Bodenpflege im Herbst. Foto: AdobeStock_nataba

Bodenpflege im Herbst:Was es zu beachten gilt

Der Garten bereitet sich langsam auf den Winterschlaf vor. Der Küchengarten ist weitgehend geräumt, die Obstgehölze gehen in die Ruhephase und brauchen keine Nährstoffe mehr. Trotzdem sind Gaben langsam wirkender Düngemittel jetzt sinnvoll – als Vorrat fürs kommende Jahr. Was sonst noch zur Bodenpflege im Herbst gehört, lesen Sie hier.

Bodenpflege im Herbst – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Bodenpflege im Herbst: Langzeitdünger für den Küchengarten

Neben Kompost können im Herbst und Winter zum Beispiel Mist und Kalk ausgebracht werden. Doch Vorsicht: beides nie gleichzeitig verabreichen. Kalk fördert den schnellen Abbau von Mist oder Dung. Damit gehen schon im Herbst und Winter Nährstoffe verloren.

Nicht auf Verdacht kalken, sondern zuvor den Boden-pH-Wert bestimmen. Das geht ganz einfach mit einem Testset aus dem Gartenmarkt. Ist der pH-Wert zu niedrig, schafft eine Kalkung Abhilfe. Phosphat überdauert etwa zwei Jahre im Boden und kann ebenfalls im Herbst verabreicht werden.

Je schwerer der Boden, desto besser hält er die Nährstoffe. Auf Lehmboden bleibt auch Kalium zwei Jahre lang im Wurzelbereich der Kulturpflanzen, auf Sand eher nur für ein Jahr.

Bodenpflege im Herbst: Kompost

Zweijährigen, gut verrotteten Kompost können Sie im Herbst überall im Garten verwenden. Er enthält neben düngendem Nährhumus den wertvollen Dauerhumus, der den Boden langfristig verbessert. Schwere Böden macht er leicht und krümelig, leichte Böden halten Nährstoffe und Wasser viel länger fest.

Kompost wirkt langsam und über einen längeren Zeitraum. Darum wird er im Gemüsegarten am besten in der Zeit zwischen November und März als Grunddüngung ausgebracht. Verteilen Sie ihn auf den unbepflanzten Beeten. Nicht untergraben, denn in den obersten 20 Zentimeter der Krume befinden sich später die meisten Wurzeln.

Mit Kompost gefüllte Schubkarre im Gartenbeet. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler
Perfekt für die Bodenpflege im Herbst: Kompost ausbringen. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Sollen auf den Beeten Starkzehrer wie Kopfkohl oder Kürbisse wachsen, geben Sie etwa fünf Liter pro Quadratmeter, sonst reichen drei Liter völlig aus. Der nur wenige Monate alte Kompost aus dem laufenden Jahr kann ebenfalls jetzt verwendet werden, aber: Er wird auf dem Beet innerhalb einer Wachstumssaison weitgehend abgebaut. Bei diesem Abbau werden seine Nährstoffe freigesetzt. Er wirkt daher vorrangig als Dünger. Noch grobe, unverrottete Bestandteile siebt man ab und gibt sie zurück auf den Kompost, wo sie weiter zersetzen. Sie sind auch zum Mulchen geeignet.

Kompost umsetzen

Kompost aus dem vergangenen Jahr wird jetzt so umgesetzt, dass die oberen Schichten nach unten und die äußeren nach innen kommen. So entsteht in Lattenkompostern und Mieten bis zum kommenden Herbst ein gleichmäßig und gut verrotteter Humus.

In geschlossenen Kompostern aus Kunststoff (Thermokomposter) wird nicht umgesetzt. Hier wird der fertige Kompost unten aus der dafür vorgesehenen Klappe entnommen. Oben wird laufend neuer Pflanzenabfall nachgefüllt. Dieser relative junge Humus hat vor allem düngende Wirkung und eignet sich besonders gut für die Bodenpflege im Herbst.

Bodenpflege im Herbst; Regenwürmer in der Erde. Foto: AdobeStock_jbphotographylt
Die Bodenpflege im Herbst sollte Rücksicht auf das Bodenleben nehmen. Foto: AdobeStock_jbphotographylt

Mist erst zum Winterende ausbringen

Was häufig als Schimpfwort benutzt wird, ist doch tatsächlich ein Fachbegriff: Mist, genauer Stallmist, enthält neben den Exkrementen von Rind, Pferd oder anderen Nutztieren Stroh oder andere Reste der verwendeten Einstreu.

Dung dagegen gab dem Dünger seinen Namen und enthält ausschließlich tierische Ausscheidungen. Beide kann man frisch verwenden, aber am besten erst zum Winterende hin auf kaltem Boden. Bis zum Frühjahr ist er dann nicht mehr so scharf und verbrennt die jungen Wurzeln nicht. Besser noch wird Mist oder Dung zunächst für ein bis zwei Jahre kompostiert. Das veredelt ihn zu wertvollem Kompost.

Eine Herbstdüngung mit Mist oder Dung ist nicht zu empfehlen. Während der Herbstmonate kommt es vermehrt zu Auswaschung der Nährstoffe, weshalb die Düngung nicht effizient ist. Viel wichtiger ist aber, dass große Mengen an Stickstoff so ins Grundwasser gelangen und der Umwelt schaden.

Bodenpflege im Herbst: Gründüngung

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um erschöpften Gartenböden eine Kur zu gönnen. Eine Gründüngung sorgt durch den gezielten Anbau bestimmter Pflanzen für eine Bodenlockerung, fördert Mikroorganismen und führt wichtige Nährstoffe zu. So können sich Beete zum Beispiel zwischen zwei starkzehrenden Gemüsekulturen erholen.

Lilablühende Pflanzen im goldenen Herbstlicht. Foto: AdobeStock_Li-Bro
Der „Bienenfreund“, die Gattung Phacelia, lockert als Gründüngung den Boden. Foto: AdobeStock_Li-Bro

Bei stark ausgezehrter Gartenerde ist es sinnvoll, die Gründüngungspflanzen ein ganzes Jahr lang stehen zu lassen. Wenn es schneller gehen soll, können Sie im Herbst schnellwachsende Pflanzen aussäen, die noch bis zum Winter reichlich an Blattmasse zulegen (z.B. Gelbsenf, Gelbe Lupinen oder Phacelia). Gießen Sie die Pflanzung gut an und wässern auch an trockenen Tagen. Im Spätherbst wird das Beet gemäht und in den Boden eingearbeitet oder gemulcht. Danach mindestens drei Wochen warten, bis die nächsten Pflanzen ins Beet kommen, denn die Gründüngung muss ausreichend zersetzt sein.

Umgraben war gestern

Zur Bodenpflege im Herbst gehört das Umgraben? Das kann man so nicht ausnahmslos unterschreiben. Denn auch wenn man seinen Beeten damit etwas Gutes tun möchte, tiefes Umgraben bringt so Einiges durcheinander. Denn ein Boden besteht aus verschiedenen Schichten, die sich in ihrer Beschaffenheit unterscheiden und auch von verschiedenen Bodenorganismen besiedelt werden. In einem gesunden Boden tummeln sich nicht nur ein paar Regenwürmer, sondern auch Pilze, Bakterien, Spinnentiere, Nematoden und Einzeller – schon in einem Liter Erde leben Milliarden an kleinen Lebewesen.

Und diese sorgen für die Zersetzung von organischem Material und machen den Gartenpflanzen so erst die Nährstoffe verfügbar. Im Normalfall sind diese Tierchen genau da, wo sie eben hingehören. Wird nun aber durch intensives Umgraben die untere Schicht ganz nach oben geholt und umgekehrt, führt das zur Irritation dieser kleinen Helferchen. Nur sehr stark verdichtete und schwere Lehmböden haben das Umgraben wirklich nötig.

Was Sie stattdessen tun können: Mit einer Grabegabel sorgen Sie für gute Durchlüftung des Bodens. Dabei wird nichts umgeschichtet, aber die Erde dennoch gelockert. Außerdem freut sich jeder Gartenboden über eine schützende Decke im Winter. Eine Mulchschicht kann beispielsweise über eingezogenen Stauden verteilt werden. Das schützt vor Austrocknung und dämmt die Kälte. 

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