Laub – alle Jahre wieder

Auf dem Kompost, als Mulchdecke oder zur Igelburg gehäuft: Das Herbstlaub, das uns zuweilen etwas lästig scheint, erfüllt wichtige Aufgaben im Garten. Und dort, wo es wirklich mal stört, lässt es sich leicht fernhalten.

Auch wenn die Farben so schön sind und das Herbstlaub für den Garten so wertvoll ist - in einigen Gartenbereichen sollte es auch gleich wieder entfernt werden, z.B. am Teich, welcher am besten mit einem Laubschutznetz straff überspannt wird, oder von Wegen, die durch nasses Laub rutschig werden.

Außerdem sollte nicht zu viel Laub auf dem Rasen liegen, der unter dicken Falllaubschichten vergilbt und im feuchten Herbstwetter auch mal zu faulen beginnt. Regelmäßiges Abrechen oder, besonders bequem, Aufsammeln der Blätter mit dem Rasenmäher lassen wieder Licht und Luft ans Grün. Wir haben Tipps rund ums Herbstlaub zusammengestellt:

Winterschutz

Insbesondere bei Kahlfrösten brauchen empfindliche Gehölze und Stauden einen Winterschutz. Erst recht, wenn sie frisch gesetzt sind. Kein anderes natürliches Material isoliert dabei so gut wie Herbstlaub.

Verteilen Sie es großzügig im Wurzelbereich und an der Basis der Triebe. So schützt es die Wurzeln vor strengem Frost und die nackten Triebe vor austrocknenden Winden und intensiver Wintersonne. Denn sie erwärmt die Pflanze und zwingt sie zum Verdunsten von Wasser – ohne dass aus dem gefrorenen Boden neues nachgeliefert werden könnte.

Damit das Laub nicht verweht, wird es mit Reisig beschwert, das auch schützend über höhere Pflanzenpartien gelegt werden kann. Vor dem Austrieb im Frühjahr wird die Decke wieder entfernt.

Igelburg

Sinkt die Temperatur im Herbst auf durchschnittlich unter 10 °C, sucht der Igel ein geeignetes Winterquartier. Neben dichtem Heckengestrüpp stehen Haufen aus Laub, Reisig oder Holz dabei ganz oben auf seiner Liste.

Neben ihm machen es sich hier auch Schmetterlinge oder Amphibien gemütlich. Bis mindestens April sollte die Igelburg ungestört bleiben, erst dann erwachen die Bewohner.

Übrigens: Falls der Haufen in einer versteckten Ecke noch länger überdauern darf, freuen sich Rotkehlchen und Zaunkönig über das begehrte Brutquartier.

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Auf den Kompost

Viele Laubarten sind gut kompostierbar und können mit weiteren Grünabfällen auf den Mischkompost wandern, wo sie wertvollen Humus bilden.

Andere Laubarten jedoch weisen hohe Säure- oder Gerbstoffgehalte auf. Diese hemmen den Zersetzungsprozess und lassen sehr sauren Humus entstehen, der später nur säureliebenden Pflanzen wie Rhododendren als Dünger dient. Diese schwer kompostierbaren Laubarten sollten daher gesondert aufgesetzt werden.

Verfahren Sie am besten folgendermaßen: Sammeln Sie das Laub, wo möglich, mit einem Rasenmäher mit Auffangkorb ein. Der Mäher zerkleinert das Laub, was die Rotte beschleunigt.

Lassen Sie das Mähgut antrocknen, ehe es aufgesetzt wird. „Impfen“ Sie die Miete mit etwas Erde aus dem Mischkompost und sorgen Sie für ein günstiges Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis: Dem kohlenstoffhaltigen Laub sollte Stickstoff in Form von Hornmehl/Hornspänen zugegeben werden (etwa 3 kg/m3).

Auch Rasenschnitt ist ein guter Stickstofflieferant. Gesteinsmehl (ebenfalls 3 kg/m3) verbessert die Rottebedingungen, etwas Algenkalk wirkt dem Säureüberschuss entgegen. Lassen Sie den Kompost mindestens ein Jahr lang reifen.

Leicht kompostierbar: Laub von Ahorn, Linde, Weide, Esche, Eberesche, Erle, Haselnuss, Obstbäumen
Schwer kompostierbar: Laub von Walnuss, Kastanie, Pappel, Platane, Nadelgehölzen
Hoher Gerbstoffgehalt: Laub von Birke, Buche, Eiche

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Mulchen

Gerade im Herbst, wenn die Stauden ihre Blätter eingezogen haben, ist eine Mulchdecke für den nackten Boden von großem Wert. Sie hält Feuchtigkeit im Erdreich, wirkt Erosion und Verschlämmung entgegen, puffert Temperaturschwankungen ab und reduziert Unkräuter. Zudem verrottet sie mit der Zeit und setzt dabei Pflanzennährstoffe frei.

Neben Rasenschnitt eignet sich vor allem Laub. Lassen Sie es also in Staudenbeeten und unter Gehölzen ruhig liegen. Dabei gilt: Laubarten, die leicht kompostierbar sind, liefern gutes Mulchmaterial und können im Beet verrotten.

Schwer kompostierbares Laub jedoch setzt mit der Zeit Säuren und Gerbstoffe frei, die den ph-Wert des Bodens ungünstig beeinflussen. Sie sollten nur bis zum zeitigen Frühjahr liegen bleiben, dann abgeräumt und kompostiert werden (Ausnahme: unter Moorbeetpflanzen wie Rhododendren darf das Laub bleiben). Da dem Boden bei der Rotte Stickstoff entzogen wird, sollte dieser nachgedüngt werden, falls große Mengen Laub gemulcht wurden.

Herbstlaub im Steingarten

Im Steingarten sollte Falllaub nicht lange liegen bleiben. Besonders immer- oder wintergrüne Arten wie die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) oder Felssteppen-Bewohner wie das Mexikanische Federgras (Nassella tenuissima) faulen unter einer feuchten Laubschütte leicht. Darüber hinaus wird der Boden beim Zersetzen der Blätter nach und nach mit Nährstoffen und Humus angereichert – beides nicht gerade förderlich für die an eher magere und gut durchlässige Standorte angepassten Pflanzen.

» Tipps und Erfahrungen zum Steingarten von Dr. Konrad Näser

Aus dem Teich entfernen

So wertvoll Laub auch ist – an manchen Orten hat es nichts verloren. So zum Beispiel im Teich. Die Blätter schwimmen zunächst an der Oberfläche, sinken aber bald auf den Grund. Dort vermodern sie zu Faulschlamm, der giftige Gase freisetzt.

Um dem entgegenzuwirken, muss das Herbstlaub regelmäßig mit einem Kescher abgefischt werden. Oder aber Sie spannen ein feinmaschiges Laubschutznetz über den Teich und befestigen es mit Heringen am Ufer. Damit das durch das Laub beschwerte Netz nicht im Wasser hängt, gibt es spezielle Schwimmstützen. Bei sehr kleinen Wasserflächen genügen auch dicke Styroporplatten, die unter dem Netz aufs Wasser gelegt werden.

Auch in der Regenrinne ist Laub unerwünscht. Durch die Feuchtigkeit pappt es zusammen und verstopft das Fallrohr oder die Rinne selbst. Abhilfe schafft ein mit Kunststoffborsten bewehrter Dachrinnenschutz, der in die Rinne gelegt wird. Die kräftigen Borsten verhindern den Blatteinfall, ohne den Wasserdurchfluss nennenswert zu hemmen.

» Herbstputz im Teich
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