Aussaat von Jungpflanzen im Frühling. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Gartenpraxis im April: Aussäen, einpflanzen und mehr

Die Gartenpraxis im April bietet vielerlei Möglichkeiten, aber auch einige To Dos: Gemüse aussäen, Sträucher zurückschneiden, Blumenzwiebeln pflanzen, Kübelpflanzen aus ihrem Winterquartier holen und noch mehr. Die Mühe lohnt sich, denn jetzt wird die Grundlage für eine schöne, blütenreiche Gartensaison gelegt. Der April ist gleichzeitig ideal, um mal etwas Neues auszuprobieren, über den Winter geplante Projekte in die Tat umzusetzen oder neue Pflanzensorten kennenzulernen.

Tipps rund um den Zier- und Nutzgarten

Auch wenn das Wetter im April nicht immer so schön ist, wie wir es uns für den Frühling wünschen würden: Warm angezogen lässt sich die Bewegung an der frischen Luft durchaus genießen. Und der Garten im April bietet schließlich genug Aufgaben. Sollte es doch zu kalt und regnerisch sein, ist dieser Monat noch gut geeignet, um es sich drinnen gemütlich zu machen. Gerade wenn Reisen und Ausflüge nicht möglich sind, bieten Zeitschriften und Bücher eine Fülle an Inspirationen für den Garten.

Gartenpraxis im April © GartenFlora
Narzissen machen auch in schlichten Kisten oder Jutesäcken eine gute Figur. Nach der Blüte können sie in den Garten gepflanzt werden. © GartenFlora/Christian Gehler

Gartenpraxis im April: Ziergarten

Sommerblüher pflanzen

Jetzt ist Pflanzzeit für viele der im Sommer blühenden Blumenzwiebeln und Knollen. Im April können Sie unter anderem schon Hahnenfuß, Gladiolen, Schopflilien, Frühlingssterne oder auch Freesien pflanzen. Besonders frostempfindliche wie Begonien und Dahlien kommen am besten erst im Mai in den Gartenboden. Dahlien und Co. können jedoch jetzt schon in Gefäße gepflanzt und an einen frostgeschützten Standort gestellt werden. So haben sie schon einen Entwicklungsvorsprung, wenn sie im Mai ins Freie wechseln. Außerdem sind sie im Topf besser vor Schnecken geschützt, die sich gerne über junge Dahlientriebe hermachen.

Rhododendron zurückschneiden

Rhododendren benötigen keinen regelmäßigen Schnitt. Jedoch lassen sich im Frühjahr oder gleich nach der Blüte lange Triebe kürzen. Japanische Azaleen können jedes Jahr kugelig geformt werden. Gesunde Großblumige Rhododendron-Hybriden vertragen einen kräftigen Verjüngungsschnitt, manche sogar das Kappen in Kniehöhe im März oder April. Sie bauen sich langsam wieder neu auf. Sicherer ist aber schrittweises Verjüngen. So behalten die Büsche noch Laub, um die Assimilation – also ihren Stoffwechsel – zu betreiben.

Nach dem Verjüngungsschnitt ist bei immergrünen Sträuchern das Wässern ganz besonders wichtig –  und zwar vor allem an warmen, trockenen Tagen.

Düngen

Jetzt spendieren wir wieder Nährstoffe, indem Langzeitdünger leicht eingearbeitet wird. Erst im Bodenmilieu wirken sie richtig. Bei Gehölzen wird Dünger rundherum am Kronenrand eingeharkt. Hier befinden sich nämlich die aktiven Wurzeln. Leicht lösliche mineralische Dünger können auch auf die Mulchschicht um Stauden und Gehölze gestreut werden. Anschließend wird kräftig gewässert, damit die Nährsalze an die Wurzeln gelangen.

Außerdem jetzt im Ziergarten wichtig:

Foto: AdobeStock_Kirill Gorlov
Wärhrend und nach der Pflanzung müssen immergrüne Pflanzen ausreichend bewässert werden. Foto: AdobeStock_Kirill Gorlov
  • Robuste Sommerblumen wie Goldmohn, Feldrittersporn, Ringelblume, Kapuzinerkresse oder Duftsteinrich können Sie direkt ins Beet säen. Aber bitte nicht zu dicht, sonst bedrängen sich die jungen Sämlinge rasch gegenseitig. Zu eng stehende Pflanzen sollten vereinzelt werden.
  • Sträucher schneiden: In raueren Lagen blühen die Forsythien oft erst jetzt und geben damit das Startsignal für den Schnitt von Rosen sowie zahlreicher Halbsträucher wie Lavendel, Bartblume, Sommerflieder, Blauraute, Buschklee und Heiligenkraut.
  • Unkräuter in den Staudenbeeten möglichst frühzeitig entfernen, ehe sie Samen streuen können. Am besten ist Zupfen, nicht Hacken. Bei Letzterem werden allzu leicht junge Triebe und Wurzeln verletzt und außerdem wieder neue Unkrautsamen ans Licht befördert.
  • Schnee-Heide (Erica carnea) jährlich unmittelbar nach dem Verblühen kräftig in Form einer flachgedrückten Halbkugel zurückschneiden, um ein Verkahlen zu verhindern. Dabei alle beblätterten Triebe um gut zwei Drittel einkürzen.
  • Der Boden ist jetzt ausreichend warm für eine erfolgreiche Raseneinsaat.
  • Immergrüne Gehölze mit Topfballen vor dem Pflanzen in Wasser tauchen.
  • Noch können wurzelnackte Rosen in den Boden. Den Pflanzschnitt und das Anhäufeln der Sträucher nicht vergessen!
  • Direkt ins Beet gesäte Sommerblumen nach dem Keimen vereinzeln. Lassen Sie jeweils nur die stärksten stehen.

Gartenpraxis im April: Pflanzenschutz

Braune Blätter und trockene Triebe

Immergrüne wie Kirschlorbeer und Buchs haben unter langem Frost gelitten. Bei manchen zeigen sich erst jetzt die Schäden: braune Blätter und trockene Triebe. Bei Buchs und Koniferen sind das jedoch selten echte Frostschäden. Sie sind meist vertrocknet. Bei sonnigem Winterwetter haben die Blätter weiterhin Wasser verdunstet, obwohl die Wurzeln kein Wasser mehr aus dem gefrorenen Boden nachliefern konnten. Schneiden Sie die erfrorenen oder vertrockneten Triebe großzügig heraus.

Grüne Fichtenzapfen

Sie sind das Werk verschiedener Fichtengallenläuse. Die zapfenförmigen, bis zu drei Zentimeter großen Gallen entstehen je nach Läuseart an der Triebbasis oder am Triebende von Fichten. Die weiblichen Läuse saugen im Frühjahr an den Knospen, die dadurch zu mehrkammerigen Gallen anschwellen. In diese Kammern wandern die jungen Läuschen ein. Zwischen Juni und August verlassen sie die Gallen wieder, manche Arten siedeln auf Lärchen über, andere bleiben auf den Fichten. Betroffen sind Gewöhnliche Fichte, Weiß-Fichte, Zuckerhut-Fichte, Stech-Fichte sowie Orientalische Fichte. Die zunächst grünen, später braunen, trockenen Gallen schaden den Bäumen in ihrer weiteren Entwicklung jedoch nicht. Sollte der Befall optisch störend sein, können Sie die Gallen händisch abzupfen und stark befallene Triebe zurückschneiden. Ab Mai wandern die Läuse dann ohnehin ab.

Larven des Dickmaulrüsslers rechtzeitig bekämpfen

Buchtenförmig ausgefressene Blattränder sind ein untrügliches Zeichen für die Anwesenheit des Dickmaulrüsslers. Dessen Larven leben an den Wurzeln von Sträuchern und Stauden. Dagegen können im April und Mai nützliche HM-Nematoden eingesetzt werden. Die Nematoden werden mit dem Gießwasser ausgebracht.

Spitzendürre an Forsythien

Auch Forsythien können an der Monilia-Spitzendürre erkranken. Insbesondere an Sauerkirsche und Aprikose tritt diese Krankheit häufig auf. Ebenfalls stark betroffen sind die Zwergmandel (Prunus tenella) und Mandelbäumchen (Prunus triloba). Kurz nach der Blüte welken die Blätter rasch, werden braun und sterben ab. Charakteristisch ist, dass die trockenen Blätter sehr lange am Trieb hängenbleiben. Der Monilia-Pilz schlägt besonders bei kühlem, feuchtem Frühjahrswetter zu. Er dringt über die Blüte in den Trieb ein und verstopft die Leitungsbahnen, so dass der Trieb welkt. Schneiden Sie die trockenen Triebe darum bis 20 cm ins gesunde Holz zurück.

Foto: AdobeStock_pticelov
Die Monilia-Spitzendürre erkennen Sie an trockenen, hängenden Triebspitzen. Foto: AdobeStock_pticelov

Die Blütentriebe von Zwergmandel und Mandelbäumchen werden nach der Blüte auf wenige Knospen zurückgeschnitten. Das verringert das Infektionsrisiko im kommenden Frühjahr. Nach einem starken Vorjahresbefall hilft bei angekündigtem nasskaltem Wetter eine vorbeugende Behandlung.

Gartenpraxis im April: Nutzgarten

Stachelbeerbüsche verpflanzen

Ältere Stachelbeerbüsche lassen sich nur schwer verpflanzen. Selbst, wenn sie noch vital sind, wachsen sie mitunter schlecht oder überhaupt nicht an. Überstehen sie das Versetzen, kann es durchaus ein bis zwei Jahre dauern, bis sie wieder ausreichend tragen. Soll ein Stachelbeerbusch umziehen, ist es sicherer, Jungpflanzen heranzuziehen.

Dazu die Mutterpflanze im April mit einem Kompost-Sand-Gemisch anhäufeln. Bis zum Herbst bilden sich entlang der Triebe junge Wurzeln. Dann den Strauch wieder abhäufeln und die Kräftigsten der bewurzelten Triebe bodeneben abschneiden. Sie können in Tuffs à drei Pflanzen an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden. Danach um etwa die Hälfte einkürzen. So entstehen wieder vitale Stachelbeersträucher.

Hagebuttenrosen

Für die Hagebuttenernte gepflanzte Kartoffel-Rosen (Rosa rugosa) können jetzt noch auf wenige Zentimeter gekürzt werden. Sie werden trotzdem blühen und fruchten. Die Hunds-Rose (Rosa canina) und die Apotheker-Rose (Rosa gallica) würden für ein Jahr mit dem Fruchten aussetzen.

Was sonst noch im April im Nutzgarten zu tun ist

Gartenpraxis im April Foto: AdobeStock_Osterland
Steckzwiebeln möglichst früh pflanzen – dann bringen sie mehr Ertrag als wenn sie erst Ende April in die Erde kommen. Foto: AdobeStock_Osterland
  • Direktaussaaten von Kohl, Rettich, Dicker Bohne, Mangold oder Lauchzwiebel können den gesamten April, die von Roter Bete frühestens Mitte des Monats in den Boden. Mit Basilikum, Gartenbohne und Zucchini warten Sie jedoch besser bis Monatsende.
  • Steckzwiebeln möglichst früh – schon Anfang des Monats – pflanzen, damit sie früher reifen und mehr Ertrag bringen als die Ende April gesteckten.
  • Rettich und Radieschen gleichmäßig feucht halten. Junge Keimlinge bleiben dann von Flohkäfern (Erdflöhen) verschont. Größere Pflanzen schossen seltener, ihre Rüben wachsen zügig, werden seltener holzig und bleiben milder.
  • Treiben Rebstöcke aus, bluten sie nach Schnittmaßnahmen kaum noch. Zudem verwachsen die Wunden bei den mittlerweile höheren Temperaturen leichter und schneller.
  • Die Aussaat vergessen? Der Handel bietet jetzt eine große Auswahl an Kohl-, Salat-, Mangold- und anderen Gemüsesetzlingen. 
  • Wurzelnackte Obstgehölze sollten Sie bis spätestens Mitte April einpflanzen, andernfalls gelingt das Verpflanzen nicht mehr.
  • Pfirsiche, Aprikosen und Nektarinen nach der Blüte schneiden, sobald frostgeschädigte Triebe oder Blüten zu erkennen sind. 
  • Sofern noch nicht geschehen, die Ruten von Brombeere und Himbeere sowie die Fruchttriebe von Tafelreben ans Spalier heften. Dabei überschüssiges Holz herausschneiden.
  • Die ersten Freilandgurken ab Ende April aussäen. In rauen Gegenden mit einem Vlies- oder Folientunnel vor Kälte schützen oder Jungpflanzen im Warmen vorziehen.
  • Kräuselkranke Pfirsichblätter abpflücken. Die Gehölze treiben dann gesund aus. Schneckengefährdete Setzlinge mit Schneckenkragen schützen.
  • Porree aussäen: Bis Mitte April ausgesäter Porree entwickelt sich bis zum Herbst zu kräftigen Stangen. Verpflanzt werden die Sämlinge im Juni.
  • Blattflöhe bekämpfen: Die Blattflohkäfer nagen kleine Löcher in die Blätter von jungen Kohlpflanzen und Radieschensämlingen. Häufig sind die Keimblätter so stark zerfressen, dass die Pflanzen nicht weiterwachsen. Häufiges Hacken und Gießen der Beete hält die Schädlinge jedoch im Zaum.

Tipps für Terrasse & Balkon im April

Kübelpflanzen umtopfen gibt neue Kraft

Kurz vor dem Austrieb heißt es für die meisten Kübelpflanzen: Zeit für einen Erdwechsel! Junge Exemplare kommen jährlich in einen um ein bis zwei Nummern größeren Topf. Bei älteren genügt ein Rhythmus von zwei bis vier Jahren. Frisches Substrat ist in jedem Fall angesagt, wenn das alte völlig durchwurzelt und verfilzt ist, sodass kaum noch Wasser – und damit Nährstoffe – sowie Luft zu den Wurzeln dringen. Höchste Zeit ist es außerdem, wenn das Gefäß ausgebeult oder gar gesprengt wurde. Ausnahme: die Schmucklilie (Agapanthus). Sie mag es gerne etwas beengt.

Gartenpraxis im April © GartenFlora
Wenn es im Topf zu eng wird, können Kübelpflanzen jetzt umgetopft werden. Die Schmucklilie ist eine Ausnahme. © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Robuste Kübelpflanzen ausräumen

Je nach Lage und Witterungsverlauf können Sie Ende März oder Anfang April die ersten, kälteverträglichen Kübelpflanzen wieder nach draußen stellen – vorrangig solche aus mediterranen Regionen, unter anderem Lorbeer, Olive, Rosmarin, Oleander, Erdbeerbaum und Feige, sowie aus Ostasien wie Kamelie, Sternjasmin, Hanfpalme, Wollmispel und Aukube. Die ausgeräumten Kübelpflanzen werden zunächst etwas geschützt gestellt, zum Beispiel im Halbschatten an der Hauswand und für stärkere Temperatureinbrüche werden Vlies oder Sackleinen bereitgehalten.

Kühle Überwinterung nötig

Nur, wenn die Kübelpflanzen bei wenigen Grad über 0 °C überwintert wurden, können Sie jetzt schon ins Freie. Standen die Pflanzen zu warm, sind sie nun geschwächt und haben gleichzeitig oft schon lange, dünne Triebe gebildet, die Spätfrösten leicht zum Opfer fallen würden.

Weitere Tipps für den Topfgarten im April

Foto: AdobeStock_Studio Light & Shade
Kübelpflanzen können langfristig mit Depotdünger oder regelmäßig über das Gießwasser gedüngt werden. Foto: AdobeStock_Studio Light & Shade
  • Oleander, Citrus & Co. ab Austriebsbeginn wieder düngen. Besonders bequem: Einen Depotdünger ins Substrat einarbeiten.
  • Sofern noch nicht geschehen, Kübelpflanzen jetzt zurückschneiden, damit sie buschig und kompakt austreiben.
  • Alte Töpfe, Kästen und Kübel vor dem Bepflanzen gründlich reinigen, denn damit beugen Sie Krankheiten vor.
  • Überwinterte Pelargonien, Fuchsien und andere Balkonblumen umtopfen und kräftig zurückschneiden. 
  • Regelmäßig gegossen, gedüngt und ausgeputzt, blühen Hornveilchen, Bellis, Primeln & Co. bis zum Schichtwechsel im Topfgarten Mitte Mai durch. 
  • Bilden Balkonblumen-Sämlinge die ersten richtigen Blätter, in Einzeltöpfchen pikieren. Sehr hell stellen und langsam mit dem Abhärten beginnen. 
  • Verblühte Blumenzwiebeln in Töpfen oder Schalen nicht wegwerfen: Sie ziehen später in den Garten um. 
  • Gefäße, in denen Pflanzen kränkelten, vor dem Neubepflanzen gründlich reinigen.
  • Wer seine Balkonblumen bereits im April kauft, sollte darauf achten, dass die Töpfchen bis zum Pflanzen nicht austrocknen und keinen Frost abbekommen. 
  • Überwinterte Topf-Kräuter wie Salbei, Thymian, Bohnenkraut und Lavendel um die Hälfte bis zwei Drittel ihrer Höhe zurückschneiden. 
  • Die alten Blütenstände am Oleander stehen lassen, denn aus ihnen entwickelt sich ein erster früher Flor.

Die Top-Themen der Oktober-Ausgabe:

1. Farbenreiche Ziergräser: Weichzeichner im Garten

Von wegen nur grün! Gräser gibt es in vielen abwechslungsreichen Farben und Formen. So lassen sie sich effektvoll einsetzen.

2. Bäume unterpflanzen: Robuste Stauden für den Schatten

Wer unter Bäumen bestehen will, muss Schatten, Trockenheit und Wurzeldruck standhalten. Wir zeigen, welche Stauden dort gut wachsen.

3. Furioses Finale: So bunt leuchten Wilder Wein & Co

Zum Saisonende geben die Kletterkünstler noch einmal alles und hüllen Hausfassaden, Mauern, Zäune und Pergolen in feuriges Gelb, Orange und Rot.

 

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