Laub – alle Jahre wieder

Winterschutz

Insbesondere bei Kahlfrösten brauchen empfindliche Gehölze und Stauden einen Winterschutz. Erst recht, wenn sie frisch gesetzt sind. Kein anderes natürliches Material isoliert dabei so gut wie Herbstlaub. Verteilen Sie es großzügig im Wurzelbereich und an der Basis der Triebe. So schützt es die Wurzeln vor strengem Frost und die nackten Triebe vor austrocknenden Winden und intensiver Wintersonne. Denn sie erwärmt die Pflanze und zwingt sie zum Verdunsten von Wasser – ohne dass aus dem gefrorenen Boden neues nachgeliefert werden könnte.

Damit das Laub nicht verweht, wird es mit Reisig beschwert, das auch schützend über höhere Pflanzenpartien gelegt werden kann. Vor dem Austrieb im Frühjahr wird die Decke wieder entfernt.

Igelburg

Sinkt die Temperatur im Herbst auf durchschnittlich unter 10 °C, sucht der Igel ein geeignetes Winterquartier. Neben dichtem Heckengestrüpp stehen Haufen aus Laub, Reisig oder Holz dabei ganz oben auf seiner Liste. Neben ihm machen es sich hier auch Schmetterlinge oder Amphibien gemütlich. Bis mindestens April sollte die Igelburg ungestört bleiben, erst dann erwachen die Bewohner. Übrigens: Falls der Haufen in einer versteckten Ecke noch länger überdauern darf, freuen sich Rotkehlchen und Zaunkönig über das begehrte Brutquartier.

Auf den Kompost

Viele Laubarten sind gut kompostierbar  und können mit weiteren Grünabfällen auf den Mischkompost wandern, wo sie wertvollen Humus bilden. Andere Laubarten jedoch weisen hohe Säure- oder Gerbstoffgehalte auf. Diese hemmen den Zersetzungsprozess und lassen sehr sauren Humus entstehen, der später nur säureliebenden Pflanzen wie Rhododendren als Dünger dient. Diese schwer kompostierbaren Laubarten sollten daher gesondert aufgesetzt werden.

Verfahren Sie am besten folgendermaßen: Sammeln Sie das Laub, wo möglich, mit einem Rasenmäher mit Auffangkorb ein. Der Mäher zerkleinert das Laub, was die Rotte beschleunigt. Lassen Sie das Mähgut antrocknen, ehe es aufgesetzt wird. „Impfen“ Sie die Miete mit etwas Erde aus dem Mischkompost und sorgen Sie für ein günstiges Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis: Dem kohlenstoffhaltigen Laub sollte Stickstoff in Form von Hornmehl/Hornspänen zugegeben werden (etwa 3 kg/m3). Auch Rasenschnitt ist ein guter Stickstofflieferant. Gesteinsmehl (ebenfalls 3 kg/m3) verbessert die Rotte-bedingungen, etwas Algenkalk wirkt dem Säureüberschuss entgegen. Lassen Sie den Kompost mindestens ein Jahr lang reifen.
• Leicht kompostierbar: Laub von Ahorn, Linde, Weide, Esche, Eberesche, Erle, Haselnuss, Obstbäumen
• Schwer kompostierbar: Laub von Walnuss, Kastanie, Pappel, Platane, Nadelgehölzen
• Hoher Gerbstoffgehalt: Laub von Birke, Buche, Eiche

» Kompost: Das Gold des Gärtners

Mulchen

Gerade im Herbst, wenn die Stauden ihre Blätter eingezogen haben, ist eine Mulchdecke für den nackten Boden von großem Wert. Sie hält Feuchtigkeit im Erdreich, wirkt Erosion und Verschlämmung entgegen, puffert Temperaturschwankungen ab und reduziert Unkräuter. Zudem verrottet sie mit der Zeit und setzt dabei Pflanzennährstoffe frei. Neben Rasenschnitt eignet sich vor allem Laub. Lassen Sie es also in Staudenbeeten und unter Gehölzen ruhig liegen. Dabei gilt: Laubarten, die leicht kompostierbar sind, liefern gutes Mulchmaterial und können im Beet verrotten. Schwer kompostierbares Laub jedoch setzt mit der Zeit Säuren und Gerbstoffe frei, die den ph-Wert des Bodens ungünstig beeinflussen. Sie sollten nur bis zum zeitigen Frühjahr liegen bleiben, dann abgeräumt und kompostiert werden (Ausnahme: unter Moorbeetpflanzen wie Rhododendren darf das Laub bleiben). Da dem Boden bei der Rotte Stickstoff entzogen wird, sollte dieser nachgedüngt werden, falls große Mengen Laub gemulcht wurden.

Entfernen

So wertvoll Laub auch ist – an manchen Orten hat es nichts verloren. So zum Beispiel im Teich. Die Blätter schwimmen zunächst an der Oberfläche, sinken aber bald auf den Grund. Dort vermodern sie zu Faulschlamm, der giftige Gase freisetzt. Um dem entgegenzuwirken, muss das Herbstlaub regelmäßig mit einem Kescher abgefischt werden. Oder aber Sie spannen ein feinmaschiges Laubschutznetz über den Teich und befestigen es mit Heringen am Ufer. Damit das durch das Laub beschwerte Netz nicht im Wasser hängt, gibt es spezielle Schwimmstützen. Bei sehr kleinen Wasserflächen genügen auch dicke Styroporplatten, die unter dem Netz aufs Wasser gelegt werden.

Auch in der Regenrinne ist Laub unerwünscht. Durch die Feuchtigkeit pappt es zusammen und verstopft das Fallrohr oder die Rinne selbst. Abhilfe schafft ein mit Kunststoffborsten bewehrter Dachrinnenschutz, der in die Rinne gelegt wird. Die kräftigen Borsten verhindern den Blatteinfall, ohne den Wasserdurchfluss nennenswert zu hemmen. Auf dem Rasen darf das Laub in Maßen liegen bleiben. Sobald es aber so dicht liegt, dass die Halme kein Durchkommen mehr finden, sollte es entfernt werden. Ansonsten droht dem Rasen durch Dauerfeuchtigkeit und Lichtentzug Fäulnis.
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