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Gartenvögel bestimmenund richtig füttern: So gehts!

Sie flattern und hüpfen durch unsere Gärten, piepsen von unseren Dächern und erfreuen uns ganzjährig mit ihrem Gesang und ihrem possierlichen Aussehen – wer gerne Gartenvögel beobachtet, weiß um die schönen Momente, die unsere gefiederten Freunde uns bescheren. Doch wer genau versteckt sich da eigentlich zwischen den Ästen und noch wichtiger, mit welchem Futter können wir Vögel wirklich unterstützen?

Warum sollten wir unsere Gartenvögel im Winter füttern?

Wir helfen uns mit warmen Socken und Schuhen, aber auch unsere Gartenvögel müssen im Winter ihre Körpertemperatur von etwa 40 Grad Celsius aufrechterhalten. Damit Vögel im Winter keine kalten Füße bekommen, sind ihre Beine mit einer besonderen Temperaturregelung ausgestattet. Ein Netz fein verzweigter Adern dient dabei dem Wärmeaustausch im Gegenstromprinzip.

Doch schon eine Frostnacht kann kleine Vögel bis zu 20 Prozent des Körpergewichtes kosten. Die Winterfütterung hilft den kleinen Akrobaten, die verlorene Energie am Tage wieder aufzunehmen. Wir stellen ihnen die bekanntesten Gartenvögel und geeignetes Futter vor.

Der Haussperling (Passer domesticus)

Der gesellige Haussperling ist eine Art aus der Familie der Sperlinge (Passeridae) und gehört zu den häufigsten Vertretern der Singvögel. Er lebt als sogenannter Kulturfolger nie sehr weit vom Menschen entfernt. Wo auch immer in der Nachbarschaft ein Krümel zu Boden fällt oder eine Nische unterm Dach zum Einnisten einlädt, ist der Haussperling, im Volksmund besser bekannt als Spatz, sicher nicht weit entfernt.

Seine Vorliebe für Staubbäder brachte dem Gartenvogel übrigens auch den Namen „Dreckspatz“ ein. Solche Sandbäder unterstützen die Sperlinge dabei, sich von Parasiten zu befreien.

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Spatzenmännchen (links) unterscheiden sich stark von ihren weiblichen Artgenossen (rechts). Foto: AdobeStock_Steve_Byland

Aussehen: Die Pärchen unterscheiden sich gut, aber sowohl Männchen als auch Weibchen wirken leicht gedrungen und haben einen relativ großen Kopf. Der Rücken ist bei beiden kräftig schwarzbraun gestreift. Die Weibchen sind mit ihrem braungrauen Gefieder eher unscheinbar. Dabei haben sie meist einen hellbraunen Kopf mit Augenstrich und ein blasses braunes Rückengefieder. Die Unterseite ist heller. Bei den Männchen sind sowohl Kehle als auch Latz schwarz eingefärbt. Sie weisen einen grauen Mittelscheitel und helle Wangen auf. Das wirkt neben den braunen Kopfstreifen besonders kontrastreich.

Geeignetes für die Futterstelle:

Samen, Haferflocken und Getreidekörner

Der Feldsperling (Passer montanus)

Etwas weniger bekannt als der Hausspatz, aber nicht weniger liebenswert, kommt der Feldsperling daher. Die drolligen kleinen Gefährten leben ebenfalls sehr nah am Menschen und sind uns als Gartenvögel daher sehr gut bekannt. Sie suchen oft am Boden nach Futter und turnen in Gruppen lebhaft durchs Geäst von Hecken.

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Der lebhafte Feldsperling fühlt sich in Gruppen besonders wohl. Foto: AdobeStock_Rolf Müller

Aussehen: Beim Feldsperling lassen sich Männchen und Weibchen nicht am Gefieder unterscheiden, Weibchen sind aber größer und schwerer. Mit der kastanienbraunen Kappe, seinem weißen Halsring und dunklen Wangenflecken, die „Ohrenschützern“ gleichen, wirkt der Feldsperling besonders possierlich.

Geeignetes für die Futterstelle:

Körnermischungen, Erdnüsse, Samen und Sonnenblumenkerne

Die Amsel (Turdus merula)

Wenn es irgendwo im Gebüsch leise raschelt und knackt, steckt meist einer unserer bekanntesten Gartenvögel dahinter. Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ist ebenfalls ein Kulturfolger und kommt darum in fast allen menschengemachten Lebensräumen vor, besonders oft in unseren Gärten. Sie ist geografisch weit verbreitet und zählt auch bei uns zu den häufigsten heimischen Vogelarten.

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Das schwarze Gefieder eines Amselmännchens sticht in winterlicher Umgebung besonders hervor. Foto: AdobeStock_Luka

Aussehen: Die Paare lassen sich sehr gut voneinander unterscheiden. Während die Weibchen mit ihrem braunen Gefieder eher unscheinbar wirken, stechen die Männchen mit ihrem satt schwarzen Federkleid in jeder Kulisse hervor. Ihre Schnäbel und Augenringe sind gelb, was einen zusätzlichen Kontrast ausmacht.

Geeignetes für die Futterstelle:

Beeren, Früchte, Insekten, Obst, Haferflocken, Rosinen, gehackte Nüsse, Mehlwürmer und geschälte Sonnenblumenkerne

Der Buchfink (Fringilla coelebs)

Auch der Buchfink fühlt sich in unserer Nähe wohl. Ob in Gärten, Wäldern, Parks oder an jeglichen anderen Orten mit Baumbestand – sein schimmerndes Gefieder zieht alle Blicke auf sich, während sein unverkennbarer Gesang zum Verweilen einlädt. Damit die Nahrung für alle ausreicht, überwintern meist nur die Männchen bei uns, während die Weibchen in den Süden ziehen.

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Ein Buchfink-Pärchen bei der Futtersuche in einer Parkanlage. Foto: AdobeStock_creativenature.nl

Aussehen: Das Federkleid der Weibchen kommt auch hier etwas schlichter in Beige und Grün daher. Bei den Männchen wirkt besonders der blaugraue Scheitel imposant. Im Kontrast dazu steht die Brust in zartem Weinrot.

Geeignetes für die Futterstelle:

Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse und Bucheckern

Die Kohlmeise (Parus major)

Die Kohlmeise ist eine Vogelart aus der Familie der Meisen (Paridae). Sie ist häufig in vogelfreundlichen Gärten anzutreffen und ein sehr gern gesehener Gast am Futterhäuschen. Wer darauf hofft, dass Kohlmeisen auch in den hauseigenen Nistkasten ziehen, kann Glück haben. Die Höhlenbrüter nisten zwar hauptsächlich in Spalten oder Baumhöhlen, lassen sich aber auch gerne einladen. Ihren Namen verdanken die kleinen Gartenvögel ihrer kohlschwarzen Kopfzeichnung.

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Unverwechselbar: Kohlmeisen geben sich mit ihrem bunten Gefieder schnell zu erkennen. Foto: AdobeStock_Yakubovich_Dmitry

Aussehen: Beide Geschlechter haben große weiße Wangenfelder. Die Unterseite ist kräftig gelb, die Oberseite grünblau. Der charakteristische schwarze Bauchstreifen ist beim Weibchen etwas schmaler und blasser.

Geeignetes für die Futterstelle:

Meisenknödel, Sonnenblumenkerne, Bucheckern, Erdnüsse, Hasel- und Walnüsse

Die Blaumeise (Parus caeruleus)

Wer die quirlige Blaumeise schon einmal beobachtet hat, weiß, dass es sich um einen sehr lebendigen Gartenvogel handelt. In unseren Gärten und Parks ist sie ein häufiger Gast. Dort sieht man sie an Futterstellen oder in Bäumen oder Gebüschen herumhüpfen. Ab und an kommt es sogar vor, dass Blaumeisen wegen ihres kühnen Verhaltens mit anderen Vögeln aneinandergeraten.

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Der winzige Schnabel und die kugelförmige Gestalt verleihen der Blaumeise ihr niedliches Aussehen. Foto: AdobeStock_Maren Winter

Aussehen: Beim kleinen, frechen Singvogel lassen sich Männchen und Weibchen nicht eindeutig unterscheiden. Leuchtend gelbe Brust und Bauchseite, blaue Flügel und Schwanz sowie das blaue Käppchen über dem weißen Gesicht mit schwarzem Augenstreifen sind sein Markenzeichen. In Europa sind Blaumeisen nämlich die einzigen blaugelben Vögel.

Geeignetes für die Futterstelle:

Meisenknödel oder-ringe

Der Grünfink (Carduelis chloris)

Der Grünfink ist ein in ganz Europa verbreiteter Singvogel. Er gehört zur Unterfamilie der sogenannten Stieglitzartigen in der Familie der Finken. Als klassischer Gartenvogel ist er vor allem in Gebüschen und Freiflächen anzutreffen. Bereits ab Januar nutzen die Männchen die hohen Hecken in unseren Gärten als Singwarten.

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Die perfekte Singwarte: Hecken und Sträucher wirken auf den Grünfink einladend. Foto: AdobeStock_Zanoza-Ru

Aussehen: Der Grünfink ist mit seinen 15 cm etwas größer als eine Kohlmeise. Das bei den Männchen olivgrüne Gefieder weist an Flügeln und Schwanz markante Zeichnungen in leuchtendem Gelb auf. Farblich weniger auffällig sind die Weibchen mit ihrem gelben Bauch.

Geeignetes für die Futterstelle:

Körner, Fettfutter, Meisenknödel und Hagebutten

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Mit seinem orangeroten Gesicht, dem kugeligen Körper und den schwarzen Knopfaugen gehört das Rotkehlchen zu unseren liebsten Gartenvögeln. Seinen Gesang können wir auch an milden Wintertagen hören. Zum Singen sitzt der Einzelgänger gern erhöht auf einem Ast, sonst findet man ihn aber meist am Boden. Hier hüpft er zur Nahrungssuche herum.

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Das Rotkehlchen fühlt sich in Wäldern, Parks und Gärten zu Hause. Foto: AdobeStock_VOLODYMYR KUCHERENKO

Aussehen: Bei Rotkehlchen unterschieden sich die Geschlechter optisch nicht. Der Bauch ist hell. Hinterkopf, Rücken und Schwanz sind braun gefärbt. Der dunkle Schnabel und die Knopfaugen unterstreichen das entzückende Erscheinungsbild. Ikonisch ist die orange-rote Färbung an Gesicht und Latz. Bei ganz jungen Rotkehlchen fehlt diese übrigens noch. Ihre Brust ist anfangs braun geschuppt.

Geeignetes für die Futterstelle:

gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer und Rosinen in Kokosfett/Talg

Die Elster (Pica pica)

Auch wenn die Elster ein Rabenvogel ist, zählt sie zu den am häufigsten verbreiteten Gartenvögeln in unserer Heimat. Die anmutigen Gesellen sind mit ihren krächzenden Lauten kaum zu überhören und zudem sehr intelligent und neugierig. Das Gehirn der Elster zählt sogar zu den höchstentwickelten unter den Singvögeln. Aufgrund der landwirtschaftlichen Flurbereinigung, die eine Neuordnung des land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes zum Ziel hat, zogen Elstern in Gartenvororte und Parks, wodurch sie zu unseren ständigen Begleitern geworden sind.

Leeren Elstern allerdings ein Vogelnest, wird oft auf „Regulierung“ gedrängt. Das Bejagen der außergewöhnlichen Vögel ist jedoch nicht ratsam. Zunächst hat ein jedes Lebewesen ein Existenzrecht, auch dann, wenn es sich von anderen Arten ernährt. Hinzukommt, dass Untersuchungen Interessantes über die Rabenvögel zeigen. Und zwar nimmt der Bestand der Elster in Gebieten, in denen die Jagd verboten wurde, nicht zu. Ganz im Gegenteil: Wo viel gejagt wird, versuchen die Tiere durch mehr Nachwuchs die bedingten Verluste auszugleichen.

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Schon gewusst? Elstern bauen immer mehrere Nester und brüten nur in einem davon. Foto: AdobeStock_AGAMI

Aussehen: Der schwarz und weiß gefiederte Rabenvogel hat einen charakteristischen, auffallend langen Schwanz, der wie die Flügel grün, blau oder violett schimmert. Die Elster ist mit circa 45 cm einer der größeren Besucher am Futterhäuschen. Die Geschlechter sind optisch nicht zu unterscheiden.

Geeignetes für die Futterstelle:

Samen, Nüsse und Beeren

Der Buntspecht (Dendrocopos major)

Ja, sogar der Buntspecht hat unsere Futterhäuschen entdeckt und sich zu einem wahren Stammgast entwickelt. Neben Teilen des nördlichen Eurasiens sowie Nordafrika bewohnt der Vogel aus der Familie der Spechte verschiedene Wälder sowie Parkanlagen und Gärten mit Bäumen. Um Nüsse oder Zapfen effizient aufzumeißeln, stecken die Gartenvögel sie erst in Holzspalten – eine sogenannte „Schmiede“.

Gartenvögel Foto: AdobeStock_Nikolai Korzhov
Foto: AdobeStock_Nikolai Korzhov

Aussehen: Der Buntspecht ist mit seinen 23 cm so groß wie ein Star oder wie eine Amsel. Das Männchen ist am roten Genickfleck zu erkennen, der bei den Weibchen fehlt. Das Gefieder ist schwarzweiß gezeichnet, lediglich die Unteschwanzdecken sind kräftig rot.

Geeignetes für die Futterstelle:

Larven und Insekten, Beeren, Nüsse und Samen

Vogelfutterstationen und Körnermischungen finden Sie übrigens auch in unserem GartenFlora-Shop.

MICHAELA KITSCHKE

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