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Echter Salbei:Elegante Erscheinung mit intensivem Aroma

Den Echten Salbei (Salvia officinalis) und das unverwechselbare Aroma seiner Blätter haben schon die alten Griechen zu schätzen gewusst – berühmte Ärzte wie Hippokrates von Kos nutzten ihn als Heilkraut. Und natürlich darf der mediterrane Gewürzstrauch auch in keinem modernen Kräutergarten mehr fehlen. Alles, was Sie wissen sollten, von der Pflanzung bis zur Ernte, finden Sie hier.

Echter Salbei – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Herkunft des Echten Salbei

Der Echte Salbei ist im Mittelmeerraum beheimatet. Weitere Bezeichnungen sind Küchensalbei oder Garten-Salbei. Nach Mitteleuropa wurde die Art vermutlich von den Römern gebracht. Später hat man ihn oft in Klostergärten kultiviert. Salvia officinalis ist nur eine von circa 900 Arten seiner Gattung, welche wiederum zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört.

Wuchseigenschaften

Salbei zählt zu den Halbsträuchern, da der untere Teil der Pflanze mit den Jahren verholzt, die frischen Triebe aber immer weich und krautig sind. Er ist immergrün und kann bis zu 70 Zentimeter hoch werden. Seine Stängel sind in der Regel vierkantig und reich verzweigt. Auch das Wurzelwerk weist viele Verzweigungen auf. Außerdem ragt es oftmals tief ins Erdreich hinunter und besitzt reichlich Feinwurzeln, weshalb die Wasserversorgung auch bei augenscheinlich trockenem Boden gesichert ist.

Blätter und Blüten des Echten Salbei

Blühender Echter Salbei. Foto: AdobeStock_valya82
Erst bei näherem Hinsehen erkennt man die Raffinesse der Blüten des Echten Salbei. Foto: AdobeStock_valya82

Salbeiblätter sind mit feinen Härchen besetzt, wodurch sie sich nicht nur samtig anfühlen, sondern auch einen silbergrauen Schimmer besitzen. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, entfalten sie ihr starkes Aroma, das entfernt an den Duft von Kiefern erinnert. Auch der Geschmack der Blätter ist äußerst intensiv und würzig. Gerbstoffe sorgen für eine leicht bittere Note.

Zwischen Juni und August trägt der Gewürzstrauch violett-blaue Blütenähren, an denen sich allerlei schwirrender Besuch tummelt. Ganz besonders Wildbienen und Hummeln fliegen auf den Lippenblütler. Auf der winzigen unteren Lippe der Einzelblüten können sie entspannt landen, um Nektar und Pollen zu erreichen.

Standortbedingungen und Substrat

Sonnig und warm mag es der Echte Salbei. In durchlässigem, humosem Boden gedeiht er besonders gut. Auch steinig darf es gerne sein, der Strauch kann also auch gut in eine artenreiche Steingartenpflanzung integriert werden. Ein erhöhter Kalkgehalt in der Gartenerde stellt ebenfalls kein Problem für ihn dar, auch ein hoher Lehmanteil wird gut vertragen, solange ein ungestörter Wasserabfluss gewährt bleibt.

Auch im Topf lässt sich Salbei kultivieren. Das Substrat muss durchlässig sein, sandig-lehmig, und das Pflanzgefäß eine Drainage enthalten.

Tipp: Tontöpfe eignen sich besonders gut, da das Material den Wasserhaushalt auf natürliche Weise regulieren kann, indem es überschüssiges Wasser aufnimmt.

Salbei überwintern: Ist ein Winterschutz nötig?

Ähnlich wie die Halbsträucher Rosmarin und Lavendel kommt der Echte Salbei meist unbeschadet durch den mitteleuropäischen Winter. Junge Triebe können zwar Frostschäden erleiden, der verholzte Teil der Pflanze ist jedoch widerstandsfähig genug, um im nächsten Frühjahr erneut auszutreiben.

Etwas empfindlicher sind dagegen buntlaubige Sorten, junge Exemplare und Topfpflanzen. Hier ist ein Winterschutz deshalb angebracht: Häufeln Sie im Freiland etwas Erde um die Strauchbasis an und umhüllen den Stock zusätzlich mit einem atmungsaktiven Vlies. Bei Topfpflanzen muss vor allem der Wurzelbereich geschützt werden, aber auch bereits das Umstellen an eine geschützte Stelle ist sinnvoll.

Pflanzen und Vermehren

Im Haus, vor Frost geschützt, können Sie die Samen des Echten Salbei etwa ab Mitte März vorziehen. Allerdings sollten die Pflanzen frühestens Mitte oder Ende Mai ins Freiland umgesiedelt werden. Eine Pflanzung im Herbst ist ungeeignet, da im ersten Jahr schwere Frostschäden drohen.

In Pflanzgefäßen kultivierter Salbei sollte einmal im Jahr, spätestens alle zwei Jahre, umgetopft werden.

Schneller als die Aussaat gelingt die vegetative Stecklingsvermehrung. Diese klappt am besten im Frühjahr mit frischen Triebspitzen. Die Kopfstecklinge sollten etwa sechs Zentimeter lang und unterhalb eines Blattpaars mit scharfem Messer abgenommen werden. In Anzuchterde und gleichmäßig befeuchtet bilden sie rasch Wurzeln.

Den Echten Salbei richtig pflegen

Echter Salbei ist zwar ein Schwachzehrer, wünscht sich aber dennoch einen gewissen Humusanteil in der Erde. Mit reifem Kompost in kleinen Gaben können Sie dem im Freiland nachkommen. Bei Topfpflanzen genügt hingegen das jährliche bis zweijährliche Umtopfen mit frischem Substrat.

Mit dem Gießen sollten Sie sparsam sein. Allzu feucht mag es der Salbei nicht, schließlich wächst er natürlicherweise auf eher trockenen Magerböden. Lediglich Kübelpflanzen müssen ab und an gewässert werden, sodass ihr Wurzelballen zumindest nicht vollständig austrocknet.

Jährlicher Rückschnitt am Echten Salbei

Den meisten Halbsträuchern bekommt ein jährlicher Rückschnitt sehr gut, denn er sorgt dafür, dass die Pflanzen schön kompakt bleiben und weiterhin kräftig austreiben. Beim Echten Salbei wird am besten einmal im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten ist, zur Schere gegriffen. Der Schnitt fördert die Vitalität und verbessert sogar das Aroma der Blätter.

Dabei dürfen Sie großzügig vorgehen: Mit einer Heckenschere wird der gesamte obere Teil des Strauchs bis kurz über den verholzten Teil zurückgenommen.

Krankheiten und Schädlinge

Glücklicherweise kommt es nur selten zu Problemen mit Schädlingsbefall oder Krankheiten. Wenn typische Pilzkrankheiten wie Mehltau entstehen, liegt das meist an hohen Temperaturen gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit. Des Weiteren können Schadbilder wie Raupenfraß oder weißliche Saugstellen durch Zikaden auftreten. Junge Pflanzen sind hierfür noch deutlich anfälliger, weshalb man besonders in den ersten Jahren regelmäßig auf mögliche Schäden kontrollieren sollte.

Echten Salbei ernten

Ab Mai treibt der Echte Salbei und man kann seine Blätter frisch vom Strauch ernten. Das gleichmäßige und regelmäßige Abzupfen der oberen Triebspitzen regt außerdem die Bildung neuer Verzweigungen an und verhindert ein vorzeitiges Verholzen.

Auch während und kurz nach der Blüte kann noch geerntet werden, das Aroma der Blätter ist allerdings in den Tagen kurz vor der Blüte am intensivsten. Spätestens Ende August sollte die letzte Ernte stattfinden, damit die übrigen Zweige und Blätter vor dem Winter ausreifen können. Getrocknet oder eingefroren hält sich Salbei mehrere Jahre.

Verwendung

Die Verwendungsmöglichkeiten des Echten Salbei sind unzählig. In der Küche würzt und verfeinert er beispielsweise Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte. In Öl gebraten sind die Salbeiblätter eine echte Delikatesse und entfalten so ganz besonders ihren charakteristischen Geschmack.

Frische Salbeiblätter in Mörser. Foto: AdobeStock_la_vanda
Echter Salbei schmeckt frisch verarbeitet äußerst intensiv – in der Küche sollte man ihn sparsam anwenden. Foto: AdobeStock_la_vanda

Auch als Heilkraut ist der Salbei nicht mehr wegzudenken. Seine ätherischen Öle enthalten gesundheitsfördernde Stoffe, die im Körper antibakteriell wirken können. Zahlreiche Arzneien und andere Produkte enthalten Salbei – vom klassisch aufgebrühten Tee über Hustenbonbons und Mundspülungen bis hin zu Tabletten oder Kapseln. Salbei kommt bei geschwächtem Immunsystem, Erkältungen oder Grippe zum Einsatz und kann außerdem, äußerlich angewandt, Entzündungen hemmen.

Wer Salbei im eigenen Garten oder auf dem Balkon wachsen lässt, kann nicht nur vom Geschmack und der Wirkung der Pflanzen profitieren, sondern hat auch seine eigene kleine Aromatherapie griffbereit. Und auch wenn die Erntesaison sich dem Ende neigt, erfreut der Salbei noch unverzagt mit seinen lieblichen und farbenfrohen Blüten.

LUISA ROTH

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