne Hamamelis: neue Top-Sorten mit frischen Farben
  • Idyllische Plätzchen: So machen Sie es sich draußen gemütlich
  • Christrosen in Szene setzen: Lichtblicke im Winter
Zur aktuellen Ausgabe

Melden Sie sich hier kostenlos für den Newsletter an:

  • Ausgewählte Beiträge für Ihren Garten
  • Aktuelle Praxis- und Gestaltungstipps
  • Exklusive Angebote und Gewinnspiele
Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung.