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Voraussichtliche Lesedauer:  10 Minuten

Mangold anbauen: Regenbogen im Gemüsebeet

Von GartenFlora

Grün, weiß, rot, orange, gelb und pink leuchtet er im Beet – Mangold schmeckt nicht nur köstlich, sondern ist ein robustes Gewächs mit äußerst hohem Zierwert. Die farbenfrohen Stiele wirken imposant und lassen Gemüsebeete in bunten Tönen erstrahlen. Wir möchten Ihnen die vitaminreiche Gemüsepflanze vorstellen, erklären, worauf es beim Pflanzen ankommt und geben Tipps zu Pflege und Ernte.

Steckbrief Mangold

  • Gemüsefamilie: Fuchsschwanzgewächse (ehem. Gänsefußgewächse), verwandt mit Roter Bete, Spinat und Amarant
  • Saatgutbedarf: variiert je nach Mangold-Gruppe; ca. 50 bis 60 g/100 m², 8 bis 10 Korn pro laufendem Meter (Stielmangold); 100 bis 200 g/100 m², 30 bis 40 Korn pro laufendem Meter (Schnittmangold)
  • Voranzucht: Mitte März bis Anfang Juni, wenn die Pflanzung Mitte April bis Mitte Juli erfolgen soll (Anbau im Freiland); Anfang September, wenn die Pflanzung Anfang Oktober erfolgen soll (Überwinterung im kalten Gewächshaus)
  • Düngen: Mittelzehrer; reifer Kompost bei der Beetvorbereitung, ab der Ernte alle 2 bis 3 Wochen düngen
  • Ernten: ab Mitte Juni
  • Fruchtfolge: 4 bis 5 Jahre Anbaupause zwischen Fuchsschwanzgewächsen, gute Vorkulturen sind Sellerie, Gurken, Lauch und Kohl
  • Mischkultur: Erbsen, Bohnen, Möhren, Radieschen, Kohl, Pastinaken 
  • Ungeeignete Pflanzpartner: Gurken, Spinat, Tomaten, Rote Bete, Schwarzwurzel

Herkunft und Wuchs

Mangold ist ein Gemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), das bereits die Babylonier kannten und schätzten. Obwohl die zweijährige Pflanze hauptsächlich wegen ihrer Blätter angebaut wird, stellt sie eine Kulturform der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris) dar. Im Gegensatz zur verwandten Roten Bete ist die Hauptwurzel des Mangolds jedoch nur mäßig verdickt.

Mangoldblaetter in der Sonne in einem Beet [Foto: AdobeStock_supakvadee]
Im Gemüsebeet: Hier leuchten beim Mangold Blätter und Stiele im Sonnenlicht. [Foto: AdobeStock_supakvadee]

Nach Mitteleuropa kam der Mangold vermutlich mit den Römern. Dort war er bis in das 17. Jahrhundert hinein ein beliebtes Blatt- und Stielgemüse, bis er nach und nach vom Spinat verdrängt wurde. Dabei geriet er aber nie in völlige Vergessenheit, was sicherlich auf seine ansprechende Erscheinung zurückzuführen ist. Während die Blätter von hell- bis dunkelgrün variieren, liefern die Stiele des Mangolds oftmals einen tollen Kontrast in satten, warmen Farbtönen. Ein Blickfang im Gemüsebeet ist somit garantiert.

Mangold-Gruppen und Sorten

Mangold wird grundsätzlich in zwei Gruppen unterteilt:

  • Der Stielmangold oder Rippenmangold aus der „Flavescens-Gruppe“ zeichnet sich durch stark hervortretende Mittelrippen der Blätter aus. Diese lassen sich samt den langen Stielen wie Spargel zubereiten. Mit dem passenden Schutz ist eine Überwinterung möglich.
  • Ein Vertreter der „Cicla-Gruppe“ wird Blattmangold oder Schnittmangold genannt. Er besitzt dünne Stiele; Anbau und Ernte erfolgen ähnlich wie bei Schnittsalat oder Spinat. Häufig wird er auch als „Ewiger Spinat“ bezeichnet, weil er selbst bei Hitze und unter Langtagsbedingungen nicht zu blühen beginnt. Blattmangold verfügt zumeist über eine gute Winterhärte. Bekannte Sorten sind zum Beispiel ‘Grüner Schnitt’, ‘Lucullus’ und ‘Everglade‘.

Tipp: Aufgrund der intensiven Züchtungsarbeit lassen sich die beiden Mangoldgruppen nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden. So gibt es mittlerweile viele Stielmangold-Sorten, die typische Attribute des Blattmangolds aufweisen, und umgekehrt. Achten Sie bei der Sortenwahl einfach auf die gewünschten Eigenschaften!

Bunte Züchtungen

Ein extravagant gefärbter Mangold erobert schnell die Herzen, da sich seine Stiele von dem grünen Salat- und Kohl-Einerlei im Beet abheben. Den Setzlingen sieht man schon an, welche Farbe sie später haben werden. So entsteht ein farblich sortierter Regenbogen, der es im Gemüsebeet richtig knallen lässt. Diese Sorten kommen mit kräftigen Farben daher:

  • Vulkan: Der Stielmangold macht mit seinen feuerroten Stängeln und den dunkelgrünen, blasigen Blättern sogar in der Rabatte eine gute Figur.
  • Bright Yellow’: Die Stiele des dekorativen Rippenmangolds erzeugen mit ihrem kräftigen Gelbton eine tolle Fernwirkung.
  • Rhubarb Chard’: Ein Mitglied der Cicla-Gruppe, das sich mit satt gefärbten, rubinroten Blattstielen und rot-grünen Blättern präsentiert.
  • Magenta Sunset: Dieser Blattmangold ist mit seinen zarten, pinkroten Stielen und grünen Blättern ebenfalls ein Hingucker im Beet.
Mangold ist in ein Beet mit Beeteinfassung gepflanzt und gedeiht [Foto: AdobeStock_supakvadee]
Die verschieden farbigen Stiele sorgen für gute Laune im Gemüsebeet. [Foto: AdobeStock_supakvadee]

Farbenfroher Sortenmix

Im Saatguthandel sind auch bunte Sortenmischungen erhältlich. Dazu gehören “Rainbow” (gelbstielig, rot mit rotem Blatt, lila mit grünem Blatt und orangestielig mit rotem Blatt) und “Bright Lights”.

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Standort und Boden

Wo pflanzt man am besten Mangold? Stimmen beim Mangold Standort und Boden, also steht er sonnig bis halbschattig sowie tiefgründig und humusreich, entwickelt er sich in der Regel prächtig. Bereiten Sie das Beet am besten schon im Herbst mit reifem Kompost vor.

Aussaat: Das ist der beste Zeitpunkt

Wenn Sie Mangold anpflanzen möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können Mangold vorziehen oder ihn direkt ins Beet säen. Achten Sie darauf, die Samen nicht zu früh auszubringen! Denn durch den Kältereiz entwickelt Mangold Blüten und bildet keinen schönen Blattschopf aus. Darum übt man sich im Frühjahr etwas in Geduld und sät das Blattgemüse erst ab Mitte April auf der Fensterbank aus.

Mangold in Reihen im Beet [Foto: AdobeStock_Petra-Richli]
Mit dem richtigen Abstand zwischen Pflanzen und Reihen gedeiht Mangold prächtig. [Foto: AdobeStock_Petra-Richli]

Im Freiland können Sie die Samen ebenfalls bereits im April in die Erde geben – allerdings nur mit einer Vliesauflage. Die Aussaat ist grundsätzlich bis Ende Juli möglich.

Tipp: Stehen die Pflänzchen nach dem Keimen zu dicht beieinander, ist es empfehlenswert, einige der Sämlinge zu entfernen, damit die Jungpflanzen sich gut entwickeln können. 10 bis 12 Wochen nach der Aussaat ist der Mangold zum ersten Mal erntereif.

Mangold pflanzen

Wann pflanzt man Mangold ein? Ab Mai können Sie die vorgezogenen Pflanzen in das gemachte Beet setzen.

Auch beim Pflanzen ist der Abstand wichtig. Werden beim Mangold Jungpflanzen ins Freiland gepflanzt, müssen diese unbedingt ausreichende Abstände im Beet erhalten. Stehen sie nämlich zu dicht, bilden sie nur schwache Stiele aus. Wenn sich ihre Blätter im ausgewachsenen Zustand berühren, stellen sich zudem auch schnell Pilzkrankheiten ein.

  • Stielmangold bildet breite Blattrosetten und benötigt für eine gute Entwicklung ausreichend Platz. Wenn Sie diesen Mangold pflanzen, sollten Sie darum einen Reihenabstand von 40 Zentimetern beachten. In der Reihe sollten es ebenfalls 40 Zentimeter sein.
  • Blattmangold wird am besten mit 30 Zentimeter Abstand zwischen den Reihen und 15 bis 20 Zentimeter Abstand in der Reihe gepflanzt.
Baby leaf Mangold liegt in einer Holzschale [Foto: AdobeStock_Teleginatania]
Die zarten und noch jungen Mangoldblätter können als „Babyleaf“ geerntet werden – perfekt für Salate aller Art. [Foto: AdobeStock_Teleginatania]

Tipp: Als „Babyleaf“ kann Mangold auch als Zwischenkultur im Beet ausgesät werden. Für die süßlich schmeckenden, jungen Blätter bringen Sie die Samen im Abstand von 5 x 25 Zentimeter aus. Ab 10 Zentimeter Wuchshöhe kann bereits geerntet werden.

Die richtige Pflege

Mangold ist ein Mittelzehrer und im Beet recht durstig. Eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung lässt die Gemüsepflanze gut gedeihen. Nach einer größeren Ernte sollten Sie Ihren Mangold düngen – am besten stickstoffbetont, um die Bildung neuer Blätter anzuregen.

Eine selbst hergestellte Brennnesseljauche ist dafür ideal. Zusätzlich hält eine Mulchschicht aus Beinwellblättern den Boden länger feucht und sorgt ebenfalls für den gewünschten Nährstoffnachschub.

Wann ist die beste Zeit, Mangold zu ernten?

Mangold begleitet uns über den gesamten Sommer. Wenn Sie Mangold ernten, entnehmen Sie am besten nur die äußeren Blätter. Denn bleibt das Herz der Pflanze erhalten, ist sie in der Lage, fortlaufend neues Grün zu bilden. Selbst nach den ersten Frösten ist noch eine Ernte möglich.

Bei der Ernte im zweiten Jahr, also nach der Überwinterung, können ebenfalls noch frische Pflanzenteile entnommen werden. Sobald der Mangold geblüht hat, stirbt er ab.

Während der Blüte können Sie leicht Samen für die Nachzucht gewinnen, sofern die Pflanze als samenfest gilt.

Wann ist Mangold reif?

Blattmangold ist nach etwa 10 Wochen erntereif. Stielmangold kann bereits nach 8 Wochen geerntet werden. Sollten Sie Lust auf die kleinen und zarten „Babyleafs“ haben, dürfen Sie diese aber auch schon nach etwa 10 Zentimetern Wuchshöhe nutzen.

Verwendung in der Küche

Wer Mangold ernten und zubereiten möchte, holt sich ein nährstoffreiches Gemüse in die Gartenküche. Neben einer beachtlichen Menge an Vitaminen enthält Mangold Folsäure und wichtige Mineralstoffe. Wenn Sie bei Mangold Sorten mit bunten Stielen und Blättern einkaufen oder pflanzen, sind darin außerdem gesundheitsfördernde pflanzliche Farbstoffe (Betalaine, Anthocyane und Carotinoide) enthalten. Da Mangold gesund ist, können Sie ihn so oft wie möglich in der Küche verwenden.

Was darf man von Mangold essen?

Wenn Sie den Mangold schneiden und eine ganze Pflanze und keine Stiele vor sich liegen haben, sollten Sie zunächst das Strunkende entfernen. Der Kopf zerfällt dann und Sie erhalten mehrere Stiele. Prüfen Sie die einzelnen Blattstiele sorgfältig und zupfen Sie, falls nötig welke Stellen ab. So vorbereitet, können Sie den Mangold weiterverarbeiten.

Bunte Mangoldblaetter liegen auf einer Arbeitsplatte aus Holz [Foto: AdobeStock_Brent-Hofacker]
Die dekorativen Mangoldblätter lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen. [Foto: AdobeStock_Brent Hofacker]

Die kräftigen Stiele des Rippenmangolds sind beispielsweise eine gute Beilage zu Kartoffeln, Nudel- oder Fleischgerichten. Sie lassen sich auch wunderbar mit Käse überbacken. Blattmangold können Sie wie Spinat zubereiten. Wird er in kochendem Wasser kurz blanchiert, bleibt seine intensive Farbe erhalten.

Unser Rezeptvorschlag: Cremiger Mangold-Risotto

Tipp: Mangold verliert bei der Lagerung schnell seine wertvollen Inhaltsstoffe. Wird er mit einem feuchten Tuch umwickelt, hält er sich im Kühlschrank etwa zwei Tage.

Ist Mangold giftig?

Bei rohem Mangold gibt es tatsächlich den Gehalt an Oxalsäure zu beachten. Das ist eine natürlich vorkommende Fruchtsäure, die auch in Spinat, Rote Bete und Rhabarber vorkommt. Der Körper produziert sie selbst und sie ist im Grunde nicht schädlich oder gar giftig. In großen Mengen kann sie jedoch die Bildung von Nierensteinen fördern und die Eisenaufnahme hemmen. Wer Probleme mit Nierenleiden oder Eisenmangel hat, sollte also lieber keinen rohen Mangold verzehren und das Gemüse immer garen oder kochen.

Beachten Sie bei Mangold Erntezeit, Sorte und Wachstumsbedingungen – je nachdem kann der Oxalsäure-Gehalt stark variieren. Sommersorten enthalten beispielsweise meist weniger Säure als Herbstsorten. Außerdem weisen junge Blätter einen geringeren Gehalt auf als alte Blätter. Vergleichen Sie beim Mangold Stiele und Blätter fällt ebenfalls auf, dass erstere weniger Oxalsäure besitzen.

Mangold überwintern

Ist Mangold winterhart? In milden Regionen lässt sich Mangold gut überwintern und treibt dann im zweiten Jahr erneut aus.

Also ist Mangold mehrjährig? Mangold ist eine zweijährige Pflanze. Ein bunter Stielmangold ist aber leider meist nur eingeschränkt winterhart. Besonders empfindlich gegen Frost sind Sorten mit gelben Stielen, recht tolerant gegenüber Minustemperaturen sind hingegen weißstielige Züchtungen. Mit einem doppellagigen Vlies überstehen aber selbst sensible Vertreter die kalte Jahreszeit.

Im Herbst können Sie die Blätter des Mangolds weitestgehend entfernen, da diese in der Regel ohnehin erfrieren. Was Sie nicht sofort verbrauchen, überdauert in blanchiertem und eingefrorenem Zustand.

Tipp: Bei Kahlfrösten decken Sie die Reihen am besten mit Vlies ab. Wer ein kleines Frühbeet oder Gewächshaus hat, kann auch einige Mangoldpflanzen ausgraben und dort frostfrei überwintern.

Krankheiten und Schädlinge

Steht der Mangold zu dicht im Beet, kann sich Mehltau einstellen. Auch Staunässe im Boden sowie eine falsche Fruchtfolge begünstigen die Entstehung von Pilzkrankheiten. Achten Sie daher auf die empfohlenen Pflanzabstände und Anbaupausen. Lockern Sie außerdem den Boden regelmäßig und reinigen Sie Ihre Gartengeräte nach dem Gebrauch gründlich.

Gelegentlich treten auch Blattläuse auf – vor allem direkt nach der Pflanzung. Greifen Sie in diesem Fall zur Hacke, denn so bilden die Pflanzen schneller Wurzeln. Stark befallene äußere Blätter sollten Sie zudem rechtzeitig entfernen. 

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