Krokus – einer der ersten Blütengrüße im Frühjahr

Im Frühjahr gehören Krokusse zu den ersten Pflanzen, die ihre Blüten unerschrocken emporrecken und sie sogar durch den Schnee schieben. Dann verwandeln sich ganze Wiesen oder Rasenflächen in ein Blütenmeer und spenden Hummeln und Bienen erste Nahrung. Einige Vertreter der Gattung Crocus blühen sogar schon im Herbst und sorgen für letzte Farbtupfer in der Saison.

Bedeutung und Verbreitung von Krokus

Krokusse gehören zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae). Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Europa, Nordafrika, Südosteuropa, über Kleinasien, Mittelasien bis nach Westchina. Je nach Quellenangabe gehören der Gattung Crocus 90 bis 250 Arten an. Durch Kreuzungen erweiterte sich das Sortiment um eine große Zahl von Sorten und Hybriden. Diese variieren in Blütenfarbe, -zeit und -dauer.

Als Zierpflanzen werden vor allem die folgenden Arten kultiviert: der Frühlings- oder Garten-Krokus (Crocus vernus), der Kleine Krokus (C. chrysanthus), der Gold-Krokus (C. flavus), der Sieber-Krokus (C. sieberi), der Elfen- oder Dalmatiner Krokus (C. tommasinianus) sowie der Pracht- oder Herbst-Krokus (C. speciosus). Letzterer blüht im Herbst von September bis November, die anderen im Frühjahr ab Februar oder März.

Ein weiterer wichtiger Vertreter in der Gartenkultur ist der Safran-Krokus (Crocus sativus). Seit Jahrtausenden nutzt man seine orangefarbenen, fadenähnlichen Narben. Getrocknet werden sie als Safranfäden gehandelt, die schon in der Antike als Medikament, Gewürz und Farbstoff geschätzt wurden. Heute noch gehört Safran zu den teuersten Gewürzen der Welt.

Wuchs und Aussehen

Krokusse sind Knollengewächse, das bedeutet, dass sie eine unterirdisch wachsende, verdickte Stängelknolle besitzen. Die Knolle ist nicht ausdauernd, bildet aber immer wieder neue Tochterknollen, die für die dauerhafte Vermehrung und Verbreitung sorgen. Je nach Art wachsen Krokusse 5 bis 15 Zentimeter hoch.

Blüten und Blätter von Krokus

Krokus Foto: AdobeStock_Bruno
Die trichterartigen Blüten erscheinen meist auf kurzen Stielen Foto: AdobeStock_Bruno

Die Blütezeit von den im Frühjahr blühenden Arten und Sorten beginnt ab Februar und März. Manche Sorten blühen relativ spät und bis in den April hinein. Die kelch- oder trichterartigen Blüten sitzen meist auf kurzen Stielen. Die Farbauswahl ist riesig und reicht je nach Art und Sorte von weiß, gelb, orangegelb über hell- und purpurviolett bis violett-blau. Ebenfalls sind mehrfarbige oder gestreifte Sorten zu finden. In der Blütenmitte stehen ein langer Griffel und drei Staubblätter, die einen Kontrast zu den Blütenblätterfarben bilden.

Die grundständigen, schmalen, linealförmigen Blätter treiben direkt aus der Knolle. Sie erinnern an Grashalme und weisen fast immer einen weißlichen Mittelnerv auf. Der Blattrand ist glatt. Bei manchen Arten wie dem Herbst-Krokus (C. speciosus) erscheinen die Blätter erst kurz nach der Blüte, ansonsten mit der Blüte. Ist das Laub vergilbt, kann es entfernt werden. Dann hat die Pflanze die wichtigen Nährstoffe in die unterirdischen Speicherorgane eingelagert.

Standortbedingungen und Pflege

Die meisten Krokusse mögen einen sonnigen, warmen Standort. Der Boden sollte auf jeden Fall durchlässig sein, eher steinig oder sandig und mäßig trocken. Arten wie der Garten- oder der Herbst-Krokus vertragen auch halbschattige Plätze sowie frische Böden. Staunässe mögen sie alle nicht.

Frühjahrsblühende Arten und Sorten werden im Herbst (September bis November) gepflanzt, die im Herbst blühenden dagegen im Spätsommer (August). Da die Krokusknollen auf dem Speiseplan von Wühlmäusen ganz oben stehen, ist es ratsam sie zum Schutz vor den gefräßigen Nagern in einen Drahtkorb oder ähnliches zu setzen.

Achten Sie darauf, dass zu keinem Zeitpunkt Staunässe entsteht, sonst faulen die Knollen. Ansonsten ist keine besondere Pflege notwendig.

Krokus Foto: AdobeStock_V.J.Matthew
Krokusse setzten farbige Akzente im Beet Foto: Krokus-AdobeStock_V.J.Matthew

Verwendung von Krokus

Sehr beliebt sind Krokusse zum Verwildern auf Wiesen oder im Rasen. Dann sollte allerdings erst ab Ende Mai das erste Mal gemäht werden, wenn die Blätter vergilbt sind. Mit Krokussen können Sie zudem in Beeten oder am Rand von Sträuchern Farbtupfer setzen. In guter Gesellschaft sind sie mit anderen Frühjahrsblühern wie Schneeglöckchen, Märzenbecher, Winterling oder Buschwindröschen oder werden untereinander kombiniert. Pflanzen Sie Krokusse immer in Gruppen und am besten unregelmäßig verteilt.

Aufgrund ihrer Standortbedingungen sind Krokusse ideale Bewohner für Steingärten, zum Beispiel zusammen mit anderen polster- oder mattenbildenden Steingartenpflanzen wie Mauerpfeffer, Sandthymian, Blaukissen oder mit niedrigen Gräsern.

Auch in Töpfen ist die Kultivierung von Krokussen möglich. Hier entstehen mit Tausendschön, Primeln, Netzblatt-Iris oder Zwerg-Narzissen schöne Ensembles.

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