Porree ernten im Winter

Viele Winterrecken, wie zum Beispiel ‘Siegfried’ und ‘Blaugrüner Winter’, trotzen den frostigen Temperaturen.

Hat Porree seine Beine in einer dicken Schicht Herbstlaub, kann man ihn auch ernten, wenn der Boden gefroren ist. Da die Pflanzen tief gesetzt und anschließend noch angehäufelt wurden, ist Umsicht bei der Ernte gefragt, damit die Stangen nicht brechen. Mit einer Grabegabel lockert man vorsichtig die Erde, hebt die Pflanzen leicht an und zieht sie erst dann heraus.

Einige Pflanzen stehen lassen

Zwei, drei Pflanzen kann man stehen lassen, um so genannte Falsche Perlzwiebeln zu ziehen. Diese Brutzwiebeln wachsen im zweiten Jahr an der Basis des Porrees, wenn der Blütenstand abgeschnitten wird. Die Zwiebelchen schmecken sehr mild und werden roh in dünnen Scheibchen aufs Butter- oder Quarkbrot gelegt.

Im Februar stehen auch schon die nächsten Aussaaten an. Sommerlauchsorten (z. B. ‘Hilari’, ‘Easton’) können bereits vorgezogen werden – ab Juli sind sie erntereif. Allerdings gestaltet sich dies ein wenig aufwändig, denn die Samen brauchen während der Keimphase 20 bis 25 °C und danach 15 bis 20 °C, um Schosser zu vermeiden.

Herbst- und Wintersorten pflanzen

‘Herbstriesen’ und andere Herbstsorten können Mitte März im Frühbeet vorgezogen werden. Ab April kommen sie dann ins Beet. Sie sind im September erntereif. Die Herbstsorten sollten bis zum ersten Frost geerntet sein. Nur selten sind sie ausreichend frosthart.

Die Frosthärte kann man gut am Laub erkennen: Je dunkler und fester es ist, desto frostfester ist die Sorte. Darum haben Wintersorten oft eine blaue oder violette Bereifung. ‘Blaugrüner Winter’ und ‘Siegfried’ können zwar ab Mitte April direkt gesät werden. Bei einer Vorkultur können die Setzlinge gleich tief in Furchen oder Löcher gepflanzt werden. Der erste Schritt zu langen, weißen Schäften. Die Löcher werden nicht sofort geschlossen. Zum Anwachsen reicht es, wenn gut angegossen wird.

Anhäufeln und abdecken

In den kommenden Wochen werden die Löcher geschlossen und die Pflanzen zusätzlich angehäufelt – der zweite Schritt zum perfekten Porree. In der dunklen Erde ohne Sonnenlicht bleichen die Stangen und bekommen den begehrten weißen Schaft. Damit Zwiebelfliege und Lauchmotte die Porreestangen nicht von innen zerstören, wird jedes Jahr das Beet gewechselt Zusätzlich ist es von Vorteil, wenn der Lauch gleich nach dem Pflanzen mit einem Kulturschutznetz abgedeckt wird. Dieser dritte Schritt zum gesunden Porree macht das Anhäufeln zwar aufwändiger, aber das ist allemal besser als die Räupchen und Puppen vor dem Kochen aus den Porreeblättern pulen zu müssen! Das Netz schützt zudem vor Spätfrösten, die einen Blühreiz auslösen könnten.

Gute Wasserversorgung ist wichtig

Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben es deutlich gemacht: Porree braucht viel und vor allem gleichmäßige Bodenfeuchte, um kräftig zu wachsen. Besonders während seiner Hauptwachstumsphase von Juni bis September sollte bei anhaltender Trockenheit und auf leichten Sandböden zusätzlich gewässert werden – der vierte Schritt. Denn Porree dankt es sonst mit einem sehr langsamen Wachstum und dünnen Stangen. Nach dem Wässern wird gleich neues Mulchmaterial aufgelegt, das die Feuchtigkeit länger im Boden hält. Ebenso wichtig ist die Nährstoffzufuhr: Nach der Basisdüngung mit Kompost oder kompostiertem Mist gibt es für den Starkzehrer noch 2- bis 4-mal Nachschub mit Flüssigdünger oder Pflanzenjauche – Schritt fünf. Übrigens hinterlässt Porree dank seines buschigen Wurzelsystems einen gut gelockertenBoden, genau richtig für Wurzelgemüse wie Möhren und Pastinake.

Wissenswertes rund um Porree

Heißt es nun Lauch oder Porree? Das hängt davon ab, wo man wohnt. In Nord- und Mitteldeutschland sagt man eher Porree, in Süddeutschland ist der Lauch verbreiteter.

Wie die Blätter dem Winter trotzen: Dank einer dicken Wachsschicht auf den Blättern halten die Wintersorten selbst strengsten Frösten stand, wenn Radicchio und Zichoriensalat schon längst geerntet sind. Einzig die Blattspitzen leiden unter den tiefen Temperaturen.

Steckbrief Porree

  • Gemüsefamilie: Zwiebelgewächse, verwandt mit Zwiebel und Knoblauch
  • Aussäen: Vorkultur ab Februar, Direktsaat ab April
  • Ernten: Juli bis April
  • Lagern: Winterlauch im Frühbeet oder ungeheizten Gewächshaus in Erde einschlagen
  • Fruchtfolge: Gute Vorfrüchte sind Kohl oder Kartoffeln; Anbaupause von 3 bis 4 Jahren zwischen Zwiebelgewächsen
  • Mischkultur: Möhren und Porree sind ein perfektes Paar. Stehen sie gemeinsam im Beet stiften sie mithilfe ihrer Duftstoffe Verwirrung unter den Möhren- und Zwiebelfliegen. Die können dann ihre jeweiligen Wirtspflanzen nicht mehr finden. Eine ebenso gute Partnerschaft geht der Porree mit Tomate und Sellerie ein.
  • Düngen: Starkzehrer; vor der Pflanzung Kompost ins Beet (3–5 kg/m²), während der Saison 2–4-mal einen Flüssigdünger geben
  • Krankheiten und Schädlinge: Porreerost, Lauchmotte, Zwiebelfliege
  • Sorten: Herbstporree ‘Blaugrüner Herbst’, ‚Herbstriesen’;
    Winterporree ‘BlaugrünerWinter’, ‘Avano’, ‘Atlanta’, ‘Forrest’, ‘De Carentan’