Pflaumenbaum Foto: AdobeStock_Andreaobzerova

Pflaumenbaum – die richtige Sorte für den eigenen Garten

In jeden Garten gehört ein Pflaumenbaum wie eine schöne blaue Kuchenzwetschge? Stimmt schon, aber es gibt noch so viele andere charmante Sorten in unterschiedlichsten Farben und mit spannenden Aromen. Was sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge, wenn Sie das Wort „Pflaume“ hören? Die Farben Blau und Gelb? Ich auch!

Sehr viele Züchtungen aus dieser Sortengruppe sind tatsächlich außen blau und innen gelb und gehören zum Standardsortiment jeder Obstbaumschule. Das ist aber bei Weitem noch nicht alles, was uns diese Obstart bieten kann.

Pflaumenbaum mit bunten Früchten

Denn selbst unter den Zwetschgen gibt es gelbe Sorten, zum Bespiel ‘Feys gelbe Zwetschge’. Betrachtet man die muntere Pflaumenfamilie, erweitert sich die Farbpalette gewaltig. Neben einfarbigen Sorten in allen möglichen Schattierungen von Rot über Gelb und natürlich Blau buhlen auch zwei- bis dreifarbige um unsere Aufmerksamkeit. Und empfehlen sich für einen schönen Platz im Garten, denn Pflaumen wachsen zu hübschen Bäumen heran, in deren lichten Schatten es sich gut sitzt. Die Kronen von Pflaumenbäumen bleiben dabei in angenehm gartentauglichem Umfang.

Pflaumenbaum Foto: AdobeStock_Darko
Ob Rundpflaume oder Zwetschge: Als Halb- oder Hochstamm erzogen, sind sie wunderbare, mittelgroße Schattenbäume. Pflaumenbaum Foto: AdobeStock_Darko

Pflaume oder nicht Pflaume?

Übrigens ist der Begriff Pflaume weit gefasst. Die erwähnten Zwetschgen gehören selbstverständlich dazu, aber auch die etwas bauchigeren Halbzwetschgen und die Rundpflaumen, kugelig wie Renekloden, aber etwas kleiner. Doch sehen Sie diese Einteilung nicht zu eng. Vor allem bei neueren Pflaumenbaum-Züchtungen wurde locker miteinander verkreuzt, was vielversprechende Eigenschaften zu vererben schien.

 

 

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Eigenschaften verschiedener Sorten

So hält beispielsweise die scharkaresistente ‘Jojo’ locker mit klassischen „Kuchenzwetschgen“ mit: festes, gelbes Fleisch, dennoch saftig, aber nicht wässrig. Und von Juli (z. B. ‘Herman’) bis Oktober (‘Elena’) sind bei den Blauen alle Reifezeiten abgedeckt. Wer nicht nur blau machen möchte, richtet sein Interesse vielleicht auf die leuchtend gelbe und dank ihrer Selbstfruchtbarkeit zuverlässig und überaus reich tragende ‘Nancymirabelle’, die genau wie Renekloden zu den Pflaumen gezählt wird.

Haben Sie lediglich Platz für einen einzigen Pflaumenbaum, halten Sie sich am besten an selbstfruchtbare Sorten. Bei Renekloden beispielsweise kämen dann ‘Graf Althanns’ und die ‘Große Grüne’ nicht infrage, wohl aber die selbstfruchtbare ‘Oullins’. Auch die sogenannten Familien- oder Mehrsortenbäume, deren Kronen mehr als eine Sorte tragen, gewährleisten die gegenseitige Befruchtung.

Pflaumenbaum Foto: AdobeStock_Pictures news + Simona
Gefühlte 100% der in Gärten gepflanzten Mirabellen entfallen auf die unkomplizierte ‘Mirabelle von Nancy’ (links). Ihre süßen Früchte schmecken frisch, als Kuchenbelag und eingekocht als Kompott. Die großen, aber festeren Früchte rechts gehen auf die Chinesische Pflaume, Prunus salicina, zurück. Sorten gibt es in unterschiedlichsten Farben. Foto: AdobeStock_Pictures news+Simona

Marmeladenfans sind auch mit Myrobalanen gut beraten. Ihre mirabellenähnlichen, etwa kirschgroßen Früchte haben ihr den deutschen Namen Kirsch-Pflaume eingebracht. Diese anspruchslosen Sträucher oder kleinen Pflaumenbäume zählen zu den Ersten, die im Obstgarten blühen. Die rundlichen Früchte reifen bereits ab Juli. Sie lösen zwar nicht vom Stein, lassen sich jedoch trotz der säuerlichen Schale zu ausgewogen süß-säuerlicher Marmelade verarbeiten.

Pflaumenbaum Kultur

Prunus cerasifera, so ihr wissenschaftlicher Name, könnte übrigens auch zu der Entstehung von Kulturpflaumen beigetragen haben und deren Farbpalette erweitert haben. Denn sie hat von gelb-grünen, roten bis hin zu tiefblauen Steinfrüchten alles im Portfolio. Sie könnte das Gelb und das Rot beigesteuert haben, das Renekloden und Mirabellen in allen möglichen Farben schillern lässt.

Auch das changierende Äußere der rotbunten englischen Halbzwetschge ‘Viktoria’ geht vielleicht auf den Massenträger für die Wildobsthecke zurück. Diese rotbunte, eiförmige und selbstfruchtbare Sorte trägt zuverlässig und meist auch viel. Bei ihr und auch bei allen anderen überreich tragenden, großfrüchtigen Züchtungen empfiehlt sich daher das großzügige Ausdünnen lange vor der Fruchtreife. Die Früchte entwickeln dann ein besseres Aroma. Zudem kommt es seltener zu Astbruch am Pflaumenbaum.

Vater, Mutter, Tochter

Pflaumen und ihre nahen Verwandten gelten als mehr oder minder kreuzungsfreudig. Auch die europäischen Kulturpflaumen sind vermutlich aus mehreren Wildarten entstanden. Selbst Aprikosen und Pflaumen lassen sich untereinander kreuzen. Das Ergebnis nennt sich „Pluot“ (von engl. plum und apricot) und erobert derzeit unsere Supermärkte.

Unbekanntere Pflaumenbäume

Noch relativ unbekannt in unseren Gärten, aber allemal einen Versuch wert sind Züchtungen der Art Prunus salicina, der Chinesischen Pflaume. Die großen runden Früchte sind nicht nur wegen der großen Farbpalette von Gelb über Rot bis Blau mit häufig blutrotem Saft eine echte Bereicherung für Garten und Küche. Wie die äußerlich ähnlichen Renekloden präsentieren sie sich saftig und süß, sind aber selbst vollreif noch schnittfest und nicht so weich wie reife Renekloden.

Prunus salicina ist bei uns absolut winterhart und wird gepflegt wie andere Pflaumenbäume. Sorten wie die glänzend dunkelviolettfarbene ‘Black Amber’, die gelbgrüne ‘Shiro’ oder die hellrote ‘Santa Rosa’ sind zuverlässig selbstfertil. Die renekloden- bis knapp pfirsichgroßen Rundpflaumen führt der Supermarkt fast ganzjährig – falls Sie also vorab schon mal probieren möchten …

Achim Werner

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