Terrasse am Haus

Rasen. Nichts als Rasen wächst in vielen Gärten zwischen der Terrasse am Haus und den gestalteten Bereichen mit Küchengarten, Staudenrabatten und kleinem Teich. Schnell wirkt die Terrasse dann so, als würde sie nicht zum Garten gehören.

Eine Bordüre für die Terrasse

Statt Alpen-Panorama genießen wir den Ausblick auf ein wogendes Blütenmeer und sanftes, beruhigendes Grün. Ein paar Gedanken vorab sind auf alle Fälle nicht verkehrt, wenn wir der Terrasse den passenden floralen Rahmen verleihen wollen … Dann ist auch gleich das Fernweh wie weggeblasen.

Terrassenfreude mit allen Sinnen

Erst wenn der Sommer auch in der Nase kitzelt, wird’s uns wirklich warm ums Herz. Duftwolken in Schnupperhöhe senden viele Rosen wie die weiße ‘Madame Hardy’ oder die karminrote, auch im Halbschatten blühende ‘Charles de Mills’. Wer sich ganz und gar von sanften Aromen umschmeicheln lassen möchte, sollte auf einen warmen und zugleich windstillen Pflanzplatz, vielleicht vor der wärmespeichernden Hauswand, achten.

Hier vermögen auch niedrigere Parfumspender wie Lavendel, Steinquendel oder – mal ganz ungewöhnlich – das Tautropfengras ‘Cloud’ stabile Aromawolken aufzubauschen. Ihren olfaktorischen Höhepunkt erreichen sie alle in der Mittagshitze. Zum Feierabend sorgen eher die Mondscheindufter wie Ziertabak, Nachtkerze ‘Sulphurea’ und Nachtviole für Genuss.

Terrasse als Logenplatz im Rampenlicht

An der Sonnenterrasse erstrahlt eine überbordende Blütenpracht – Inbegriff des wildromantischen Gartens! Auf der überschaubaren Fläche tummeln sich vor allem Dauerblüher, die ihren Höhepunkt im Spätsommer haben. Auch ein schöner Herbstaspekt (Samenstände!) ist wichtig.

Infrage kommen z. B. Scheinsonnenhut, Duftnessel, Schafgarbe, Sterndolde, Kugeldistel, Gelenkblume. Der Storchschnabel verwebt die ganz unterschiedlichen Stauden zu einem stimmigen Miteinander. Wände verschwinden hinter Kletterern wie Clematis ‘Etoile Rose’, mit einer Blüte von Juni bis Oktober.

Wahre Romantiker lassen die einzelnen Gartenelemente ineinanderfließen. So kann das Spanische Gänseblümchen den Sprung zwischen die Pflasterfugen wagen. Wer es noch weiter treiben möchte: Pflastersteine, auf denen ab und an ein wenig Buttermilch verstrichen wird, setzen schon bald eine nostalgische Patina aus Flechten an.

Weitere schöne Fugenfüller für die Terrasse

  • Purpur-Klee (Trifolium rubens)
  • Margerite
  • Hängepolster-Glockenblume
  • Akelei (Aquilegia)
  • Fingerhut (Digitalis)
  • Heide-Nelke (Dianthus)
  • Leinkraut (Linaria)

Flexibler Sichtschutz für die Terrasse

Die Terrasse am Haus birgt ein Dilemma: Im Sommer möchte man vor Blicken geschützt, gerne auch etwas beschattet, die Ruhe genießen. Im Winter aber würde ein dauerhafter Sichtschutz, wie eine dichte Hecke, das ohnehin schon schwache Licht im Haus zusätzlich dimmen.

Die Lösung: Hoch und schnell wachsende Stauden, die im Winter einziehen bzw. bodennah gestutzt werden. Der zwei Meter hohe Federmohn (Macleaya) kann zum Beispiel eine temporäre Wand bilden. Doch aufgepasst: Die asiatische Blattschönheit treibt wilde Ausläufer und ist giftig.

Eine Alternative auf frischem, nährstoffreichem Boden ist vor allem der Wasserdost (Eupatorium). Bei größerer Trockenheit empfehlen sich z. B. Echter Alant (Inula helenium) und Sonnenauge (Heliopsis).

Die Schattenseite der Terrasse im besten Licht

Ein schattiger Nischenplatz ist im Sommer Gold wert. Der üppige, hohe Bewuchs dämpft nicht nur das Sonnenlicht auf ein erträgliches Maß – er sorgt auch für eine höhere, angenehme Luftfeuchte. Um diese zusätzlich zu erhöhen, können wassergefüllte Schalen und Wannen aufgestellt werden.

Im luftfeuchten Halbschatten fühlen sich insbesondere Farne und helle „Lichtgestalten“ wie Hartriegel ‘Elegantissima’ und weiß blühende Hortensien wie die selten gepflanzte, da leicht frostempfindliche Eichenblättrige Hortensie (Hydrangea quercifolia), wohl.

Das eingeschränkte Farbangebot im Schatten kommt einer modernen Gartengestaltung zupass. Reduzierte Töne und klare Linien, eine insgesamt also sehr ruhige Erscheinung, sind hier typisch. Eingefasst wird die Terrasse etwa mit niedrigen Bodendeckern wie Pachysandra, Immergrün oder Storchschnabel (Geranium nodosum), die bei dichtem Wuchs absolut pflegearm, da unkrautunterdrückend sind.

Für die Terrasse weitere schöne Lichtgestalten

  • Duftsiegel (Smilacina)
  • Elfenblume ‘Nanum’
  • Funkie ‘El Nino’
  • Geißbart (Aruncus)
  • Lungenkraut ‘Majeste’
  • Salomonssiegel
  • Schaumblüte (Tiarella)
  • Turiner Meister
  • Weiße Taubnessel

Extra-Tipp für die Terrasse

Ein erhaltungswürdiger Baum kann, einige Fachkenntnis vorausgesetzt, als Schattenspender in eine neue Terrasse integriert werden. Wichtig dabei: Zwischen Wurzeln und Unterkante des Belages sollte genug Luft sein, damit das Dickenwachstum der Wurzeln nicht bald das Pflaster anhebt.

Ideen für sanfte Übergänge zwischen Terrasse und Garten

Geschickter ist es, weiche Übergänge zwischen Terrasse und Garten zu schaffen. Nutzen Sie zum Beispiel das Element der Wiederholung und planen Sie die Terrasse mit einem Bodenbelag, der sich auch am Haus oder im Garten wiederfindet, zum Beispiel Holz, Klinker, Granit oder Sandstein.

Auch Farben schaffen eine optische Bindung, etwa durch Mobiliar, Markisen, Sonnensegel und monochrome Staudenbeete an der Terrasse.

Setzen Sie einen breiten Weg als Verbindungsstück ein, der von der Terrasse in den Garten führt, begleitet von Staudenrabatten, die sich an den Sitzplatz schmiegen.

Das Element Wasser ist ebenfalls ein guter Vermittler zwischen den Welten: entweder durch einen kleinen, bepflanzten Teich, ein Wasserbecken mit Wasserspielen oder einen großen Schwimmteich. Oder, wie im Foto, kann ein Teich fast wie ein Wassergraben die Terrasse umgeben. Mit dem hölzernen Steg ist jedoch eine Verbindung zum Garten hergestellt.

Auch Raumtrenner können Übergänge sein – das ist kein Widerspruch. Denn durch Stufen, Rosenbögen, Pergolen und niedrige Hecken entsteht gleich hinter der Terrasse ein neues Gartenzimmer.