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Porree pflanzen:Tipps für eine gute Ernte

Porree oder Lauch (Allium porrum L.) verfeinert mit seinem würzigen Aroma Eintöpfe, Suppen und Pfannengerichte aller Art. Hat man die passenden Sorten des weiß-grünen Stangengemüses auserkoren, ist eine ganzjährige Ernte möglich. Ob Sommerlauch, Herbstlauch oder Winterlauch – wie Sie Porree richtig pflanzen und pflegen, erfahren Sie hier.

Porree im Garten: Ein Gemüse für jede Saison

Porree lässt sich wunderbar im Frühjahr oder Sommer pflanzen – die Erntezeit ist hingegen beinahe unbegrenzt. Selbst im Winter, wenn sich die Beetreihen deutlich lichten, bleibt das kältefeste Lauchgewächs standfest und liefert auch bei Minustemperaturen einen vitaminreichen Nachschub für die Küche.

Dabei kommt es auf die passende Sorte und ein gutes Timing an: Der robuste Winterporree bildet ein festes, dunkelgrünes Laub und kommt erst recht spät ins Beet. Die Sommer- und Herbstsorten sind schon früher am Start, fallen meist deutlich zarter und ertragreicher aus, vertragen jedoch in der Regel keine frostigen Temperaturen.

Porree pflanzen: Gut entwickelte Exemplare im Beet. Foto: iStock_YuriyS
Porree pflanzen: Gut entwickelte Exemplare im Beet. Foto: iStock_YuriyS

Porree zählt wie die Zwiebel und der Knoblauch zur Gattung Allium, schmeckt aber viel milder als seine scharfen Verwandten. Im Gegensatz zu dem im Mittelmeergebiet beheimateten Ackerlauch (Allium ampeloprasum), der vermutlich die Wildart ist, bildet er keine Zwiebel aus.

Die charakteristischen Stangen des Lauchgewächses setzen sich aus röhrig geformten Unterblättern zusammen, die einen Scheinspross bilden. Kulinarisch interessant sind vor allem die unteren, weißen Schaftbereiche, die durch ein Anhäufeln gefördert werden. Die Oberblätter erscheinen dagegen abgeflacht, weshalb der Porree auch häufig Breitlauch genannt wird.

Standort und Boden

Porree gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Ist der Boden obendrein tiefgründig gelockert, durchlässig und humos, steht einem erfolgreichen Anbau nichts mehr im Wege. Arbeiten Sie vor der Pflanzung am besten reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist in die Erde ein. Auch eine Gründüngung sorgt für gute Startbedingungen.

Lauch aussäen

Bereits im Januar können Sie Sommerlauchsorten auf der Fensterbank vorziehen. Die Samen benötigen während der Keimphase 20 bis 25 °C – in der Anzuchtphase sollten es schon 17 bis 20 °C sein, um Schosser zu vermeiden. Die Herbstsorten werden ab Mitte März im Frühbeet ausgesät. Samen des Winterporrees kommen ab April bis Mitte Mai in die Erde – im Mai (nach den Eisheiligen) keimen sie auch direkt im Freiland. Wenn die Pflänzchen bleistiftdick sind, erfolgt der Umzug ins Beet.

Wer es sich leicht machen will und eine Mischkultur bevorzugt, sät im Mai direkt zwischen die Reihen von Kohl, Möhren oder Sellerie. Wenn die Pflänzchen drei Blätter entwickelt haben, wird ausgedünnt.

Porree-Sorten für den Sommer, Herbst und Winter

  • Die schossfesten Sommersorten ‘Hilari’ und ‘Kulaures’ werden im März oder April gepflanzt und können bereits im späten Juli geerntet werden.
  • Für die Pflanztermine im Mai eignen sich Herbstsorten wie ‘Herbstriesen’ oder ‘Shelton’, die von August bis Dezember im Beet verbleiben können.
  • Im Juli pflanzt man den robusten Winterlauch, zum Beispiel ‘Blaugrüner Winter’ oder ‘Avano’. Seine Erntezeit beginnt im Dezember und reicht bis in das Frühjahr hinein.

Porree pflanzen

Porree anhäufeln und bleichen
Porree pflanzen und anhäufeln. Illustration: © GartenFlora/Klaus-Dieter Röding

Die frühen Sorten pflanzen Sie am besten ab Mitte März unter Vlies – im April können die Setzlinge bereits ohne Schutz ins Freiland. Winterlauch sollte bis spätestens Ende Juli seinen endgültigen Standort beziehen.

Die Pflänzchen werden in 15 bis 20 Zentimeter Abstand in vorher gezogene 15 Zentimeter tiefe Furchen (beziehungsweise Löcher in leichten Böden) gesetzt. Der Reihenabstand beträgt mindestens 25 Zentimeter.

Schließen Sie die Löcher nicht sofort – zum Anwachsen reicht es völlig aus, wenn kräftig angegossen wird. In den kommenden Wochen häufeln Sie die Pflanzen an. Durch den Lichtmangel in der Erde und die ausbleibende Photosynthese erhalten die Stangen den begehrten weißen Schaft – ein Prinzip, das auch gerne beim Spargel angewendet wird.

Das Einkürzen der Wurzeln ist bei der Pflanzung meistens nicht nötig. Sehr lange Wurzeln werden höchstens so weit beschnitten, dass sie beim Einsetzen nicht umknicken. Wurden die Wurzeln beim Transport beschädigt, sollten Sie auch das Laub etwas stutzen, um für ein gutes Blatt-Wurzel-Verhältnis zu sorgen. Bei einer Pflanzung im Sommer wirkt sich das Kürzen des Laubs positiv auf den Wasserhaushalt der zarten Gewächse aus (die Verdunstungsfläche wird durch den Griff zur Schere reduziert) – mehr als ein Drittel sollten Sie jedoch nicht entfernen.

Der perfekt gebleichte Lauch

Um einen langen, weißen Schaft zu erhalten, wird der Porree möglichst tief gesetzt und während der Saison mehrmals mit Erde bis zu einer Höhe von etwa 25 Zentimeter angehäufelt. Ist nicht genügend Erde vorhanden, können Sie etwa 4 bis 6 Wochen vor der Ernte Küchenpapierrollen oder schwarze Plastikrohre über die Pflanzen ziehen.

Achten Sie stets darauf, dass die Blattachseln nicht mit Erde bedeckt werden und somit kein Bodensubstrat in die Blattringe rieselt – das erleichtert die spätere Verarbeitung in der Küche!

Porree pflegen

Die heißer werdenden Sommer machen es deutlich: Porree benötigt eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, um kräftig zu wachsen. Besonders während seiner Hauptwachstumsphase von Juni bis September sollte bei anhaltender Trockenheit und auf leichten Sandböden zusätzlich gewässert werden. Denn das Zwiebelgewächs quittiert einen Wassermangel mit einem langsamen Wuchs und dünnen Stangen.

Stroh- oder Grasmulch halten die dringend benötigte Feuchtigkeit sehr gut im Boden. Vor allem in den ersten Wochen hilft die Mulchschicht dabei, Unkraut zu unterdrücken. Hoch aufliegender Strohmulch liefert sogar den gewünschten Bleicheffekt.

Ebenso wichtig ist die Nährstoffzufuhr: Nach der Basisdüngung mit Kompost oder kompostiertem Mist gibt es für den Starkzehrer noch mehrmals einen Nachschub mit Beinwell- oder Brennnnesseljauche oder einem organischen Dünger mit Langzeitwirkung. Achten Sie darauf, die Jauche nicht in die Schäfte zu gießen!

Winterharte Sorten sollten möglichst nicht wiederholt frostigen Temperaturen ausgesetzt sein. Aus diesem Grund ist ein Anhäufeln sowie eine Abdeckung mit Laub und Reisig (oder einem Vlies) in der kalten Jahreszeit vorteilhaft.

Tipp: Damit die Zwiebelfliege und Lauchmotte die Porreestangen nicht von innen zerstören, decken Sie den Lauch gleich nach dem Pflanzen mit einem feinmaschigen Kulturschutznetz ab. Das Netz schützt zudem vor Spätfrösten, die einen Blühreiz auslösen können.

Frisch geerntete Porreestangen.. Foto: iStock_Grahamphoto23
Frisch geerntete Porreestangen.. Foto: iStock_Grahamphoto23

Porree ernten

Haben die Stangen einen Durchmesser von 3 Zentimetern erreicht, können Sie Porree ernten. Da die Pflanzen tief in der Erde stecken, ist Umsicht beim Herausziehen gefragt – die Schäfte können nämlich leicht brechen. Lockern Sie den Boden am besten zunächst mit einer Grabegabel und heben dann die Gewächse vorsichtig von unten an – so bleiben sie bei der Entnahme unversehrt.

Gut zu wissen: Die Ernte geht auch bei gefrorenem Boden leicht von der Hand, wenn Sie rechtzeitig eine dicke Schicht Herbstlaub ausbringen.

Lauchsamen gewinnen

Der Lauch ist eine zweijährige Pflanze. Durch einen Kältereiz im Winter „schießt“ er und es erscheint im zweiten Jahr eine hübsche Blütenkugel, die stark an Zierlauch erinnert. Ist im Gemüsebeet kein Platz mehr, können die ausgewählten Samenträgerpflanzen auch in die Rabatte umziehen.

Die typische Lauchblüte. Foto: iStock_fermate
Die typische Lauchblüte. Foto: iStock_fermate

Tipp: Wird der Blütenstand rechtzeitig ausgebrochen, lassen sich auch „Perlzwiebeln“ ziehen. Die Brutzwiebeln wachsen im zweiten Jahr an der Basis des Porrees. Sie schmecken sehr mild und werden roh in dünnen Scheibchen aufs Butter- oder Quarkbrot gelegt.

Porree richtig lagern

Frostharte Sorten können grundsätzlich den Winter über auf dem Beet bleiben. Kündigen sich Kahlfröste an oder möchte man bei Frostwetter weiter Porree genießen, werden die Stangen geerntet und an geschützter Stelle, zum Beispiel im ungeheizten Gewächshaus oder im Frühbeet, in Erde eingeschlagen. Der grüne Anteil sollte dabei noch herausschauen.

Fruchtfolge und Mischkultur im Beet

Frühkartoffeln und Salat sind eine empfehlenswerte Vorkultur von Porree, Möhren eine gute Nachkultur. Eine geeignete Untersaat ist Feldsalat.
Gute Nachbarn für Lauch sind Erdbeeren, Sellerie, verschiedene Salatarten, Majoran, Möhren, Rettich, Kohlrabi und Tomaten.
Schlechte Nachbarn sind Bohnen, Erbsen und Rote Bete.

SABINE FAASS

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