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Kamelie:Traditionsreiche Kulturpflanze aus Ostasien

Bereits die französische Kaiserin Joséphine hatte scheinbar ein Herz für die prächtig blühenden Ziersträucher und soll sogar eine eigene Sammlung unterhalten haben. Auch in anderen Gärten europäischer Adelshäuser ist die schöne Kamelie seit ihrem Import aus Asien beliebt. Schließlich reichen nur wenige Blütengehölze an die Anmut einer Kamelienblüte heran. Tipps zur Pflanzung und Pflege finden Sie hier.

Kamelie – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Herkunft der Kamelie

Kamelien gehören zur Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae). Neben der Teepflanze (Camellia sinensis) ist auch die als Zierpflanze bekannte und etwas robustere Japanische Kamelie (Camellia japonica) Teil der Gattung. Der Ursprung der Gattung liegt in Ostasien, genauer in Nepal, Vietnam, China, Korea sowie Japan.

Wuchs und Aussehen

Kamelien sind immergrüne Sträucher. Einige der Arten werden wildwachsend bis zu 20 Meter in die Höhe sprießen und erinnern mit ihrer Wuchsform und den stattlichen Stämmen an kleine Bäume. Auch Camellia japonica kann ausgepflanzt mehrere Meter hoch werden. Im Topf kultiviert bleibt sie dagegen etwas kleiner – bis zu 1,5 Meter in der Höhe sind aber möglich.

Blätter, Blüten und Früchte

Sattgrünes, ledriges Laub schmückt die Kamelie. Die Blätter wachsen wechselständig an kurzen Stielen und besitzen eine elegante, elliptische Form. Die Hauptattraktion der Pflanze sind aber zweifelsohne ihre großen Blüten. Mittlerweile gibt es viele Züchtungen, auch Hybriden, in den Farben Weiß, Rosa, Rot, Pink oder auch mehrfarbig. Neben der ursprünglichen Blütenform, bei der die gelben Staubfäden aus der Blütenmitte herausragen, gibt es auch gefüllte Blüten, welche ein besonders üppiges Bild zaubern. Außerdem verströmen viele Sorten einen angenehmen, dezenten Duft.

Kamelie Foto: AdobeStock_funato
Während dem Reifeprozess öffnet sich nach und nach die harte Schale der Früchte. Foto: AdobeStock_funato

Nach der Blüte, die je nach Art und Sorte zwischen Januar und Mai stattfindet, bilden die Kamelien Kapselfrüchte, welche jeweils einen oder zwei Samen enthalten und bis zum Herbst reif werden.

Nicht nur zwischen den verschiedenen Sorten varriert die Blütezeit der Kamelie. Auch Standort und Temperatur beeinflussen den Zeitraum. Genau festlegen lässt sich die Blütezeit daher nicht.

Standortbedingungen der Kamelie

Kamelien sind frostempfindlich. Daher können sie nur in Regionen mit milden Temperaturen ausgepflanzt werden. Aber als Kübelpflanzen sind die eleganten Blütensträucher natürlich genauso schön anzusehen. Während der Sommermonate möchten sie gerne an einem geschützten, absonnigen Plätzchen stehen. Zwar mögen Kamelien es hell, zu viel direkte Sonne kann jedoch zu Blattschäden führen.

Kamelie. Foto: AdobeStock_Patrik Stedrak
Eine mächtige, alte Kamelie ist ein echtes Glanzstück im Garten. Foto: AdobeStock_Patrik Stedrak

Kamelien richtig überwintern

Wenn die Temperaturen für längere Zeit unter 0 Grad Celsius sinken, ist es sinnvoll, Kübelpflanzen in ein geeignetes Winterquartier umzusiedeln. Dies sollte hell sein und Temperaturen von etwa 10 bis 15 Grad Celsius aufweisen. Kühle Treppenhäuser, ein temperiertes Kalthaus oder der Wintergarten sind daher für die Überwinterung ideal.

Wichtig: Sobald im Frühjahr die strengsten Fröste überstanden sind, darf die Kamelie wieder ins Freie umziehen.

Kamelien richtig pflanzen und pflegen

Im Kübel gedeihen Kamelien am besten in lockerem und wasserdurchlässigem Substrat. Der pH-Wert sollte im leicht sauren Bereich liegen, etwa 5,5. Entscheidend ist der ein Wasserabfluss am Topfboden, damit keine Staunässe entstehen kann.

Die Erde der Kamelie muss gleichmäßig feucht gehalten werden. Achten Sie beim Gießwasser auch auf den pH-Wert. Denn kalkreiches Wasser verträgt die Kamelie nicht besonders gut. Stattdessen kann man beispielsweise gesammeltes Regenwasser verwenden. Während der Vegetationsperiode dürfen Sie die Blüte mit einem Flüssigdünger unterstützen, der nach den jeweiligen Herstellerangaben mit dem Gießwasser verabreicht wird. Im Winter wird nicht mehr gedüngt und nur noch mäßig gegossen.

Kamelie. Foto: AdobeStock_ikwc_expf
Kamelien mit einfachen Blüten wirken etwas dezenter als die gefüllten Züchtungen. Foto: AdobeStock_ikwc_expf

Kamelien sind relativ schnittverträglich. Daher dürfen Sie gerade bei Jungpflanzen im Frühjahr vor dem Austrieb störende Triebe entfernen und Äste leicht einkürzen. Das bringt die Kamelie in Form und regt gleichzeitig einen buschigen Wuchs an. Im Anschluss an die Blüte können Sie außerdem vertrocknete Pflanzenteile entfernen.

Krankheiten und Schädlinge

Die sogenannte „Kamelienpest“ wird durch einen Pilz (Sclerotinia camelliae) verursacht, der ausgerechnet die schönen Blüten befällt. Meist bemerkt man ihn, wenn die Blüten beginnen, von innen heraus zu faulen. Da hilft nur schnelles Handeln, indem man die betroffenen Blüten großzügig mit der Schere entfernt. Auch einige Schädlinge können dem Zierstrauch zusetzen: darunter beispielsweise der Dickmaulrüssler, Thripse oder Schildläuse.

Verwendung der Kamelie

Sowohl Camellia sinensis als Nutzpflanze, als auch Camellia japonica als beliebte Zierpflanze haben eine traditionsreiche Vergangenheit. Auch die Kamelien selbst sind äußerst langlebig. Die älteste Kamelie Deutschlands finden Sie im Landschaftspark von Schloss Pillnitz bei Dresden – ein mächtiger Strauch, der mittlerweile schon über 230 Jahre auf dem Buckel hat!

Ganz ohne Zweifel sind die Sträucher mit ihrem glänzenden Laub und den großen Blüten wahre Augenweiden. Egal ob als Kübelpflanze oder ausgepflanzt: Mit einer Kamelie haben Sie ein ganz besonderes Juwel im Garten, an dem Sie lang Freude haben können.

LUISA ROTH

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