[Foto: AdobeStock_Thierry RYO]

Garten im Juli:Gartenarbeit im Sommertraum

Im Juli stecken wir schon tief in der Sommerwonne, als sei es niemals Winter gewesen: Frische Sommersalate direkt aus dem Beet, selbst geerntetes Gemüse auf dem Grill und rotes Beerenobst im Überfluss! Doch Gärtner*innen halten natürlich auch die zahlreichen Aufgaben auf Trab, alleine mit dem Gießen hat man im meist heißesten Monat schon alle Hände voll zu tun – nicht nur im Garten, sondern auch auf Balkon und Terrasse. Welche Pflegemaßnahmen hält der Garten im Juli sonst noch bereit?

Garten im Juli – voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Nutzgarten im Juli:

Was im Nutzgarten zu tun ist

  • Gemüse und Obst ernten
  • Bedarfsgerecht gießen und düngen für schmackhafte und große Früchte
  • Schnell reifendes Gemüse bzw. Herbstgemüse pflanzen oder aussäen
  • Salate und Kräuter können weiterhin ausgesät werden
  • Abgeerntete Johannisbeersträucher und Sommerhimbeeren zurückschneiden
  • Gemüsebeete unkrautfrei halten
  • ggf. Boden mulchen, um vor Austrocknung zu schützen

Gießen und Düngen … aber vor allem gießen

Gießen ist wohl DIE Hauptaufgabe im Sommer. Gemüsebeet und Obstgarten stellen hier keine Ausnahme dar. Gießen Sie am besten ein- bis zweimal wöchentlich und zwar sehr gründlich, statt täglich nur ein wenig zu wässern. Besonders bei Obst und Gemüse, das einen hohen Wasseranteil hat, ist das Gießen entscheidend für Geschmack und Fruchtgröße.

  • Tipp: Regenwasser nutzen! Es ist nicht nur ressourcensparender und kostengünstiger, sondern wird auch von den meisten Pflanzen besser vertragen, da es keinen Kalk enthält. Am einfachsten ist es, sich eine Regentonne anzuschaffen.

Die Fruchtbildung verlangt den Pflanzen einiges ab. Das Nährstoffdepot bei Topfkulturen ist besonders schnell aufgebraucht. Hier wirkt Flüssigdünger am schnellsten, wenn sich beispielsweise schon gelbe Blätter bemerkbar machen. Auch starkzehrende Gemüsepflanzen oder Obststräucher können gegebenenfalls einen Nachschub gebrauchen. Achten Sie bei der Kompostdüngung auch auf ausreichendes Gießen, damit das Material feucht bleibt und der Boden die Nährstoffe gut aufnehmen kann.

Der Garten im Juli heißt Erntezeit

Fleißiges Vorziehen, Einpflanzen und Pflegen der letzten Wochen zahlt sich nun aus. Der Erntekalender im Juli lässt keine Wünsche offen. Salate, Gurken und Kohlsorten bringen sommerliche Frische auf den Teller. Kräuter, Rettich, Radieschen und Frühlingszwiebeln sorgen für die nötige Pikanz. Mit Zucchini, Kartoffeln und Karotten wird herzhaft geschlemmt. Haben Sie außerdem schon mal selbst Chilis angebaut? Ab Juli reifen viele Sorten.

Reife Zucchini im Gemüsebeet. Foto: AdobeStock_ysuel
Zucchinis schmecken am besten, wenn man sie an der Pflanze nicht ganz so groß werden lässt. [Foto: AdobeStock_ysuel]

Ebenfalls reif werden im Juli alle möglichen Obstarten, zum Beispiel Steinobst wie Aprikose, Pflaume oder Kirsche. Selbst geerntet schmecken sie natürlich besonders vorzüglich. Doch auch, wer keinen eigenen Garten hat, kann sich über frisches Obst aus regionalem Anbau freuen und jetzt im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt zuschlagen. Und dann ist da natürlich noch das Beerenobst: Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren oder späte Erdbeersorten kann man jetzt frisch vom Strauch verzehren oder weiterverarbeiten.

Was kann im Juli noch in die Erde?

Der Sommer hat zwar gefühlt gerade erst begonnen, doch ab jetzt wird die Zeit knapp für frisch gesetztes Gemüse, noch bis zum Herbst auszureifen. Sind Sie dieses Jahr spät dran oder möchten einfach die Saison noch bestmöglich ausnutzen, gibt es aber auch jetzt noch genügend Sorten, auf die man zurückgreifen kann. Vorgezogene Pflanzen aus dem Gartenhandel bieten ebenfalls einen großen Vorteil – zum Beispiel von Kohl, Brokkoli oder Porree. Salate entwickeln sich schnell und können auch im Juli noch ins Beet, außerdem Kohlrabi, Rosen- und Spitzkohl.

Auch für die Aussaat von Salaten ist die Zeit noch lange nicht abgelaufen. Für Endivie, Zichoriensalat und Pak Choi ist der Juli ideal zum aussäen, da sie bei früherer Aussaat zum Schossen neigen. Ebenso verhält es sich mit Radieschen – sie reifen ruckzuck heran. Möhren, Erbsen und Buschbohnen, Rote Beete, Winterrettich und Fenchel werden Anfang des Monats sowieso für die Herbsternte ausgebracht. Für den Topfgarten bietet sich die Kräuteraussaat an: Basilikum, Majoran oder Petersilie zum Beispiel. Kresse geht sowieso immer.

Garten im Juli: Zierpflanzen

Was im Ziergarten zu tun ist

  • Rosen auf Schädlinge kontrollieren und ein letztes Mal düngen
  • Pflanzen mit großen und schweren Blüten ggf. stützen (z.B. Hortensien, Dahlien, Pfingstrosen)
  • schnell wachsende Blumen jetzt noch aussäen (z.B. Schleifenblume, Lupinen oder Prachtkerzen)
  • Verwelkte Blüten entfernen
  • Remontierende Stauden bodennah zurückschneiden
  • Rasen morgens wässern und nicht zu kurz mähen
  • Formgehölze, beispielsweise Buchs, Thuja oder Zypressen, können ihren zweiten Jahresschnitt erhalten.

    Achtung: Zum Schutz brütender Vögel sind lediglich schonende Gehölzschnitte erlaubt!

Garten im Juli: Königin der Blumen

Rosen verlangen im Juli einiges an Zuwendung. Blattläuse treten häufig an den Knospen auf. Erste Hilfe kann schon ein kräftiger Wasserstrahl leisten. Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmbrühe können langfristig zum läusefreien Ziergarten verhelfen – Blätter wöchentlich ober- und unterseitig besprühen. Außerdem ist es jetzt an der Zeit, die Rosen noch einmal mit reifem Kompost oder einem anderen organischen Düngemittel zu versorgen. So können die Zweige vor dem Winter optimal ausreifen. Direkt im Anschluss kräftig gießen.

Platz für Neues schaffen – Blüten ausputzen

Der Garten im Juli ist bunt. Dauerblühende Stauden und Sträucher kann man in der Blütenbildung unterstützen, indem man alte Blütenstände regelmäßig ausputzt. Die Blütezeit dauert so noch länger an. Der Rückschnitt kann auch dazu dienen, die unkontrollierte Selbstaussaat einiger Pflanzen zu verhindern. Remontierende Stauden wie Steppensalbei und Katzenminze können nach ihrem ersten Blütenflor bodennah zurückgeschnitten werden, sie blühen dann noch ein zweites Mal.

Blühende Zinnien in Blumenbeet – weiße, pinke, rote und orangefarbene Blüten. Foto: AdobeStock_Garten im Juli. Foto: AdobeStock_Janice
Zinnien können von Juli bis Oktober durchblühen. Putzt man Verwelktes zeitnah aus, entwickeln sich die neuen Knospen umso schneller. [Foto: AdobeStock_Janice]

Trockener Garten im Juli: Rasen richtig wässern und vor Austrocknung schützen

Rasen leidet unter Hitze und Trockenheit im Juli-Garten. Regelmäßiges Wässern ist also unumgänglich, damit sich die grüne Rasenfläche nicht in eine trockene Steppe verwandelt. Besser ist es, morgens zu bewässern, da sonst Verbrennungen drohen können.

  • Tipp: In längeren Hitze- und Trockenperioden sollte man nicht zu kurz mähen. Die längeren Halme schützen den Wurzelbereich bis zu einem gewissen Grad vor der Austrocknung.

Balkon & Terrasse im Juli

Was auf Balkon und Terrasse zu tun ist

  • Regelmäßig gießen (an besonders heißen Tagen morgens und abends)
  • Balkonpflanzen und Kräuter mittels Stecklingen vermehren
  • Dauerblüher etwa alle 14 Tage mit Flüssigdünger für Blütenpflanzen unterstützen
  • Balkon-Sommerflor und blühende Kübelpflanzen regelmäßig ausputzen
  • Mehrjährige Kräuter und größere Kübelpflanzen umtopfen

Gießen, gießen, gießen

Balkon- und Terrassenpflanzen haben nur wenig Substrat zur Verfügung und können daher weniger Wasser speichern. Balkonpflanzen befinden sich zudem oft an exponierten Stellen und vorbeiziehender Wind beschleunigt die Austrocknung zusätzlich. In vollsonnigen Lagen kann es daher nötig werden, morgens und abends zu gießen – vor allem bei kleinen Kästen und Kübeln. Gießen Sie dabei immer direkt über dem Substrat, nicht etwa über Blüten oder Blätter.

  • Tipp: Eiskaltes Leitungswasser ist weniger geeignet, da die Pflanzen sonst einen Kälteschock erleiden könnten. Besser ist es, das Wasser kurz stehen zu lassen, bis es sich erwärmt hat.

Stecklinge schneiden

Im Juli können Sie einige Balkonpflanzen durch Stecklinge vermehren. Für das Schneiden der Stecklinge benötigen Sie ein sauberes und geschärftes Messer, damit die Leitungsbahnen der Pflanzen an der Schnittstelle nicht gequetscht werden. Geranien, Strauchmargeriten, Fuchsien, Schönmalven oder auch Hibiskus und Oleander lassen sich gut über Kopfstecklinge vermehren. Auch bei mehrjährigen Kräutern wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian hat sich diese Vermehrungsmethode bewährt.

Rosmarinpflanze auf Balkon. Rechts im Bild eine flache Holzbox mit einer Gartenschere. Foto. AdobeStock_ARTFULLY-79
Stecklinge von Rosmarin können in Anzuchterde oder einfach in einem Wasserglas wurzeln. [Foto: AdobeStock_ARTFULLY-79]

Zum Umtopfen ist es nicht zu spät

Zwar ist besonders das Frühjahr ein günstigerer Zeitpunkt, um Kübelpflanzen umzutopfen, da die Pflanzen zu Beginn der Wachstumsphase noch recht unempfindlich sind. Sollten Sie dies vergessen haben, ist das aber kein Problem. Auch im Juli können Topfpflanzen noch in neues Substrat und größere Pflanzgefäße umziehen. Vor allem mehrjährige Kräuter wie Lavendel oder Rosmarin vertragen das Umtopfen im Sommer problemlos. Größere Kübelpflanzen wie Rhododendren oder Rosen sollten Sie jedoch zuvor für einige Minuten mit dem Wurzelballen in einen wassergefüllten Eimer stellen, damit sich die Erde vollsaugen kann. Gießen ist in den nächsten Wochen besonders wichtig.

LUISA ROTH

Sie suchen noch nach den geeigneten Pflanzen für Ihren Balkon oder Terrasse? Dieser Artikel sorgt für Inspiration: Balkonpflanzen – Lösungen für jede Größe und Lage.

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