Die Pastinake schmeckt ähnlich der Möhre, ist aber fester im Fruchtfleisch. Empfehlenswert für die naturnahe Küche.

Pastinaken

Die Pastinake könnte zu Gärtners Liebling werden, so kinderleicht gibt sie sich im Garten: Sie braucht wenig Pflege, steht lange auf dem Beet und geerntet wird den ganzen Winter.

Anspruchslose Pastinaken 

Sie ist wirklich keine Diva im Beet. Ganz im Gegenteil: Die Pastinake ist genügsam, wächst langsam und stetig, sammelt dabei Kraft und ätherische Öle. Pastinaken wollen nicht gehetzt werden und brauchen auch keine stete Pflege.

Das einzige, das sie erwarten: genügend Bodenfeuchte während der Keimphase und einen immer wieder gelockerten Boden. Dann wachsen die Pastinaken fast von allein.

Sobald ihr Laub den Boden bedeckt, ist auch Unkraut kein Problem mehr. Und während man das Wurzelgemüse dann mehr oder weniger sich selbst überlassen kann, bleibt dem Gärtner Zeit, sich den anspruchsvolleren Tomaten und Gurken zu widmen.

Aber bis dahin braucht es Geduld. Denn wie auch bei den nahen Verwandten Möhre und Petersilie lassen sich die Pastinakensamen nach der Aussaat im Frühjahr zwei bis drei Wochen Zeit zum Keimen. Jetzt darf der Boden nicht austrocknen. 

Ein weiteres unterschätztes Gemüse in der Küche ist die Schwarzwurzel. Das Gewürz im Portrait » Die Schwarzwurzel – vom Bergmannspargel zum Salongemüse 

Gute Gemüsepartner für Pastinaken

Markiersaaten mit schnellkeimendem Radies oder Pflücksalat helfen dabei, die Reihe mit den Pastinaken nicht aus dem Blick zu verlieren und die ersten Sämlinge zwischen den flinken und frechen Unkräutern zu erkennen. So lassen sich der Wildwuchs besser zupfen und der Boden lockern.

Dem langsameren Wurzelgemüse lassen sich raschwüchsigere Nachbarn zur Seite stellen. Das könnte folgendermaßen aussehen: In die Mitte der Beetreihe werden Pastinaken gesät. Links und rechts davon sät man früh reifende Möhren (z. B. ‘Pariser Markt’, ‘Adelaide’), Pflücksalat, oder man steckt Lauchzwiebeln. Die sind erntereif, wenn die Pastinake ab Juni beginnt, an Blattmasse zu gewinnen.

Möhrchen als Begleiter für Pastinaken im Gemüsebeet
Möhren und Pastinaken sind gute Partner im Gemüsebeet. Während die Pastinaken langsamer wachsen, sind die Möhren eine schöne Vorzucht.

So ist der Platz im Beet gut genutzt, Unkraut wird unterdrückt, und der Boden bleibt feucht. Pastinaken mögen einen lockeren, tiefgründigen, humosen Boden, wenn möglich mit Lehmanteilen. Dann bilden sie lange, wohlgeformte Wurzeln aus.

Selbst auf sandigen Böden wachsen sie noch gut. Allerdings muss hier nach der Aussaat öfter gewässert werden, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Auf schweren Böden werden die Pastinaken auf Dämmen angebaut, oder es werden runde Sorten ausgewählt: Sie heißen zum Beispiel ‘White King’ oder ‘Arrow’. 

Pastinaken in Zahlen: Bis zu 40 cm lang

Geerntet werden die Pastinaken am besten mit einer Grabegabel, damit die Wurzeln nicht abbrechen. Lange Sorten wie ‘Gladiator’ und ‘Albion’ können in tiefgründigem Boden bis zu 40 Zentimeter lang werden!

Die Früchte bleiben im Herbst so lange wie möglich im Beet. Ihre Wurzel ist frosthart. Darum kann sie auch den Winter über in diesem natürlichen Lager bleiben und nach Bedarf bei offenem Boden geerntet werden. In sehr kalten Regionen wird das Beet mit Stroh abgedeckt.

Pastinaken und der Frost

Nach den ersten Frösten soll das gelblich-weiße Wurzelgemüse sogar noch besser schmecken, denn ein Teil der Stärke wird in Zucker umgewandelt.

Wer sich aber seinen Garten mit Wühl- oder Feldmaus teilt, sollten die Pastinaken besser schon im Spätherbst ernten. Denn die Nager schätzen die aromatischen Wurzeln als nahrhaftes Winterfutter. Die Ernte also vorher retten, die Blätter abrehen und die Erde etwas abbürsten.

Das Wurzelgemüse Pastinaken
Pastinaken sind ein anspruchsloses Gemüse im Garten. Sie wachsen langsam und stetig und brauchen kaum Pflege.

Die Wurzeln halten in einem kühlen, feuchten Keller zwischen zwei und sechs Monaten. Junge, rohe Pastinaken schmecken süßlich und ein wenig nach Möhre. Sie sind aber nicht so knackig. Ältere Wurzeln sind eher schwammig-weich und besser für Pürees, Suppen oder Geschmortes geeignet.

Natalie Faßmann

Steckbrief: Pastinake

  • Gemüsefamilie: Doldenblütler, verwandt mit Möhren, Fenchel, Petersilie und Dill
  • Aussäen: von März bis JuniErnten: ab Anfang September bei Aussaat im März, Haupternte ab Ende Oktober
  • Lagern: Pastinaken sind frostfest und bleiben am besten im Beet, gibt es Wühlmause, dann bei 1 °C und 95 % Luftfeuchte lagern
  • Fruchtfolge: Starkzehrer wie Kohlgemüse oder Tomaten oder Gründüngung im Vorjahr; nicht nach Doldenblütlern, Anbaupause von vier Jahren zwischen Doldenblütlern
  • Düngen: Mittelstarkzehrer; wenn sie nach Starkzehrern angebaut werden, brauchen sie keine Düngung, sonst vor der Aussaat reifen Kompost oder abgelagerten Mist
  • Pflanzenschutz: kaum Probleme, Wühlmäuse und Feldmäuse, selten Möhrenfliege
  • Sorten: ‘Halblange Weiße’, ‘Aromata’, ‘White King’, ‘White Gem’, ‘Gladiator’, ‘Tender & True’» Fast vergessen: Teltower Rübchen
  • Saatgut für das nächste Jahr ernten

    Pastinaken blühen im zweiten Jahr. Lassen Sie zwei Pflanzen stehen und zur Blüte kommen. Die Samen sind etwa 6 Wochen nach der Blüte reif.

    Ernten Sie nur die gelbbraunen Samen der ersten reifen Dolden. Sie sind am größten und vitalsten. Die Samen nicht lange lagern, denn sie sind nur ein bis zwei Jahre keimfähig.

    Rezept-Ideen mit Pastinaken

    Süßer als Möhren und reich an ätherischen Ölen sind die Pastinaken eine willkommene Abwechslung in der Herbst- und Winterküche. Probieren Sie die aromatische Wurzel roh, gekocht, gebraten oder als Püree.