Steppen-Salbei, Riesen-Lauch und Storchschnabel kommen Ton in Ton daher. Wollziest und Bart-Iris geben der Pflanzung das gewisse Extra.

Steppensalbei Salvia nemorosa – die Wunderpflanze

Den Steppensalbei (Salvia nemorosa) ist den Bienen und Schmetterlingen wohl bekannt. Sie fliegen auf den aromatisch duftenden Lippenblütler. Gartenbesitzern, die dem Stepppensalbei bisher noch keinen Platz in ihrem Reich gewähren, sei er ans Herz gelegt. Warum?

Die schöne Beetstaude mit den straff aufrechten Blütenkerzen ist ein ausgesprochener Dauerblüher – acht Wochen sind keine Seltenheit. Ein bodennaher Rückschnitt zum Ende der Blüte garantiert einen zweiten, ebenso üppigen Flor.

Steppensalbei – glücklich mit wenig Wasser und viel Sonne

Der Steppensalbei ist äußerst pflegeleicht und anspruchslos. Er besteht auf einen warmen, sonnigen Standort und toleriert keine Winternässe. Am besten gedeiht er auf durchlässigen, mäßig nährstoffreichen, frischen Böden. Trockenere Standorte sind dem Steppen-Salbei recht. Kein Wunder, die Wildart, von der unsere Kultursorten abstammen, kommt natürlicherweise auf Steppenheiden und Trockenrasen vor.

Große Sortenvielfalt

Die Wildart spielt in unseren Gärten überhaupt keine Rolle. Vom Steppensalbei gibt es unzählige Sorten mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Neben den violettblauen Auslesen (‘Mainacht’, ‘Tänzerin’) haben Staudenzüchter wie Ernst Pagels und Karl Foerster Sorten mit rosafarbenen (‘Rosakönigin’), weißen (‘Schneehügel’, ‘Adrian’) und reinblauen Blüten (‘Blauhügel’) hervorgebracht. Außergewöhnlich ist ‘Caradonna’, deren tiefviolette Blüten an schwarzvioletten Stängeln stehen.

Alle Sorten der Staude bilden dichte Horste. In der Wuchshöhe und in der Wuchsform variieren sie. Sie bieten deshalb viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. So wird die tiefviolett blühende Salvia nemorosa ‘Marcus’ 25 Zentimeter hoch und wächst kompakt und aufrecht. ‘Amethyst’, die purpurviolette Blüten hat, kommt auf 80 Zentimeter und wächst eher buschig.

Kontrastreiche Begleiter

Heidegartenbereich mit blühendem Steppensalbei
Der Steppensalbei fühlt sich auf gut wasserdurchlässigen Böden an sonnigen Standorten wohl und ist zur Blütezeit schon von weitem deutlich zu sehen. Foto: GartenFlora

So vielfältig wie Steppensalbei aussieht, so vielseitig wird er auch verwendet. Er ist ein idealer Rosenbegleiter, weil er zeitgleich mit den meisten Rosen blüht. Dem Steppensalbei bereiten die nährstoffreichen, frischen Böden, auf denen gut versorgte Rosen stehen, keine Probleme. Damit ist Salvia nemorosa ein besserer Rosenkavalier als Lavendel, der trockenen und mageren Boden bevorzugt. Auch im Staudenbeet macht der Salbei eine gute Figur. Am besten pflanzen Sie ihn in kleinen Gruppen von drei bis zehn Stück.

Solche geeigneten Partner sind beispielsweise:

  • Roter Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea)
  • Katzenminze (Nepeta x faassenii)
  • Sommer-Margerite (Leucanthemum maximum)
  • Schafgarbe (Achillea filipendulina)
  • Gräser

Interessante Verwendungsmöglichkeiten

Wer Platz im Garten hat, kann den Dauerblüher großflächig einsetzen – eindrucksvoll sind Steppensalbei-Pflanzungen, die Flüsse imitieren. Der Tausendsassa passt gut in Steppenbeete, zum Beispiel mit Schafgarbe, Hoher Fetthenne (Sedum telephium) und Witwenblume (Knautia) als Partner. Mit ihm lassen sich Böschungen bepflanzen und kleine Hecken oder Beeteinfassungen anlegen. Er kommt sogar als Bodendecker zum Einsatz. In Pflanzgefäßen fühlt er sich ebenfalls wohl. 

Der Steppensalbei ist wegen seiner zumeist intensiv blauen bis violetten Blütenkerzen ideal für Farbeffekte. Sehr wirkungsvoll sind Kombinationen mit gelbblühenden Stauden. Passende farbintensive Partner sind unter anderem gelbblühende Schafgarben und der Goldsturm-Sonnenhut. Geradezu klassisch: Steppensalbei als Begleiter für Rosen mit rosafarbenen Blüten.

Steppensalbei vermehren

Wer solche großflächigen Pflanzungen plant, vermehrt die Stauden am besten selbst. Im Sommer gelingt das gut über Stecklinge. Aussaat ist ebenso möglich, allerdings fallen die meisten Sämlinge nicht sortenecht aus. Werden nicht so viele Pflanzen benötigt, teilt man im Frühjahr einfach die Horste. Fragen Sie Ihre Gartenfreunde, vielleicht haben die eine Pflanze übrig. Es wäre doch toll, wenn der Steppensalbei in diesem Sommer auch in Ihrem Garten blüht!