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Schneeheide:Ausdrucksstarker Zwergstrauch mit Winterblüte

Ein wirres, beinahe borstiges Strauchwerk und dennoch so traumhaft anzusehen: Die Schneeheide ist ein winterblühender Zwergstrauch, der den Charme einer friedlichen Heidelandschaft mit sich bringt. Wählt man den richtigen Standort, bereichern ihre farbenfrohen Blütenteppiche die sonst so karge Jahreszeit.

Schneeheide – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Herkunft der Schneeheide

Die Schneeheide (Erica carnea) ist auch unter den Namen Frühlingsheidekraut oder Winterheide bekannt und gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Ihre natürlichen Standorte liegen im Flachland, prägen aber auch Gebirgslandschaften in West-, Mittel- und Südosteuropa sowie Marokko.

Blühende Schneeheide an Böschung im Wald. Foto: AdobeStock_Violeta
In Teilen Süddeutschlands, besonders dem Alpengebiet, prägen Kiefernwälder mit Schneeheiden die Hang-Landschaften. Foto: AdobeStock_Violeta

Wuchs und Aussehen

Die Schneeheide wird zu den Zwerggehölzen, beziehungsweise Kleinsträuchern, gezählt, da sie selten höher als 30 Zentimeter wird. In großen Gruppen bilden die Schneeheiden mit ihren immergrünen, stark verzweigten Trieben ganze Teppiche. Ihre zarten Äste im unteren Drittel wachsen zudem oft leicht gekrümmt, wodurch sich der bodendeckende Effekt noch verstärkt.

Blätter und Blüten

Das Laub der Schneeheide ist nadelförmig, die Blätter sind wechselständig angeordnet und glänzen in sattem Grün an den verholzten Zweigen. Je nach Sorte stellen die Winterblüher zwischen November und März ihre grazilen traubigen Blütenstände zur Schau – in Weiß, Rosa-, Rot- oder Lilatönen. Für viele Insekten stellen sie zudem dank ihrer frühen Blüte eine wichtige Nahrungsquelle dar. Außerdem verpassen nicht nur die unterschiedlichen Blütenfarben dem tristen Winter ein buntes Leuchten, denn auch spannende Laubvarianten wie Silbergrau, Gelb- oder Bronzegrün finden sich unter den Sorten.

Standortbedingungen der Schneeheide

Sonnige bis absonnige Standorte sind für Erica carnea geeignet. Die Art gedeiht besonders gut auf humosem, lockerem Boden. Typische Gartenböden sind tendenziell meist etwas zu schwer für die Schneeheide. Durch das Einbringen von Sand oder feinem Kies lassen sich die nötigen Voraussetzungen aber schnell herstellen.

Violett blühende Schneeheide. Foto: AdobeStock_summersum
Sowohl zart-pastellige als auch kräftige Farben finden sich in der großen Sortenpalette der Schneeheide. Foto: AdobeStock_summersum

Während typische Heidekrautgewächse wie Wacholder, Moosbeere oder die Besenheide einen sauren pH-Wert benötigen, zeigt sich die Schneeheide in dieser Sache flexibel – alles zwischen schwach sauer und schwach alkalisch verträgt sie gut. Anders als viele andere Heidepflanzen ist sie wildwachsend sogar eher auf kalkigen Böden zu finden.

Hinweis: Obwohl Heidegewächse in der Natur meist in Moorbiotopen wachsen, sollten Sie der Umwelt zuliebe auf torfhaltiges Substrat verzichten. Alternativen mit Kokos- oder Holzfasern besitzen ebenfalls eine gute Wasserdurchlässigkeit. Mit saurem Dünger lässt sich verhindern, dass das Substrat langfristig zu alkalisch wird.

Eine Schneeheide pflanzen

Ins Freiland setzt man die Schneeheide am besten zwischen September und November, in ungefrorenen Boden. Hilfreich ist es, den Wurzelballen vorher in einen Eimer mit Wasser zu tauchen, damit er gut durchfeuchtet ist. Außerdem muss man auch in den folgenden Wochen gründlich wässern. Heben Sie das Pflanzloch großzügig aus und setzen Sie den Wurzelballen nicht zu tief ein. Für eine bodendeckende Pflanzung setzt man zwischen acht und zehn Pflanzen pro Quadratmeter.

Vorteilhafte Symbiose

Sowohl bei der Freilandpflanzung als auch während des Umtopfens muss vorsichtig mit den Wurzeln umgegangen werden – die alte Topferde sollte nicht entfernt werden. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Symbiose zwischen der Schneeheide und bestimmten Wurzelpilzen. Die sogenannte Ericoide Mykorrhiza verbessert die Wasseraufnahme der Heide und versorgt sie mit Stickstoff und Phosphor. Im Gegenzug teilen die Pflanzenwurzeln ihre nährreiche Zuckerlösung mit dem Pilzgeflecht.

Die richtige Pflege

Schneebdeckte Blüte einer Schneeheide. Foto: AdobeStock_kathomenden
Besonders entzückend: die leuchtenden Blüten der Schneeheide unter weißer Eisdecke. Foto: AdobeStock_kathomenden

Da die Schneeheide immergrün ist, muss sie auch im Winter gegossen werden. Der Wurzelballen sollte niemals vollständig austrocknen. Prüfen Sie darum regelmäßig die Bodenfeuchte; auch um nicht zu überwässern und Staunässe zu verhindern.

Für einen buschigeren Wuchs kann die Schneeheide zwischen Ende März und April bis zu einem Drittel zurückgestutzt werden. Obwohl die Schneeheide karge Landschaften gewohnt ist, freut sie sich über etwas Dünger nach dem Rückschnitt, womit gleichzeitig die Bodenstruktur gelockert wird. Düngen Sie im Freiland ausschließlich mit organischem Dünger wie beispielsweise Kompost oder auch mit Eichenlaub, das bei Zersetzung für zusätzliche Säure sorgt. Für Töpfe können Sie zum Beispiel auf Flüssigdünger für Rhododendren und Azaleen zurückgreifen.

Vermehrung

Die Schneeheide lässt sich im Spätsommer über vollausgereifte Stecklinge vermehren. Auch sogenannte Absenker sind möglich: Das sind nach unten fixierte Triebe, die durch den Bodenkontakt selbst Wurzeln bilden und nach einiger Zeit von der Mutterpflanze getrennt und weiterkultiviert werden können.

Krankheiten und Schädlinge

Schneeheiden sind pflegeleichte und robuste Pflanzen. Dennoch können Sie – meist bei zu feuchtem Boden – von Pilzkrankheiten heimgesucht werden oder unterirdisch Schaden durch die Larven des Dickmaulrüsslers nehmen.

Verwendung

Mit der Schneeheide ergeben sich ganz zauberhafte Gestaltungsmöglichkeiten. Arrangements, die sich an natürlichen Pflanzengemeinschaften orientieren, schaffen besonders natürlich wirkende Gartenbilder.

In weitläufigen Gärten akzentuieren bodendeckende Schneeheiden beispielsweise Kiefern-, Birken- oder Wacholderpflanzungen. Andere Heidesträucher wie der Ginster und die Besenheide oder beerentragende Sträucher wie die Preiselbeere ergänzen eine Schneeheide auf gleicher Höhe und lassen fantastische, bodendeckende Flächen entstehen.

Wer die natürliche Optik der Heidelandschaft imitieren möchte, kann durch einige große Natursteine den ariden Charakter der Heide im eigenen Garten nachempfinden.

Aber auch zahlreiche Stauden bieten sich als Begleitpflanzen an. Harmonisch und dennoch aufregend können beispielsweise Heidenelke (Dianthus deltoides), Bärenfellgras (Festuca gautieri), Sand-Thymian (Thymus serpyllum) oder der Echte Ehrenpreis (Veronica officinalis) die Schneeheide ergänzen.

LUISA ROTH

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