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Rispenhortensierichtig pflegen & schneiden

Eine Hortensie für alle Fälle? Da gibt es nur eine Antwort: Hydrangea paniculata, die Rispenhortensie. Sie zeigt mit ihren großen, wohlgeformten Blütenkerzen eine starke Präsenz im Garten und ist ausgesprochen pflegeleicht.

Zierstrauch mit langer Blütezeit

Die Rispenhortensie ‘Limelight‘ bildet limonengelbe bis cremeweiße Rispen. Foto: iVerde_H. van de Laar

Die Rispenhortensie ist ein echter Blütentraum. Im Hochsommer öffnet sie ihre vielen kleinen Einzelblüten und beeindruckt mit einem changierenden Farbenspiel, das dann bis in den Herbst hinein zu bestaunen ist. Besonders groß – etwa 25 Zentimeter lang – fallen die Rispen der beliebten Sorte ‘Grandiflora‘ aus. Selbst im Verblühen sind die Prachtblüten noch äußerst dekorativ.

Hydrangea paniculata, so der botanische Name, treibt relativ spät aus, so dass ihr Frost wenig anhaben kann. Generell punktet sie mit einer guten Winterhärte und Trockenheitsverträglichkeit. Darüber hinaus warten neuere Züchtungen, wie zum Beispiel ‘Limelight‘, mit besonders regenstabilen Blüten auf.

Die Blütensträucher können im Garten Wuchshöhen bis zu vier Metern erreichen – durch einen regelmäßigen Schnitt bleiben sie jedoch kompakt. Zwergformen wie etwa ‘Diamant Rouge’ eignen sich auch für die Kübelhaltung. In voller Blüte stehend kann eine Rispenhortensie überhängen.

Insektenfreundliche Sorten

Die Verteilung fertiler (fruchtbarer) und steriler (unfruchtbarer) Blüten ist sortenspezifisch. Während die fruchtbaren Blüten eher unscheinbar sind, haben die sterilen Schaublüten kronblattartig vergrößerte Kelchblätter. Letztere sind für den Schmuckwert der Rispen zuständig. Unter den Rispenhortensien gibt es wahre Insektenmagneten: Wer Bienen, Hummeln und Schmetterlingen in den Garten locken möchte, setzt auf Sorten wie ‘Kyushu’ oder ‘Tardiva’. Diese weisen einen hohen Anteil fertiler Blüten auf.

Hydrangea paniculata ‘Pink Diamond‘ zeigt einen schönen Farbverlauf. Foto: iStock_pcturner71

Verwendung

Rispenhortensien bilden attraktive Blütenhecken und lassen sich zum Beispiel mit Rhododendren sehr schön kombinieren. Im Beet harmonieren sie mit hohen Stauden wie etwa dem Rittersporn. Aber auch in der Einzelstellung sorgen sie für einen schönen Blickfang. Kompakte Züchtungen wie ‘Bobo‘ oder ‘Pinky Winky‘ eignen sich zudem für den Kübel.

Standort und Boden

Eine halbschattige Lage ist für eine Rispenhortensie ideal – sie gedeiht jedoch auch an einem sonnigen Standort, was für Hortensien etwas Besonderes ist. Wichtig ist dann eine gute Wasserversorgung. Der Boden sollte durchlässig, humusreich und frisch bis feucht sein. Hydrangea paniculata benötigt nicht unbedingt einen sauren Boden wie etwa die Bauernhortensie. Ist der Boden allerdings sehr kalkhaltig, sollte etwas Moorbeeterde eingearbeitet werden.

Die locker aufgebauten Rispen der Sorte ‘Kyushu‘ sind bei Insekten sehr beliebt. Foto: AdobeStock_skymoon13

Rispenhortensie pflanzen und pflegen

Vor der Pflanzung arbeiten Sie am besten reichlich Kompost in den Boden ein. Bei der Anlage einer Hecke wählen Sie einen Pflanzabstand von einem Meter. Der Boden darf nie austrocknen – mit einer ausreichenden Bewässerung sorgen Sie für einen starken Wuchs und eine üppige Blütenpracht. Auf ärmeren Standorten sollten die Sträucher jedes Frühjahr etwas Kompost oder Hornspäne erhalten.

Da die großen Rispenblüten recht schwer ausfallen können, sollten Sie diese bei Bedarf stützen.

Rispenhortensie schneiden

Bei Hortensien gibt es verschiedene Schnittgruppen. Rispenhortensien blühen am diesjährigen Holz – das heißt an den jungen, im Frühjahr gebildeten Trieben. Der Schnitt hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Wer möglichst schnell einen großen, eleganten Strauch haben möchte, verzichtet auf einen Rückschnitt. Schwächere oder tote Triebe sollten Sie aber stets entfernen. Wird die Hortensie kurz vor dem Austrieb (Ende Februar oder März) auf etwa 30 Zentimeter eingekürzt, entstehen besonders große Blütenrispen und der Strauch verkahlt nicht von unten.

‘Grandiflora‘ – Die erste Rispenhortensie kam aus Japan

Schon vor 150 Jahren erkannte Philipp Franz von Siebold, der bayerische Arzt, Botaniker und Naturforscher, den Gartenwert der Rispenhortensie. Er brachte 1867 als erste die noch heute populäre Sorte ‘Grandiflora’ aus Japan mit nach Europa.

Sie blieb für lange Zeit die einzige kultivierte Sorte, denn erst im späten 20. Jahrhundert kamen weitere Sorten wie ‘Kyushu’, ‘Tardiva’ oder ‘Unique’ dazu. Man sah sie in großen Parkanlagen, botanischen Gärten und zunehmend auch in Privatgärten.

Der Startschuss für die häufigere Verwendung im Hausgarten und den Beginn einer intensiven und gezielten Züchtungsarbeit fiel 1990. Dann kam die neue Sorte ‘Limelight’ des holländischen Züchters Zwijneburg auf den Markt. Seine Auslese brachte gleich mehrere Vorzüge mit: Die Pflanze hat einen sehr gleichmäßigen, gut verzweigten Aufbau. Darüber hinaus zeigt sie einen kegelförmigen, schön geschlossenen Blütenstand, der auch sehr regenbeständig ist. 

Damit schaffte die Rispenhortensie den Durchbruch. In Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich entstanden im Laufe der Zeit viele neue, attraktive Sorten von Hydrangea paniculata.

 

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