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Zwiebeln anbauen:Säen oder stecken

Zwiebeln sind sehr vielfältig. Es gibt eine ganze Reihe besonderer Formen, Arten und Sorten, die den Anbau lohnenswert machen. Da wäre zum Beispiel die ‘Birnförmige’, eine längliche, gelbe Zwiebel, die zwar nicht allzu lange lagerfähig, dafür wunderbar saftig und süß ist. Auch die kleinen italienischen Sorten oder die rote, schlanke Feinschmeckersorte ‘Rossa Lunga di Firenze’ sucht man im Supermarkt vergeblich.

Möchten Sie Zwiebeln im Garten pflanzen? Gut, dass sie recht anspruchslos in der Pflege sind!

Zwiebeln – die Allrounder aus dem Garten

Die Zwiebel ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Sie gehört wie der eng verwandte Knoblauch zu den Amaryllisgewächsen (Amaryllidaceae) und erweist sich bei der Verwendung als ungemein vielseitig. Denn Zwiebel ist nicht gleich Zwiebel: Schalotten, Gemüsezwiebeln und Küchenzwiebeln punkten mit feinen Aromen von mild bis würzig. Nahezu unbemerkt verleihen sie Suppen, Saucen und Salaten den richtigen Geschmack.

Die Farben von Zwiebeln können von rot über braun bis hin zu gelb oder weiß reichen. Rote Vertreter werden für ihr intensives Aroma geschätzt, das süße und scharfe Komponenten vereint. Weiße Küchenzwiebelsorten sind vergleichsweise mild.

Die stark gestauchte Sprossachse dient der Zwiebel (Allium cepa) – zusammen mit den dicht aufeinander sitzenden Schalen – als Speicherort für Reservestoffe. So kann sie auch trockene und kalte Zeiten überdauern und anschließend blühen. Speisezwiebeln zählen zu den ausdauernden krautigen Pflanzen. Allerdings werden sie meist als Ein- oder Zweijährige kultiviert und im Reifestadium geerntet. Grundsätzlich wird zwischen Sommer- und Winterzwiebeln unterschieden.

Lauchzwiebeln entwickeln weiße Kugelblüten. Foto:iStock_igaguri_1
Zwiebeln anbauen: Lauchzwiebeln entwickeln grün-weißliche Kugelblüten. Foto:iStock_igaguri_1

Die horstig wachsende Lauchzwiebel oder Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum), die optisch an den verwandten Porree erinnert, ist hingegen für den mehrjährigen Anbau geradezu prädestiniert. Sie können wir mit Fug und Recht als Dauergemüse oder Ewiges Gemüse bezeichnen, weil sie mehrere Jahre lang auf einem Platz bleiben kann. Bei ihr stehen die dunkelgrünen, hohlen Röhrenblätter (Schlotten) im Vordergrund, die in der asiatischen Küche sehr beliebt sind. Auch roh als Würze für Salate, belegte Brote oder zum Dippen sind sie bestens geeignet.

Eine ausgeprägte Zwiebelbildung findet bei dieser Art nicht statt. Die Pflanzen können in der Küche wie Frühlingszwiebeln (junge Speisezwiebeln) verwendet werden. Alternativ werden die Blätter wie bei Schnittlauch geerntet – sie wachsen anschließend wieder nach.

Der passende Standort

Zwiebeln sind im Beet nicht besonders anspruchsvoll. Die Lauchgewächse gedeihen zwar praktisch in jeder Gartenerde, haben aber eine Vorliebe für einen mittelschweren Boden. Generell ist es empfehlenswert, vor der Pflanzung reichlich reifen Kompost einzuarbeiten und den Boden ausreichend zu lockern. Leichte Böden verbessern Sie am besten zusätzlich mit dem Tonmineral Bentonit.

Die Lauchgewächse sollten unbedingt sonnig stehen. Eine gute Luftzirkulation am Standort fördert das schnellere Abtrocknen der Pflanzen – so bleiben sie vom Falschen Mehltau verschont und faulen nicht.

Zwiebeln aussäen

Wer Zwiebeln anbauen möchte, hat eine große Sortenauswahl, benötigt jedoch bei der Aussaat etwas Geduld. Die zarten Sämlinge entwickeln sich zunächst eher langsam und die Zwiebeln reifen etwa einen Monat später als gesteckte Exemplare.

Sommerzwiebeln können Sie bereits im Januar in kleinen Töpfen (Durchmesser 3 bis 4 Zentimeter) aussäen. Bei Speisezwiebeln werden 4 bis 6 Körner pro Gefäß benötigt, bei Gemüsezwiebeln 1 bis 2 Körner. Die jungen Pflänzchen werden dann bei etwa 15°C weiterkultiviert – im April beziehen sie dann ihren Platz im Garten.

Zwiebeln keimen bereits bei Temperaturen um 5°C – die Samen können daher auch ab Ende März direkt in eine feinkrümelige Erde im Freiland ausgebracht werden. Säen Sie etwa zwei Zentimeter tief und im Reihenabstand von 20 Zentimetern. Der endgültige Abstand der Pflanzen beträgt 6 bis 10 Zentimeter – dafür sollten Sie die Sämlinge später entsprechend vereinzeln.

Winterzwiebeln werden am besten Mitte bis Ende August gesät. Zu früh gesäte Zwiebeln schießen rasch in die Blüte, zu spät aufgegangene überstehen häufig den frostigen Winter nicht. Ideal ist es, wenn die Pflanzen Ende Oktober etwa bleistiftdick sind.

Von März bis Mai können Sie die Samen der Lauchzwiebel breitwürfig ausbringen. Ernten Sie stets die ganzen Pflanzen, ist es möglich, Allium fistulosum bis zum Herbst in mehreren Sätzen zu ziehen. Wer im nächsten Frühjahr ernten will, sät bis Mitte August – die Sorte ‘Tonda musona’ überwintert als halbwüchsige Pflanze und beschert ab April ein frisches Zwiebelgrün. Die Art kann durchaus etwas enger stehen: 5 Zentimeter Abstand in der Reihe und 15 Zentimeter zwischen den Reihen sind ausreichend. Auch hier lichten Sie die jungen Pflänzchen bei Bedarf kräftig aus.

Zwiebeln stecken

Am einfachsten lassen sich Steckzwiebeln kultivieren: Ab April können Sie diese bei einem Reihenabstand von 20 Zentimetern und einem Abstand von 6 bis 10 Zentimetern in der Reihe (siehe oben) in die gut gelockerte Erde setzen. Generell sollte der Sprossansatz, der aus der Zwiebel ragt, bündig mit der Erdoberfläche abschließen. Warten Sie am besten ab, bis keine Spätfröste mehr drohen! Steckzwiebeln sind in der Regel nach 4 Monaten erntereif.

Im Spätsommer sind die sogenannten Wintersteckzwiebeln erhältlich. Der Name ist etwas irreführend, denn sie kommen bereits zwischen August und Oktober in den Boden. Empfehlenswerte Sorten sind zum Beispiel die gelbe ‘Presto‘ oder die weißfleischige Rarität ‘Silvermoon‘. Die Zwiebeln benötigen in rauen Lagen einen warmen Platz. Etwas Fichtenreisig schützt zusätzlich vor Frösten.

Zwiebeln anbauen: Möhren eignen sich hervorragend für eine Mischkultur. Foto: iStock_BasieB
Zwiebeln anbauen: Möhren eignen sich hervorragend für eine Mischkultur. Foto: iStock_BasieB

Zwiebeln pflegen

Zwiebeln gelten als Schwach- oder Mittelzehrer. Haben Sie im Frühjahr reichlich Kompost eingearbeitet, reichen die Nährstoffe zumeist aus. Einen Stickstoffdünger sollten Sie nur verhalten einsetzen, da die Zwiebeln sonst schlecht abreifen und im Verhältnis zu viele Blätter entwickeln. Ein gleichmäßig feuchter Boden ist bis Juli erwünscht, danach sollten Sie die Küchenzwiebel seltener gießen. Jäten Sie regelmäßig – dies verhindert, dass unerwünschte Beikräuter dem Gemüse die Kraft nehmen. Gegen den Zwiebelfliegenbefall hilft das Auflegen eines speziellen Kulturnetzes.

Die mehrjährige Lauchzwiebel benötigt eine regelmäßige Wasserversorgung. Damit die Horste nicht zu dicht werden, sollten Sie die Pflanzen alle zwei bis vier Jahre ausgraben, mit einem Spaten teilen und die Teilstücke an einem neuen Ort wieder in die Erde setzen. Die beste Zeit für die Verjüngung und Vermehrung ist im Sommer.

Ernten und lagern

Sommerzwiebeln reifen in der Regel bis August vollständig aus, die ersten Winterzwiebeln können Sie bereits Ende Mai ernten. Die vollständige Ernte nehmen Sie am besten vor, wenn das Laub eingetrocknet ist und bereits umknickt – so stellen Sie sicher, dass die Zwiebeln lagerfähig sind.

Ziehen Sie die Pflanzen einfach aus der Erde und lassen Sie sie noch etwa zwei Wochen bei trockenem Wetter auf dem Gartenboden liegen – dabei sollten Sie das regelmäßige Wenden nicht vergessen. Die äußeren Häute trocknen hierbei ab und die Zwiebel wird haltbar. Danach werden sie an einer gut belüfteten Stelle ausgelegt oder an den Blattansätzen zusammengebunden und aufgehängt. Ein normal temperierter, dunkler Ort ist für die Lagerung besser geeignet als ein kühler Keller, denn es besteht die Gefahr, dass die Zwiebeln bei tiefen Temperaturen vorzeitig austreiben.

Fruchtfolge und Mischkultur

Nach Zwiebeln lassen sich Salat, Endivien, Herbstrüben, Petersilie oder Erdbeeren pflanzen oder säen. Lauchgewächse wie Knoblauch, Zierlauch, Schnittlauch und natürlich alle Arten von Zwiebeln dürfen erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche.

Säen oder stecken Sie Zwiebeln am besten neben Möhren. Sie halten im Verbund die Schädlinge fern (Zwiebel- und Möhrenfliegen).

Zwiebeln anbauen: Die große Vielfalt

Schalotten, bei Spitzenköchen wegen ihres feinwürzigen Aromas gefragt, sind besonders einfach zu kultivieren. Schalotten schossen nicht und werden über Steckzwiebeln vermehrt. Aus einer großen Pflanzschalotte wächst ein Nest aus 8 bis 15 schlanken mittelgroßen Würzzwiebeln. Die feinwürzigen kleinen Zwiebeln halten sich besonders lang.

Perlzwiebeln werden aus kleinen weißen Sorten der gewöhnlichen Zwiebel gewonnen. Im engen Abstand von etwa 3 Zentimetern angebaut, bleiben sie nur murmelgroß – prima zum Einmachen. ‘Borettani’ heißen die kleinen, flachen Zwiebeln aus Italien. Sie lassen sich gut in Essig konservieren. Auch Perlzwiebeln der Sorte ‘Weiße Königin’ eignen sich dafür.

Etagenzwiebeln bilden keine Samen, sondern Brutzwiebeln, die sich entweder in der Küche verwenden lassen oder wieder in den Boden gesteckt werden, um neue Pflanzen zu bilden. Die Zwiebelvarietät (Allium x proliferum) ist vermutlich eine Kreuzung aus der Küchenzwiebel und der Lauchzwiebel.

Die Etagenzwiebel trägt kleine Brutzwiebeln an den Enden ihrer röhrenförmigen Blätter. Foto: iStock_OlyaSolodenko
Zwiebeln anbauen: Die Etagenzwiebel trägt kleine Brutzwiebeln an den Blattenden. Foto: iStock_OlyaSolodenko

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