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Chinesische Zierstrauch:Edler Duftstrauch mit ungewöhnlicher Blütezeit

Die Chinesische Winterblüte ist ein exquisiter Zierstrauch, der trotz seiner überzeugenden Qualitäten noch recht unbekannt ist. Mit dem vanilleartigen Duft und den bestechenden Farben seiner Blüten vertreibt er jegliche winterliche Tristesse aus dem Garten. Doch auch außerhalb der Blütezeit bleibt der hohe Zierwert erhalten.

Chinesische Winterblüte – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Herkunft der Chinesischen Winterblüte

Chimonanthus praecox stammt aus China und wird der Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae) zugerechnet. Aus dem Altgriechischen ergibt sich der botanische Name der Art – „Cheimon“ bedeutet Winter, „anthos“ bezeichnet die Blume und „praecox“ verweist auf die frühe Blütezeit.

Wuchseigenschaften

Bei der Chinesischen Winterblüte handelt es sich um einen sommergrünen, meist mehrstämmig wachsenden Strauch. Viele querstehende Verzweigungen sorgen für eine buschige und ausladende Krone. Die Winterblüte gehört zwar eher zu den langsam wachsenden Gehölzen, entwickelt aber dennoch mit den Jahren eine prächtige Krone. Sie kann zwischen drei und vier Metern in der Endhöhe erreichen.

Wichtig: Die Chinesische Winterblüte ist giftig. Das Laub, die Früchte und Samen enthalten giftige Alkaloide.

Blätter, Blüten und Früchte

Ab einem gewissen Alter bildet der Strauch erstmals seine duftenden Blüten aus. Etwa zwischen Dezember und Februar, manchmal auch bis in den März hinein, schmücken hängende gelbe oder weißliche Blütenköpfe mit roter Mitte die unbelaubten Äste. Trotz der ungewöhnlichen Blütezeit, ist die Befruchtung gesichert: Frühe Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lassen sich an milderen Tagen an den Blüten beobachten.

Längliche, gelbe Früchte an grünem Strauch. Foto: AdobeStock_mimi@TOKYO
Auch die leicht bizarr geformten Früchte der Chinesischen Winterblüte haben hohen Zierwert. Foto: AdobeStock_mimi@TOKYO

Erst nach dem Abblühen zeigen sich wieder erste Blätter – lanzettlich geformt und bis zu 20 Zentimeter lang. Ab Juni oder Juli reifen die auffälligen Früchte der Winterblüte aus. Sie sind zunächst leicht rosafarben, später braun und von einem filzigen Belag ummantelt. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend goldgelb, kurz vor der nächsten Blüte wirft es der Strauch schließlich ab.

Standortbedingungen

Gelbe Blüten an Strauch mit gelben, hängenden Blättern. Foto: AdobeStock_alessandrozocc
Milde Winter können für eine verfrühte Blüte sorgen, sodass diese auf das noch tragende Herbstlaub treffen. Foto: AdobeStock_alessandrozocc

In sonniger und windgeschützter Lage gedeiht die Chinesische Winterblüte am besten. Der Boden sollte humos und durchlässig sein. Der pH-Wert liegt im Idealfall im neutralen oder leicht kalkhaltigen Bereich, aber auch an leicht saure Böden kann sich der Strauch in Normalfall gut anpassen.

Ältere Sträucher sind gut frosthart, Jungpflanzen können bei Kälteextremen hingegen schnell zurückfrieren. Bei strengen und langanhaltenden Frösten ist daher ein Kälteschutz ratsam.

Chinesische Winterblüte pflanzen und pflegen

Jungpflanzen sollten im Frühjahr in den Garten gepflanzt werden, damit sie vor ihrem ersten Winter noch genügend Wurzeln bilden können. Haben Sie einen besonders schweren Gartenboden, sollten vor, beziehungsweise während der Pflanzung bodenverbessernde Maßnahmen erfolgen. Lockern Sie vorsichtig mit einer Grabegabel und arbeiten anschließend Sand und Kompost ein.

Nach dem Pflanzen wird großzügig angegossen. Ein Gießrand aus Erde sorgt dafür, dass das Wasser die Wurzeln besser erreicht.

Weder Staunässe noch Trockenphasen werden von der Winterblüte gut toleriert. Die Erde sollte darum stets frisch bis feucht gehalten werden. Die Chinesische Winterblüte zählt außerdem zu den Starkzehrern und benötigt dementsprechend eine gute Nährstoffversorgung. Am besten für die Freilanddüngung eignet sich reifer Kompost, den man einmal im Frühjahr und ein zweites Mal im Sommer ausbringt.

Vorsicht beim Schnitt

Prinzipiell muss die Winterblüte nicht zurückgeschnitten werden. Wird sie zu ausladend, darf man dennoch zur Schere greifen. Allerdings ist zu beachten, dass der Strauch am zweijährigen Holz blüht, also die Blütenknospen bereits im Vorjahr anlegt. Schnittmaßnahmen sollten darum nur im Frühjahr, direkt nach der Blüte, vorgenommen werden.

Vermehrung der Chinesischen Winterblüte

Die chinesische Winterblüte kann über ihr Saatgut vermehrt werden. Mit etwas Geduld und unter den richtigen Kulturbedingungen ist dies auch beinahe immer von Erfolg gekrönt. Wichtig sind aber die Verwendung frischer Samen und das Warmhalten von Aussaat und Keimlingen.

Krankheiten und Schädlinge

Chimonanthus praecox ist weitestgehend resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Ledigilich die Spitzendürre, eine Pilzkrankheit, kann die Triebe befallen. Hier ist schnelles Handeln gefragt, indem man die betroffenen, vertrockneten Triebspitzen beherzt zurücknimmt.

Verwendung

Dank der Blütezeit im Winter zeichnet Chimonanthus praecox ganzjährig ein hoher Zierwert aus. Am besten kommt der breitwüchsige Habitus des Strauchs in Solitärstellung zur Geltung. Um außerdem den betörenden Duft im Winter nicht zu verpassen, bietet es sich an, die Winterblüte in Hausnähe zu pflanzen – so steht sie gleichzeitig windgeschützt. Auch im Kübel kann sie kultiviert werden, ist dann allerdings frostempfindlicher.

Chinesische Winterblüte: Weiße Blüten mit roter Mitte an Ästen. Foto: AdobeStock_atiger
Einige Blütenvarianten der Chinesischen Winterblüte sind etwas heller und sternförmig. Foto: AdobeStock_atiger

Mit Unterpflanzungen aus frühtreibenden Stauden oder Frühjahrsblühern schafft man einen schönen Übergang – während die Winterblüten am Strauch schwinden, sorgen Blattschmuckstauden oder Zwiebelblüher für das erste Frühlingserwachen.

Bewährte Sorten sind die großblumige Chimonanthus praecox ‚Grandiflorus‘ sowie C. praecox ‚Luteus‘, die mit kräftigem Gelbton überzeugt.

LUISA ROTH

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