Foto: pixabay

Winterjasmin: Lichtblick in der kalten Jahreszeit

In der kalten Jahreszeit gehört ein strahlendes Gelb nicht gerade zum klassischen Farbrepertoire unserer Gehölze. Umso mehr überraschen dann die Blüten des robusten Winterjasmins. Ob als Kletterpflanze, Bodendecker oder zur Hangbefestigung: Jasminum nudiflorum ist vielseitig verwendbar. Hier stellen wir Ihnen den bienenfreundlichen Strauch näher vor.

 

 

Winterjasmin – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Außergewöhnlicher Winterblüher

Bei milden Temperaturen zeigt der Winterjasmin seine hübschen Blüten schon vor Weihnachten. In strengen Wintern ist hingegen etwas mehr Geduld gefordert. Bisweilen wagen sich dann auch nur versprengte Einzelblüten hervor, teils glasig gefroren nach allzu eisiger Nacht. Dieses vage Hoffen auf die Blüte steigert aber nur den Reiz dieser einzigartigen Schönheit.

Die kleinen Blütensterne des Winterjasmins wirken sehr apart.
Die kleinen Blütensterne des Winterjasmins wirken sehr apart. Foto: iStock_BasieB

Von den Berghängen und aus Schluchten Südchinas kam der Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) im Jahr 1844 nach Mitteleuropa. Seine leuchtenden Blüten erinnern aus der Ferne ein wenig an eine Forsythie und erscheinen witterungsabhängig von Dezember bis Anfang April. Zeigen sie sich erst gegen Ende des Winters liefert die Art als eine der ersten Trachtpflanzen des Jahres Bienen und anderen bestäubenden Insekten ein gutes Nahrungsangebot.

Da er seine Blüten bar jeden Blätterkleides zur Schau stellt, erhielt die Pflanze im Volksmund den Beinamen „Nackedei“ – oder wissenschaftlich korrekt: Nacktblütiger Jasmin. Andere Bezeichnungen sind Echter Winterjasmin oder Gelber Winterjasmin. Im Gegensatz zum verwandten Gewöhnlichen Jasmin (Jasminum officinale) duften die Blüten von Jasminum nudiflorum nicht.

Wuchs und Aussehen

Der Winterjasmin wächst als Strauch bogig überhängend bis fast niederliegend. An Mauern zeigt die Art einen hängenden Wuchs, an einer Kletterhilfe wächst sie in die Höhe. Triebspitzen, die Kontakt mit der Erde haben, bewurzeln sich leicht, so dass nach und nach ein breiter Busch entsteht.

Das Blattwerk des Winterjasmins erscheint glänzend-dunkelgrün, hat eine schmal-elliptische Form und wird im Herbst abgeworfen. Eher ungewöhnlich ist die grüne Rinde seiner kahlen, vierkantigen Triebe, die damit beinahe einen immergrünen Eindruck vermitteln. Ohne Blätter und Blüten erscheint der Habitus mitunter etwas struppig.

Die Blüten des Gelben Winterjasmins erscheinen vor dem Blattaustrieb und stehen einzeln an den vorjährigen Trieben.
Die Blüten des Gelben Winterjasmins erscheinen vor dem Blattaustrieb und stehen einzeln an den vorjährigen Trieben. Foto: iVerde

Der geeignete Standort

In Bezug auf den passenden Platz im Garten verhält sich Gelber Winterjasmin anspruchslos. Selbst nährstoffarme und trockene Böden sowie schattige Lagen werden noch toleriert. Stadtklima, Hitze und Wind machen ihm wenig aus. Wer sich jedoch schon im Dezember am Blütengold erfreuen möchte, reserviert dem Winterjasmin ein geschütztes, vollsonniges Plätzchen in Hausnähe. Obwohl der Strauch als winterhart gilt, können nämlich in rauen Lagen Frostschäden an den Blüten oder Trieben auftreten. Pflanzen Sie ihn am besten im Frühjahr (nach den letzten kalten Nächten), so dass er sich im Boden gut etablieren kann. Das Substrat ist im Idealfall locker, nährstoffreich, leicht feucht und kalkhaltig.

Pflege

Eine Kompostgabe im Frühjahr sorgt für die benötigte Nährstoffzufuhr. Da der Strauch mit sommerlicher Hitze und Trockenheit recht gut zurechtkommt, benötigt er selten zusätzliche Wassergaben.

Greifen Sie dem Winterjasmin in der Anfangszeit ein wenig unter die Arme und leiten Sie die Triebe zwischen Spalier- oder Zaunstreben hindurch. Dann hangelt er sich gut und gerne bis drei Meter hoch. Ein bisschen Geduld ist allerdings gefragt: Nach dem Pflanzen lässt sich der Strauch Zeit, ehe er richtig in Fahrt kommt.

Sollte er mal über die Stränge schlagen, können Sie ihn nach der Blüte problemlos zurückstutzen. Ein leichter Rückschnitt im Frühling regt zudem die Bildung neuer Triebe an, so dass der Flor im nächsten Winter üppiger ausfällt.

Jungpflanzen im Garten sollten Sie im Winter mit etwas Reisig vor starkem Wind und Frost schützen. Ein Pflanzkübel wird in der kalten Jahreszeit am besten mit Vlies oder Matten umwickelt.

Verwendung

Vor einer Mauer kommt der Winterjasmin gut zur Geltung.
Vor einer Mauer kommt der Winterjasmin gut zur Geltung. Foto: iVerde

Besonders eindrucksvoll erscheinen die leuchtend gelben Jasminblüten vor einem dunklen Hintergrund, zum Beispiel vor Backsteinwänden, Koniferen oder der immergrünen Laubwand des Efeus.

Sehr reizvoll präsentiert sich der Blütenstrauch, wenn er sich anlehnen und an Stützen in die Höhen ziehen kann. Als sogenannter Spreizklimmer besitzt er keine Rankorgane oder schlingt wie „übliche“ Kletterpflanzen, sondern er flicht seine langen Ruten in andere Gehölze oder in Rankhilfen hinein und benötigt dabei etwas Unterstützung. An einem Gerüst zaubert er so Farbe an Häuserwände oder Mauern.

Der Winterjasmin ist zwar kein ordentlicher, ebenmäßiger Bodendecker, sondern erzeugt eher ein wirres Dickicht. Doch das ist wie gemacht, um Böschungen und Terrassenhänge locker zu überspinnen. Oder um sich mit einer üppigen Schleppe über eine Mauerkrone zu schwingen, so dass seine biegsamen langen Triebe Kaskaden bilden.

Zumindest den frühen Flor können Sie hervorragend mit Fruchtschmuckgehölzen kombinieren, deren Behang lange an den Zweigen haften bleibt: Zieräpfel, Feuerdorn, Zier-Ebereschen, Stechpalme oder, besonders effektvoll, die violette Schönfrucht.

Jasminum nudiflorum lässt sich auch als Kübelpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse verwenden. Für diesen Zweck verankern Sie frühzeitig eine passende Kletterhilfe im Gefäß.

Tipp: Einzelne Blütenzweige können gut für die Vase geschnitten werden. Sie sind ein fröhlicher Tischschmuck in der dunklen Winterzeit.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Aparte Alpenveilchen: grazile Freude für den Garten
  • Immergrüner Duft mit rauschenden Blüten: die Sarcococca
  • Gärten im Glas: Mini-Ökosystem zum Nachbauen
Zur aktuellen Ausgabe


Melden Sie sich hier kostenlos für den Newsletter an:

  • NEU: Zu jedem Advent eine Gewinnspielüberraschung
  • Aktuelle Praxis- und Gestaltungstipps
  • Exklusive Angebote und Gewinnspiele
Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung.