Alle Jahre wieder: Herbstlaub kehren.

Laub im Garten – wertvoll und praktisch

Was tun mit all dem Laub im Garten? Auf den Kompost, als Mulchdecke oder zur Igelburg gehäuft: Das Herbstlaub, das uns zuweilen etwas lästig scheint, erfüllt wichtige Aufgaben im Garten. Und dort, wo es wirklich mal stört, lässt es sich leicht fernhalten.

Was tun mit Laub auf dem Rasen und auf Wegen?

Laub vom Rasen harken
Während das Laub auf Beeten zwischen Pflanzen nützlich ist, sollte es vom Rasen entfernt werden, damit die Gräser darunter nicht leiden. © iVerde

Auch wenn die Farben so schön sind und das Laub im Garten so wertvoll ist – aus einigen Gartenbereichen sollte es gleich wieder entfernt werden, zum Beispiel aus dem Teich. Und auf Wegen ist Herbstlaub besonders gefährlich, da diese durch nasse Blätter rutschig werden.

Außerdem sollte nicht zu viel Laub auf dem Rasen liegen bleiben, der unter dicken Falllaubschichten vergilbt und im feuchten Herbstwetter auch mal zu faulen beginnt. Regelmäßiges Abrechen oder, besonders bequem, Aufsammeln der Blätter mit dem Rasenmäher lassen wieder Licht und Luft ans Grün.

Wir haben Tipps rund ums Herbstlaub zusammengestellt, um das Laub im Garten möglichst sinnvoll zu nutzen. An den richtigen Stellen ist es ein wertvoller Rohstoff und es wäre schade, es aus dem Garten zu entfernen:

Laub im Garten – ein perfekter Winterschutz

Insbesondere bei Kahlfrösten brauchen empfindliche Gehölze und Stauden einen Winterschutz. Erst recht, wenn sie frisch gesetzt sind. Kein anderes natürliches Material isoliert dabei so gut wie Herbstlaub.

Verteilen Sie die Blätter großzügig im Wurzelbereich und an der Basis der Triebe. So schützen sie die Wurzeln vor strengem Frost und die nackten Triebe vor austrocknenden Winden und intensiver Wintersonne. Denn sie erwärmt die Pflanzen und zwingt sie zum Verdunsten von Wasser – ohne dass aus dem gefrorenen Boden neues nachgeliefert werden könnte.

Damit das Laub im Garten nicht verweht, wird es mit Reisig beschwert, das auch schützend über höhere Pflanzenpartien gelegt werden kann. Vor dem Austrieb im Frühjahr wird die Decke wieder entfernt.

Laub im Garten für Igel und Co

Eichenlaub vom Weg entfernen
Von der Terrasse, von Wegen und vom Rasen sollte Laub entfernt werden. © iVerde

Sinkt die Temperatur im Herbst auf durchschnittlich unter 10 °C, sucht der Igel ein geeignetes Winterquartier. Neben dichtem Heckengestrüpp stehen Haufen aus Laub, Reisig oder Holz dabei ganz oben auf seiner Liste.

Neben ihm machen es sich hier auch Schmetterlinge oder Amphibien gemütlich. Bis mindestens April sollte die Igelburg ungestört bleiben, erst dann erwachen die Bewohner.

Laub im Garten ist auch für andere Tiere ein geschätztes Zuhause: Falls der Reisig- oder Laubhaufen in einer versteckten Ecke noch länger überdauern darf, freuen sich Rotkehlchen und Zaunkönig über das begehrte Brutquartier.

Auf den Kompost

Laub harken im Garten
Laub harken kann lästig sein. Doch es ist auch ein guter Anlass, im Herbstgarten aktiv zu werden. © iVerde

Viele Laubarten sind gut kompostierbar und können mit weiteren Grünabfällen auf den Mischkompost wandern, wo sie wertvollen Humus bilden. Sie können dann in den Nährstoffkreislauf des Gartens zurückgelangen.

Andere Laubarten jedoch weisen hohe Säure- oder Gerbstoffgehalte auf. Diese hemmen den Zersetzungsprozess und lassen sehr sauren Humus entstehen, der später nur säureliebenden Pflanzen wie Rhododendren als Dünger dient. Schwer kompostierbare Laubarten wie diese setzen Sie am besten gesondert auf.

Verfahren Sie am besten folgendermaßen: Sammeln Sie das Laub im Garten, wo möglich, mit einem Rasenmäher mit Auffangkorb ein. Der Mäher zerkleinert das Laub, was die Rotte beschleunigt. Lassen Sie das Mähgut antrocknen, ehe Sie es aufsetzen. „Impfen“ Sie die Miete mit etwas Erde aus dem Mischkompost und sorgen Sie für ein günstiges Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis: Dem kohlenstoffhaltigen Laub sollte Stickstoff in Form von Hornmehl/Hornspänen zugegeben werden (etwa 3 kg/m3).

Auch Rasenschnitt ist ein guter Stickstofflieferant. Gesteinsmehl (ebenfalls 3 kg/m3) verbessert die Rottebedingungen, etwas Algenkalk wirkt dem Säureüberschuss entgegen. Lassen Sie den Kompost mindestens ein Jahr lang reifen.

  • Leicht kompostierbar: Laub von Ahorn, Linde, Weide, Esche, Eberesche, Erle, Haselnuss, Obstbäumen
  • Schwer kompostierbar: Laub von Walnuss, Kastanie, Pappel, Platane, Nadelgehölzen
  • Hoher Gerbstoffgehalt: Laub von Birke, Buche, Eiche

Laub im Garten zum Mulchen nutzen

Die Vorteile des Mulchens

Gerade im Herbst, wenn die Stauden ihre Blätter eingezogen haben, ist eine Mulchdecke für den nackten Boden von großem Wert. Sie hält Feuchtigkeit im Erdreich, wirkt Erosion und Verschlämmung entgegen, puffert Temperaturschwankungen ab und reduziert Unkräuter. Zudem verrottet sie mit der Zeit und setzt dabei Pflanzennährstoffe frei.

Neben Rasenschnitt eignet sich vor allem Laub. Lassen Sie es also in Staudenbeeten und unter Gehölzen ruhig liegen. Dabei gilt: Laubarten, die leicht kompostierbar sind, liefern gutes Mulchmaterial und können im Beet verrotten.

Schwer kompostierbares Laub jedoch setzt mit der Zeit Säuren und Gerbstoffe frei, die den ph-Wert des Bodens ungünstig beeinflussen. Sie sollten nur bis zum zeitigen Frühjahr liegen bleiben, dann abgeräumt und kompostiert werden (Ausnahme: unter Moorbeetpflanzen wie Rhododendren darf das Laub bleiben). Da dem Boden bei der Rotte Stickstoff entzogen wird, sollte dieser nachgedüngt werden, falls große Mengen Laub gemulcht wurden.

Herbstlaub im Steingarten

Laub im Garten ist im Normalfall wertvoll zur Bodenverbesserung, zum Schutz von Pflanzen und für die Nährstoffzufuhr. Im Steingarten jedoch sollte Falllaub nicht lange liegen bleiben. Besonders immer- oder wintergrüne Arten wie die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) oder Felssteppen-Bewohner wie das Mexikanische Federgras (Nassella tenuissima) faulen unter einer feuchten Laubschütte leicht.

Darüber hinaus wird der Boden beim Zersetzen der Blätter nach und nach mit Nährstoffen und Humus angereichert. Beides ist nicht förderlich für die an eher magere und gut durchlässige Standorte angepassten Pflanzen.

» Tipps und Erfahrungen zum Steingarten von Dr. Konrad Näser

Blätter aus dem Teich entfernen

zwei Hände voll leuchtend goldgelber Blätter
Herbstlaub ist schön – und es ist ein wertvoller Rohstoff. © iVerde

So wertvoll Laub auch ist – an manchen Orten hat es nichts verloren. So zum Beispiel im Teich. Die Blätter schwimmen zunächst an der Oberfläche, sinken aber bald auf den Grund. Dort vermodern sie zu Faulschlamm, der giftige Gase freisetzt.

Um dem entgegenzuwirken, muss das Herbstlaub regelmäßig mit einem Kescher abgefischt werden – ein wichtiger Teil des Herbstputzes im und am Gartenteich. Oder Sie spannen ein feinmaschiges Laubschutznetz über den Teich und befestigen es mit Heringen am Ufer.

Damit das durch das Laub beschwerte Netz nicht ins Wasser hängt, gibt es spezielle Schwimmstützen. Bei sehr kleinen Wasserflächen genügen auch dicke Styroporplatten, die unter dem Netz aufs Wasser gelegt werden.

Die Regenrinne vor Falllaub schützen

Auch in der Regenrinne ist Laub unerwünscht. Durch die Feuchtigkeit pappt es zusammen und verstopft das Fallrohr oder die Rinne selbst. Abhilfe schafft ein mit Kunststoffborsten bewehrter Dachrinnenschutz, der in die Rinne gelegt wird. Die kräftigen Borsten verhindern den Blatteinfall, ohne den Wasserdurchfluss nennenswert zu hemmen.

So ist das Laub im Garten nicht überall von Nutzen. Doch da, wo es sinnvoll und hilfreich ist, lohnt sich die Verwendung: Günstiger, einfacher und umweltfreundlicher lässt sich dem Gartenboden und dem Bodenleben kaum so viel Gutes tun.