Garten im September. Foto: AdobeStock_skyNext

Der Garten im September:Pflanzzeit, Sträuße binden und Stauden teilen

Nach den Sommermonaten, in welchen der Fokus auf fleißigem Gießen lag, gibt es im Ziergarten nun wieder viel zu tun und entdecken. Jetzt ist Pflanzzeit für Immergrüne, Stauden können geteilt und Zweijährige ausgepflanzt werden. Außerdem locken schon die ersten Blumenzwiebeln. Hier gibt es einen Überblick zum Garten im September.

Der Garten im September – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Wenn erste Blumenzwiebeln locken

Oft schon im August füllen sich die Regale der Gartencenter und Gärtnereien mit den bunt bedruckten Packungen frühlingsblühender Zwiebel- und Knollenpflanzen. Kaum möglich, unbeeindruckt daran vorbeizugehen! Landet also die eine oder andere Portion Krokusse, Narzissen oder Tulpen in Ihrem Korb, bewahren Sie die braunen Kraftpakete bis zum Pflanzen dunkel, trocken, luftig und kühl (um 15 bis 18 Grad) auf.

Dicht verschlossene Folienbeutel sollten Sie zuvor öffnen. Durch falsche oder zu lange Lagerung büßen Zwiebeln und Knollen viel Energie ein und ihre Triebkraft sinkt. Zudem können sich Pilzkrankheiten breit machen. Ab Mitte September dürfen Sie in den Garten gepflanzt werden.

Garten im September: Hortensien trocknen

Trockenstrauß in Glasvase. Foto: AdobeStock_DoraZett
Die schönsten Trockensträuße bietet der Garten im September. Foto: AdobeStock_DoraZett

Die Hortensie ist eine unverzichtbare Spätsommerschöne mit geradezu barocken Blütenbällen, die selbst im Vergehen noch bezaubern. Im Abblühen sind sie außerdem genau richtig, um für den Winter ein paar Stängel zu konservieren. Dazu werden die Blüten mit einem kurzen Stiel an einem regenlosen Tag abgeschnitten und anschließend kopfüber an einem luftigen, dunklen Ort aufgehängt. Dort trocknen sie rasch, werden aber recht zerbrechlich.

Folgende Methode macht sie haltbarer und schont die Farben:

  1. Kleine Vasen 2–3 cm hoch mit einer Wasser-Glycerin-Mischung (2:1) befüllen
  2. Je einen Blütenstängel hineinstellen.
  3. Langsam austrocknen lassen.

Garten im September: Die Pflanzzeit für Immergrüne

Der Spätsommer, beziehungsweise frühe Herbst, ist der beste Termin fürs Pflanzen: Immergrüne Laub- und Nadelgehölze dürfen im September in den Garten. Schließlich verdunsten sie über ihre ganzjährig grünen Blätter auch in der kalten Jahreszeit Wasser. Und das kann nur nachgeliefert werden, wenn die Gehölze vor dem Winter Gelegenheit hatten, gut einzuwurzeln. Ab Anfang September, solange der Boden noch warm ist, kommen Stechpalme, Eibe, Lorbeer-Kirsche & Co. ins gemachte Beet.

Auch das Umsetzen älterer immergrüner Gehölze gelingt jetzt am sichersten, allen voran bei solchen mit dichtem, fein verzweigtem Wurzelwerk wie Rhododendron und Buchsbaum. Gepflanzt wird am besten an einem bedeckten Tag. Die neu gesetzten Sträucher sollten Sie unbedingt auch nach dem erstmaligen Angießen bei längerer Trockenheit durchdringend wässern. Eine Mulchschicht von etwa fünf Zentimeter Höhe hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Mit Ballen oder wurzelnackt?

Immergrüne werden gewöhnlich als Containerware oder mit Ballen angeboten. Nur einige Hecken-Jungpflanzen sind gelegentlich wurzelnackt, also ohne Erdballen zu haben, zum Beispiel Eibe, Thuja, Buchs und Lorbeer-Kirsche. Ihr Vorteil: Sie kosten deutlich weniger und wachsen bei fachgerechter Herbstpflanzung meist tadellos an.

Allerdings gibt es wurzelnackte Immergrüne nur bis zu einer bestimmten Größe. Und der Umgang mit ihnen verlangt etwas Fingerspitzengefühl. In Containern gewachsene Gehölze trocknen nicht so leicht aus, verlangen keinen besonderen Schnitt und wachsen ohne „Pflanzschock“ problemlos an. Achten Sie beim Kauf auf einen gut durchwurzelten, aber keinesfalls verfilzten Ballen. Sehr dichtes Wurzelgeflecht lediglich etwas anritzen.

Kiefern mit Wurzelballen. Foto: AdobeStock_Светлана Монякова
In Jute verpackte Wurzelballen. Foto: AdobeStock_Светлана Монякова

So geht bei wurzelnackten Pflanzen nichts schief

Wie der Name schon sagt, sind die Wurzeln nackt, also gänzlich ungeschützt. Austrocknender Wind und Sonne führen rasch zu irreparablen Schäden. Die Gehölze sollte man daher sofort pflanzen oder, falls das nicht möglich ist, im Gartenboden einschlagen. Kurzfristige Lagerzeiten lassen sich durch Abdecken mit feuchten Tüchern überbrücken.

Wurzeln, die beim Ausgraben der Gehölze abgerissen oder verletzt wurden, schneidet man sauber nach und überlange Wurzeln werden etwas eingekürzt (die feinen Faserwurzeln aber schonen). Zum Ausgleich für verlorene Wurzelmasse schneidet man auch die oberirdischen Triebe um etwa ein Drittel zurück. Eine Ausnahme: Bei Nadelgehölzen wie Scheinzypresse und Thuja wird der Mitteltrieb zunächst nicht eingekürzt. Die Wurzeln der Gehölze werden am besten vor dem Pflanzen für etwa eine Stunde in einen Eimer mit Wasser gestellt. So können sie eventuell vorhandenen Wassermangel zügig ausgleichen.

Praxis-Tipp: Zweijährige auspflanzen

Stockrose, Fingerhut, Bartnelke, Goldlack und andere, die im Sommer ausgesät wurden, kann man jetzt an ihren endgültigen Platz im Garten umsetzen. Auch spontan aufgegangene Sämlinge, die an ihrem derzeitigen Standort stören, lassen sich nun gut umsiedeln.

Beim Garten im September nicht vergessen

Bunt blühende Pompondahlien. Foto: AdobeStock_Gina Gorny
Volle Blütenpracht im September bei diesen Pompondahlien. Foto: AdobeStock_Gina Gorny
  1. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für die Neuansaat von Rasen.
  2. Erstes Laub sollte vom Rasen geharkt werden, da sonst Fäulnis entstehen kann. Auf den Beeten darf es liegen bleiben, hier ist es zugleich Winterschutz und natürlicher Dünger.
  3. Rosen mit einem Kalium-Magnesium- Dünger (Patentkali) versorgen. Das verbessert ihre Winterhärte.
  4. Dahlien weiterhin ausputzen, bei Trockenheit gießen und die schweren Blütenstängel stützen.
  5. Winterharte Einjährige wie Kornblume, Klatsch-Mohn und Jungfer im Grünen direkt ins Beet säen. Sie blühen dann besonders früh.
  6. Saatgut ernten, zum Beispiel von Rittersporn (Delphinium) und Ringelblume (Calendula).

Garten im September: Vitalitätsschub für Stauden

Bereits verblühte Stauden, die überaltert und blühfaul geworden sind, lassen sich jetzt teilen. Sie wurzeln dann bis zum Winter noch gut ein und starten im Frühjahr gleich richtig durch. Alle oberirdischen Teile auf eine Handbreit zurückschneiden. Den Wurzelballen mit der Grabegabel aus dem Boden heben und mit Messer oder Spaten in etwa faustgroße Stücke teilen. Eingenistete Unkräuter dabei sorgfältig entfernen. Kürzen Sie die Wurzeln um etwa die Hälfte, damit sie beim Pflanzen nicht umknicken, sondern senkrecht in die Erde kommen. Die Teilstücke werden dann an neuer Stelle so tief in den gut gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden gesetzt, wie sie zuvor standen. Zuletzt andrücken und angießen.

Gefahr durch schöne Beeren?

Schönfrucht (Callicarpa bodinieri ’Profusion’), Skimmie, Eibe, Pfaffenhütchen oder Schneebeere – allesamt dekorative Sträucher, allerdings mehr oder weniger giftig. Viele Früchte von Ziergehölzen finden sich im September im Garten. Zwar wird wohl eher selten ein kleiner Entdecker auf Blättern oder Nadeln herumkauen. Anders sieht es mit den verführerisch leuchtenden Früchten aus. Daher ist hier etwas Vorsicht geboten.

Tipp: Statt sich aus Vorsicht ganz von diesen Gehölzen zu trennen, können Sie die Fruchttriebe einfach für die Vase abschneiden, beziehungsweise die Früchte auspflücken. Zumindest so lange kleine Kinder in der Nähe sind.

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