Rhododendron in voller Blüte. Foto: GartenFlora/Ina Volmer

Rhododendron: Die besten Tipps für eine üppige Blütenpracht

Eine gute Rhododendron-Pflege wird mit einer üppigen Blüte belohnt. Unter idealen Bedingungen entfalten sich Rhododendren im Laufe der Jahre zu prächtigen Sträuchern, was man bereits bei der Standortwahl berücksichtigen sollte. Nachstehend folgen deshalb wichtige Tipps für ein gesundes Wachstum und eine üppige Blüte.

Inhalt

Herkunft des Rhododendron

Weltweit gibt es mehr als 1000 unterschiedliche Arten des Rhododendron. In der Regel haben diese ihre Naturstandorte in Asien. Aber auch in den europäischen Gebirgen sind einige Vertreter zu finden, zum Beispiel die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum). Die Blütezeit der meisten Arten und Sorten liegt zwischen April und Juni.

Die Rhododendron-Pflege beginnt schon beim Pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Ihren Rhododendron ist im Frühjahr (ja nach Witterung zwischen April und Mai). Heben Sie dazu ein Pflanzloch aus, das etwa 50 Zentimeter tief ist. Wenn Sie dieses mit einer im Handel erhältlichen Rhododendronerde füllen, liegen Sie auf der sicheren Seite – denn in Bezug auf das Bodensubstrat ist der Strauch recht anspruchsvoll. Alternativ können Sie die vorhandene Erde verbessern, dazu verraten wir Ihnen hier mehr. Bei schweren Böden ist eine Drainageschicht aus Sand empfehlenswert. Auf diese Weise wird Staunässe vermieden.

Rhododendron im Beet
Strahlende Schönheiten im Beet: Rhododendronblüten bezaubern mit ihrer Üppigkeit. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Pflanzen Sie nicht zu tief – die Oberkante des Wurzelballens sollte mit dem Boden abschließen. Der Grund: Das Wurzelwerk des Rhododendrons breitet sich flach aus und besteht aus vielen Feinwurzeln. Planen Sie auch genügend Platz in der Breite ein – der Strauch dehnt sich im Laufe der Jahre gerne aus. Direkt nach dem Pflanzen sollten Sie Ihren Rhododendron durchdringend gießen. Das Gehölz möchte von nun an eine gleichmäßige Wasserversorgung.

Der ideale Standort

Bei Rhododendren gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl von Sorten und etliche Sortengruppen. Die meisten (großblumigen) Hybriden stammen von typischen Waldbewohnern ab. Daher gedeihen sie gerne an Orten, die nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind, aber dennoch genügend Licht bieten. Ist der Standort zu schattig, fällt die Blütenpracht nicht ganz so üppig aus. Auch lange, sparrige Triebe können dann entstehen. Pflanzen Sie einen Rhododendron unter großen Gehölzen, die kein dichtes Blattwerk haben, zum Beispiel unter einer Kiefer. Möglich sind auch Bereiche an der Nordseite von Gebäuden.

Auch Azaleen sind Rhododendren

Azaleen zählen in botanischer Hinsicht ebenfalls zu den Rhododendren. Während viele Rhododendronsorten immergrün sind, umfasst diese Gruppe sommergrüne (laubabwerfende) Hybriden. Gartenazaleen mögen einen hellen Standort, aber keine pralle Sonne.

Eine Besonderheit stellen zum Beispiel die Yakushimanum-Hybriden dar, die gerne an einem sonnigen Platz im Garten gedeihen. Aufgrund ihrer reichen Blüte und des kompakten Wuchses wurden sie in den letzten Jahrzehnten auch in unseren Breiten sehr beliebt.

Yakushimanum-Hybride
Yakushimanum-Hybride ‘Percy Wiseman‘ – Foto: iVerde/H. van de Laar

Der optimale Boden

Wie bereits erwähnt, stellen Rhododendren besondere Anforderungen, wenn es um die Bodenbeschaffenheit geht. Der pH-Wert im Boden sollte zwischen 4 und 5 liegen – also sauer sein. Die Erde ist optimal, wenn sie viel Humus aufweist und nährstoffreich ist. Ist der Boden auch noch ausreichend locker, können sich die feinen Wurzeln gut entfalten und stellen so eine gute Nährstoffversorgung sicher.

Ein schwerer (lehmiger) Gartenboden muss dringend verbessert werden. In vielen Fällen ist es empfehlenswert, ihn komplett auszuheben. Eine Mischung aus Sand, Laubhumus, Rindenkompost und Nadelstreu ist optimal. Mist (in abgelagerter Form) kann ebenfalls zum Einsatz kommen. Laubkompost (ohne Algenkalkzusatz!) und Nadelstreu sind von Natur aus sauer.

Wem das zu aufwändig ist: Fertig gekaufte Rhododendronerde hat die richtige Struktur und den passenden pH-Wert. Allerdings kommt bei handelsüblicher Erde meist Torf zum Einsatz, der aus Umweltschutzgründen nicht mehr sehr oft genutzt werden sollte.

Im Handel sind seit einiger Zeit die so genannten Inkarho-Rhododendren erhältlich. Diese Sorten eignen sich auch für kalkhaltige, lehmige Böden. Wenn Sie den Boden nicht anpassen möchten, sind diese Rhododendren die erste Wahl. Dennoch ist es empfehlenswert, den Boden mit humoser Erde aufzubessern.

Wichtige Pflegemaßnahmen: Rhododendron regelmäßig gießen und düngen

Rhododendron 'America'
Rhododendron ‚America‘ – Foto: iVerde/H. van de Laar

Ein Rhododendron ist grundsätzlich durstig. Bei der Rhododendron-Pflege sollte also unbedingt öfter gewässert werden. Je sonniger der gewählte Standort ausfällt, desto höher ist der Wasserbedarf der Sträucher. Verwenden Sie für Ihren Rhododendron möglichst kalkfreies Gießwasser (Regenwasser)! Die Pflanzen werden am besten im Mai und August mit einem speziellen Dünger versorgt. Im Handel gibt es spezielle Rhododendron-Dünger, die die Nährstoffe in ausgewogener Form enthalten und sauer wirken. Kalkhaltige Mittel sollten bei Rhododendren auf keinen Fall verwendet werden! Sind im Boden genügend Phosphat und Kalium vorhanden (eine Bodenanalyse liefert den Nachweis), können Sie Ihren Rhododendron auch mit organischen Stickstoffdüngern, zum Beispiel Hornspänen, düngen.

Um sicherzustellen, dass die Nährstoffe auch wirken, ist es empfehlenswert, den pH-Wert des Bodens zu bestimmen. Fällt dieser zu hoch aus, kann eine Kalkchlorose (gelb gefärbte Blätter) entstehen. Die Ursache: Ist der Boden zu alkalisch, wird Eisen zum Mangelfaktor.

Vorteilhaft bei der Rhododendron-Pflege: Mulchen

Wenn der Boden über eine Deckschicht aus Pflanzenmaterial verfügt, fühlt sich ein Rhododendron wohl. Mulchen Sie den Boden am besten mit Laub oder Rindenkompost. Die Vorteile des Mulchens:

  • Rhododendren lieben auch in der Natur einen gleichmäßig feuchten Böden mit halb zersetzten Pflanzenbestandteilen.
  • Die Sträucher mögen es, wenn die „Füße“ kühl bleiben.
  • Durch die Zersetzung des organischen Materials werden Nährstoffe für die Pflanze frei.
  • Rindenmulch verwandelt sich nach und nach in Humus.
  • Das Mulchen unterdrückt das Aufkommen unerwünschter Pflanzen.

Vor dem Ausbringen von Rindenmulch sollte ein stickstoffbetonter Dünger (Hornspäne) im Wurzelbereich angewandt werden. Die Bodenorganismen benötigen für die Aufspaltung des Materials viele Nährstoffe – unter anderem Stickstoff.

Nur bei Bedarf: Rhododendron schneiden

Normalerweise ist ein Rhododendron-Schnitt nicht erforderlich. In folgenden Fällen kann es das Schneiden jedoch sinnvoll sein:

  • Der Rhododendron ist zu groß geworden und hat nicht viel Platz.
  • Die Pflanze ist verkahlt.
  • Der Rhododendron ist krank oder beschädigt.

Besitzen Sie einen älteren Rhododendron? Es schadet nicht, ihn stark zurückzuschneiden. In diesem Fall kann der Neuaustrieb für ein schöneres Erscheinungsbild sorgen.

Gut zu wissen: Unmittelbar nach der Blüte werden neue Knospen gebildet. Ein Schnitt im Frühjahr beseitigt also auch die Knospen vom Vorjahr und man muss sich etwas gedulden, bis die alte Pracht zurückkehrt. Der ideale Zeitpunkt für einen leichten Korrekturschnitt ist daher  direkt nach der Blüte.

Tipp: Brechen Sie verwelkte Blüten heraus! Für die Rhododendron-Pflege ist dies wichtig, weil die Samenbildung verhindert wird und so viele neue Knospen entstehen.

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