Topinambur. [Foto: AdobeStock_Maria]

Topinambur: Das ist beimAnbau im Garten zu beachten

Ab August erfreut die Blüte der Topinambur das Auge und dient Insekten noch bis in den Herbst hinein als Nahrungsquelle. Wir Menschen müssen uns noch ein wenig gedulden, bis wir in den Genuss des fein-nussiges Aromas der Wurzelknollen kommen. Erst im Oktober ist Topinambur erntereif, verleiht ab dann Winterrezepten eine besondere Note. Hätten Sie gewusst, dass Topinambur (Helianthus tuberosus) – auch Erd-Artischocke oder Jerusalem-Artischocke genannt – eigentlich eine Sonnenblume ist? Wer das Wurzelgemüse kultivieren möchte, benötigt vor allem eines: genügend Platz. Wie Sie Topinambur in Ihrem Garten pflanzen und anschließend verwenden, erfahren Sie hier.

Topinambur – voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Der richtige Platz im Garten: Wurzelgemüse mit Ausbreitungsdrang

Wer nun sagt, die will ich auch im Garten haben, bedenke gründlich: Topinambur ist eine Wucherin, die mit ihren Sprossknollen schnell angrenzende Bereiche erobert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann dem Gewächs einen schönen sonnigen Platz abseits der Gemüsebeete geben. Und natürlich kann man von Vornherein eine Wurzelsperre einbauen.

Gelbe Blüten des Topinambur. Foto: AdobeStock_Olga
Bienen und Hummeln freuen sich über das herbstliche Nahrungsangebot der Topinambur. Foto: AdobeStock_Olga

Problematisch wird es dann, wenn Gärtner*innen irgendwann keine Lust mehr auf Topinambur haben. Die Pflanze ist eine Überlebenskünstlerin und treibt aus jedem noch so kleinen Knollenstück wieder aus. So schnell also wird man sie nun nicht mehr los. Da hilft nur, alle jungen Triebe so lange zu entfernen, bis sich nichts mehr rührt. Das braucht also Geduld.

Wer der Pflanze genügend Platz im Garten einräumt, erlebt auch ihre Schönheit. Mit ihrem dichten Laub und den hübschen gelben Blüten dient die zwei Meter und höher werdende Staude sogar als Sichtschutz. Die Blütezeit beginnt im August, die gelben, an Sonnenblumen erinnernden Blüten, leuchten bis in den September hinein. Das freut Hummeln und andere Insekten. 

Knollen in Schale. Foto: AdobeStock_Jiri Hera
Die ersten Topinamburknollen sind meist ab Oktober reif. [Foto: AdobeStock_Jiri Hera]

Außerdem können andere Feinschmecker die Topinambur ganz gut in Schach halten: Feldmäuse schauen im Herbst frech zur Selbsternte vorbei. Auch die Wühlmäuse sind keine Kostverächter. Wer das den Nagern nicht gönnt, schlägt ihnen ein Schnippchen: Die Topinambur ab Oktober einfach ernten und die Knollen anschließend in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen.

Topinambur: Pflanz-Tipps

Suchen Sie sich den Platz für das Topinambur-Beet abseits der Gemüsebeete. Von Mitte März bis Ende April legen Sie die Knollen dann in etwa 5 bis 10 Zentimeter tiefe Pflanzlöcher. Der Standort sollte sonnig sein, der Boden humusreich und leicht sandig.

In schwerem Boden werden die Knollen eher höher, in leichtem Boden dagegen eher tiefer gepflanzt. Zwischen den Knollen sollte ein Abstand von etwa 50 Zentimeter sein.

Topinambur-Sorten

Die Sortenvielfalt bei der Topinambur ist groß. Topinamburknollen sind rundlich oder birnenförmig, manche gar verzweigt. Es gibt sie mit weißer Schale (z. B. ‘Arancha’), gelber Schale (z. B. ‘Gute Gelbe’ und ‘Topstar’) und rötlich-violett (z. B. ‘Rote Zonenkugel’ und ‘Violet de Rennes’).

Außerdem unterscheiden sie sich in Wuchshöhe und Größe ihrer Knollen. Für die Topfkultur eignen sich darum kompaktwachsende Sorten wie ‘Kompakte Violette’ oder ‘Dwarf’. Wer stattdessen Wert auf reiche Ernten legt, wählt eine ertragreiche Sorte fürs Freiland wie zum Beispiel ‘Bianca’, ‘Red Flame’ oder die bereits genannte ‘Gute Gelbe’.

Topinambur: Vielfältig verwendbar und lecker

Topinambur ist eine der unkompliziertesten Gemüsearten. Denn sie wächst auf leichten wie auf schweren Böden, ist pflegeleicht und liefert außerdem eine erstaunlich große Ernte.

Die helle Knolle schmeckt gebraten, als Püree, frittiert zu Chips oder roh geraspelt in einem Rohkostsalat. Auch eine gemischte Wurzelgemüsepfanne mit Topinambur, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken und Roter Bete ist ein Genuss.

Gebratene Topinamburscheiben in Schale. Foto: AdobeStock_eflstudioart
Gebratene Topinambur-Scheiben bieten eine gesunde Beilage. [Foto: AdobeStock_eflstudioart]

Der enthaltene Ballaststoff Inulin regt die Verdauung an. Zweifellos ein gesundes Gemüse, das auch im Winter verfügbar ist. Allerdings sollte man nicht zu viel davon verspeisen. Andernfalls können sich schon mal leichte Bauchschmerzen einstellen. Tasten Sie sich deshalb zunächst besser vorsichtig an die richtige Menge heran.

Am besten erntet man die Topinambur unmittelbar vor der Zubereitung. Denn die Knollen verlieren rasch das enthaltene Wasser. Gut verpackt hält sie sich aber bis zu fünf Tage im Kühlschrank.

Sind Sie auch auf den Geschmack gekommen? Dann werfen Sie doch einen Blick auf unsere Topinambur-Rezepte.

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Das sind die Top-Themen:

  • Grüne Mitbewohner: Zimmerpflanzen beleben das Zuhause
  • Eisfiguren: Frostige Deko zum Dahinschmelzen schön
  • Wintergemüse: Radieschen und Co. auch im Winter ernten
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