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Laub im Garten: Wertvoll und praktisch zugleich

Rot, Orange, Gelb – Laub kommt in den verschiedensten Farben und Formen daher und im Herbst gibt es eine ganze Menge davon, auch in unseren Gärten. Doch was machen wir mit den ganzen Blättern, die auf den Rasen, die Wege und in die Einfahrt fallen? Das bunte Herbstlaub erscheint uns zwar zuweilen etwas lästig, doch es erfüllt auch wichtige Aufgaben im Garten. Man kann es beispielsweise kompostieren, als Mulchdecke verwenden oder zur Igelburg häufen. Und wenn es wirklich mal stört, lässt es sich leicht fernhalten. Wir haben Tipps zur cleveren Verwendung von Laub, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Laub im Garten – voraussichtliche Lesedauer: 9 Minuten

Was tun mit Laub und Blättern auf dem Rasen und auf Wegen?

Auch wenn die Farben so schön sind und das Laub im Garten so wertvoll ist – aus einigen Gartenbereichen sollte es gleich wieder entfernt werden, zum Beispiel vom Rasen. Und auf Wegen ist Herbstlaub sogar besonders gefährlich, da diese durch nasse Blätter rutschig werden und so zu Unfällen führen können. Der Rasen vergilbt unter einer dicken Falllaubschicht und beginnt im feuchten Herbstwetter auch zu faulen. Regelmäßiges Abrechen oder, besonders bequem, Aufsammeln der Blätter mit dem Rasenmäher lassen wieder Licht und Luft ans Grün.

Laub [Foto: AdobeStock_Encierro]
Während das Laub auf Beeten zwischen Pflanzen nützlich ist, sollte es vom Rasen entfernt werden, damit die Gräser darunter nicht leiden. [Foto: AdobeStock_Encierro]

Eher ungünstig: Herbstlaub im Steingarten

Laub im Garten ist im Normalfall sehr wertvoll zur Bodenverbesserung. Dann nützt es zum Beispiel zum Schutz von Pflanzen und für die Nährstoffzufuhr. Im Steingarten sollte Falllaub jedoch nicht lange liegen bleiben. Besonders immer- oder wintergrüne Arten wie die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) oder Felssteppen-Bewohner wie das Mexikanische Federgras (Nassella tenuissima) faulen unter einer feuchten Laubschütte leicht. Darüber hinaus wird der Boden beim Zersetzen der Blätter nach und nach mit Nährstoffen und Humus angereichert. Beides ist nicht förderlich für die an eher magere und gut durchlässige Standorte angepassten Pflanzen.

Unbedingt entfernen: Blätter im Teich

So wertvoll Laub auch ist – aus dem Teich muss es definitiv raus. Die Blätter schwimmen zunächst an der Oberfläche, sinken aber bald auf den Grund. Dort vermodern sie zu Faulschlamm, der anschließend giftige Gase freisetzt.

Um dem entgegenzuwirken, muss das Herbstlaub regelmäßig mit einem Kescher abgefischt werden – ein wichtiger Teil des Herbstputzes im und am Gartenteich. Oder Sie spannen ein feinmaschiges Laubschutznetz über den Teich und befestigen es mit Heringen am Ufer. Damit das durch das Laub beschwerte Netz nicht ins Wasser hängt, gibt es spezielle Schwimmstützen. Bei sehr kleinen Wasserflächen genügen auch dicke Styroporplatten, die unter dem Netz aufs Wasser gelegt werden.

Verstopfungsgefahr: Falllaub in der Regenrinne

Auch in der Regenrinne ist Laub unerwünscht. Durch die Feuchtigkeit pappt es zusammen und verstopft das Fallrohr oder die Rinne selbst. Abhilfe schafft ein mit Kunststoffborsten bewehrter Dachrinnenschutz, der in die Rinne gelegt wird. Die kräftigen Borsten verhindern den Blatteinfall, ohne den Wasserdurchfluss nennenswert zu hemmen.

Geräte zum Laub entfernen

Je nach Bereich werden andere Geräte für das Entfernen von Laub benötigt. So können Sie mit Rechen und Laubharke besonders gut auf dem Rasen arbeiten. Die Geräte sind in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Es gibt beispielsweise Rechen aus Gummi oder welche mit gebogenen Zinken. Erstere können empfindliche Böden auf der Terrasse nicht zerkratzen. Auch ein Besen ist ein gängiges Gartengerät, das in keinem Schuppen fehlen darf. Fegen Sie das angefallene Laub einfach zusammen. Ist es dann erst mal zusammengetragen, können Sie es in Körbe oder spezielle Säcke umfüllen, kompostieren oder anderweitig entsorgen.

Doch auch ein Rasenmäher kann Abhilfe schaffen und ist dabei sehr komfortabel. Der Rasen wird einfach wie gewohnt gemäht. Dabei schneidet das Gerät das Laub und die Grashalme. Direkt im Anschluss wandert alles zusammen in den Sack und kann auf den Kompost. Zusätzlich gibt es natürlich noch die eigens für die Entfernung von Laub hergestellten und elektrischen Geräte wie den Laubbläser und den Laubsauger. Beide sind im Gegensatz zu Rechen und Co. rückenschonender. Sie pusten das Laub entweder zusammen oder saugen es auf.

Trotzdem verbrauchen sie wie der Rasenmäher viel Strom, sind sehr laut und können Tiere im Garten verletzen. Sie scheiden gesundheitsschädliche Abgase aus und können so dem Klima, den Tieren und auch uns schaden. Laubbläser pusten zudem mit einer immensen Kraft von bis zu 250 km/h und reißen dabei Käfer, Tausendfüßler, Asseln und Spinnen mit sich. Doch auch Igel und Mäuse sowie andere Kleintiere werden aufgeschreckt und durch die Luft gepustet. Ein weiterer Nachteil: Der laute Lärm der Geräte reißt Wildtiere immer wieder aus dem Winterschlaf.

Ein sogenanntes Laubschutznetz kann überall zum Einsatz kommen, wo keine Blätter auf Beete, in den Teich und andere Bereiche fallen sollen. Außerdem gibt es spezielle Schutzvorrichtungen, mit denen Dachrinnen vor lästigen Verstopfungen mit Laub, Nadeln oder Tannenzapfen geschützt werden können. Wer einen Teich sein eigen nennt, kann die Blätter mit einem Kescher entfernen.

Was macht man mit dem Laub vom Nachbarn?

Weht das Laub pausenlos aus Nachbars Garten herüber, lässt sich dagegen in den meisten Fällen nicht sehr viel ausrichten. Doch es gibt gewisse Regeln: Als Nachbar hat man nämlich Anspruch auf Entschädigung, wenn die Nutzung des eigenen Grundstücks und man selbst durch die fremden Blätter sowie die dadurch notwendigen Reinigungsarbeiten derart beeinträchtigt wird, dass es das zumutbare Maß überschreitet. In wenigen Fällen wie beispielsweise bei verstopften Regenrinnen durch Tannenzapfen konnte schon eine sogenannte Laubrente gefordert werden.

Laub ist im Garten also nicht überall von Nutzen. Doch da, wo es sinnvoll und hilfreich ist, lohnt sich die Verwendung: Günstiger, einfacher und umweltfreundlicher lässt sich der Gartenboden und das Bodenleben kaum verbessern.

Laub liegen lassen und als Winterschutz nutzen

Es gibt aber auch Möglichkeiten, das Laub im eigenen Garten möglichst sinnvoll zu nutzen. An den richtigen Stellen ist es sogar ein wertvoller Rohstoff und es wäre schade, es aus dem Garten zu entfernen. Und auch wenn beispielsweise Fröste drohen oder Igel im Garten leben, kann Laub eine große Hilfe sein.

Manchmal ergibt es also durchaus Sinn, Laub im Garten und auf Beeten liegen zu lassen. Insbesondere bei Kahlfrösten brauchen empfindliche Gehölze und Stauden einen Winterschutz. Erst recht, wenn sie frisch gesetzt sind. Kein anderes natürliches Material isoliert dabei so gut wie Herbstlaub.

Verteilen Sie das Laub großzügig im Wurzelbereich und an der Basis der Triebe. So schützen sie die Wurzeln vor strengem Frost und die nackten Triebe vor austrocknenden Winden und intensiver Wintersonne. Denn die Sonne erwärmt die Pflanzen und zwingt sie zum Verdunsten von Wasser, und zwar ohne dass aus dem gefrorenen Boden neues nachgeliefert werden könnte. Damit das Laub im Garten nicht verweht, wird es mit Reisig beschwert, das auch schützend über höhere Pflanzenpartien gelegt werden kann. Vor dem Austrieb im Frühjahr wird die Decke dann wieder entfernt.

Laub für Igel und Co.

Sinkt die Temperatur im Herbst auf durchschnittlich um die 0 °C, suchen Igel ein geeignetes Winterquartier. Neben dichtem Heckengestrüpp stehen Haufen aus Laub, Reisig oder Holz dabei ganz oben auf der Liste. Zwar finden sie auch in Erdmulden oder unter Hecken Schutz, aber Gärten mit viel Laub, Totholz und Co. machen es ihnen in jedem Fall gemütlicher.

Igel liegt im Laub [Foto: AdobeStock_kichigin19]
Igel lieben Laub, und zwar ganz besonders, wenn sie ein geeignetes Winterquartier suchen. [Foto: AdobeStock_kichigin19]

Neben Igeln machen es sich in den Haufen auch Schmetterlinge oder Amphibien gemütlich. Wenn Sie die Tierchen unterstützen möchten, sollten Sie das Laub also unbedingt bis mindestens April liegen lassen. So bleibt die sogenannte Igelburg ungestört, bis ihre Bewohner erwachen.

  • Laub im Garten ist übrigens auch noch für gefiederte Tiere ein geschätztes Zuhause: Falls der Reisig- oder Laubhaufen in einer versteckten Ecke noch länger überdauern darf, freuen sich Rotkehlchen und Zaunkönig über das begehrte Brutquartier.

Laub für den Kompost

Wer sein Laub weder als Winterschutz für Pflanzen oder Tiere benötigt, kann es in den meisten Fällen kompostieren. Viele Laubarten sind gut kompostierbar und können mit weiteren Grünabfällen auf den Mischkompost wandern, wo sie dann wertvollen Humus bilden. So gelangen sie in den Nährstoffkreislauf des Gartens zurück.

Laub von Eichen weist jedoch hohe Säure- oder Gerbstoffgehalte auf. Diese hemmen den Zersetzungsprozess und lassen sehr sauren Humus entstehen, der später nur säureliebenden Pflanzen wie Rhododendren als Dünger dient. Schwer kompostierbare Laubarten wie diese setzen Sie am besten gesondert auf.

Schwer kompostierbare Laubarten aufsetzen

  1. Sammeln Sie das Laub im Garten, wo möglich, mit einem Rasenmäher mit Auffangkorb ein. Der Mäher zerkleinert das Laub, was die Rotte beschleunigt.
  2. Lassen Sie das Mähgut antrocknen, ehe Sie es aufsetzen.
  3. „Impfen“ Sie die Miete mit etwas Erde aus dem Mischkompost und sorgen Sie für ein günstiges Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis. Dem kohlenstoffhaltigen Laub sollte Stickstoff in Form von Hornmehl/Hornspänen (etwa 3 kg/m³), Rasenschnitt (etwa 3 kg/m³) oder Gesteinsmehl (ebenfalls 3 kg/m³) zugegeben werden. Etwas Algenkalk wirkt dem Säureüberschuss entgegen.
  4. Lassen Sie den Kompost anschließend mindestens ein Jahr lang reifen.
Frau sammelt im Garten Laub in einem Eimer [Foto: AdobeStock_CandyBox Images]
Wer keinen Rasenmäher besitzt, kann das Laub auch zunächst in einem Eimer sammeln. [Foto: AdobeStock_CandyBox Images]
  • Leicht kompostierbar: Laub von Ahorn, Linde, Weide, Esche, Eberesche, Erle, Haselnuss, Obstbäumen
  • Schwer kompostierbar: Laub von Walnuss, Pappel, Kastanie, Platane, Nadelgehölzen
  • Hoher Gerbstoffgehalt: Laub von Buche, Birke, Eiche

Laub zum Mulchen

Gerade im Herbst, wenn die Stauden ihre Blätter eingezogen haben, ist eine Mulchdecke für den nackten Boden von großem Wert. Sie hält Feuchtigkeit im Erdreich, wirkt Erosion und Verschlämmung entgegen, puffert Temperaturschwankungen ab und reduziert Unkräuter. Zudem verrottet sie mit der Zeit und setzt dabei Pflanzennährstoffe frei. Neben Rasenschnitt können Sie vor allem Laub auf den Beeten liegenlassen.

Dabei gilt: Laubarten, die leicht kompostierbar sind, liefern gutes Mulchmaterial und können im Beet verrotten.

Genau wie beim Kompostieren sollte beim Mulchen nur auf leicht kompostierbares Laub gesetzt werden. Schwer kompostierbares Laub würde mit seinen Säuren und Gerbstoffen den pH-Wert des Bodens ungünstig beeinflussen. Das Laub sollte nur bis zum zeitigen Frühjahr liegen bleiben, dann abgeräumt und kompostiert werden (Ausnahme: Unter Moorbeetpflanzen wie Rhododendren darf das Laub bleiben). Da dem Boden bei der Rotte Stickstoff entzogen wird, sollte dieser nachgedüngt werden, falls große Mengen Laub gemulcht wurden.

Sie haben genug Wissenswertes über den Nutzen von Laub im Garten erfahren und wollen neben Igeln und Co. nun auch Vögel im Winter unterstützen? Dann schauen Sie doch mal in unseren Artikel zum Thema und erfahren Sie, wie man den possierlichen Tierchen bei Eis und Schnee etwas Gutes tun kann.

Wir freuen uns auf Sie!

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