Topinambur. Foto: AdobeStock_Maria

Topinambur:Wurzelgemüse frisch auf den Tisch

Topinambur (Helianthus tuberosus) wird auch Erd-Artischocke oder Jerusalem-Artischocke genannt. Dabei ist er eigentlich eine Sonnenblume. Sein feines, nussiges Aroma verleiht Winterrezepten eine ganz besondere Note. Wer das Gemüse kultivieren möchte, benötigt vor allem eines: genügend Platz. Wie Sie Topinambur bei sich im Garten pflanzen und anschließend verwenden können, erfahren Sie hier.

Topinambur – Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten

Inhalt

Der richtige Platz im Garten: Wurzelgemüse mit Ausbreitungsdrang

Wer nun sagt, den will ich auch im Garten haben, bedenke gründlich: Topinambur ist ein Wucherer, der mit seinen Sprossknollen schnell angrenzende Bereiche erobert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann dem Gewächs ja einen schönen sonnigen Platz abseits der Gemüsebeete geben. Und natürlich kann man von Vornherein eine Wurzelsperre einbauen.

Gelbe Blüten des Topinambur. Foto: AdobeStock_Olga
Bienen und Hummeln freuen sich über das herbstliche Nahrungsangebot des Topinambur. Foto: AdobeStock_Olga

Problematisch wird es dann, wenn Gärtner*innen irgendwann keine Lust mehr auf Topinambur haben. Die Pflanze ist eine Überlebenskünstlerin und treibt aus jedem noch so kleinen Knollenstück wieder aus. So schnell also wird man sie nun nicht mehr los. Da hilft nur, so lange alle jungen Triebe zu entfernen, bis sich nichts mehr rührt. Das braucht also Geduld.

Wer der Pflanze genügend Platz im Garten einräumt, erlebt auch ihre Schönheit. Mit ihrem dichten Laub und den hübschen gelben Blüten dient die zwei Meter und höher werdende Staude sogar als Sichtschutz.

Knollen in Schale. Foto: AdobeStock_Jiri Hera
Die ersten Topinamburknollen sind meist ab Oktober reif. Foto: AdobeStock_Jiri Hera

Außerdem können andere Feinschmecker den Topinambur ganz gut in Schach halten: Feldmäuse schauen im Herbst frech zur Selbsternte vorbei. Auch die Wühlmäuse sind keine Kostverächter. Wer das den Nagern nicht gönnt, schlägt ihnen ein Schnippchen: den Topinambur ab Oktober einfach ernten und die anschließend Knollen in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen.

Topinambur: Pflanz-Tipps

Suchen Sie sich den Platz für das Topinambur-Beet abseits der Gemüsebeete. Von Mitte März bis Ende April legen Sie die Knollen dann in etwa 5 bis 10 Zentimeter tiefe Pflanzlöcher. Der Standort sollte sonnig sein, der Boden humusreich und leicht sandig.

In schwerem Boden werden die Knollen eher höher, in leichtem Boden dagegen eher tiefer gepflanzt. Zwischen den Knollen sollte ein Abstand von etwa 50 Zentimeter sein.

Topinambur-Sorten

Die Sortenvielfalt beim Topinambur ist groß. Topinamburknollen sind rundlich oder birnenförmig, manche gar verzweigt. Es gibt sie mit weißer Schale (z. B. ‘Arancha’), gelber Schale (z. B. ‘Gute Gelbe’ und ‘Topstar’) und rötlich-violett (z. B. ‘Rote Zonenkugel’ und ‘Violet de Rennes’).

Außerdem unterscheiden sie sich in Wuchshöhe und Größe ihrer Knollen. Für die Topfkultur eignen sich darum kompaktwachsende Sorten wie ‘Kompakte Violette’ oder ‘Dwarf’. Wer stattdessen Wert auf reiche Ernten legt, wählt eine ertragreiche Sorte fürs Freiland wie zum Beispiel ‘Bianca’, ‘Red Flame’ oder die bereits genannte ‘Gute Gelbe’.

Topinambur: Vielfältig verwendbar und lecker

Topinambur ist eine der unkompliziertesten Gemüsearten. Denn er wächst auf leichten wie auf schweren Böden, ist pflegeleicht und liefert außerdem eine erstaunlich große Ernte.

Die helle Knolle schmeckt gebraten, als Püree, frittiert zu Chips oder roh geraspelt in einem Rohkostsalat. Auch eine gemischte Wurzelgemüsepfanne mit Topinambur, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken und Rote Bete ist ein Genuss.

Gebratene Topinamburscheiben in Schale. Foto: AdobeStock_eflstudioart
Gebratene Topinambur-Scheiben bieten eine gesunde Beilage. Foto: AdobeStock_eflstudioart

Der enthaltene Ballaststoff Inulin regt die Verdauung an. Zweifellos ein gesundes Gemüse, das auch im Winter verfügbar ist. Allerdings sollte man nicht zu viel davon verspeisen. Andernfalls können sich schon mal leichte Bauchschmerzen einstellen. Tasten Sie sich deshalb zunächst besser vorsichtig an die richtige Menge heran.

Am besten erntet man den Topinambur unmittelbar vor der Zubereitung. Denn die Knollen verlieren rasch das enthaltene Wasser. Gut verpackt hält er sich aber auch bis zu fünf Tage im Kühlschrank.

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