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Tulpen:Für eine zuverlässige und langlebige Blüte

Ab Ende März beginnt sie, Mitte April steht sie meist in voller Pracht: Es ist die Zeit der Tulpenblüte. Leider ist sie meist genauso schnell wieder vergangen, wie sie begonnen hat. Um möglichst viel von den farbenfrohen Zwiebelblumen zu haben und ihren herrlichen Anblick im Frühling hinauszuzögern, gibt es aber einige Tipps und Tricks, die Sie in Ihrem Garten anwenden können.

Langlebige Tulpensorten für lange Blüte

Es gibt wirklich unzählige Tulpensorten – mittlerweile schon sage und schreibe über 4.000, darunter viele hybride Züchtungen. Die Vielfalt der Blüten in Form und Farbe unter Tulpen ist daher enorm. Da ist es natürlich gar nicht möglich, alle erwähnenswerten Sorten abzudecken. Bei vielen ist allerdings auch nicht garantiert, dass sie sich Jahr für Jahr wieder zuverlässig zeigen. Anders als bei anderen Zwiebelblühern wie beispielsweise Narzissen lässt die Blühkraft der Tulpen meist schon nach etwa zwei Jahren deutlich nach.

Langlebige Tulpenarten/-sorten

Wildtulpen: Tulipa clusiana (z.B. ‘Little Beauty’, ‘Little Princess’), Tulipa sylvestris, Tulipa humilis, Tulipa tarda

Viridiflora-Tulpen: ‘Formosa’, ‘Spring Green’

Fosteriana-Tulpen: ‘Orange Emperor’, ‘Purissima’

Darwin-Tulpen: ‘Golden Apeldoorn’, ‘Oxford’, ‘Pink Impression’, ‘Orange Emperor’, ‘Parade’

Lilienblütige Tulpen: ‘Ballade’, ‘Purple Dream’, ‘China Pink’

Bei langlebigen Tulpensorten wie den oben stehenden Beispielen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch im nächsten Jahr wieder in voller Blüte stehen. Einige breiten sich sogar mit der Zeit weiter aus. Wichtig ist natürlich auch, dass die Zwiebeln das ganze Jahr über unbeschädigt bleiben und nicht durch andere Gartenarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Große Tulpen, reiche Blüte

Bereits mit dem Kauf der Zwiebeln können Sie den Grundstein für eine große Blütenpracht im Frühjahr legen. Gute Qualität erkennen Sie an stattlichen, unversehrten Tulpenzwiebeln. Achten Sie daher auf faulige oder schimmlige Stellen. Die Größe hängt dabei natürlich auch von der Tulpenart ab – Wildtulpenzwiebeln sind oft kleiner als die der Hybriden. Eingedrückt oder eingefallen sollten die Zwiebeln aber auf keinen Fall sein. Kleine Macken oder leichte Beschädigungen an der äußeren, hellbraunen Haut sind hingegen nicht tragisch.

Tulpen Blüte Foto: AdobeStock_merkelbeutha
So sehen gesunde Tulpenzwiebeln aus. Foto: AdobeStock_merkelbeutha

Pflanzzeit und Pflege

Auch beim Pflanzen und Pflegen der Tulpen beeinflussen Sie die Blüte. Denn nur gesunde Pflanzen können kräftig blühen. Zunächst muss natürlich der Standort stimmen: Volle Sonne ist ideal und entscheidend für eine volle Blüte. Bereits leicht halbschattige Plätze sorgen für eher kleinbleibende Tulpen.

Tulpen Blüte Foto: AdobeStock_ajlatan
Foto: AdobeStock_ajlatan

Sand für Beet und Topf

Staunässe ist der größte Feind der Tulpen. Bei stauendem Wasser oder langanhaltenden Niederschlägen verrotten die Zwiebeln im Boden. Lehmige und schwere Böden sind darum prinzipiell weniger gut geeignet für die Kultivierung der schönen Blütenpflanzen. Mithilfe von Sand kann solch ein Gartenboden aber verbessert werden. Beim Einpflanzen sollten die Zwiebeln auf ein großzügiges Sandbett platziert werden, damit das Wasser um sie herum gut abfließen kann. Die Sandschicht darf gerne mehrere Zentimeter dick sein. Auch gerade bei Tulpen in Töpfen sind ein durchlässiges Substrat und der Wasserabfluss entscheidend.

Tulpen düngen: Jede Blüte kostet Nährstoffe

Damit Tulpen Jahr für Jahr Blüten bilden, müssen natürlich auch genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Eine regelmäßige Düngung garantiert auch, dass die Tulpen während ihrer vergleichsweise kurzen Vegetationsperiode genügend Nährstoffe sammeln und in ihre Zwiebeln einlagern können. Ausnahmen sind einige Botanische und Wildtulpenarten, die sich eher auf kargen und steinigen Böden wohlfühlen. Sorten, die viele Nährstoffe benötigen, erkennen Sie meist an Ihren großen Blüten. Bei sehr nährstoffarmen Gartenböden kann die erste Düngung schon im Herbst erfolgen, ansonsten genügt eine jährliche Düngergabe im Februar. So sind die Tulpen für ihre Wachstumsphase gut versorgt.

Vorsicht: Kompost ist nichts für Tulpen

Beim Düngen im Garten greifen viele gerne auf den eigenen Kompost zurück. Der daraus entstehende Humus sorgt für bessere Feuchtigkeitsspeicherung und tut den meisten Pflanzen etwas Gutes. Tulpen bevorzugen allerdings einen mineralischen, leicht kalkhaltigen Boden. Der Kompost würde zudem die Wasserdurchlässigkeit verschlechtern. Greifen Sie darum lieber auf Algenkalk oder Hornspäne zurück.

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Ein lockerer, durchlässiger Boden ist essenziell für Tulpen. Foto: AdobeStock_rosifan19

Verwelkte Blüten der Tulpen frühzeitig entfernen

Auf die Blüte folgt die Samenbildung, das ist bei Tulpen nicht anders. Sobald ihre Tulpen sich öffnen und schon leicht auseinanderfallen, nähert die Blüte sich dem Ende. Spätestens wenn die Blütenblattränder zu welken beginnen, werden sie darum am Ansatz mit einer scharfen Schere gekappt. Das macht zwar etwas mehr Arbeit, als die Blüten einfach stehen zu lassen, allerdings verhindern Sie damit, dass die Tulpe ihre Kraft in Form von Nährstoffen in die Bildung der Samen investiert. So ist es dann auch wahrscheinlicher, dass sie im nächsten Frühjahr wieder austreiben und blühen kann.

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Die orangefarbene Blüte steht kurz vor dem Verwelken. Foto: AdobeStock_S.Pescador

Blütezeiten staffeln

Nicht nur bei den einzelnen Sorten kann mit einigen Maßnahmen die Blühwilligkeit erhöht werden. Die Zeit der Tulpenblüte können Sie auch verlängern, indem Sie verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blühzeiten pflanzen und diese so staffeln, dass die Sorten nacheinander blühen.

Beispiel: Pflanzen Sie eine kleine Wildtulpe, die bereits Anfang April blüht, gemeinsam mit einer Kaufmannia-Tulpe, deren Blütephase auf jeden Fall bis Ende des Monats weiterreicht und eine Viridiflora-Tulpe, deren Sorten oft sogar bis Ende Mai durchhalten.

Methode: Zwiebeln ausgraben und lagern

Eine Methode, die zwar deutlich aufwendiger ist, als die Zwiebeln über den Sommer im Garten sich selbst zu überlassen, dafür aber erfahrungsgemäß die Blühfähigkeit erhöht, ist das jährliche Ausgraben. Wenn die Blüte vorbei ist und das Blattwerk beginnt, einzufallen und zu vergilben, werden die Zwiebeln vorsichtig aus dem Boden geholt. Das Laub wird dabei an der Zwiebel belassen. Beim Ausgraben wird senkrecht neben der Zwiebel eingestochen, damit diese durch leichtes Ruckeln ausgehebelt werden kann.

Wichtig: Beim Ausgraben der Tulpen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Blattwerk und Zwiebel dürfen nicht verletzt werden.

In Kisten oder Kartons an einem trockenen, warmen Ort werden die Zwiebeln anschließend zum Trocknen gelagert. Das Laub wird unbedingt erst dann entfernt, wenn es komplett eingetrocknet ist. Ab September werden sie wieder ausgepflanzt, damit sie den nötigen Kältereiz erhalten und im Frühjahr erneut blühen.

LUISA ROTH

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