Die Zaubernuss ist ein außergewöhnlicher Winterblüher. Foto: iVerde

Winterblüher für den Garten – Tipps zur Auswahl

Bis in den Februar scheint sich der Garten in einer Art Winterschlaf zu befinden. Die meisten Pflanzen durchlaufen nun eine Ruhephase und haben das Wachstum eingestellt.

Es ist still geworden, und statt üppigen Laubes und bunter Blüten bestimmen gedämpfte Farben das Bild. Das ist die Chance für Winterblüher: Gerade jetzt zeigen sie sich von ihrer schönsten Seite und lassen sich auch durch Eis und Schnee nicht vom Blühen abhalten.

Sie blühen vielleicht nicht so üppig wie viele Bäume und Sträucher, die im Frühling oder Sommer ihre Blüten öffnen. Doch weil viele Gehölze jetzt keine Blätter haben, sind auch kleinere Blüten gut zu sehen

Winterblüher – große Vielfalt für unterschiedliche Zwecke

Blütenteppiche im Winter

Winterheide mit rosafarbenen Blüten im Schnee
Zierlicher Winterblüher: Die Winterheide trotzt Eis und Schnee. Foto: iVerde

Ein auffallender immergrüner Winterblüher ist die Schnee- oder Winterheide (Erica-carnea-Sorten), die mit kleinen Blütenglöckchen der Kälte trotzt. Dieser langsam wachsende Zwergstrauch bildet dichte, bis etwa 30 Zentimeter hohe Blütenteppiche in den unterschiedlichsten Farbtönen. Das Spektrum der Blütenfarben reicht von reinem Weiß über die unterschiedlichsten Rosanuancen bis hin zu dunklem Rotviolett.

Die Blütezeit der Schnee- oder Winterheide beginnt je nach Sorte schon im November und endet im April. Wer Sorten kombiniert, die zu verschiedenen Zeitpunkten blühen, kann sich den ganzen Winter über an blühenden Pflanzen erfreuen. Das feine, nadelförmige Laub ist immergrün. Es weist die unterschiedlichsten Grüntöne auf, so dass die Schneeheide auch außerhalb der Blütezeit reizvoll ist. Bei einigen Sorten verfärbt es sich in der kalten Jahreszeit sogar dekorativ bronzegrün.

Landschaftsgärtner kombinieren die Winterheide mit der Sommerheide, einzelnen Wacholderbüschen und Natursteinen und bilden so die Landschaft der Lüneburger Heide nach. Besonders in größeren Gärten sind Heidebeete beliebt, denn sie sind pflegeleicht und bieten das ganze Jahr über immer wieder andere Ansichten.

Ein Winterblüher für goldene Kaskaden

die gelben Blüten des Winter-Jasmins
Der Winter-Jasmin ist ein auffallender Winterblüher, der wegen seiner langen biegsamen Triebe interessante Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Foto: iVerde

Eine wenig bekannte winterliche Schönheit ist der aus Ostasien stammende Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum). Seine leuchtend gelben Blüten erinnern an Forsythien. Die botanische Artbezeichnung nudiflorum heißt übersetzt nacktblütig und weist darauf hin, dass dieser Jasmin bereits vor dem Blattaustrieb blüht. Seine auffallenden Blüten erscheinen je nach Witterung von Dezember bis April.

Am besten entwickelt sich dieser aparte Winterblüher in geschützter, sonniger bis halbschattiger Lage. Die biegsamen grasgrünen Triebe lassen sich gut an Spalieren festbinden und können so etwa drei bis vier Meter hoch klettern. Pflanzenexperten empfehlen den Winter-Jasmin, um Hauswände, Mauern oder Pergolen zu verschönern. Lässt man ihn ohne Kletterhilfe wachsen, bildet er breite, niedrig bleibende Büsche.

Eindrucksvolle Gartenbilder entstehen, wenn man die langen, schlanken Triebe dieses wenig bekannten Winterblühers wie Kaskaden über Mauerkronen herabwachsen lässt. Einzelne Zweige können übrigens gut für die Vase geschnitten werden und sind im Winter ein wunderschöner blühender Tischschmuck.

Winterliche Gartenschätze

Nahaufnahme der gelben Blüten der Kornelkirsche
Die Kornelkirsche ist wegen ihrer frühen Blütezeit eine wertvolle Nahrungsquelle für Hummeln, Bienen und andere Insekten. Foto: iVerde

Es gibt eine ganze Reihe attraktiver Gehölze, die den Garten in der kalten Jahreszeit mit Blüten bereichern, zum Beispiel Zaubernuss (Hamamelis), Kornelkirsche (Cornus mas), Seidelbast (Daphne), Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusi). Auch einige Schneeball-Arten (Viburnum) blühen im Winter. Die kleinen Blüten dieser interessanten Winterblüher machen zusätzlich mit einem sehr intensiven Duft auf sich aufmerksam.

Landschaftsgärtner pflanzen diese eher dezenten, aber bei genauem Hinschauen sehr attraktiven Gartenschönheiten in die Nähe der Terrasse oder an häufiger benutzte Gartenwege. Von wegen Winterschlaf: Rosen schmücken sich mit weithin leuchtenden Hagebutten, einige Stauden zieren sich mit Früchten, Koniferen zeigen ihre Zapfen, Ziergräser tragen glitzernde Raureif-Perlenketten. Selbst im tiefsten Winter ist in einem gut geplanten und fachmännisch angelegten Garten einiges zu sehen!

Tipp vom Fachmann: Rückschnitt fördert Blütenbildung

Grundsätzlich sind alle Winterblüher nur nach der Blüte, also im zeitigen Frühjahr zu schneiden, sofern sie überhaupt einen Schnitt benötigen. Die dann in der nächsten Vegetationszeit wachsenden Zweige tragen die Blütenknospen für das nächste Jahr.

Schneeball mit zartrosafarbenen Blüten
Manche Gehölze wie der Bodnant-Schneeball überraschen im Winter mit wunderbaren Blüten. Foto: iVerde

Einige Ziersträucher benötigen im Normalfall keinen Rückschnitt. Die Kornelkirsche beispielsweise wächst längsam und wird üblicherwise nicht zurückgeschnitten. Die Zaubernuss wächst ebenfalls langsam. Dieser Winterblüher hat von Natur aus einen so schönen Wuchs, dass ein Schnitt sogar nachteilig sein kann.

Der Winter-Jasmin sollte hingegen regelmäßig ausgelichtet werden, indem man zu dicht stehende Triebe entfernt. Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr, im Turnus von zwei bis drei Jahren, fördert die Blühfreudigkeit.

Auch bei der Schneeheide (Erica carnea) regt ein leichter Rückschnitt nach der Blüte die Bildung neuer Blütentriebe an. So kann dieser schöne Winterblüher dann, wenn sich viele andere Gehölze in ihrer Winterruhe befinden, wieder farbenfrohe Blütenteppiche bilden.