Topinambur – Wurzelgemüse frisch auf den Tisch

Topinambur (Helianthus tuberosus) wird auch Erd-Artischocke oder Jerusalem-Artischocke genannt. Dabei ist er eine Sonnenblume. Sein feines nussiges Aroma gibt Winterrezepten eine besondere Note. Doch die Kultur hat leider einen Haken.

Topinambur: Vielfältig verwendbar und lecker

Topinambur ist eine der unkompliziertesten Gemüsearten. Er wächst auf leichten wie auf schweren Böden, ist pflegeleicht und liefert eine erstaunlich große Ernte.

Die helle Topinambur-Knolle schmeckt gebraten, als Püree, frittiert zu Chips oder roh geraspelt in einem Rohkostsalat. Auch eine gemischte Wurzelgemüsepfanne mit Topinambur, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken und Rote Bete ist ein Genuss.

Der enthaltene Ballaststoff Inulin regt die Verdauung an. Zweifellos ein gesundes Gemüse, das auch im Winter verfügbar ist. Allerdings sollte man nicht zu viel davon verspeisen. Sonst stellt sich mächtiges Bauchgrimmen ein. Pro Portion reichen darum drei mittelgroße Knollen.

Am besten erntet man den Topinambur unmittelbar vor der Zubereitung. Denn die Knollen verlieren rasch das enthaltene Wasser. Gut verpackt hält er sich aber auch bis zu fünf Tage im Kühlschrank.

Topinambur Knollen
Foto: iStock/ValentynVolkov

Wurzelgemüse mit Ausbreitungsdrang

Wer nun sagt, den will ich auch im Garten haben, bedenke gründlich: Topinambur ist ein Wucherer, der mit seinen Sprossknollen schnell angrenzende Bereiche erobert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann dem Gewächs ja einen schönen sonnigen Platz abseits der Gemüsebeete geben. Und natürlich kann man von Vornherein eine Wurzelsperre einbauen.

Problematisch wird es dann, wenn der Gärtner irgendwann keine Lust mehr auf Topinambur hat. Die Pflanze ist eine Überlebenskünstlerin und treibt aus jedem noch so kleinen Knollenstück wieder aus. So schnell also wird man sie nun nicht mehr los. Da hilft nur, so lange alle jungen Triebe zu entfernen, bis sich nichts mehr rührt. Das braucht Geduld.

Wer der Pflanze aber genügend Platz im Garten einräumt, erlebt auch ihre Schönheit. Mit ihrem dichten Laub und den hübschen gelben Blüten dient die zwei Meter und höher werdende Staude sogar als Sichtschutz.

Außerdem können andere Feinschmecker den Topinambur ganz gut in Schach halten: Feldmäuse schauen im Herbst frech zur Selbsternte vorbei. Auch die Wühlmäuse sind keine Kostverächter.

Wer das den Nagern nicht gönnt, schlägt ihnen ein Schnippchen: den Topinambur ab Oktober einfach ernten und die Knollen in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen.

Topinambur: Pflanz-Tipp

Suchen Sie sich den Platz für das Topinambur-Beet abseits der Gemüsebeete. Von Mitte März bis Ende April legen Sie die Knollen in etwa 5 bis 10 cm tiefe Pflanzlöcher. Der Standort sollte sonnig sein, der Boden humusreich und leicht sandig.

In schwerem Boden eher höher, in leichtem Boden eher tiefer. Zwischen den Knollen sollte ein Abstand von etwa 50 cm sein.

Sorten:
Topinamburknollen sind rundlich oder birnenförmig, manche gar verzweigt. Es gibt sie mit weißer Schale (z. B. ‘Bianca’), gelber Schale (z. B. ‘Gute Gelbe’ und ‘Topstar’) und rötlich-violett (z. B. ‘Rote Zonenkugel’ und ‘Violet de Rennes’).