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Erdbeeren anbauen: 10 Tipps für eine reiche Ernte

Wenn Sie Erdbeeren im Garten oder auf dem Balkon anbauen, gibt es einiges zu beachten. Ein gesunder Wuchs und eine gute Blütenentwicklung sind entscheidend für eine üppige Ernte. Hier kommen unsere Tipps rund um die Pflanzung und Pflege des aromatischen Naschobsts.

Erdbeeren richtig pflanzen und pflegen

Erdbeere ist nicht gleich Erdbeere, obwohl es natürlich grundlegende Regeln beim Anbau gibt. Die große Vielfalt macht es möglich, für jede Situation und jeden Geschmack die richtige Sorte zu finden. Viele Garten-Erdbeeren tragen im Juni Früchte, sie sind einmaltragend. Remontierende Erdbeerpflanzen haben eine besonders lange Erntezeit.

Das Erdbeeren-Knowhow

Die Blütenanlage einmaltragender Erdbeeren wird von der abnehmenden Tageslänge in der zweiten Jahreshälfte gesteuert. Ihre Früchte sind im Mai oder Juni des Folgejahres erntereif und erscheinen dann in großer Zahl.

Remontierende (mehrmalstragende oder immertragende) Sorten blühen hingegen öfter im Jahr und bilden nach der ersten Ernte im Frühsommer erneut Früchte bis in den Herbst. Die Ausbeute bei den einzelnen Pflückgängen ist aber eher gering, und die Früchte bleiben meist vergleichsweise klein.

Einmaltragende Sorten werden am besten im Sommer gepflanzt. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler
Einmaltragende Sorten werden am besten im Sommer gepflanzt. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

1. Wann ist die beste Pflanzzeit für Erdbeeren?

Wenn Sie einmaltragende Garten-Erdbeeren anbauen, liegt der beste Pflanzzeitpunkt im Sommer – von Mitte Juli bis Mitte September. Die Pflanzen etablieren sich schnell im warmen Boden und bilden dann zügig die Blütenanlagen für das kommende Jahr.

Bei den Remontierenden ist die Pflanzzeit weniger entscheidend, da sie tagneutral sind. Diese Sorten können ab dem Frühjahr bis Mitte Oktober ihren endgültigen Standort beziehen – danach wäre die Zeit zum Anwachsen vor den ersten Frösten zu kurz.

Wald- und Monatserdbeeren pflanzen Sie am besten im Frühjahr oder Spätsommer. Klettererdbeeren können bereits im April in den Kübel.

2. Welcher Standort ist für Erdbeeren ideal?

Die Erdbeere benötigt viel Sonne, denn sie möchte ja zuckersüße Früchte bilden. Aber auch ein halbschattiger Platz wird toleriert. Wie bei vielen fruchttragenden Pflanzen ist ein offener Standort günstiger als ein windgeschützter. Durch den Wind trocknen die Blätter schneller ab und ein Pilzbefall wird dadurch verhindert.

3. Wie sollte der Boden für Erdbeeren beschaffen sein?

Erdbeeren benötigen einen warmen, durchlässigen Humusboden. Ist der Gartenboden eher schwer und lehmig, lohnt es sich, zur Pflanzvorbereitung noch etwas Sand und Kompost einzuarbeiten. Leichte Böden werden mit Kompost und organischen Düngern (zum Beispiel Hornmehl) versorgt. Der pH-Wert liegt idealerweise zwischen 5,5 und 6,5, also im schwach sauren bis sauren Bereich. Für eine Topfkultur sollten Sie die Pflanzen in einen Mix aus Gemüseerde und Sand setzen.

Die Fruchtfolge bei Erdbeeren

Pflanzen Sie Erdbeeren erst nach vier bis fünf Jahren wieder auf das gleiche Beet. So wird eine Anreicherung von Schadorganismen vermieden. Ideale Vorfrüchte sind zum Beispiel Kohlrabi, Salate und Radieschen.

4. Wie behandele ich den Wurzelballen beim Pflanzen?

Der Wurzelballen sollte insbesondere bei der Pflanzung im Frühjahr etwas aufgebrochen werden. Diese Maßnahme ist vor allem bei älteren, dicht durchwurzelten Ballen ratsam. Sonst kann es passieren, dass die Wurzeln keinen Ausbreitungsdrang haben – in nassen Jahren besteht so die Gefahr der Fäulnis, in trockenen Jahren sterben die Pflanzen leicht ab. Gepflanzt wird so tief, dass das Herz der Erdbeerpflanze über der Erdoberfläche bleibt.

5. Wie viel Platz lasse ich zwischen den Erdbeerpflanzen?

Der Abstand zwischen den Reihen sollte mindestens 60 Zentimeter betragen – dies erleichtert später die Ernte. In der Reihe sind 25 bis 30 Zentimeter Pflanzabstand bei den Einmaltragenden ideal. Bei der Pflanzung von remontierenden Sorten sind die Abstände etwas weiter zu gestalten: Günstig sind etwa 40 Zentimeter in der Reihe.

Gute Pflanzpartner für Erdbeeren

Setzen Sie beispielsweise Radieschen und Salat zwischen die Reihen. Auch Knoblauch, Zwiebeln sowie Porree harmonieren mit Erdbeeren und sorgen zudem für eine geringe Beschattung. Tagetes und Erdbeeren sehen in der Kombination hübsch aus – eine Studentenblume aus der Patula-Gruppe kann sogar Nematoden abtöten. Kohlarten sind grundsätzlich keine gute Nachbarn von Erdbeeren.

6. Wie pflege und dünge ich Erdbeeren richtig?

Erdbeeren benötigen viel Wasser, um große Früchte ausbilden zu können. Daher sollten Sie die Pflanzen regelmäßig und durchdringend wässern. Gießen Sie am besten morgens – so können die oberirdischen Teile tagsüber gut abtrocknen. Mulchen Sie den Boden zusätzlich mit Rasenschnitt (dünn ausgebracht), auf diese Weise bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden.

Nährstoffgaben im Frühjahr und Sommer sind beim Anbau von Erdbeeren wichtig. Aber Achtung! Zu viel Stickstoff im Frühjahr verursacht weiche Früchte. Verabreichen Sie den ersten Dünger erst im zweiten Monat nach der Pflanzung. Verwenden Sie nach Möglichkeit Laubhumus, Rindenkompost oder gut verrotteten Mist – greifen Sie also vorzugsweise auf organische Dünger zurück. Mineralische Dünger sind für Erdbeeren weniger gut geeignet, da sie zu viele Salze enthalten.


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Erst nach der Ernte sollten Sie bei Einmaltragenden einen speziellen Beerenobstdünger verwenden. Arbeiten Sie diesen flach in den Boden ein. Remontierer erhalten hingegen häufiger im Jahr einen gering dosierten Beerendünger oder einen organischen Dünger, zum Beispiel Hornmehl. Erdbeeren in Töpfen versorgen Sie am besten vierzehntägig mit einem organischen Flüssigdünger.

7. Was mache ich mit den Ranken?

Erdbeeren bilden Ranken, um sich zu vermehren. Da der Vorgang für die Stauden kräftezehrend ist, entfernt man die Ranken überwiegend. Möchten Sie aus den Ranken Jungpflanzen ziehen, suchen Sie die ertragreichsten Pflanzen aus.
Klettererdbeeren benötigen hingegen ihre Ranken, um die Höhe zu erklimmen – binden Sie die langen Triebe am besten an einer Rankhilfe hoch.

8. Warum werden erste Blüten und Früchte von Erdbeeren entfernt?

Hat eine Erdbeerpflanze einen recht kleinen Wurzelballen, kann es sinnvoll sein, die ersten Blüten oder Früchte zu entfernen. So hat sie die Möglichkeit, mehr Zeit und Kraft in das Anwachsen zu investieren. Wenn Sie den ersten Blütenansatz bei Klettererdbeeren abnehmen, wird die Rankenbildung angeregt.

9. Wozu dient eine Strohmulchdecke?

Eine Schicht aus Stroh (etwa drei bis vier Zentimeter dick), die nach der Blütezeit ausgebracht wird, verhindert Spritzwasser an den Früchten und schützt die Pflanze vor Pilzkrankheiten. Durch eine Mulchschicht wird zudem mehr Feuchtigkeit im Boden gehalten. Andererseits erwärmt sich der Boden durch die Auflage nicht so schnell, wodurch die Fruchtreife etwas verzögert wird – in kalten Lagen sollte man daher nicht zu früh im Jahr mulchen.

Eine Strohschicht sorgt für gesunde und saubere Früchte.
Eine Strohschicht sorgt für gesunde und saubere Früchte. Foto: AdobeStock_stryjek

10. Wann und warum sollte man Erdbeeren schneiden?

Nach der Ernte wird das Stroh entfernt. Im gleichen Zuge werden die meisten Blätter abgenommen. Diese Maßnahmen dienen der Vorbeugung von Pilzkrankheiten.

Insbesondere bei einmaltragenden Erdbeeren sollten Sie die alten, äußeren Blätter und Ranken direkt nach der Ernte bis auf die jüngsten Blattentwicklungen abschneiden, so dass sich die Pflanzen gut regenerieren können und die Blütenbildung unter idealen Bedingungen stattfindet.

Die Immertragenden werden am besten im September oder Oktober „gesäubert“ – alte, faule und gelbe Blätter können weg. In rauen Lagen ist es zudem empfehlenswert, die Pflanzen auf den Winter vorzubereiten, indem die noch entstehenden Blütenstände und Ausläufer beseitigt werden. Diese Maßnahme ist auch bei Kübel- oder Topferdbeeren wichtig.

Der Schnitt erfolgt mit der Gartenschere, in größeren Beständen können Sie auch eine Heckenschere oder den Rasenmäher einsetzen (nur mit hoher Schnitthöhe!). Wichtig zu wissen: Das Herz der Erdbeerpflanzen sollte bei allen Schnittmaßnahmen unverletzt bleiben. Entsorgen Sie das Schnittgut und das Stroh möglichst nicht im Kompost – so wird die Übertragung von Pflanzenkrankheiten vermieden.

Erdbeeren nach drei bis vier Jahren ersetzen

Einmaltragende und immertragende Erdbeeren können im Garten mehrere Jahre kultiviert werden. Dabei wird der Stock stetig umfangreicher, bildet immer mehr Blüten und Früchte aus, die aber nach drei oder vier Jahren kleiner werden. Insgesamt lässt die Vitalität der Pflanzen nach dieser Zeit merklich nach. Dann ist es Zeit, neu zu pflanzen.

Waren die Bedingungen ideal, ist der Erntekorb am Ende gut gefüllt. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler
Waren die Bedingungen ideal, ist der Erntekorb am Ende gut gefüllt. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Sie überlegen, Ihre Erdbeeren auf dem Balkon anzubauen? Dann liefert Ihnen der Artikel „Erdbeeren für den Balkon und Garten“ hilfreiche Tipps.

SABINE FAASS

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