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Balkon-Ideenfür ein blütenreiches und insektenfreundliches Paradies

Volle Blüte voraus? Unbedingt! Dabei auch noch die Insekten fördern, Gießwasser sparen oder leckere Kräuter ernten? Das klingt doch vielversprechend …

Inhalt

1. Blühpflanzen

Dank moderner Sorten gelingen üppigste Blütenbilder auf unseren Balkonen – auch unter veränderten Klimabedingungen.

Sonne und Wärme lassen viele Pflanzen zur Höchstform aufblühen. Wird es ihnen jedoch zu viel, können Blätter verbrennen, Farben verblassen und längere Blühpausen eintreten. Züchter arbeiten daher intensiv an witterungsbeständigeren Sorten, die Hitzeperioden und Trockenphasen ebenso wegstecken wie einen Starkregen.

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Strauchmargeriten gesellen sich gerne zu Pelargonien, Verbenen, Elfensporn und Ziersalbei. Foto: AdobeStock_skymoon13

Gefragt sind außerdem Vitalität und Gesundheit sowie ein geringer Pflegebedarf. So zeigen sich zum Beispiel moderne Verbenen unempfindlich gegenüber Mehltau. Kapkörbchen blühen den Sommer durch, und Hängepelargonien putzen sich selbst. Für sonnige Balkone können Sie also aus dem Vollen des Balkonblumensortiments schöpfen!

2. Nektar- und Pollenpflanzen

Selbst auf dem kleinsten Balkon können Sie Großes für Insekten tun – mit Nektar- und Pollenpflanzen.

Im Topfgarten blüht es überreich vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein. Das müsste sich doch – außer zu unserer reinen Freude – noch zu etwas anderem nutzen lassen!

Vielen Hobbygärtnern ist es inzwischen ein Anliegen, auf ihrem Balkon oder der Terrasse die heimische Insektenwelt aktiv zu unterstützen. Schließlich sind vor allem Wild- und Honigbienen sowie Hummeln als Bestäuber von essenziellem Wert. Vor diesem Hintergrund wurde in einigen Untersuchungen an pflanzenkundlichen Instituten geprüft, ob und welche Arten aus dem Balkonpflanzensortiment als Insektenweiden taugen.

Die Klassiker Pelargonie (Ausnahmen: Wild- und Duftblattpelargonien) und Petunie zählen eher nicht dazu. Dafür aber viele andere attraktive Blüher (s. Liste unten).

Bienenfreundlichen Balkonblumen

  • Ziersalbei (Salvia)
  • Strohblume (Bracteantha)
  • Zweizahn (Bidens)
  • Dahlie, einfach und halbgefüllt
  • Fächerblume (Scaevola)
  • Vanilleblume (Heliotropium)
  • Männertreu (Lobelia)
  • Mädchenauge (Coreopsis)
  • Zauberschnee (Euphorbia)
  • Lavendel und viele Kräuter

Interessant ist, dass es zwischen der Sorten bzw. innerhalb von Serien nochmals deutliche Unterschiede in der Beliebtheit bei Biene & Co. gibt, abhängig von der jeweiligen Blütenfarbe, dem Muster und der Gesamtanzahl der Blüten. So wird zum Beispiel weißer Zweizahn stärker besucht als sein Pendant in Goldgelb. Bei Dahlien fliegen die Tiere besonders auf Rosa, Rot, Rot-Weiß und Rot-Gelb – übrigens auch bei halbgefüllten Sorten, etwa aus der ‘Dalaya’-Serie: Wird sichtbar Pollen ausgebildet, gibt es hier für Bienen durchaus etwas zu holen!

 

 

 

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Fazit: Balkonblumen können es in ihrer Attraktivität für Insekten vielleicht nicht ganz mit bienenfreundlichen Stauden und Wildpflanzen aufnehmen, aber sie sind trotzdem eine gute Idee für Balkone. Denn ihre Blütezeit währt sehr, sehr lange und stellt somit eine konstante Versorgung sicher. Etwa auch, wenn die heimische Flora bereits verblüht ist.

Bienentränken helfen den Tieren über trockenheiße Zeiten hinweg. Geeignet sind zum Beispiel flache Schalen mit rauem, nicht zu steilem Rand, sodass sich die Bienen beim Trinken sicher festhalten können. Als zusätzliche Landeplätze einige Steine, Kork- oder Moosstücke ins Wasser legen (s. Bild unten).

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Diese Tränke hat alles, was Bienen benötigen, um sich wohl zu fühlen. Foto: AdobeStock_StefanJoachim

Nisthilfen für Wildbienen möglichst in unmittelbarer Nähe zu den Futterpflanzen aufstellen oder -hängen. Gerne auch direkt an der Terrasse oder auf dem Balkon. Und keine Sorge, es drohen keine Stiche: Wildbienen sind absolut friedfertig und verteidigen ihr Nest nicht! Ideal ist ein warmer, sonniger, regen- und windgeschützter Standort, der von den Tieren frei angeflogen werden kann (s. Bild unten).

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Es ist angerichtet: Bienen und andere Insekten freuen sich über Futterpflanzen in unmittelbarer Nähe. Foto: AdobeStock_Andy

3. Ideen für schattige Balkone

Für Schattenlagen ist das Sortiment kleiner, aber nicht minder prachtvoll!

Ein Balkon Richtung Nordosten oder eine Terrasse, die nur nachmittags Sonne abbekommt? Tatsächlich kann es hier (fast) ebenso farbenfroh und üppig zugehen wie in Sonnenlagen. Zudem birgt ein beschatteter Standort Vorteile bei der Pflege, denn die Erde trocknet nicht so rasch aus. Gute Ideen für solche Balkone sind dauerblühende Fleißige Lieschen (Impatiens-Walleriana-Hybriden) und großblumige Edellieschen (Impatiens-Neuguinea-Hybriden). Auch Fuchsien sowie Begonien entfalten im gedämpften Licht ungeahnte Leuchtkraft. Nur im tiefen Schatten lässt ihr Flor nach. Alle begeistern durch große Sortenvielfalt, ob in pastelligen Rosa-, Lachs- und Cremetönen oder in kräftigem Orange, Rot, Pink, ob aufrecht wachsend oder hängend, einfach oder gefüllt. Schöne Begleiter sind zum Beispiel Funkien, Gräser und Farne. Da Trockenheit meist ebenso schadet wie Staunässe, liegt das Optimum in der Mitte: Die Erde bitte stets leicht feucht halten.

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Fleißige Lieschen sind in eindrucksvollen Farben erhältlich und blühen dauerhaft. Foto: AdobeStock_mayuberu

4. Balkonkräuter

In den Topfgarten gehören selbstverständlich auch Kräuter – zum Schnuppern, Naschen und Betrachten.

Für die Kultur in Gefäßen eignen sich auch viele mediterrane Arten wie Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, Bohnenkraut und Ysop. Sorten mit silbrigem, goldgelbem, purpurnem oder panaschiertem Laub lassen sich ebenfalls attraktiv kombinieren. Volle Sonne, ein gut durchlässiges Substrat sowie maßvolles Gießen und Düngen fördern bei den Mittelmeer-Arten gesundes Gedeihen und ein intensives Aroma. Mischen Sie am besten groben Sand etc. unter die Blumenerde. Nur Basilikum mag es feuchter und nahrhafter.

Auch klassische Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Sauerampfer, Kerbel, Pfefferminze und Zitronenmelisse sind eine gute Idee, benötigen aber mehr Wasser und Nährstoffe auf dem Balkon. Gegebenenfalls brauchen sie auch etwas Schutz vor praller Mittagssonne. So liefern sie dann über Wochen frische Würze nach, jederzeit zum Greifen nah!

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Zitronenmelisse (links) benötigt mehr Wasser, als Rosmarin (rechts). Foto: AdobeStock_KawaiiS

5. Trockenhelden für den Balkon

Dürre kann Balkonpflanzen stark schädigen. Manche aber tolerieren eine reduzierte Wasserversorgung.

Spätestens, wenn die nächste Hitzewelle anrollt, mit Temperaturen teils über 40 °C, fragt sich so mancher Topfgärtner, wie viel Gießen er sich und seiner Wasserrechnung zumuten möchte. Eine gute Balkon-Idee: Auf Pflanzen setzen, die von sich aus weniger durstig sind. Oder die nicht gleich schlappmachen, wenn die verfügbare Wassermenge unter ihrem Optimum bleibt.

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Diese Mittagsblume benötigt nicht viel Wasser und bezaubert mit Blüten in Nuancen von Orange bis Pink. Foto: AdobeStock_Bernd Schmidt

Doch welche sind das? Zum einen bekannte Wassersparer wie Fetthenne (Sedum), Portulakröschen (Portulaca) und Mittagsblume (Delosperma) mit ihren sukkulenten Blättern und Trieben. Auch Pelargonien kommen bekanntermaßen recht gut mit kurzfristigen Dürrephasen klar.

Doch erstaunlicher ist, was sich im Sommer 2020 in einem Versuch zur Trockenheitstoleranz von Balkonpflanzen an der LVG Heidelberg zeigte: Als unerwartet genügsam stellten sich hier auch Sorten des Zauberglöckchens (Calibrachoa, zum Beispiel ‘Rave Pink’, MiniFamous Uno Double ‘LavTastic’) und der Petunien (z. B. ‘NightSky’, ‘Famous Laser Pink’) heraus.

Gut mithalten konnten außerdem Zauberschnee (Euphorbia hypericifolia), Prachtkerze (Gaura lindheimeri) und das Wandelröschen ‘SunFun Red’ (Lantana camara).

SASKIA RICHTER

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