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Rosen im Frühjahr schneiden

Kein Zweifel: Wenn die Forsythien blühen, ist der Winterschlaf der Rosen langsam, aber sicher vorbei – und der aller Gärtner*innen auch. Das ist gut so, denn im Beet steht der frühjährliche Rosenschnitt an. Dabei sollten Sie darauf achten, welche Sortengruppe Sie vor sich haben. Öfterblühende Rosen schneiden Sie zum Beispiel anders als einmalblühende, und auch bei Kletterrosen gelten besondere Regeln.

An die Rosen, fertig, los!

Doch Halt: Bevor Sie Ihre Rosen schneiden, entfernen Sie zunächst den Winterschutz: Koniferenreisig oder ähnliche Auflagen von Kletter- und Strauchrosen können nun endgültig weg. Bei Stammrosen empfiehlt es sich, die Schutzhauben oder Vliese, mit denen die Kronen eingewickelt waren, noch griffbereit zu halten. Sollten Frosteinbrüche unter etwa -5 °C auftreten, ist es ratsam, besonders die Veredlungsstelle vor einem späten Erfrieren zu schützen.

Abhäufeln und düngen

Die im Herbst aufgehäufelte Erde, mit der etwa Beet- und Edelrosen vor strengen Frösten geschützt wurden, wird jetzt entfernt. Am besten arbeitet man sie rund um die Pflanzen in den Boden ein. In diesem Arbeitsgang wird gleich gedüngt, zum Beispiel mit einem handelsüblichen, organisch-mineralischen Rosendünger. Ergänzend können Sie alle zwei Jahre noch einen Bodenverbesserer zugeben.

Wann sollte man Rosen schneiden?

Austreibende Rose. Foto: iStock_LianeM
Austreibende Rose. Foto: iStock_LianeM

Am besten orientieren Sie sich an den sogenannten phänologischen Jahreszeiten. Ihre Einteilung erfolgt nach dem Stand der Natur, und sie sind leicht zu identifizieren, wenn man sich nur einmal umschaut, was in Gärten und Parks bereits blüht. Die Rosenpflege startet im sogenannten Erstfrühling, und dieser kündigt sich durch die auffällige Vollblüte der Forsythien, aber auch durch die Blattentfaltung von Stachel- und Johannisbeeren an. Je nach Wetterverlauf und Gegend fällt der Erstfrühling in den März oder April und wird vom „Vollfrühling“ mit der Flieder- und Apfelblüte abgelöst.

Beim Schneiden der Rosen schadet es übrigens nicht, wenn die Augen bereits mehr oder weniger weit ausgetrieben haben. Rosen zehren zuerst Vorräte auf, die sich in ihrer Rinde befinden, und büßen durch den Verlust von Austrieben bis etwa Mitte/Ende April nicht allzu viel von ihrer Energie ein. Selbst ein relativ später Rückschnitt – fachgerecht und nicht zu zimperlich durchgeführt – ist viel besser, als die Pflanzen einfach wachsen zu lassen!

Ist im Winter alles gut gegangen?

Schwellen die Triebanlagen („Augen“) und beginnen sich zu strecken, können Sie davon ausgehen, dass sie nicht frostgeschädigt sind. Regt sich noch nichts, ist das kein Grund zur Sorge: Manche Sorten treiben erst spät aus. Wer sichergehen will, schneidet ein Stückchen Trieb ab. Zeigt sich das Mark an der Schnittstelle frisch und weist zur Rinde hin einen grünen Ring auf, ist alles gut.

Trockenes, graubraunes Holz ist hingegen abgestorben. Schneiden Sie in diesem Fall weiter herunter. Meist findet sich in tieferen Schichten noch Leben. Selbst wenn bis zum Boden alles braun ist, sollte man die Rose nicht gleich aufgeben. Manchmal treiben tief im Erdreich geschützt liegende Augen noch im Mai aus. Erst wenn sich etwa Anfang Juni gar nichts tut, muss man sich eingestehen, dass die Pflanze verloren ist.

Auslichten oder zurückschneiden?

Der Erstfrühling ist ideal für den Rosenschnitt. Die unbelaubten Sträucher zeigen genau, wie sie aufgebaut sind und wo zu schneiden ist. Außerdem treiben sie bald aus. Durch einen rechtzeitig vorgenommenen, richtigen Schnitt bereitet man den jungen, Blüten tragenden Trieben den Weg. Grundsätzlich gibt es bei Rosen zwei Methoden: den Auslichtungsschnitt und den Rückschnitt. Welcher der passende ist, hängt davon ab, ob man eine einmalblühende Rose vor sich hat oder ob der Strauch mehrmals im Sommer Blüten hervorbringt.

Faustregeln für den Schnitt:

  • Triebe, die dünner sind als ein Bleistift, entfernen Sie vollständig (Ausnahme: Sorten, die von Natur aus sehr feintriebig sind).
  • Kreuzen sich zwei Triebe oder stehen sie nahe beieinander, den älteren oder dünneren von beiden komplett ausschneiden.
  • Stets leicht schräg direkt über einem austreibenden Auge schneiden.
  • Grundsätzlich auf ein Auge schneiden, das aus der Pflanze herausweist.
  • Neu gepflanzte Rosen sollten Sie stark zurückschneiden: Pro Trieb bleiben maximal drei Augen stehen. So ist die junge Pflanze gezwungen, sich kraftvoll neu aufzubauen.

Öfterblühende Edel-, Beet- und Zwergrosen schneiden

Öfterblühende Rosen werden nicht nur ausgelichtet, sondern auch zurückgeschnitten. Fast alle modernen Sorten, also Beet-, Edel- und Strauch-Rosen, aber auch einige Alte Rosen, wie Portland-, Bourbon-, China-, Remontant- und Tee-Rosen, benötigen diese Behandlung. Das Strauchwerk wird so weit zurückgenommen, dass sich aus den unteren Regionen kräftige Austriebe – gut ernährt und ohne Hindernis – entwickeln können.

Beet-, Bodendecker- und Edel-Rosen können Sie tiefer zurückschneiden. Mindestens ein Fünftel der Trieblänge sollte jedoch stehen bleiben.

  • Bei einer Beetrose sind viele Blütentriebe erwünscht. Wird sie zu langtriebig, geht der buschige Wuchs verloren. Kürzen Sie ihre Triebe so stark ein, dass drei bis fünf Vorjahrestriebe mit jeweils drei Augen übrig bleiben.
  • Damit die pflegeleichten Bodendeckerrosen dicht wachsen, kürzen Sie alle Triebe aus dem Vorjahr um ein Drittel ein – dafür können Sie ganz einfach eine Heckenschere verwenden. Überalterte Triebe werden entfernt.
  • Bei Edelrosen sollen lange, gerade Blütenstiele entstehen. Schneiden Sie die starken Triebe auf fünf Augen und die schwächeren Triebe auf drei Augen zurück

Die Triebe kontrollieren

Achten Sie beim Frühjahrsschnitt der Rosen auf rötlichbraune bis lilafarbene Flecken an den Trieben. Später verfärben sie sich hell- bis graubraun. Das sind Schäden, die von der Rindenfleckenkrankheit verursacht werden. Die wandert im Lauf des Sommers in Richtung Wurzel und kann die Triebe abtöten. Schneiden Sie die Triebe bis 20 Zentimeter unterhalb der Befallsstelle zurück. Rosen sind anfällig für diese Pilzkrankheit, wenn ihr Holz im Herbst nicht ausreifen konnte oder wenn ihre Triebe von Insekten, Frost oder grobem Schnitt verletzt wurden.

Öfterblühende Strauchrosen und Englische Rosen schneiden

Öfterblühende Strauchrosen bilden ihre Blüten an den Seitentrieben der Vorjahrestriebe. Je nach Sorte werden sie 120 bis 300 Zentimeter hoch. Bei ihnen geht es in erster Linie darum, die dekorative kuppelförmige Form erhalten. Bei einem regelmäßigen Frühjahrsschnitt blühen die Rosen auch an den kürzeren seitlichen Trieben und verkahlen auch nicht so leicht von unten. Strauchrosen werden grundsätzlich nicht ganz so beherzt wie Beetrosen geschnitten, da sie dann zwar üppig wachsen, aber nur eine spärliche Blüte entwickeln.

  • Schneiden Sie den gesamten Strauch um ein Drittel bis maximal zur Hälfte zurück.
  • Kürzen Sie die Seitentriebe auf fünf Augen.
  • Entfernen Sie altes, krankes Holz
  • Entfernen Sie alte Blüten sowie dünne Triebe.
  • Kürzen Sie die Haupttriebe über unten stehenden, starken Seitentrieben.
  • Astgabeln mit vielen Trieben werden auf zwei Triebe reduziert.
  • Für eine Verjüngung entfernen Sie überalterte Triebe vollständig an der Basis.
 Rosen Schneiden -  Schnittstellen der Öfterblühenden Strauch-Rose
Der Schnitt bei einer öfterblühenden Strauchrose.

Einmalblühende Rosen schneiden

Historische Rosen (wie etwa Gallica-, Alba-, Damaszener- oder Moos-Rosen und Zentifolien) und Wildrosen blühen an den mehrjährigen Zweigen. Daher sollten Sie einen starken Frühjahrsschnitt unterlassen und nur auslichten. Vergreiste Äste, die zu fein verzweigt sind, um noch kräftige, neue Blütentriebe zu bilden, schneiden Sie direkt an der Pflanzenbasis vollständig aus. Das betrifft grundsätzlich alle Triebe, die älter als vier, fünf Jahre sind. So wird Platz geschaffen für neue, unverzweigte Bodentriebe. Diese blühen zwar erst ab dem zweiten Jahr – dafür wird die Pflanze verjüngt und bleibt intakt.

Kletterrosen schneiden

Kletterrosen malen mit ihren Blütengirlanden, die sich verschwenderisch über Pavillons, Mauern, Zäune und Torbögen legen, wildromantische Gartenbilder. Die Wildheit liegt den regen Klimmern im Blut. Die romantische Blütenfülle können Sie lenken – durch das richtige Schneiden und Anbinden.

Wie bei allen Rosen steht zur Forsythienblüte auch bei den Kletterern der Schnitt an. Am besten schneiden Sie einen Teil der vorhandenen Gerüstäste auf unterschiedlichen Höhenstufen jeweils bis zu einer Verzweigung mit einem jungen, kräftigen Seitentrieb zurück. Das wirkt einem Verkahlen der Sträucher von unten her entgegen und kontrolliert etwas ihren Drang in die Höhe. Dann an den verbliebenen Gerüstästen alle Seitentreibe auf kurze Zapfen einkürzen.

Einjährige Langtriebe aus der Strauchbasis sollten Sie gar nicht schneiden, sondern nur anbinden. Sie werden die neuen Gerüstäste. Zuletzt noch das anhaftende oder auf dem Boden liegende Laub sorgfältig entfernen. So lassen sich Infektionen mit Blattkrankheiten vorbeugen.

1. Zapfenschnitt An den waagerecht gebundenen Haupttrieben haben die im Vorjahr gebildeten einjährigen Seitentriebe reich geblüht. Nun werden sie auf Zapfen mit etwa drei Augen eingekürzt – für einen weiteren üppigen Flor. 
2. Verjüngen Damit die Rose vital bleibt und aus der Strauchbasis immer neue Langtriebe nachgeschoben werden, jährlich ein bis zwei der ältesten Gerüstäste vollständig bis zum Ansatz zurückschneiden.
3. Formieren Entfernen Sie zudem Triebe, die in die falsche Richtung streben, also nicht leitfähig sind.

Schnittstellen der Kletter-Rose
Der Schnitt bei einer Kletterrose.

Kletterrosen nach dem Schnitt anbinden

Kletterrosen tendieren stark nach oben. Sie bilden Langtriebe, die, je nach Sorte, mehrere Meter beinahe senkrecht in die Höhe streben. Lässt man sie machen, verzweigen sie sich nur an den Spitzen und bilden nur dort Blüten. Die ganze Pracht spielt sich dann weit über unseren Augen und Nasen ab, und darunter bleibt es farblos und kahl. Zu schade! Werden die Langtriebe dagegen fächerförmig an ein Spalier geheftet oder sogar in die Waagerechte gezogen, bremst das ihren Wuchseifer. Dafür treiben über die gesamte Länge Augen aus, aus denen sich kurze Seitentriebe entwickeln, die jeweils in Blüten münden. Das Ergebnis: Rosen satt in Schnupperhöhe!

Ramblerrosen schneiden

  • Schwachwachsende Ramblerrosen, die am Rosenbogen oder Obelisken wachsen, schneiden Sie am besten wie Kletterrosen.
  • Starkwachsende Rambler benötigen hingegen keinen regelmäßigen Schnitt – schneiden Sie einfach nach Bedarf, vor allem, wenn der Wuchs als störend empfunden wird.

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Das sind die Top-Themen:

  • Mohn, Iris & Paeonien: Passende Stauden für die Beetsolisten
  • Süßes Naschobst: Vielfalt vom Balkon und aus dem Garten
  • Der Steingarten: Blühende Polster setzen farbenfrohe Akzente
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