[Foto: AdobeStock_Joe]

Dauerblühende Stauden:Für den ewigen Blütenrausch

Im Mai und Juni gibt es in den Beeten kein Halten mehr, denn es ist Hauptblütezeit! Doch damit es auch danach noch hübsch aussieht und nicht bis Herbst Flaute herrscht, braucht jede Pflanzung ein, zwei dauerblühende Arten, die durch die Gartensaison begleiten und Blühlücken im Staudenbeet füllen. Am besten natürlich auch mit attraktivem Blattschmuck und selbstverständlich bienenfreundlich. Geht das? Na klar. Ganz wichtig dabei: Verwenden Sie standortgeeignete Pflanzen und davon möglichst wenige Arten, die Sie in größeren Gruppen pflanzen. Unsere Empfehlungen für prächtige Dauerblüher lesen Sie hier.

Dauerblüher – voraussichtliche Lesedauer: 10 Minuten

Echte Dauerblüher: Unsere Top 10

Die meisten Stauden gehen doch recht sparsam mit ihrer Blüte um. Nach wenigen Wochen, manchmal gar Tagen, ist das Spektakel auch schon wieder vorbei. Ganz anders sieht es aber mit diesen Dauerblühern aus. Wir haben zehn unterschiedlichste Arten für Sie zusammengestellt, die allesamt über mehrere Monate hinweg fleißig für Blütennachschub sorgen. So dürfte der Sommer ruhig ewig gehen.

Duftnessel: Aufrecht und anmutig

Die Blüten der Duftnessel (Agastache) verwöhnen unseren Geruchssinn mit einem frisch-würzigen Duft, der die einen an Pfefferminze, die anderen eher an Zitrone erinnert. Im besten Fall blühen Duftnesseln von Juni bis Oktober durch – mindestens jedenfalls mehrere Monate. Aber auch optisch sind die langen Blütenkerzen einfach zauberhaft. Die Sortenpalette bietet zudem große Auswahl: Das Farbspektrum reicht von Weiß, über zartes Rosa, kräftiges Pink und Violett bis hin zu edlen Blautönen.

Biene an violettfarbener Blütenkerze. Foto: AdobeStock_Joe
Schmetterlinge, Bienen und Hummeln zieht die Duftnessel geradezu magisch an. [Foto: AdobeStock_Joe]
  • Sortentipp: Wie wäre es beispielsweise mit der expressiven Rugosa-Hybride ‘Black Adder‘? Sie trägt stolze dunkelviolette, beinahe schwarze Blütenkerzen, die sie meterhoch höher gen Himmel streckt.

Stockrose: Traumhafter Landgartencharme

Die Anmut der Stockrosen ist nicht zu übersehen. Bis zu zwei Meter können die stolzen Stauden hoch werden. Ihre prächtigen Blütenköpfe thronen auf robusten Pflanzenstielen. Die von Juli bis September blühenden Stauden sind klassische Bauerngartenpflanzen. In Gruppen gesetzt sind sie besonders wirkungsvoll. Oder man lässt sie als Begrüßungskomitee an Gartenzaun oder -mauer Spalier stehen. Die große Sortenvielfalt erfüllt jeden Farbwunsch. Soll es edles Weiß sein, kräftiges Gelb, Purpurschwarz oder doch lieber sommerliches Apricot?

Hellgelbe Blüte an Stockrose. Foto: AdobeStock_Dauerblüher. Foto: AdobeStock_kristina rütten
Zwar gibt es auch gefüllte Sorten, allerdings machen sie mit ungefüllten Blüten auch Insekten einen Freude. [Foto: AdobeStock_kristina rütten]
  • Sortentipp: Neben der Gewöhnlichen Stockrose (Alcea rosea) sind besonders die großblütigen Alcea-Ficifolia-Hybriden zu empfehlen, außerdem die hellgelbe Alcea rugosa und ihre Hybriden, zum Beispiel Sunshine.

Buschmalve: Inbegriff eines Dauerblühers

Als Buschmalve werden Hybriden der Art Lavatera x olbia bezeichnet. Sie sind nahe Verwandte der Stockrose, beide gehören der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) an. Auch äußerlich ähneln sie sich stark. Doch in Sachen Blütezeit ist die Buschmalve der Stockrose sogar noch überlegen. Sie ist geradezu Inbegriff eines Dauerblühers, darum darf sie hier natürlich nicht fehlen. Von Juni bis Oktober blüht dieses erstaunliche Kraftbündel ununterbrochen. Sind ihr Klima und Witterung wohlgesonnen, kann die Blüte sogar noch länger andauern. Ihre Wuchsform und -größe sind mindestens genauso imposant wie der Stockrose, noch dazu wächst sie besonders buschig. Auch an ihren Blütenschalen tummeln sich Insekten.

Einen Preis hat die Buschmalve für ihr exzessives Blütengelage allerdings doch zu zahlen. Die meisten Pflanzen sind nach einigen Jahren dieses Kraftaktes ausgelaugt. Auch die Winterhärte lässt bei manchen Sorten zu wünschen übrig, sodass ein jährlicher Winterschutz nötig wird. Und dennoch: Die Buschmalve bringt garantiert Schwung in den Garten und ist gerade als Schnellstarter für frisch angelegte Beete hervorragend geeignet.

Rosafarbene Blüte einer Buschmalve. Foto: AdobeStock_slowmotiongli
Die Blüten der Buschmalve stehen endständig an den Trieben. [Foto: AdobeStock_slowmotiongli]
  • Sortentipp: Schöne Sorten sind beispielsweise ‘Kew Rose‘, ‘Lilac Lady‘ oder ‘Barnsley‘.

Goldkörbchen: Leuchtendgelbe Horste

Das Goldkörbchen (Chrysogonum virginianum) blüht von Mai bis Ende August oder Anfang September. Die zwischen 20 und 30 Zentimeter hohen Zwerge sind nicht nur Dauerblüher, sondern auch pflegeleicht, langlebig und absolut winterhart. Die sternförmigen, goldgelben Blüten harmonieren perfekt mit dem spitz zulaufenden Laub. Die Stiele sind dezent behaart. Für dichte Bestände setzen Sie am besten zwischen 10 und 12 Exemplaren pro Quadratmeter.

Gelbe, sternförmige Blüten. Foto: AdobeStock_RukiMedia
Die Blüten des Goldkörbchens sorgen für sonnige Stimmung im Garten. [Foto: AdobeStock_RukiMedia]

Prachtkerze: Zarte Blütentänze

Mit der Prachtkerze (Oenothera lindheimeri, ehemals Gaura lindheimeri), auch Präriekerze genannt, kann man nichts falsch machen. Ihre feingliedrigen Rispen wiegen sanft im Wind und tanzen geradezu über den Beeten. Die Blüten sind weiß oder rosa und blühen ohne Pause von Sommer bis Herbst (etwa Juli bis Oktober). Für eine hohe Fernwirkung kann man sie in größeren Gruppen pflanzen, aber auch einzeln zwischen anderen Stauden versprühen sie liebenswerte Leichtigkeit. Die Prachtkerze verträgt Trockenheit und bereichert sowohl klassische Blühstauden-Beete als auch moderne Gräser-Arrangements.

Weiß-rosa Blütenrispen. Foto: AdobeStock_knelson20
Prachtkerzen dürfen eigentlich in keinem Garten fehlen. [Foto: AdobeStock_knelson20]

Storchschnabel: Vielseitiger Gartenstar und Dauerblüher

Storchschnabel (Geranium) ist ein Traum von Gartenpflanze. Die Gattung ist unglaublich vielfältig, sie vereint mehrere hundert Arten, außerdem viele Unterarten und Hybride. Bei dieser Vielfalt weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Also das Wichtigste zuerst: Den Titel als Dauerblüher haben sich die meisten Storchschnäbel redlich verdient. Ihre rosafarbenen, violett oder violettblauen Blüten können bis zu einem halben Jahr lang blühen.

Besonders lange blühen die Hybriden, außerdem der Bergwald-Storchschnabel (Geranium nodosum) oder der Graue Storchschnabel (G. cinereum). Sie sind wenig bis gar nicht krankheitsanfällig. Für jeden Standort und Anspruch finden Sie den passenden Storchschnabel. Pralle Sonne und trockener Boden? Der Blutstorchschnabel (G. sanguineum) wächst hier ohne Zaudern. Sonnig, aber feucht? Vielleicht gefällt Ihnen der Braune Storchschnabel (G. phaeum). Ihr Beet ist trocken und schattig? Dann ist der Balkan-Storchschnabel (G. macrorrhizum) die richtige Wahl.

Blauviolett blühender Storchschnabel. Foto: AdobeStock_WDnet Studio
Schönheit in Hülle und Fülle präsentiert der Storchschnabel. [Foto: AdobeStock_WDnet Studio]
  • Sortentipp: Absolut beispiellos ist die hybride Sorte ‘Rozanne‘. Sie ist eine regelrechte Berühmtheit unter den Storchschnäbeln. Ihre maximale Blütezeit kann bei unglaublichen sieben Monaten liegen. Ihr Flor ist üppig und attraktiv in Blaulila. Schluss ist wirklich erst dann, wenn die ersten kalten Nächte aufkommen.

Gelber Lerchensporn: Sorgt für eine waldige Atmosphäre

Mit dem Lerchensporn müssen Sie auch in halbschattigen Lagen nicht auf Dauerblüher verzichten. Die leuchtenden Blüten des Gelben Lerchensporns (Pseudofumaria lutea, ehemals Corydalis lutea) halten sich von Mai bis Oktober. Die Art blüht nicht nur kräftig, sondern ist auch äußerst wüchsig und unempfindlich. Sie stellt keine großen Ansprüche, sondern wächst unbeirrt dort, wo immer es sie hin verschlägt. Schnell bildet der Lerchensporn dichte Bestände und auch die ersten Sämlinge werden Sie sicher bald entdecken. Selbst ohne Blüte macht er noch noch eine gute Figur. Das dunkelgrüne Laub hat eine erdende Wirkung.

Hellgelb blühender Lerchensporn im dichten Bestand. Foto: AdobeStock_Olga
Dauerblüher müssen nicht immer knallige Farben haben, um wirkungsvoll zu sein. [Foto: AdobeStock_Olga]
  • Tipp: Auch der Hellgelbe und der Blaue Lerchensporn blühen lange und füllig.

Nelkenwurz: Bienenfreundlich und wintergrün

Hat sich der Gemeine Nelkenwurz (Geum urbanum) auch schon mal in ihrem Garten blicken lassen? Sehr häufig trifft man ihn wildwachsend an. Seine kleinen gelben Blüten sind hübsch anzusehen und halten sich mehrere Monate lang. Doch für einen echten Dauerblüher dürfte es dann bitte doch etwas mehr Grazie sein. Die Sorten der Gartenform Geum x cultorum sind großblütig; einfach, halbgefüllt oder gefüllt. Sie blühen von Mai bis August und bestechen in kräftigen Sonnenfarben oder Rosatönen. Auch halbschattige Lagen werden vertragen.

Orangefarbene Blüten aus der Vogelperspektive fotografiert. Foto: Shutterstock_Kollawat Somsri
Nelkenwurze sind hübsch anzusehen und pflegeleicht. [Foto: Shutterstock_Kollawat Somsri]
  • Sortentipp: Empfehlenswerte Sorten sind zum Beispiel ‘Red Wings‘, ‘East of Eden‘ oder ‘Princess Juliana‘.

Witwenblume: Standhafte Wildstaude

Die Purpur-Witwenblume (Knautia macedonia) fällt in die Kategorie „robuste Wildstaude“. Sie gedeiht selbst auf unwirtlichen, kargen Gartenböden. Auch Trockenheit verträgt sie ohne Probleme, denn sie bildet kräftige Wurzeln aus. Ihre attraktiven weinroten Blütenköpfe schweben auf mittelhohen Stielen – meist zwischen 60 und 80 Zentimeter hoch. Die Witwenblume kann unter günstigen Bedingungen von Juni bis Oktober blühen, ist genügsam und eine Bereicherung für jede Bienenweide.

Rote Blütenköpfe über Wiese. Foto: AdobeStock_Johan Österlind
Die Witwenblume passt gut in naturnahe Gärten. [Foto: AdobeStock_Johan Österlind]

Rosaroter Sauerklee: Zauberhafte Blütenkissen

Ein Dauerblüher, der zwar weniger auf Pompösität setzt, aber dennoch Blüten im Überfluss produziert. Der Rosarote Sauerklee (Oxalis articulata var. rubra) stammt aus Südamerika. Unerschöpflich bildet er winzige, dafür umso entzückendere, rosarote Blüten aus. Mit seinen gerade mal 15 bis 20 Zentimetern Wuchshöhe wird er nicht unbedingt zum Hauptdarsteller, doch dank seines bodendeckenden Wuchses vermag er es umso mehr, harmonische Übergänge zu schaffen. Er blüht von Frühsommer bis Herbst, etwa Mai bis Oktober.

Dichter Blütenflor in Pink. Foto: AdobeStock_Maria
Am Wegesrand oder im vorderen Teil des Staudenbeets entfaltet auch der niedrigwüchsige Sauerklee sein volles Potenzial. [Foto: AdobeStock_Maria]

Extra-Tipp: Keine Dauerblüher, dafür Zweimal-Blüher

Viele Stauden fallen zwar nicht direkt in die Dauerblüher-Kategorie, sorgen aber auf andere Weise für lange Blütezeiten. Als „remontierend“ bezeichnet man Pflanzen, die einige Zeit nach ihrer Hauptblüte noch eine zweite Blütephase abhalten können. Während einige dies von ganz alleine tun, benötigen andere etwas gärtnerisches Zutun. Man schneidet die Stauden einfach nach der Hauptblüte mit einer Heckenschere kurz über dem Boden ab. Darauf folgen ein erneuter Austrieb und eine zweite Blüte. Beliebte Remontierende sind etwa Steppensalbei (Salvia nemorosa), Bertramsgarbe, Katzenminze, Ehrenpreis oder Rittersporn.

Sie sind von unseren Dauerblühern inspiriert, möchten aber gerne noch etwas mehr zum Thema Winterblüher erfahren? Hier geht es zum Artikel: Winterblüher für den Garten – Tipps zur Auswahl.

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