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Porree anbauen: Tipps für eine gute Ernte

Porree – voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Wer Lauch aus dem Garten auf den Tisch bringen kann, hat Glück! Denn das lange und aromatische Gemüse verfeinert mit seiner Würze Eintöpfe, Suppen, Salate und Pfannengerichte aller Art und ist dabei auch noch richtig gesund. Hat man die passenden Sorten der weiß-grünen Stangen auserkoren, ist sogar eine ganzjährige Ernte möglich. Ob Sommerlauch, Herbstlauch oder Winterlauch – wie Sie Porree richtig anbauen, verraten wir Ihnen hier.

Der Unterschied von Porree und Lauch

Ist Porree Lauch? Oder sind es zwei verschiedene Pflanzen? Im deutschsprachigen Raum wurde lange nur die Bezeichnung Porree für das würzige Gemüse verwendet, doch Porree und Lauch sind ein und die selbe Pflanze. Der Name Lauch stammt aus Teilen der Schweiz und wurde nur in einigen Ecken Hessens, des Saarlands und Baden-Württembergs verwendet. Mittlerweile ist das Synonym aber überall stark verbreitet, sodass man schnell mal durcheinander kommen kann.

Da es sich bei den Lauchgewächsen um Zwiebelgewächse, die sogenannten Allioideae handelt, die auch Zierpflanzen wie Kugellauch oder Schnittlauch in sich vereinen, hilft es, sich einmal die genaue Bezeichnung einzuprägen. Porree oder auch Lauch werden nämlich botanisch als Allium porrum beschrieben, was auch verdeutlicht, wie der Name Porree entstanden ist.

Porree: Gemüse für jede Saison

Wer Porree pflanzen möchte, kann das wunderbar im Frühling oder im Sommer. Porree ernten klappt so gut wie immer. Sogar im Winter, wenn sich die Beetreihen merklich leeren, bleibt Lauch standfest und sorgt so auch bei Minustemperaturen für einen vitaminreichen Nachschub in der Küche.

Dabei kommt es auf die passende Sorte und ein gutes Timing an, wenn Sie Lauch pflanzen: Der robuste Winterporree bildet beispielsweise ein festes, dunkelgrünes Laub und kommt erst recht spät ins Beet. Die Sommer- und Herbstsorten sind schon früher am Start, fallen meist deutlich zarter und ertragreicher aus, vertragen jedoch häufig keine frostigen Temperaturen. Bei der richtigen Planung, können Sie somit Porree überwintern, ohne dass ein Zutun nötig ist.

Diese Porreepflanzen haben sich im Beet gut entwickelt.  [Foto: iStock_YuriyS]
Diese Porreepflanzen haben sich im Beet gut entwickelt. [Foto: iStock_YuriyS]

Porree zählt wie die Zwiebel und der Knoblauch zur Gattung Allium in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae), schmeckt aber viel milder als seine scharfen Verwandten. Im Gegensatz zu dem im Mittelmeergebiet beheimateten Ackerlauch (Allium ampeloprasum), der vermutlich die Wildart ist, bildet er keine Zwiebel aus.

Die charakteristischen Stangen der zweijährigen, krautigen Pflanze setzen sich aus röhrig geformten Unterblättern zusammen, die einen Scheinspross bilden. Kulinarisch interessant sind vor allem die unteren, weißen Schaftbereiche, die durch ein Anhäufeln gefördert werden. Die Oberblätter erscheinen dagegen abgeflacht, weshalb Porree auch häufig Breitlauch genannt wird.

Wenn Sie Lauch anbauen, sollten Sie anhäufeln. Setzen Sie die noch jungen Pflanzen dazu in 20 Zentimeter tiefe Furchen, sodass Sie in der Wachstumsphase immer wieder Erde rund um die unteren Schaftbereiche geben können – wie eine Art Erdwall. Es ist auch nützlich, die umliegende Erde zu lockern, während Sie den Porree anpflanzen. So können Sie diese verwenden, um sie immer wieder um die Unterblätter zu schieben.

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Lauch: Standort und Boden

Porree gedeiht am besten, wenn er einen sonnigen bis halbschattigen Standort erhält. Ist der Boden obendrein tiefgründig gelockert, durchlässig und humos, steht einem erfolgreichen Anbau nichts mehr im Wege. Damit Lauch Stangen ausbildet, die knackig und aromatisch werden, arbeiten Sie am besten reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist in die Erde ein. Auch eine Gründüngung sorgt für gute Startbedingungen.

Porree säen: Sorten für Beet und Fensterbank

Wer so schnell wie möglich Porree anbauen möchte, kann bereits im Januar Sommerlauchsorten auf der Fensterbank vorziehen. Die Samen benötigen während der Keimphase 20 bis 25 °C – in der Anzuchtphase sollten es schon 17 bis 20 °C sein, um Schosser zu vermeiden. Die Herbstsorten werden ab Mitte März im Frühbeet ausgesät. Samen des Winterporrees kommen ab April bis Mitte Mai in die Erde – im Mai (nach den Eisheiligen) keimen sie auch direkt im Freiland. Wenn die Pflänzchen bleistiftdick sind, beziehen sie ihren endgültigen Standort.

Wer es sich leicht machen will und eine Mischkultur bevorzugt, sät im Mai direkt zwischen die Reihen von Kohl, Möhren oder Sellerie. Haben die Jungpflanzen drei Blätter entwickelt, wird ausgedünnt.

Porree-Sorten für den Sommer, Herbst und Winter

  • Die schossfesten Sommersorten ‘Hilari’ und ‘Kulaures’ werden im März oder April gepflanzt und können bereits im späten Juli geerntet werden.
  • Für die Pflanztermine im Mai eignen sich Herbstsorten wie ‘Herbstriesen’ oder ‘Shelton’, die von August bis Dezember im Beet verbleiben können.
  • Im Juli pflanzt man den robusten Winterlauch, zum Beispiel ‘Blaugrüner Winter’ oder ‘Avano’. Seine Erntezeit beginnt im Dezember und reicht bis in das Frühjahr hinein.

Porree pflanzen: Darauf sollten Sie achten

Durch ein Anhäufeln von Erde an den Porree werden die Lauchstangen gebleicht. [Illustration: © GartenFlora/Klaus-Dieter Röding]
Durch ein Anhäufeln von Erde werden die Lauchstangen gebleicht. [Illustration: © GartenFlora/Klaus-Dieter Röding]

Die frühen Sorten können Sie ab Mitte März unter Vlies auspflanzen – im April können die Setzlinge bereits ohne Schutz ins Freiland. Winterlauch sollte bis spätestens Ende Juli seinen endgültigen Standort beziehen.

Die Pflänzchen werden in 15 bis 20 Zentimeter Abstand in vorher gezogene 15 Zentimeter tiefe Furchen (beziehungsweise Löcher in leichten Böden) gesetzt. Der Reihenabstand beträgt mindestens 25 Zentimeter.

Schließen Sie die Löcher nicht sofort – zum Anwachsen reicht es völlig aus, wenn kräftig angegossen wird. In den kommenden Wochen häufeln Sie die Pflanzen an. Durch den Lichtmangel in der Erde und die ausbleibende Photosynthese erhalten die Stangen den begehrten weißen Schaft – ein Prinzip, das auch gerne beim Spargel angewendet wird.

Tipp: Damit die Zwiebelfliege und Lauchmotte die Porreestangen nicht von innen zerstören, decken Sie den Lauch gleich nach dem Pflanzen mit einem feinmaschigen Kulturschutznetz ab. Das Netz schützt zudem vor Spätfrösten, die einen Blühreiz auslösen können.

Porree anbauen: Fruchtfolge und Mischkultur im Beet

  • Frühkartoffeln und Salat sind eine empfehlenswerte Vorkultur, Möhren eine gute Nachkultur
  • Eine geeignete Untersaat ist Feldsalat.
  • Gute Nachbarn sind Erdbeeren, Sellerie, verschiedene Salatarten, Majoran, Möhren, Rettich, Kohlrabi und Tomaten.
  • Schlechte Nachbarn sind Bohnen, Erbsen und Rote Bete.

Lauch beim Pflanzen beschneiden

Das Einkürzen der Wurzeln ist bei der Pflanzung meistens nicht nötig. Sehr lange Wurzeln beschneiden Sie höchstens so weit, dass sie beim Einsetzen nicht umknicken.

Sind die Wurzeln schwach oder beschädigt, können Sie das Laub etwas stutzen, um für ein gutes Blatt-Wurzel-Verhältnis zu sorgen. Im Sommer wirkt sich das Kürzen des Laubs zudem günstig auf den Wasserhaushalt der zarten Pflanzen aus. Auf diese Weise wird die Verdunstungsfläche in der Anfangszeit reduziert. Mehr als ein Drittel sollten Sie dabei jedoch nicht entfernen.

Der perfekt gebleichte Lauch

Um einen langen, weißen Schaft zu erhalten, wird der Porree während der Saison mehrmals mit Erde bis zu einer Höhe von etwa 25 Zentimeter angehäufelt. Ist nicht genügend Erde vorhanden, können Sie etwa 4 bis 6 Wochen vor der Ernte Küchenpapierrollen oder schwarze Plastikrohre über die Pflanzen ziehen.

Achten Sie stets darauf, dass die Blattachseln nicht mit Erde bedeckt werden und somit kein Bodensubstrat in die Blattringe rieselt – das erleichtert die spätere Verarbeitung in der Küche!

Porree pflegen: So klappt’s!

Die heißer werdenden Sommer machen es deutlich: Porree benötigt eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, um kräftig und gesund zu wachsen. Besonders in der Hauptwachstumsphase von Juni bis September sollten Sie bei anhaltender Trockenheit und auf leichten Sandböden zusätzlich wässern. Denn das Blattgemüse quittiert einen Wassermangel mit einem langsamen Wuchs und recht dünnen Stangen.

Stroh- oder Grasmulch hält die dringend benötigte Feuchtigkeit gut im Boden. In den ersten Wochen hilft die Mulchschicht auch dabei, Unkraut zu unterdrücken. Hoch aufliegender Strohmulch liefert sogar den gewünschten Bleicheffekt.

Eine gute Nährstoffversorgung ist ebenfalls wichtig: Nach der Basisdüngung mit Kompost oder kompostiertem Mist erhält der Starkzehrer immer wieder einen organischen Dünger, zum Beispiel Hornmehl. Auch Beinwell– und Brennnnesseljauche wirken schnell und zuverlässig. Sie werden am besten im wöchentlichen Rhythmus ausgebracht. Achten Sie darauf, die Jauche nicht in die Schäfte zu gießen, denn das mögen die Pflanzen gar nicht!

Tipp: Porree muss nicht überwintern, aber auch winterharte Sorten sollten möglichst nicht wiederholt frostigen Temperaturen ausgesetzt sein. Aus diesem Grund ist ein Anhäufeln auch hier sinnvoll. Eine Abdeckung mit Laub und Reisig (oder einem Vlies) in der kalten Jahreszeit ist ebenfalls vorteilhaft.

Frisch geernteter Porree lässt sich einige Wochen lang gut lagern. [Foto: iStock_Grahamphoto23]
Frisch geerntete Porreestangen lassen sich einige Wochen lang gut lagern. [Foto: iStock_Grahamphoto23]

Es kann losgehen: Porree ernten

Sobald Lauch Stangen von einen Durchmesser von 3 Zentimetern erreicht, können Sie ihn ernten. Sommerlauch holen Sie spätestens vor dem ersten Frost aus dem Boden, Winterlauch sorgt hingegen auch in der kalten Jahreszeit für einen frischen kulinarischen Genuss. Allerdings sollten selbst winterharte Vertreter nicht zu spät in der Küche landen, da sie sich im zeitigen Frühjahr auf die Blüte vorbereiten – erste Anzeichen sind Verhärtungen an der Basis.

Da die Pflanzen tief in der Erde stecken, ist Umsicht beim Herausziehen gefragt – die Schäfte können nämlich leicht brechen. Lockern Sie den Boden, wenn Sie Porree ernten am besten zunächst mit einer Grabegabel und heben dann die Gewächse vorsichtig von unten an – so bleiben sie bei der Entnahme unversehrt.

Tipp: Die Ernte geht auch bei gefrorenem Boden leicht von der Hand, wenn Sie rechtzeitig eine dicke Schicht Herbstlaub ausbringen.

Lauchsamen gewinnen

Durch einen Kältereiz im Winter „schießt“ der Lauch. Schließlich erscheint im zweiten Jahr eine hübsche Blütenkugel, die stark an Zierlauch erinnert. Ist im Gemüsebeet kein Platz mehr, können die ausgewählten Samenträgerpflanzen auch in die Rabatte umziehen.

Die typische Blüte des Porrees ist ein bezaubernder Blickfang. [Foto: iStock_fermate]
Die Lauchblüte ist sehr dekorativ. [Foto: iStock_fermate]

Lauch richtig lagern und schützen

Weil Lauch auch gesund und nicht nur lecker ist, bietet es sich an, ihn zu lagern. Frostharte Sorten können beispielsweise den Winter über auf dem Beet bleiben. Kündigen sich Kahlfröste an oder möchte man bei Frostwetter weiter Porree genießen, werden die Stangen entweder zusätzlich geschützt oder Sie können den Porree ernten und an geeigneter Stelle, zum Beispiel im ungeheizten Gewächshaus oder im Frühbeet, in Erde einschlagen. Der grüne Anteil sollte dabei noch herausschauen. In einer Erdmiete können Sie die Stangen auf Sand legen und mit einer Strohschicht bedecken. Eine Plane sorgt dafür, dass nicht zu viel Nässe eindringt.

Darum ist Lauch gesund

Lauch ist ein echtes Kraftpaket, denn er enthält jede Menge Vitamin B und C sowie Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Kalium, Silizium, Magnesium, Phosphat und Mangan.

Dadurch wird ihm eine harntreibende und abführende sowie eine antiseptische Wirkung nachgesagt, die Porree gut für die Knochen und Gelenke sowie die Verdauung macht. Er kann auch helfen, Gicht oder rheumatoider Arthritis vorzubeugen.

Und Porree wird auch für äußerliche Anwendungen empfohlen, z. B. bei Hautentzündungen, Insektenstichen oder -bissen und Abszessen. Doch geben Sie acht, denn bei Menschen mit empfindlichem Darm können die Stangen auch Beschwerden hervorrufen.

SABINE FAASS

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