[Foto: AdobeStock_Nick Taurus]

Voraussichtliche Lesedauer:  5 Minuten

Kartoffelrose: Robuste Schönheit

Von Luisa Roth

Wildrosen fristen gemeinhin ein Schattendasein hinter ihren edlen Verwandten und deren vollen Blüten. So manche stören sich auch an ihrer Ausbreitungsfreude. Doch wer einmal Gefallen an ihnen gefunden hat, wird feststellen: Das sind Rosen der Superlative! Die Kartoffelrose ist eine dieser robusten Schönheiten und sie überzeugt mit ihrer Vielseitigkeit. Sie sind neugierig geworden? Hier erfahren Sie mehr.

Steckbrief

Name

Rosa rugosa

Frucht

große, rundliche Hagebutten

Bodenverhältnisse

anspruchslos

Wuchshöhe

150 bis 200 cm

Lichtverhältnisse

Sonne bis Halbschatten

Verwendung

Solitär, Wildhecke, Beetrose

Winterhärte

winterhart

Blüte

rosafarbene Schalenblüten

Giftigkeit

ungiftig

Blatt

fünf- bis siebenzählig, gesägter Blattrand

Herkunft und Verbreitung

In Deutschland ist Ihnen die Kartoffelrose vielleicht schon einmal im Norden begegnet. Auf dem sandigen Küstenboden, mitten in den Dünen der nordfriesischen Inseln wimmelt es geradezu von ihnen. „Sylter Rose“ wird Rosa rugosa daher auch genannt.

Eigentlich kommt die Kartoffelrose aber ganz woanders her. In Ostasien – etwa im Norden Chinas, Korea und Japan – liegen ihre Heimatgebiete. Vermutlich wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht.

In den Küstengebieten der Nord- und Ostsee muss die Kartoffelrose einiges aushalten.

[Foto: AdobeStock_Thorsten Schier]

[Foto: AdobeStock_marcenko]

Die salzhaltige Luft und starken Winde, außerdem der wenig humose Sandboden bieten raue Bedingungen.

Wie wächst die Kartoffelrose?

Die Kartoffelrose kann eine beeindruckende Wuchshöhe von bis zu 1,5 oder gar 2 Metern erreichen. Wenn Sie die Kartoffelrose regelmäßig schneiden, wächst sie dicht und üppig. Die Robustheit sieht man ihr jedenfalls an: Die Zweige sind kräftig und mit zahlreichen kurzen Stacheln besetzt. Im Alter beginnen die Triebe, langsam aber sicher, bogig überzuhängen. Die Blätter sind von schönem satten Grün, fünf- bis siebenzählig und am Blattrand gesägt. Im Herbst trägt der sommergrüne Strauch dann eine feurige Herbstfärbung.

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Das Problem mit der Ausbreitung

Wer die Kartoffelrose als imposante Wildhecke setzen möchte, freut sich vielleicht über ihren Ausbreitungsdrang. Den meisten Gärtner*innen ist dieser Aspekt allerdings ein Dorn im Auge. Rosa rugosa entwickelt nämlich fleißig unterirdische Ausläufer, sodass sie mit der Zeit flächige Bestände ausbildet. Wer ihren Wuchs eindämmen möchte, muss die Ausläufer regelmäßig entfernen. Wer sich daran nicht stört, kann sich umso mehr an den schönen Seiten dieser Rose erfreuen. Zum Abtrennen ist ein scharfer Spaten geeignet.

Achtung: Selbst die kleinsten Wurzelstücke besitzen die Fähigkeit, erneut auszutreiben. Wenn Ausläufer der Kartoffelrose entfernt werden, muss daher gründlich vorgegangen werden.

Kartoffelrose vermehren

Sie müssen nicht viel nachhelfen, um die Kartoffelrose zu vermehren. Machen Sie sich ganz einfach die Ausläufer der Pflanze zunutze. Sticht man diese ab, kann man sie an anderer Stelle im Garten wieder einpflanzen. Am besten gelingt dies im Frühjahr, wenn die Wachstumsperiode gerade beginnt und die Rose kräftig treibt.

Hinreißende Schalenblüten, betörender Duft

Die Blüten der Kartoffelrose sind ein echter Blickfang. Beim Anblick der imposanten Zweige denkt man gar nicht, dass dieser Strauch solch zarte Schalenblüten ausbilden kann. In großer Zahl bringt er von Juni bis in den Herbst hinein immer wieder rosa bis purpurfarbene Blüten hervor.

Nahaufnahme einer dunkelrosafarbenen Schalenblüte der Kartoffelrose. Zwischen den gelben Staubgefäßen sitzt eine Biene. Foto: AdobeStock_raphotography88
Bienen und andere Insekten haben hier leichten Zugang. [Foto: AdobeStock_raphotography88]

Auch den Insekten gefällt’s: Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und sogar einige Käfer werden von den Blüten magisch angezogen. Anders als bei vielen Edelsorten mit gefüllten Blüten gibt es in den einladenden Blüten der Kartoffelrose auch tatsächlich Pollen und Nektar zu holen. Der süßliche Duft ist außerdem auch auch für die menschliche Nase eine Wohltat.

Hagebutten der Kartoffelrose

Kartoffelrosen sorgen das ganze Jahr über für Lebendigkeit im Garten. Die Hagebutten produziert sie ab Juli quasi ganz nebenbei, während sie immer noch üppig blüht. Diese Rosenart ist ökologisch äußerst wertvoll, denn sie bietet nicht nur Insekten, sondern auch vielen verschiedenen Vögeln Nahrung. Ab Herbst bereichern die Kartoffelrosen den Garten mit ihren stattlichen, runden Hagebutten.

Kartoffelrose mit Hagebutten. Foto: AdobeStock_tamu
Hagebutten gesund! Sie enthalten zum Beispiel hohe Mengen an Vitamin C. [Foto: AdobeStock_tamu]

Standort und Boden

Die Kartoffelrose ist wahrscheinlich die robusteste Rose überhaupt. Ob karger Sandboden, vernässte Standorte, Salzluft und stürmische Windböen oder auch Minusgrade im zweistelligen Bereich: Alles nimmt sie scheinbar gelassen hin. Um komplizierte Pflegemaßnahmen muss sich hier also niemand sorgen. Eine der wenigen Ausnahmen ist sehr langanhaltende Hitze – hier sollten Sie im Hochsommer ab und zu wässern.

Übrigens: Auch Schädlinge und die typischen Rosenkrankheiten können der Kartoffelrose nur wenig anhaben.

So können Sie die Kartoffelrose nutzen

Sie sind nicht nur hübsch anzuschauen, ökologisch wertvoll und pflegeleicht, sondern lassen sich auch noch kulinarisch nutzen! Aus den Blütenblättern der Kartoffelrose lässt sich zum Beispiel Sirup oder eine Limonade herstellen. Oder man gibt die Blütenblätter (sie schmecken angenehm süßlich und aromatisch) einfach frisch in ein sommerliches Getränk. Aus den Hagebutten lässt sich wiederum lecker-fruchtiges Gelee, Marmelade oder Mus zubereiten.

Verwendung im Garten

Die Kartoffelrose kann als Hecke, Solitär oder im Kübel kultiviert werden. In eine gemischte Wildhecke passt sie besonders gut, da sie optisch einiges zu bieten hat, für Insektengebrumm und Vogelzwitzschern sorgt. Aber auch mit Stauden lässt sie sich hervorragend kombinieren. So wird ihre hübsche Blütenfarbe noch mit anderen Blütenschönheiten ergänzt. Wichtig ist dabei, dass die Stauden beim Anwachsen genügend Platz neben der Kartoffelrose haben.

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