Der Nutzgarten im Oktober – Äpfel ernten und mehr

Im Nutzgarten ist im Oktober einiges zu tun, denn es stehen nicht nur Erntearbeiten auf dem Programm: Würde man das Herbstlaub vom Rasen auf den Müll werfen, gingen dem natürlichen Kreislauf im Garten viele Nährstoffe verloren.

Es kann dagegen als dünne Schicht zum Beispiel zwischen den Pflanzen auf Beeten ausgebracht werden. So schützt es den Boden und die Pflanzenwurzeln und dient der langsamen Nährstoffzufuhr.

Die im Herbst abgefallenen Blätter von Bäumen und Sträuchern sind auch ein wertvoller Bestandteil im Kompost. Nicht immer enthalten die Pflanzenreste allerdings ausreichend Stickstoff, um zügig zu verrotten.

Der Nutzgarten im Oktober: Tipps zum Kompost im Herbst

Falllaub im Herbst
Eine dünne Laubschicht kann Pflanzenwurzeln und den Boden schützen.

Auch das Herbstlaub enthält weniger Stickstoff als andere Gartenabfälle. Mischen Sie darum stickstoffreiche Materialien für den Kompost – wie Obst, Grasschnitt, Gemüseabfälle, Ernterückstände – gut mit stickstoffarmen, eher holzigen, wie trockenen Stängeln, Holzhäcksel, Stroh oder Sägespänen.

Wenn die holzigen Abfälle überwiegen, bringt eine Stickstoffgabe den Rotteprozess in Schwung. Stickstoff ist zum Beispiel in Kompostbeschleunigern, in Hornmehl oder in Kalkstickstoff enthalten. Kalkstickstoff vernichtet bei richtiger Anwendung keimendes Unkraut, Nacktschnecken oder andere Schädlinge. Bei der Umwandlung zu Ammonium und Nitrat entsteht kurzzeitig Cyanamid, das für die abtötende Wirkung verantwortlich ist.

Wichtig dabei: Den Kalkstickstoff nicht unter die Abfälle mischen. Das vertreibt die Regenwürmer. Besser jeweils 150 g des Stickstoffdüngers auf jede 25 Zentimeter-Schicht streuen. Bei hohem Holzanteil bis zur dreifachen Menge. Die Würmer bleiben der Schicht zunächst fern, wandern aber später vermehrt wieder ein.

Im Nutzgarten steht im Oktober die Apfelernte an

geerntete Äpfel im Korb neben einem Apfelpflücker
Große Apfelvielfalt – die Ernte wird mit einem Apfelpflücker erleichtert, der einen umlaufenden Zinnenkranz hat.

Die schönsten Früchte hängen meist ganz oben. Dort werden sie am besten mit Nährstoffen versorgt und sind immer gut besonnt. Doch sind sie schwer zu erreichen, landen häufig als Fallobstauf dem Rasen oder im Beet. Zum Lagern taugen sie dann kaum noch.

Sobald die ersten reifen Äpfel sich ganz leicht abdrehen lassen, ist es an der Zeit, auch alle anderen voll ausgefärbten Früchte einer Sorte zu ernten. Schön, wenn man dafür einen Apfelpflücker hat. Die Erntehilfen gibt es für beinahe jedes Kombistielsystem (zum Beispiel Gardena, Fiskars, Wolf-Garten).

Einfache Modelle haben einen umlaufenden Zinnenkranz, in den der Fruchtstiel eingefädelt wird. Dann vorsichtig ziehen, und der Apfel fällt in das Säckchen darunter. Mit dem Pflücker von Fiskars lassen sich die Äpfel sogar abschneiden.

Fallobst aufsammeln

Was jetzt vom Baum fällt, ist faulig oder madig. Regelmäßig aufsammeln und in die Biotonne geben. So überwintern weniger Pilzsporen und Schädlinge im Garten.

Doch muss nicht jede Frucht, die vom Baum fällt, entsorgt werden. Leicht angeschlagene oder nur wenig angefressene Früchte lassen sich nach dem Putzen zügig zu Apfelmus, Saft oder Wein verarbeiten.

Bei einem kritischen Blick in die Baumkrone findet sich sicher noch die eine oder andere leicht beschädigte Frucht, die ohnehin bald abfallen würde. Am besten gleich abpflücken und verarbeiten. Liegen gebliebenes Fallobst lockt nicht nur Wespen an, sondern auch Waschbären, Wühlmäuse und in Waldnähe sogar Rehe oder Wildschweine.

Tipp: Besonders schnell und ohne Bücken geht das Aufsammeln von Fallobst mit dem Apfelaufleser von Kieferle. Bis zu 300 kg Äpfel können damit pro Stunde aufgelesen werden, so verspricht es der Hersteller.

Weiteres im Nutzgarten im Oktober: Milde Blässe für Endivia

Zichoriensalate, dazu gehören Winterendivie, Radicchio, Zuckerhutsalat und Chicorée, enthalten Bitterstoffe. Die sind gesund und helfen bei der Verdauung. Wem die Blätter zu bitter sind, verwendet vom Zuckerhutsalat nur die inneren, helleren Blätter.

Radicchio schmeckt angenehmer, nachdem er in warmem Wasser gewaschen wurde. Dunkel angetriebener Chicorée hat die mildesten Blätter

Endiviensalat bleichen

Die Köpfe vom Endiviensalat werden zwei Wochen vor der Ernte so zusammengebunden, dass die inneren Blätter gebleicht und damit milder werden. Oder Sie decken einen umgedrehten Tonblumentopf mit kleinem Abzugsloch über die Endivienwuschel.

Kaltkeimer im Oktober aussäen

Viele Pflanzenarten keimen erst, wenn die gequollenen Samenkörner einer mehrwöchigen Kühlperiode bei Temperaturen um Null bis fünf Grad ausgesetzt waren. Dadurch werden keimhemmende Stoffe abgebaut.

Wichtige Kaltkeimer unter den Küchengartenpflanzen sind Bärlauch, Süßdolde und Waldmeister. Säen Sie deren Samen deshalb schon im Herbst im Freien aus. Sie keimen dann erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen dauerhaft gestiegen sind. Aussaatschalen mäuse- und schneckensicher im Freien aufstellen.

Jetzt im Oktober: Rote Bete einwintern

frisch geerntete Rote Bete im Korb
Rote Bete sind ein gesundes Gemüse, das sich gut über Winter lagern lässt.

Rote Bete halten sich bei ca. drei Grad in einer frostfreien Garage in feuchtem Sand eingeschlagen bis weit ins Frühjahr. Ernten Sie das Wurzelgemüse bis Ende Oktober mit der Grabegabel. Dabei vorsichtig hebeln, ohne die empfindliche Haut zu verletzen.

Dann das Laub mit der Hand abdrehen und die Wurzeln senkrecht in Kisten oder große Eimer mit Sand einschichten. Zwischen den Wurzeln bleibt ein Abstand von ein bis zwei Zentimeter.

Zum Schluss so viel Sand auffüllen, dass die Schultern der Knollen etwa einen Zentimeter herauslugen. Halten Sie den Sand nur leicht feucht, damit die Beten weder faulen noch austrocknen.

Was Rote Bete so gesund macht

Zweijährige Wurzelgemüse lagern bis zum Herbst Vorratsstoffe ein, die ihnen im Frühjahr Kraft für die Blüten- und Saatgutbildung geben. Auch bei längerer Lagerung bleiben diese Inhaltsstoffe weitgehend erhalten. Bei der Roten Rübe sind das zum Beispiel das Vitamin C.

100 Gramm rohe Rote Rübe decken immerhin zu 20 Prozent den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Darüber hinaus liefern Rote Bete die Mineralien Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen.

Im Oktober nicht vergessen: Quitten rechtzeitig ernten

Quitten und selbstgemachter Quittenlikör
Der Nutzgarten bietet im Oktober einige Grundlagen für selbstgemachte Delikatessen, zum Beispiel Quitten für Marmelade oder Likör.

Spät gepflückte Quitten neigen zu Fleischbräune. Darum ist es wichtig, den richtigen Erntezeitpunkt für Quitten zu erkennen und nicht zu lange mit dem Pflücken zu warten.

Sobald sich die Früchte gelb färben und spätestens, wenn die erste von allein abfällt, müssen alle vom Baum. Dann sind die Früchte innen noch strahlend weiß. 

Und außerdem im Nutzgarten im Oktober zu tun:

  • Steckhölzer von Johannisbeeren und Jostabeeren ab Mitte September schneiden und bewurzeln. Die Blätter abstreifen, bevor die Hölzer in den Boden kommen.
  • Gründünger noch im grünen Zustand abmähen und kompostieren. So bleiben mehr Nährstoffe erhalten und es entsteht wertvoller Dauerhumus für den Nutzgarten. Sollen die Pflanzen untergegraben werden, warten Sie damit besser bis kurz vor dem Bodenfrost. So werden die Nährstoffe nicht zu schnell abgebaut und erst im Frühjahr frei gegeben.
  • Winterschutz: Überwinternde Kräuter wie Minzen, Kümmel, Petersilie oder Thymian ab Ende Oktober mit Koniferenreisig abdecken. So überstehen sie schneearme Winter deutlich besser.
  • Braun getupfte Quittenblätter aufsammeln und entsorgen. Hier überwintert die Quittenbräune, die nicht nur Blätter, sondern auch Früchte befällt.
  • Madiges Gemüse wie Möhren, Lauch und Pastinaken nicht im Beet stehen lassen oder auf den Kompost geben. Die Gemüsefliegen könnten so überdauern.
  • Sobald das Laub gefallen ist, kann mit dem Winterschnitt der Obstgehölze begonnen werden.
  • In rauen Gegenden mit tiefen Wintertemperaturen schon jetzt die Stämme gegen Frostrisse weißeln.
  • Wird das Gewächshaus auch im Winter genutzt, alle Dichtungen prüfen und reparieren.