Auch für ein Gesteck eignen sich Hagebutten hervorragend.

Hagebutten – Die dekorativen Rosenfrüchte

Wenn die Edelrosen ihre beste Zeit hinter sich haben, trumpfen im Herbst die wilden Schwestern auf. Und wie! Weithin leuchtender Fruchtschmuck, hübsch anzuschauen und auch noch lecker! Roh verzehrt liefern Hagebutten, je nach Art, bis zu 25-mal mehr Vitamin C als Zitronen.

Welche Rosen tragen Hagebutten?

Um Hagebutten bilden zu können, benötigt die Blüte Staubfäden und Stempel. In gefüllten Blüten sind diese Organe zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet. Je weniger gefüllt die Blüten sind, desto reicher ist also meist der Fruchtbehang. Daher sind Wildrosen in ihrer Urform mit offenen Blütenschalen die reichsten Hagebuttenträger.

Dennoch gibt es Überraschungen: Manche Züchtungen mit recht stark gefüllten Blüten wie die Hunds-Rosen-Züchtung ‘Griseldis’, die Kleinstrauchrose ‘Alpenglühen’ oder der Rambler ‘Bobbie James’ bilden viele Früchte. Die Blütenfüllung scheint für die Fruchtbildung also weniger entscheidend zu sein als das genetische Erbe.

Für manche Gärtner*innen ist es ein Dilemma: Soll man nun die Blüten belassen, um dekorative Hagebutten zu erhalten, oder schneidet man sie eher ab, um eine Nachblüte zu fördern? Hierfür gibt es keine klare Regel. Edel-, Strauch- und Beetrosen setzen ohnehin wenige Hagebutten an. Grundsätzlich gilt: Schneiden Sie den ersten Flor getrost zurück und lassen Sie die Blüten ab dem Hochsommer zum Reifen der Früchte stehen.

Hagebuttenrosen auf einen Blick

  • ‘Macrocarpa’bedeutet „großfruchtig“ und verrät schon die herausragende Eigenschaft dieser Rosa sweginzowii-Sorte: bis zu 5 cm (!) große Früchte in hübscher Flaschenform.
  • Die Bibernell-Rose (R. spinosissima) ist die schnellste: Schon ab August hängen schwarze, kleine Früchte am Strauch. Die Art eignet sich wegen ihrer starken Ausläuferbildung zur Hangbefestigung, selbst im Dünensand gedeiht sie gut.
  • Die Kastanien-Roseoder Igel-Rose (R. roxburghii) ist eine echte Rarität. Aus rosafarbenen Blüten entwickeln sich große, grüne Stachelfrüchte. Die Rinde blättert im Alter hübsch ab.
  • Die Apfel-Rose(R. villosa) ist eine der wertvollsten Hagebuttenrosen. Sehr viele, bis vier Zentimeter große Früchte mit drüsiger, nach Harz duftender Behaarung. Sehr Vitamin C-reiches, besonders saftiges Fruchtfleisch, daher auch zum Frischverzehr gut geeignet. Zahme Wilde mit nur 1,5 m Höhe. Große Blüten.
  • ‘PiRo 3’wird die Pillnitzer Vitaminrose kurz genannt. Sie liefert 1150 mg Vitamin C pro 100 g Früchte! Gleichmäßige Fruchtreife und leichte Ernte dank nahezu stachelloser Triebe.

Da beim Einkochen viel von dem hitzeempfindlichen Vitamin verloren geht, sollten Sie die süßsauren Früchtchen auch mal direkt vom Strauch naschen – nach dem Frost sind sie weich und süßer. Die Kerne vor jedem Verzehr entfernen.

Hagebutten werden von Vögeln sehr geschätzt. Foto: Pixabay
Hagebutten werden von Vögeln sehr geschätzt. Foto: Pixabay

Hagebutten – Nahrung für Vögel

Für über 25 Vogelarten sind Hagebutten wertvolle Winternahrung. Selbst die hübschen Seidenschwänze werden zuweilen angelockt.

Am beliebtesten sind kleinfrüchtige Butten, zum Beispiel von Moschus-Rosen (R. moschata), Vielblütigen Rosen (R. multiflora), Kriech-Rosen (R. arvensis) und Zimt-Rosen (R. majalis): Ein Haps – und das vitaminreiche Fruchtfleisch verschwindet mitsamt den energiereichen Kernen im Vogelmagen.

Großfrüchtige Hagebutten werden dagegen meist erst geplündert, wenn der Frost ihr Fruchtfleisch schön weich gemacht hat. In jedem Fall profitiert die Rose vom Mundraub: Ihre Samen benötigen den Angriff der Magensäure, um keimen zu können.