Winterschneeball:So verzaubert das Gehölz den Winter

Wer sich zu Beginn der kahlen Winterzeit schon wieder die ersten Frühlingsblüten herbeisehnt, könnte diese Zeit in Zukunft mit einem Winterschneeball überbrücken. Ein solcher Winterblüher ist geradezu ein Muss für einen Garten der Vier Jahreszeiten, welcher sich ganzjährig von seiner besten Seite präsentiert. Was das sommergrüne Laubgehölz außerdem noch zu bieten hat, erfahren Sie hier.

Winterschneeball – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Herkunft des Winterschneeballs

Den Winterschneeball, auch Bodnant-Schneeball genannt, gibt es erst seit den 1930er Jahren. Denn die Art, Viburnum x bodnantense, ist eine in Wales gezüchtete Hybride. Die beiden Elternarten dieser Kreuzung sind der Duftschneeball (Viburnum farreri) und der Großblütige Schneeball (V. grandiflorum). Wie die meisten Schneeball-Arten entstammen auch diese beiden dem ostasiatischen Raum. Die Gattung wird der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) zugerechnet.

Wuchs und Aussehen

Die sommergrünen Sträucher werden zwischen zwei und drei Metern hoch, außerdem wachsen sie auch bis zu zwei Metern in die Breite. Der Wuchs eines Winterschneeballs ist wenig verzweigt, die Triebe stehen beinahe senkrecht mit teilweise sparrigen Verzweigungen. Nach ein bis zwei Standjahren bilden sich erste, vereinzelte Wurzelausläufer.

Blätter und Blüten des Winterschneeballs

Hummel an rosafarbener Blüte. Foto: AdobeStock_DrMathias
Hummeln und Bienen sind auf frühblühende Gehölze wie den Winterschneeball angewiesen. Foto: AdobeStock_DrMathias

Gleich zweimal im Jahr beschert der Winterschneeball dem Garten ein umwerfendes Farbspektakel. Teilweise schon ab November, wenn die meisten Beete kahl und farblos werden und eigentlich nichts mehr blüht, bildet das Gehölz erste Blütenansätze. Bis zum Frühjahr, März oder April, blüht der Strauch bei geeigneter Witterung durchgehend.

Ob im grauen Regenwetter oder unter glitzernder Schneedecke; die schirmrispigen, zartrosafarbenen oder weißen Blütenstände versüßen die kalte Jahreszeit. Der betörende, vanilleartige Duft der Blüten bietet zudem einen Grund, auch im Winter im Garten zu verweilen. Zahlreichen Insekten dient der Winterschneeball zudem im späten Winter beziehungsweise Frühjahr als Nährgehölz. Diese Zeit ist besonders wichtig für Biene & Co., da so früh sonst nur wenig blüht.

Die Blätter des Winterschneeballs sind von elliptischer Form, hell- bis dunkelgrün und weisen eine leicht geriffelte Oberflächenstruktur auf. Im Herbst sorgen sie für das zweite Farbspiel des Bodnant-Schneeballs, das mit bronzefarbenen und dunklen Rottönen besticht. Manchmal treffen die Zeit des Laubfalls und die Blütenbildung sogar aufeinander – und sorgen für doppeltes Staunen.

Standortbedingungen

Ein sonniger bis halbschattiger Standort und lockerer, nährstoffreicher Gartenboden bieten dem Winterschneeball ideale Wachstumsbedingungen. Sowohl ein leicht saurer als auch ein alkalischer pH-Wert werden vertragen. Prinzipiell ist das Gehölz frosthart, jedoch sind die zarten Blüten frostgefährdet. Ein geschützter Standort ist deshalb von Vorteil – zum Beispiel in Hausnähe.

Pflanzung und Pflege

Sommergrüne Gehölze wie den Winterschneeball können Sie im Frühjahr oder Herbst in den Garten pflanzen. Falls gegen Jahresende gepflanzt wird, empfiehlt sich ein Winterschutz. Bei einer Frühjahrspflanzung liegt der Fokus stattdessen vor allem auf ausreichendem Wässern. Wichtig für den Winterschneeball ist ein ausreichender Abstand zu anderen, größeren Pflanzen. Zwei bis drei Meter sollten Sie dabei einhalten, da der Strauch zwar ein flaches, aber breites Wurzelwerk ausbildet.

In den Frühjahr- und Sommermonaten sollte ein Augenmerk auf der Wasserversorgung des Strauches liegen. Halten Sie den Boden stets leicht feucht bis frisch. Eine Düngung ist hingegen nicht notwendig.

Winterschneeball schneiden

Notwendig ist ein Rückschnitt am Winterschneeball nicht. Er darf aber beschnitten werden, falls Äste stören oder sich eine unvorteilhafte Form entwickelt. Schneiden Sie in diesem Fall im zeitigen Frühjahr, nach Abklingen der Blütephase.

Frisch ausgetriebene Blätter und Blüten des Winterschneeball. Foto: AdobeStock_Ning
Der der erste zarte Blattaustrieb löst im Frühjahr die lange Blütezeit des Winterschneeballs ab. Foto: AdobeStock_Ning

Vermehrung des Winterschneeballs

Mehrere vegetative Vermehrungsmethoden kommen beim Winterschneeball infrage, darunter die Stecklings- und die Steckholzvermehrung im Frühjahr, beziehungsweise Sommer. Noch einfacher ist es allerdings, sich die Wurzelausläufer des Strauches zunutze zu machen. So kann man einen der Wurzelausläufer von der Mutterpflanze trennen und weiterkultivieren (am besten im Frühjahr). Diese Methode eignet sich auch für Unerfahrene.

Krankheiten und Schädlinge

Meist ist ein starker Schädlingsbefall oder Ausbruch einer Pflanzenkrankheit auf einen zu trockenen Standort zurückzuführen. Dem kann also durch regelmäßige Bewässerung vorgebeugt werden, denn gesunde Gehölze sind in der Regel robust und widerstandsfähig. Typischen Schädlingen, wie etwa Blattläusen, kann zudem schnell entgegengewirkt werden, indem man Pflanzen regelmäßig kontrolliert und betroffene Stellen (etwa gekräuselte Blattspitzen) rechtzeitig entfernt.

Schneebedeckte Blüten des Winterschneeballs. Foto: AdobeStock_oranguta007
Einen besonders malerischen Anblick kreieren die Blüten des Winterschneeballs im schneebedeckten Garten. Foto: AdobeStock_oranguta007

Verwendung

In Einzelstellung wird der Winterschneeball zum besonderen Hingucker im (Vor-)garten, der ganzjährig mit attraktiven Attributen aufwartet. Wer viel Platz hat und die Wirkung der zauberhaften Winterblüte außerdem noch verstärken möchte, kann auch drei bis fünf Exemplare in einer lockeren Gruppe pflanzen.

Zwei der populärsten Winterschneeball-Sorten sind Viburnum x bodnantense ‘Dawn’ und ‘Charles Lamont’. Ersterer besticht vor allem mit einer langen Blütezeit, zweiterer wächst dafür etwas kompakter und hat schöne, rot gefärbte Blattstiele.

LUISA ROTH

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