Angebaute Gurken bei der Ernte. © GartenFlora

Gurken anbauen: Tipps zur Aussaat und Weiterkultur

Gurken sind das Beauty-Geheimnis schlechthin. Ob Sie es nun glauben oder nicht: Ich habe eine Gurkenmaske aufgelegt! Zum ersten Mal! Meine Haut fühlte sich danach allerdings kaum anders an als zuvor. Trotzdem hat so eine Maske etwas für sich. Ich war gut eine halbe Stunde lang gezwungen, still zu sitzen und die Augen geschlossen zu halten. Ungeheuer entspannend. Noch entspannender ist die Gurkenmaske, wenn sie aus den eigenen angebauten Gurken besteht. Wie Sie am besten Gurken anbauen, erfahren Sie hier.

Gurken anbauen: Bis Mitte Juni aussäen

Den Grundstein dafür können sie jetzt legen. Gurkenpflanzen fürs Gewächshaus werden schon ab Anfang, Mitte April auf dem Fensterbrett bei 20 bis 25 °C vorkultiviert.

Freilandgurken folgen ab Mitte April, und die Direktaussaat ins Gurkenbeet kann ab Ende April, Mitte Mai beginnen.

Die letzten Aussaaten können bis Mitte Juni in den Boden. Wer nicht selbst aussäen möchte, bekommt die Jungpflanzen im Gartenmarkt.

Für den Anbau unter Glas werden dort auch veredelte Pflanzen angeboten. Welche Vorteile diese deutlich teureren Pflanzen mitbringen und wie Sie die wüchsigen Jungpflanzen selbst veredeln, lesen Sie weiter unten bei den Tipps.

Gurken: Wissenswertes zur Kultur

Doch zunächst gilt es, die passende Sorte für das Anbauen der Gurken zuwählen. Treibgurken beispielsweise gedeihen nur unter Glas wirklich gut. Sie haben die Wahl zwischen Salatgurken in unterschiedlichen Längen von gut 35 cm (z. B. ‘Eiffel’, ‘Dominica’) oder mittellangen Midigurken bis 25 cm (z. B. ‘Paska’, ‘Printo’) und Snackgurken.

Die knackigen Snackgurken wie ‘Iznik’ oder ‘Picolino’ sind besonders bei Kindern gefragt. Werden die Minigurken rechtzeitig mit ca. 10 cm Länge geerntet, wachsen Dutzende neue nach – in jeder Blattachsel mehrere.

Alle genannten Sorten für das Gewächshaus sind rein weibliche F1-Hybriden. Aus jeder Blüte kann also eine Frucht wachsen.

Außer es haben sich zu viele Fruchtansätze gebildet, dann wird gelegentlich einer abgestoßen. Passiert das öfter, mangelt es den Starkzehrer an Nährstoffen oder Wasser.

Um die fünf Liter gut verrotteter Stallmist oder Kompost pro m² vor dem Pflanzen oder Aussäen liefern Kraft für Treib- und Freilandgurken. Zusätzlich in der Haupterntezeit gelegentlich flüssig düngen, am besten organisch. Werden die Pflanzen von Spinnmilben oder Mehltau geplagt, ist es zu trocken. Bei 80 bis 85 % Luftfeuchte und 25 bis 30 °C gedeihen Treibgurken optimal. 

Empfehlenswerte Gurken für das Anbauen im Freiland

Die Sorten fürs Freiland sind robuster als Treibgurken, wünschen aber dennoch den sonnigsten Platz im Garten. Hier kommen vor allem kleinfrüchtige Sorten bis etwa 20 cm Länge zum Zug, darunter viele zum Einlegen oder Einkochen.

Wer die bis zu 30 cm langen Salatgurken vorzieht, ist mit den Landgurken ‘Johanna’, ‘Tanja’, ‘Hoffmans Giganta’ oder den ‘Chinesischen Schlangen’ gut beraten.

Traditionssorten wie die Einlegegurke ‘Vorgebirgstrauben’ oder die Universalsorte ‘Delikateß’ sind samenecht, die modernen Züchtungen (z. B. ‘Bidretta’, ‘Conny’, ‘Charlotte’, ‘Diamant’) dagegen in aller Regel F1-Hybriden mit meist höherem Ertrag und verbesserten Resistenzen gegen wichtige Gurkenkrankheiten.

Gurkenvielfalt und die Unterschiede

Die Hybriden sind meist bitterstofffrei. Samenechte neigen dagegen bei wechselhafter Witterung zu ungenießbar bitteren Früchten. Übrigens müssen Gurken nicht immer nur dunkelgrün und länglich sein. Fürs Freiland gibt es weiße (‘White Wonder’), runde weiße (‘Kristallapfelgurke’), hell gelbgrüne (‘Delistar’) und gelbe (‘Lemon’, ‘Riesenschäl’).

In Vergessenheit geraten sind dagegen die ganz Großen und die Allerkleinsten: Schälgurken wie ‘Riesenschäl’ und ‘Fatum’, die pro Frucht gut und gern 2–3 kg auf die Waage bringen. Ihre harte Schale muss weg, ebenso wie die Kerne. Dann bleibt festes, aromatisches Fruchtfleisch für deftige, trotzdem kalorienarme Eintöpfe oder Senfgurken.

Die kleinsten, Cornichons, sind mit 4 bis 5 cm geerntete Einlegegurken. Die sind ein wenig mühselig, denn die Früchte wachsen rasant und müssen täglich geerntet werden. Was trotzdem zu groß wird, kommt in den Salat oder wird zur Gewürzgurke.

Achim Werner

Das macht Gurken so gesund

Festes Mineralwasser: Zu fast 97 Prozent bestehen die erfrischenden Früchte aus Wasser.
Sie enthalten kaum Kalorien, dafür wertvolle Inhaltsstoffe (pro 100 g): ● 12 Kilokalorien (52 Kilojoule) ● 1,8 % Kohlehydrate ● 0,6 % Eiweiß ● 0,2 % Fett ● 140 mg Kalium ● 15 mg Kalzium ● 8 mg Magnesium ● 8 mg Vitamin C ● 1,7 mg Vitamin A ● 25 mg Phosphor

Extra-Tipps zum Gurken anbauen:

Die Kleinen ins Glas Wer Gewürzgurken oder gar Cornichons einkochen möchte, muss täglich ernten. Denn Gurkenfrüchte wachsen im Sommer mitunter mehrere Zentimeter am Tag.

Die Höhe nutzen Flach auf dem Boden gezogen, bedeckt eine Gurkenpflanze fast einen Quadratmeter. Wer über wenig Platz verfügt, lässt sie besser an Obelisken oder Gittern emporranken.

Schälgurken bilden die größten Früchte. Man lässt sie komplett ausreifen. Dann müssen Schale und Kernhaus entfernt werden. Perfekt als Schmor- oder als Senfgurke.

Gesunde Wurzeln Stehen Gurken über Jahre immer wieder am selben Platz, kommt es schon mal zu Welkepilzbefall. Dann den Boden tauschen oder die Gurken gleich in Kübeln anbauen.

Gurke oder Zitrone? Gurke! Die Zitronengurke, eine samenechte Sorte für die Freilandkultur, ist der Zitrusfrucht in Größe und Farbe täuschend ähnlich. Das Fruchtfleisch schmeckt jedoch intensiv nach Gurke.

Warme Füße Im gewachsenen Boden kümmern Gurken manchmal selbst bei warmer Witterung. Dann ist der Boden vielleicht noch zu kalt. In Kübeln dagegen kann das  Substrat tagsüber Sonnenwärme speichern und die Gurken wachsen deutlich kräftiger.

An das nächste Jahr denken! Aus den reifen Früchten samenechter Sorten eine Frucht ausreifen lassen. Die enthaltenen Samen sind, im Gegensatz zu rein weiblichen Sorten keimfähig. aber Vorsicht: Gurken verkreuzen sich leicht mit ihren Nachbarn. Am besten beim Anbauen der Gurken immer im Hinterkopf behalten.

Dill und Borretsch sind die Klassiker im Gurkensalat. Dill ergänzt das Gurkenaroma, während Borretsch (Gurkenkraut) es verstärkt. Schon beim Pflücken duften die Blätter intensiv nach Gurke. Dill am besten breitwürfig im Gurkenbeet aussäen. Der stark wachsende Borretsch steht besser extra.

Männlich, weiblich Bei den sogenannten rein weiblich blühenden Gurkensorten entwickelt sich aus jeder Blüte eine Frucht. Weibliche Blüten erkennen Sie am Fruchtansatz unter der Blüte. Die enthaltenen Samenanlagen werden nicht befruchtet und bleiben daher zart. aber Vorsicht: Stehen alte Gurkensorten mit männlichen Blüten in der Nähe, können sich dennoch Samen bilden.

Freilandgurken kultivieren

Upcycling: Einfach Eierkartons mit Aussaatsubstrat füllen, aussäen, angießen und feucht halten. Nach dem Auspflanzen wird der Karton kompostiert.

Das Pikieren vertragen Gurken schlecht. Am besten werden sie gleich in Einzeltöpfe ausgesät. So wird beim Pflanzen kein Würzelchen gekrümmt.

Sonniger Platz für Gurken

Sofern der Boden gleichmäßig feucht und nährstoffreich ist, gedeihen Gurken fast überall. Nur Schatten und Frost vertragen sie nicht. Pflanzabstand in der Reihe: 30 cm, Reihenabstand 1 m.

Gegen das Vergeilen der Sämlinge durch Lichtmangel hilft die Aussaat in transparenten Trinkbechern. Zunächst halb mit Substrat füllen, später den kräftigsten Sämling stehen lassen und den Topf randvoll füllen. Am Stängel bilden sich dann zusätzliche Wurzeln.

Pflanzen Sie Gurken in die Lücken, z. B. zwischen Salat. Brauchen die Kürbisgewächse mehr Platz, ist der Salat längst geerntet.

Anleitung: Gurken veredeln

Warum Gurken oder Melonen veredeln, wenn die Aussaat so einfach ist? Veredelte Pflanzen sind wüchsiger und tragen mehr. Die Kürbiswurzel, auf die der Gurkentrieb gepfropft wird, ist unempfindlich gegenüber einer Vielzahl von Bodenschädlingen, Krankheiten und gegen kalten Boden.

Gurken veredeln: Und so geht’s

Gurkenstängel einschneiden
Gurkenstängel einschneiden, um eine Gurke zu veredeln.

Gurken bei Zimmertemperatur aussäen. Vier bis fünf Tage später die Kürbisse. Die Sämlinge dicht nebeneinander in einen Topf setzen und markieren.

Sobald sich das erste echte Blattpaar zeigt, den Kürbisstängel vorsichtig unter den Keimblättern bis zur Hälfte schräg von oben nach unten einschneiden. Dazu eine neue Rasierklinge oder ein neues Teppichmesser (Cuttermesser) verwenden.

Zweiter Schritt des Gurken veredelns: Schnittflächen ineinanderstecken
Zweiter Schritt des Gurken veredelns: Schnittflächen ineinanderstecken.

Nun den Gurkenstängel von unten nach oben einschneiden. Die beiden Schnittflächen müssen sich auf gleicher Höhe gegenüberstehen. Sie lassen sich dann ineinander schieben. Die Veredelungsstelle zum Schluss mit einem Silikonclip oder einer Veredelungsklammer fixieren.

Die Töpfe vor direkter Sonneneinstrahlung und mit einer transparenten Plastiktüte vor Verdunstung schützen. Sind die Veredelungen nach acht bis zehn Tagen verwachsen, die Pflanzen langsam abhärten und den Gurkenstängel direkt unter der Veredelungsstelle kappen. Der Kürbisstängel wird direkt darüber abgeschnitten. Fertig!

Fixierung der Veredelungstelle
Fixierung der Veredelungstelle

Die Klammer kann noch einige Tage an der Veredelungsstelle bleiben. Sie darf jedoch nicht einschnüren. Der Veredelungswulst bleibt beim Pflanzen über dem Erdboden, sonst bildet die Gurke oder Melone eigene Wurzeln.