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Wissenswertes und Rezepte rund um die Chilischote

Entflammt für Chili-Rezepte? Die feurigen Schoten überzeugen uns in der Küche und im Garten. Sie treiben uns dabei nicht nur Tränen in die Augen, sondern lassen auch weltweit Sammlerherzen höherschlagen. Mit dem richtigen Fingerspitzengefühl findet man auch die perfekte Sorte und mit Klassikern unter den Chili-Rezepten wie zum Beispiel der Sweet-Chili-Soße, können Sie die Schoten gebührend zelebrieren. Wir stellen Ihnen leckere Rezepte und verschiedene Sorten vor.

Chili-Rezepte – voraussichtliche Lesedauer: 11 Minuten

Chili-Rezepte für den feurigen Genuss

Lust auf Sweet-Chili-Soße, eingelegte Jalapeño-Ringe, scharfes Tomaten-Zucchini-Chutney oder vegane Schokolade mit Chili-Zimt-Topping? Wir haben vier Chili-Rezepte für Sie zusammengestellt, bei denen jeder Gaumen auf seine Kosten kommt.

Der Chili-Rezept-Klassiker: Sweet-Chili-Soße

Sweet-Chili-Soße schmeckt zu asiatischen Gerichten ebenso gut wie zu Grillfleisch, -käse und -gemüse. Die pikante Kombination aus fruchtiger Schärfe und Zucker ist eine klassische und exotische Art, Chilis einen gelungenen Auftritt zu bereiten. Wir zeigen, wie das Chili-Rezept perfekt gelingt.

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Sweet-Chili-Soße passt zu Gemüse, Fleisch, Fisch, Garnelen und vielem mehr. [Foto: AdobeStock_alex9500]

Zutaten für eine Flasche:

  • 2–3 Chilis (vorzugsweise mittelscharfe Sorten wie ‘Cayenne’ und ‘Apache’)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 TL Salz
  • 120 g Zucker
  • 180 ml Wasser
  • 60 ml Weißweinessig
  • 1 TL Speisestärke
  • 2 EL Wasser

Zubereitung:

  1. 2 – 3 Chilis (auf Wunsch ohne Kerne und Scheidewände), 3 geviertelte Knoblauchzehen, 1 TL Salz, 120 g Zucker, 180 ml Wasser und 60 ml Essig im Mixer zerkleinern.
  2. Die Masse in einem Topf aufkochen und dann auf kleiner Stufe etwa 2 bis 3 Minuten köcheln lassen.
  3. 1 TL Stärke mit 2 EL Wasser anrühren und unter die Soße geben, eine Minute mitkochen lassen, bis sie deutlich eindickt.
  4. Abfüllen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern – fertig ist das Chili-Rezept!

Tipp:

Etwas milder wird’s, wenn Sie eine halbe rote Paprika hinzufügen

Süß-sauer eingelegte Jalapeño-Ringe

Die eingelegten Jalapeño-Ringe passen wunderbar zu Steak, Burger und auch gegrilltem Gemüse. Auch wer Nacho-Chips liebt, kommt auf seine Kosten. Geben Sie die Ringe einfach mit etwas Käse auf den Snack und überbacken Sie alles für ein paar Minuten im Ofen.

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Eingelegte Jalapeño-Ringe halten sich eine ganze Weile. [Foto: AdobeStock_Brent Hofacker]

Zutaten:

  • 500 g Jalapeños (klassisch), nach Belieben auch ‘Lombardo’- und Spiral-Chilis
  • 500 ml Wasser 
  • 500 ml milder Essig 
  • 5 gehäufte TL Zucker, alternativ 150 ml Honig oder Ahornsirup 
  • 1 TL Salz  
  • 2 EL Einmachgewürz 

Zubereitung:

  1. Von 500 g Jalapeños den Stielansatz abschneiden und die Schoten in 0,5 Zentimeter breite Streifen schneiden. Die Jalapeño-Ringe in ausreichend große Gläser geben.
  2. Für den Sud alle weiteren Zutaten (500 ml Wasser, 500 ml milden Essig, 5 TL Zucker oder 150 ml Honig/Sirup, 1 TL Salz, 2 EL Einmachgewürz) in einen Topf geben, aufkochen und circa 3 Minuten köcheln lassen.
  3. Den heißen Sud in die Gläser füllen, sie verschließen und kopfüber auskühlen lassen.

Tipp:

Ungeöffnet halten sich die eingelegten Schoten circa ein Jahr. Wenn das Glas geöffnet wird, sollte man es in den Kühlschrank stellen und in etwa einer Woche aufbrauchen.

Scharfes Tomaten-Zucchini-Chutney

Scharf, süß, würzig – wenn eine Soße das kann, dann ist es definitiv Chutney. Die pikante Marmelade weiß mit den verschiedensten Zutaten zu überzeugen. Hier kombinieren wir Tomaten mit Zucchini. Chili verleiht der Mischung den besonderen Twist, auf den Sie nicht mehr verzichten möchten.

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In Twist-off-Gläsern lässt sich das Chutney gut lagern. [Foto: © GartenFlora_Patricia Städter]

Zutaten (für 8 Gläser à 250 ml Inhalt):

  • 500 g Tomaten (gelbe haben sich farblich schön ab)   
  • 500 g Zucchini  
  • 300 g Zwiebeln (rote sind milder) 
  • 300 Jalapeños oder Peperoni mittlerer Schärfe
  • 400 ml Balsamico-Essig   
  • 100 g brauner Rohrzucker (oder weißer Zucker) 
  • 5 EL Einlegegewürz 
  • 2 EL Tomatenmark (wer es exotischer mag, verwendet gelbe oder rote Curry-Paste) 
  • Salz, schwarzer Pfeffer   

Zubereitung:

  1. 500 g Tomaten in kleine Würfel schneiden. 500 g Zucchini putzen, waschen und fein würfeln. 300 g Zwiebeln schälen und fein würfeln. 300 g Jalapeño oder Peperoni waschen, Stielansatz entfernen, entkernen und klein schneiden.
  2. 400 ml Essig und 100 g Zucker und 5 EL Einlegegewürz in einem Topf verrühren. Kleingeschnittene Zutaten zufügen, verrühren und alles aufkochen ­lassen. Bei mittlerer Hitze 25–30 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren.
  3. Kurz vor Kochzeitende 2 EL Tomatenmark unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In vorbereitete Twist-off-Gläser füllen, sofort verschließen. Circa 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen, auskühlen lassen und in den Kühlschrank stellen.  

Rezept für vegane Schokolade mit Chili und Zimt-Topping

Hier treffen Chili und Schokolade aufeinander, denn diese zwei Komponenten bringen in sich das Beste zum Vorschein. Mit einem feinen Topping aus den feurigen Schoten und exotischem Zimt wird dieses Chili-Rezept zu einem herausragenden Geschmackserlebnis. Probieren Sie es aus – ganz ohne tierische Zutaten.

Chili-Rezepte [Foto: AdobeStock_Мариам Каплан]
Mit speziellen Konfiserie-Förmchen können Sie tolle Tafeln kreieren. [Foto: AdobeStock_Мариам Каплан]

Zutaten (für eine Schokoladentafel):

  • 100 g Kakaobutter 
  • 50 g Nussmus (z.B. Mandel-, Haselnuss- oder Cashew-Mus) 
  • 30 g Kakaopulver 
  • 40 g Agavendicksaft 
  • 1 Vanilleschote 
  • getrocknete Chiliflocken 

Topping:

  • getrocknete Chilistückchen (vorzugsweise Aroma-Chilis)
  • Zimt 
  • nach Belieben auch Rosa Pfefferbeeren 
  • nach Belieben Mandelsplitter 

Zubereitung:

  1. 100 g Kakaobutter im Wasserbad bei niedriger Hitze schmelzen lassen und vom Herd nehmen. 1 Vanilleschote halbieren und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Vanillemark, 50 g Nussmus, 40 g Agavendicksaft und Chiliflocken zur geschmolzenen Kakaomasse geben und mit dem Rührgerät oder dem Schneebesen gut verrühren und durchmischen.  
  2. Blech oder flache Auflaufform mit Backpapier auslegen. Die Masse darauf dünn ausstreichen. Falls Sie spezielle Förmchen verwenden, können Sie die Masse ohne Backpapier einstreichen. Anschließend mit dem Topping (Chili, Prise Zimt oder auch Rosa Pfefferbeeren und Mandelstifte) bestreuen.  
  3. Nach etwa 30 Minuten ist die Schokolade im Kühlschrank erkaltet. Lösen Sie die Tafel vorsichtig vom Backpapier oder aus dem Förmchen. Glatt ausgestrichene Tafeln wirken in Bruchstücken besonders hübsch.

Tipp:

Die Chili-Zimt-Schokolade lässt sich in Frischhalte-Boxen im Kühlschrank oder auch portioniert im Gefrierschrank aufbewahren.

PATRICIA STÄDTER

Viele Gründe für die Chili-Leidenschaft

Chilis sind aus zahlreichen Gründen sehr beliebt: Die einen packt der Ehrgeiz, die schärfste Frucht der Welt zu züchten. Das ist derzeit (noch) die Sorte ‘Carolina Reeper’. Die anderen suchen den Kick, indem sie auf Wettbewerben immer schärfere Chilis essen. Manchen reicht es aber auch schon, die schärfste Sorte im eigenen Garten zu ziehen, quasi die „Horror-Chili“, vor der alle in Ehrfurcht erblassen, die aber keiner zu essen wagt. Denn wirklich essbar sind diese Schärfsten aller Scharfen nicht mehr, auch nicht in einem gut zubereiteten Chili-Rezept.

Chili-Rezept [Foto: AdobeStock_Ivostaňa]
Die Habaneros auf diesem Bild sind mit Vorsicht zu genießen: Sie gehören zu den schärfsten Sorten. [Foto: AdobeStock_Ivostaňa]

Richtige Sorten für verschiedene Chili-Rezepte

Zu den Newcomern der letzten Jahre gehören aromatische milde Sorten, die sich für viele verschiedene Chili-Rezepte eignen. Ja, richtig gelesen: Chilis können nicht nur scharf, sondern auch zitronig (‘Aji’-Sorten), blumig (‘Trinidad Perfume’) oder fruchtig sein. Das lässt sich bei den milden bis leicht scharfen Sorten gut herausschmecken, z.B. der milden, sehr fruchtigen Habanero-Sorte ‘El Remo’.

Bei den schärferen braucht man Training, um sich erst an die Schärfe zu gewöhnen und dann das Aroma hinter der Schärfe zu entdecken. Eine ‘Bhut Jolokia’ ist beispielsweise die bis 2006 schärfste Chili der Welt. Verantwortlich für die Schärfe ist das Capsaicin, das in der ‘Bhut Jolokia’ in einer Million Scoville vorhanden ist.

Was ist eigentlich Scoville?

Scoville ist die nach ihrem Entwickler Wilbur L. Scoville benannte Einheit, die den Gehalt an Capsaicin angibt. Das bedeutet im Fall der ‘Bhut Jolokia’, dass man das enthaltene Capsaicin einmillionenfach mit Wasser verdünnen muss, damit es nicht mehr scharf ist.

  • Zum Vergleich: Paprika hat 0 Scoville, eine sehr scharfe Habanero liegt bei 300.000 und reines Capsaicin bei 15 Millionen. Die eingangs erwähnte ‘Carolina Reeper’ liegt bei unglaublichen 2,4 Millionen Scoville! Mit einer Schärfegradskala von 0 bis 10, die auf den Scoville-Einheiten basiert, werden Chilis heute eingeteilt, wobei 0 einer Paprika entspricht und 10 einer Habanero. So weiß man schon beim Samen- oder Jungpflanzenkauf, was einen bei der Ernte und in Chili-Rezepten erwartet.

Bekannte Chili-Sorten und ihr Schärfegrad

  • ‘Fireflame’: ist ein klassischer Chili mit langen Früchten (Schärfegrad 7).
  • ‘Apache’: wächst kompakt und ist gut für die Ampelbepflanzung geeignet (4).
  • ‘Prairie Fire’: hat winzige, unschuldig cremeweiß gefärbte Früchte, die es in sich haben (9)! Sie reifen hellrot aus.
  • ‘Cheyenne’: ist robust und wächst auch in kühleren Sommern. Die orangefarbenen Früchte sind sehr scharf (8).
  • ‘Numex Twilight’: bietet ein schönes Farbspiel, wenn die Früchte ausreifen: von Weiß und Lila über Gelb und Orange nach Rot (7).
  • ‘Bird’s Eye’ oder Vogelaugen-Chili sind extrem scharf (10). Vorsicht beim Dosieren!
  • ‘Aji Cristal’: bringt fruchtige Aromen zur pikanten Schärfe mit (7).
  • ‘Bulgarian Carrot’: ist robust und reift früh. Die orangefarbenen Früchte sind mittelscharf (6).
  • ‘Madame Jeanette’: ist eine schneidend scharfe Habenero mit fruchtiger Note (10).
  • ‘Arikanda’: kann wie Paprika genascht werden. Sie ist mild mit süßem Geschmack (0).
  • ‘Starflame’: trägt gelbe, sehr scharfe Früchte (7).
  • Glockenchili oder Bischofsmütze: verdankt ihren Namen der Fruchtform. Die eingestülpten Früchte sind eigentlich recht mild, können aber auch scharf werden (4 – 7).
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Zum Trocknen werden die reifen Früchte aufgehängt. Fleischige Chilis wie Jalapeños halbiert man vorher. [Foto: AdobeStock_Nataliia_Hrihel]

Die richtige Pflege

Damit Chilis gut gedeihen und Sie unsere Chili-Rezepte auch ausprobieren können, wollen sie den Kopf in der Sonne baden und dabei warme Füße haben. Beides bekommen sie in unseren Breiten am ehesten in Hochbeeten und Töpfen. Kleinere Düngergaben, etwa einmal in der Woche im Gießwasser, können die Starkzehrer besser verarbeiten als eine große Gabe im Frühling.

Sobald sich die ersten Früchte entwickeln, brauchen Chilis viel Wasser. Hält man die Pflanzen allerdings etwas trockener, ohne dass der Ballen austrocknet, kann man noch ein Quäntchen mehr Schärfe aus den Früchten herauskitzeln. Mehrjährige Arten wie Capsicum frutescens, C. pubescens und C. baccatum können sogar überwintert werden. Bevor die Temperaturen unter 10 °C fallen, holt man die Töpfe herein, schneidet sie um etwa ein Drittel zurück und stellt sie hell und kühl (bei 10 bis 20 °C) auf. Sie werden nur so viel gegossen, dass sie nicht austrocknen.

Ernten und Chili-Rezepte entdecken

Doch vor dem Überwintern steht erst einmal die Ernte an. Die milden ‘Lombardo’- und Spiral-Chilis können gut in süß-sauren Essig eingelegt werden, ebenso wie in Scheiben geschnittene Jalapeños. Mittelscharfe Chilis wie ‘Cayenne’ und ‘Apache’ werden gerne zu einem klassischen Chili-Rezept, der Sweet-Chili-Soße, verarbeitet.

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Reif oder unreif? Das ist bei Chilis egal. Allerdings sind die unreifen deutlich milder als die reifen. [Foto: AdobeStock_CStock]

Die Aroma-Chilis können Sie einfrieren und frisch in Chili-Rezepte reiben. Habaneros werden gerne getrocknet und in der Küchenmaschine zerkleinert, um sie platzsparend unterbringen zu können.

Wenn Sie die Chilis in einer Küchenmaschine zerkleinern, lassen Sie dem scharfen Staub auf jeden Fall Zeit, sich zu setzen, bevor Sie den Deckel abnehmen!

Nach dem Chili-Genuss kommt der Brand

Scharfe Chilis scheinen uns zu verbrennen – und so paradox es klingt, es ist tatsächlich eine Verbrennung. Das Capsaicin dockt an den Hitzerezeptoren im Mund an, löst einen Schmerz wie bei einer Verbrennung aus – und lässt jede Menge Glückshormone durch den Körper strömen. Und das kann süchtig machen: Pepper-High nennt man das auch. Doch weil man sich an den Schmerz gewöhnt, muss man dafür immer noch schärfere Chilis essen – und irgendwann sitzt man dann an einem langen Tisch und probiert sich bei einem Wettbewerb aufwärts durch Chili-Rezepte mit allen Schärfegraden …

Das Capsaicin ist übrigens nicht, wie oft vermutet, in den Kernen, sondern in den weißen Scheidewänden konzentriert. Haben Sie aus Versehen eine zu scharfe Chili erwischt, helfen nur Milchprodukte und Öl, um das fettlösliche Capsaicin zu neutralisieren.

Bei Untersuchungen an der Hochschule Fulda haben Probanden den besten Feuerlöscher bei zu scharfen Chili Rezepten ermittelt: Mascarpone mit 80 % Fett in der Trockenmasse, am besten auf ungeröstetem Toastbrot. Letzteres reibt die Schärfe von der Zunge.

NATALIE FASSMANN

Die Gartenküche hat es Ihnen angetan, aber von Chili-Rezepten haben Sie vorerst genug? Dann stöbern Sie doch durch unsere Rezeptkategorie und lassen sich von einer Vielzahl verschiedener Leckereien überzeugen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei und natürlich guten Appetit!

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Feurige Ernte: Chilis schön und scharf
  • Stachelige Besucher: Garten igelfreundlich gestalten
  • Großer Auftritt: Korkflügelstrauch mit flammrotem Laub
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