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Gladiolen pflanzen,pflegen & überwintern

Gladiolen bringen mit ihren prachtvollen Blüten und dem aufrechten Wuchs Leuchtkraft und Struktur ins Beet. Auch in Pflanzkübeln auf dem Balkon und der Terrasse sorgen sie für besondere Blickfänge. Da die Knollenpflanzen nicht winterhart sind, sollten Sie diese Pflege-Tipps beachten.

Die Vielfalt der Garten-Gladiolen

Die faszinierenden Blüten der Gladiolen, die im Volksmund auch Schwertblumen genannt werden, lassen sich von Juli bis September bestaunen. Viele Sorten beeindrucken mit einem majestätischen Wuchs, und auch als Schnittblumen sind die Schwertliliengewächse (Familie Iridaceae) sehr beliebt.

Heimisch sind die Wildarten der Gattung Gladiolus im südlichen Europa, Vorderasien und Afrika. Als Überwinterungsorgane bilden Gladiolen Knollen, die von einer faserigen Schale umgeben sind. Aus ihnen treiben im Frühjahr ein oder zwei kräftige Triebe aus, die von den typischen schwertartigen Blättern umschlossen sind.

Großblütige Gladiolen setzen auch in der modernen Gartengestaltung tolle Akzente. Foto: iBulb_Wilfried Overwater
Großblütige Gladiolen setzen auch in der modernen Gartengestaltung tolle Akzente. Foto: iBulb_Wilfried Overwater

Mittlerweile sind die Sorten und Hybriden der Gartengladiolen beinahe unüberschaubar – aus diesem Grund werden sie oft nach Blütengrößen oder der Abstammung klassifiziert.

Edel- oder Garten-Gladiolen 

  • Die Großblütigen Gladiolen sind stattliche Vertreter, die mit einem Blütendurchmesser von 15 Zentimetern und mehr begeistern. Ihre Blütenkelche sind trichterförmig und stehen in einer Reihe. Weltweit gibt es mehr als 10.000 Sorten.
  • Die Blütenblätter der Butterfly-Gladiolen erinnern mit ihrer Mehrfarbigkeit und den gewellten Rändern tatsächlich an Schmetterlinge. Mit Wuchshöhen von 80 bis 100 Zentimetern bleiben sie recht kompakt und lassen sich daher auch im Kübel pflanzen.
  • Primulinus-Gladiolen sind als Schnittblumen sehr beliebt. Die oberen Blütenblätter ähneln kleinen Kapuzen – eine Eigenschaft, die von der Ursprungsart Gladiolus primulinus aus dem tropischen Afrika stammt. Die Vertreter erreichen Wuchshöhen bis etwa 80 Zentimeter. Häufige Blütenfarben sind gelb, orange und rot.
  • Nanus- oder Zwerg-Gladiolen sind zierliche Erscheinungen, die mit extravaganten Blüten aufwarten. Diese sind häufig mehrfarbig oder gezeichnet. Sie eignen sich bestens für die Kultur in Töpfen und Kübeln.
Nanus-Gladiolen zählen zu den niedrig wachsenden Vertretern. Foto: iStock_kazakovmaksim
Nanus-Gladiolen zählen zu den niedrig wachsenden Vertretern. Foto: iStock_kazakovmaksim

Der geeignete Standort und Boden

Garten-Gladiolen gedeihen am besten vollsonnig in einem humosen, gut durchlässigen Boden. Das Substrat ist idealerweise frisch bis leicht feucht und nährstoffreich. Im Topf oder Kübel verwenden Sie am besten eine hochwertige Blumenerde. Auf schweren, lehmigen Böden ist eine Drainage aus grobem Sand empfehlenswert – leichte, sandige Böden erhalten hingegen etwas Kompost. Im Garten sollten Sie möglichst jedes Jahr das Beet wechseln, um Krankheiten vorzubeugen.

Wann und wie pflanze ich Gladiolen?

Gladiolen benötigen bis zur Blütezeit 70 bis 100 Tage und zeigen ihre Pracht etwa zwei Wochen lang. Aus diesem Grund werden sie gerne gestaffelt gepflanzt, so dass ihre Schönheit bis in den Frühherbst verzaubert.

  1. Für einen frühen Blühtermin können Sie die Gladiolenknollen im Haus ab März vorziehen. Beginnen Sie mit der Pflanzung im Freiland ab Ende April – bei Spätfrösten ist dann der empfindliche Austrieb im Boden gut geschützt. Für die gestaffelte Blütezeit setzen Sie im Abstand von zwei Wochen weitere Knollen in die Erde (bis Mitte Juli).
  2. Pflanzen Sie Gladiolen am besten in kleinen Gruppen oder, je nach Geschmack, in Längsreihen. Heben Sie dafür einen kleinen Graben aus. In schweren, zur Vernässung neigenden Gartenböden darf dieser etwas tiefer ausfallen – auf diese Weise können Sie im unteren Bereich eine Schicht aus scharfem Sand oder Splitt einfüllen. Die Knollen werden 8 bis 15 Zentimeter tief in die Erde gesetzt. Ist der Boden sandig, sollten Sie 15 Zentimeter wählen – dann erweisen sich auch die hochwüchsigen Vertreter als standfest. Kleinere Knollen pflanzen Sie im Abstand von 10 Zentimetern, größere benötigen 15 Zentimeter zum Nachbarn.
Hier werden Gladiolen im Topf gepflanzt. Foto: iBulb_Wouter Koppen
Hier werden Gladiolen im Topf gepflanzt. Foto: iBulb_Wouter Koppen

Pflegetipps

Reifer Kompost und Hornspäne versorgen die Knollenpflanzen mit wichtigen Nährstoffen – arbeiten Sie den organischen Dünger gleich nach der Pflanzung oberflächlich in den Boden ein. Ist der Standort starken Winden ausgesetzt, sollten Sie vor allem Großblütige Gladiolen vorsichtshalber stützen. Gießen Sie in der Wachstumsperiode regelmäßig und stellen Sie sicher, dass die Erde niemals austrocknet – ein Mulchen rund um die Pflanzen hält die Feuchtigkeit länger im Boden.

Als Schnittblumen nutzen Sie Gladiolen am besten dann, wenn sich die ersten, unteren Blüten öffnen. Schneiden Sie nicht direkt über dem Boden ab, sondern lassen vier bis fünf Blätter stehen. Ein Rückschnitt vor der Samenbildung ist empfehlenswert, damit die Pflanzen ihre Kraft in die Knollen stecken.

Tipp: Entnehmen Sie in der Wachstumszeit nicht zu viele Blüten für die Vase, wenn Sie die Knollen überwintern möchten! Grundsätzlich sollten Sie nur Verwelktes entfernen und nicht zu tief schneiden –  auf diese Weise bleiben die Speicherorgane der Pflanzen vital.

Gladiolen wirken auch zwischen Stauden, zum Beispiel Phlox und Rotem Sonnenhut, sehr dekorativ. Foto: iBulb_Wouter Koppen
Gladiolen wirken auch zwischen Stauden, zum Beispiel Phlox und Purpursonnenhut, sehr dekorativ. Foto: iBulb_Wouter Koppen

Wie werden Gladiolen überwintert?

Garten-Gladiolen sind aufgrund ihrer Herkunft frostempfindlich und müssen daher im Herbst, ähnlich wie Dahlien, ausgegraben werden. Schwertblumen im Topf werden hingegen einfach in einem kühlen, aber frostfreien Raum platziert. Achten Sie darauf, nur intakte Knollen einzulagern, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten können!

  • Holen Sie die Knollen etwa sechs Wochen nach der Blütezeit aus dem Boden – spätestens nach dem ersten Frost. Die Gladiolenblätter sind zu diesem Zeitpunkt bereits gelb oder eingetrocknet. Die Erde sollte beim Ausgraben möglichst trocken sein.
  • Schneiden Sie die Blätter und den Stängel direkt über den Knollen ab. Zusätzlich werden alle abgestorbenen Wurzeln, trockene äußere Schichten sowie Erdreste entfernt.
  • Legen Sie die Knollen im Anschluss für mindestens eine Woche an einen hellen, warmen, gut belüfteten Ort, so dass diese gut abtrocknen können.
  • Nachdem die Knollen getrocknet sind, können Sie die Tochterknollen abtrennen. Sie lassen sich meist leicht mit der Hand entfernen, da sie über kurze Ausläufer mit den Mutterknollen verbunden sind. Die kleinen Knollen werden gleich in ein Anzuchtsubstrat gesteckt. Oft dauert es aber zwei oder drei Jahre, bis die Tochterpflanzen zur Blüte kommen.
  • Lagern Sie die Knollen an einem kühlen und dunklen Ort. Die ideale Raumtemperatur beträgt fünf bis sieben Grad Celsius. Um einer Austrocknung vorzubeugen, werden sie am besten in einer mit Sand gefüllten Kiste oder in Zeitungspapier eingewickelt überwintert. Achtung: Mäuse lieben Gladiolen-Knollen!

Krankheiten und Schädlinge

Pilzkrankheiten treten häufig bei feuchtem Wetter und auf ungünstigen Standorten auf. Die Trockenfäule wird durch Fusarium oxysporum verursacht. An den Knollen zeigen sich faulige Stellen. Der Pilz Sclerotinia gladioli befällt den unteren Teil der Blätter und die Knolle, die dann schwarze Flecken aufweist. Die beste Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten besteht darin, schwere, feuchte Böden durchlässiger zu machen. Pflanzen Sie Gladiolen zudem nicht in frischen Mist, da die darin enthaltenden Pilze und Bakterien schädlich sein können.

Wenn eine Gladiole umknickt, kann Lackschorf die Ursache sein, eine bakterielle Krankheit. Auf den Knollen sind eingesunkene Flecken mit erhabenem Rand zu erkennen. Diese müssen unbedingt aussortiert werden. Vorbeugend sollten Sie jedes Jahr eine neue Fläche für die Pflanzung wählen und die Knollen vor dem Setzen genau kontrollieren.

Thripse sind kleine Insekten, die verkrüppelte Blüten erzeugen. Ein Befall zeigt sich auch durch weißlich-graue Streifen auf den Blättern und Blüten. Vorbeugung und Behandlung: Säubern Sie die ausgegrabenen Knollen im Herbst gründlich. Ist die Lagerung kühl (eine Zeit lang unter fünf Grad Celsius), sterben die Plagegeister im Winter häufig ab. Bei den ersten Anzeichen eines Befalls können Sie zudem alle Blätter der Pflanze bodennah abschneiden.

SABINE FAASS

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