Immergrüne Pflanzen tragen dazu bei, dass der Vorgarten auch im Winter Farbe zeigt. Foto: BGL

Frostschäden an Gehölzen vermeiden

Eisig oder mild, trocken, regnerisch oder schneereich – wie wird sich dieser Winter entwickeln? Im Hinblick auf die Vermeidung von Frostschäden an Gehölzen und anderen Gartenpflanzen wären verlässliche Voraussagen praktisch. Wer auf Nummer sicher gehen will: Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich manche Bäume und Sträucher gut vor Schäden schützen.

Winterharte Gehölze brauchen manchmal Frostschutz

Was bedeutet das nun für Gartenbesitzer? Auch in Zeiten, in denen viel von Erderwärmung und Klimawandel die Rede ist, können die Winter bei uns durchaus eisig werden. Hobbygärtner sollten darauf vorbereitet sein und auch ihre winterharten Gehölze vor möglichen Frostschäden schützen. Beraten und unterstützen kann sie dabei ein Landschaftsgärtner vor Ort.

Frostschäden an Gehölzen durch Temperaturschwankungen

Es klingt etwas paradox, aber nicht nur Minustemperaturen, auch die wärmende Wintersonne kann Pflanzen schaden. Dann nämlich, wenn stärkere Sonneneinstrahlung für eine kräftige Tageserwärmung sorgt. Sie stellt damit ein gefährliches Kontrastprogramm zu den Nachtfrösten dar.

Dies kommt vor allem Ende Januar und Anfang Februar vor, wenn die Anzahl der Sonnenstunden am Tag langsam wieder zunimmt. Auch auf der Sonnen- und der Schattenseite eines Baumes kann an solchen Wintertagen ein erheblicher Temperaturgegensatz herrschen und letztlich zu Frostschäden führen.

Die Folge: Die Rinde dehnt sich in der Wärme aus und es kann zu Spannungsrissen kommen. Vor allem junge Obst- und Ziergehölze, die noch keine Borke gebildet haben, sind dafür anfällig. Die entstandenen Wunden an der dünnen Rinde sind dann häufig Einfallstor für Bakterien, Pilze und Schädlinge.

Frostschutz für Bäume: weiße Farbe für den Stamm

Um Frostschäden an Gehölzen durch große Temperaturunterschiede zu vermeiden, gibt es eine schon lange praktizierte Maßnahme. Zur Verhinderung solcher Risse nehmen die Experten für Garten und Landschaft bei jungen Bäumen üblicherweise einen Weißanstrich der Stämme vor.

Der helle Farbton reflektiert die Sonnenstrahlen. Er verhindert so eine zu starke Erwärmung der Rinde und beugt dadurch Spannungsrissen vor. Der Anstrich sollte vom Boden bis zum Kronenansatz des Baumes reichen. Zuvor ist es ratsam, den Stamm von Unreinheiten wie Moos oder Flechten zu befreien.

Frostschäden an Gehölzen durch gefrorenen Boden

Immergrüne Gehölze wie Ölweiden, Glanzmispeln und Kirschlorbeer haben auch im Winter Durst – besonders wenn die Sonne strahlend scheint. Sie verdunsten dann über ihre Blätter sehr viel Wasser. Herrschen gleichzeitig über einen längeren Zeitraum Minustemperaturen, können die Wurzeln aus der gefrorenen Erde kein neues Wasser nachliefern. Einzelne Triebspitzen der Gehölze färben sich plötzlich braun und die Pflanzen drohen tatsächlich zu vertrocknen.

Manche Frostschäden an Gehölzen sind darum nicht die direkte Folge von Kälte und niedrigen Temperaturen, sondern von Wassermangel. Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Bäume und Sträucher, deren Wurzeln noch nicht in tiefere Bodenschichten vorgedrungen sind. Landschaftsgärtner nennen dieses Phänomen Frosttrocknis. Sie empfehlen Gartenbesitzern, die Blätter der Pflanzen mit Schattiernetzen vor extremer Wintersonne zu schützen.

Wie lässt sich Frosttrocknis vermeiden?

Im Handel erhältliche Reet- oder Weidematten sind ein gut geeigneter Sonnenschutz. Sie können um die Pflanze herumgestellt und mit Bambusstäben stabil gehalten werden. Wenn dort hinein noch Laub gefüllt wird, können Frost und Sonne der Pflanze nichts mehr anhaben.

In frostfreien Trockenphasen ist es natürlich besonders wichtig, immergrüne Gartengehölze stets ausreichend zu gießen. All dies sind einfache Möglichkeiten, Gehölze vor Frostschäden zu schützen, so dass sie die kalte Jahreszeit gut überstehen.

Quelle: BGL