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Pfingstrosen pflanzen: So gedeihen Päonien prächtig

Ausdauernd, robust und pflegeleicht – das traut man den grandios blühenden Stauden- und Strauch-Päonien gar nicht zu. Wer diese Pfingstrosen pflanzen möchte, benötigt zwar etwas Geduld, bis sie sich etabliert haben, wird dann aber mitunter ein Leben lang mit ihrer Schönheit belohnt.

Pfingstrosen pflanzen – voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Herkunft und Wuchs

Die Gattung der Pfingstrosen (Paeonia) innerhalb der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae) umfasst Stauden, Halbsträucher und Sträucher. Staudenpfingstrosen bilden dabei wohl die bekannteste Gruppe. Die Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis), die ursprünglich aus südeuropäischen Gebirgsregionen stammen, wurden bereits in den Klöstern des Mittelalters kultiviert. Mit der Einführung der Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora-Hybriden) aus China setzte der züchterische Ehrgeiz auch in der westlichen Welt ein – vor allem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Durch die Einkreuzung zahlreicher Wildarten wurde der Grundstock für die moderne Züchtung der Staudenpfingstrosen gelegt, die eine überwältigende Farb- und Formenfülle hervorgebracht hat.

Die Edel-Pfingstrose ‘White Cap‘ ist eine wüchsige Beetschönheit. Foto: iVerde_Maayke de Ridder

Staudenpfingstrosen sehen in Frühsommerbeeten einfach hinreißend aus. Ihre prächtigen Blüten in Weiß, Creme, Rosa oder Rot erscheinen im April oder Mai. Einfach blühende Sorten wirken besonders natürlich und sind zudem ideale Bienenweidepflanzen. Gefüllte Vertreter sind hingegen der optische Höhepunkt im Prachtstaudenbeet.

Die Pflanzen wachsen aufrecht-horstig und werden, je nach Sorte, etwa 60 bis 100 Zentimeter hoch. Sie sind mit knollenartigen Speicherwurzeln ausgestattet, die ihre Überwinterungsknospen dicht unter der Oberfläche ausbilden. Im Herbst ziehen die Stauden vollständig ein, um im Frühjahr – kräftig dunkelrot gefärbt – mit einem Neuaustrieb erneut durchzustarten.

Die Pfingstrosenvielfalt

Paeonia × suffruticosa ‘Rinpo‘ verzaubert mit grandiosen Blüten, die einen Durchmesser von 25 Zentimetern erreichen können.
Paeonia × suffruticosa ‘Rinpo‘ verzaubert mit grandiosen Blüten, die einen Durchmesser von 25 Zentimetern erreichen können. Foto: iVerde_Mayke de Ridder

Die zahlreichen Arten der Gattung Paeonia lassen sich grob in zwei Bereiche unterteilen: Es gibt staudenartig und strauchartig wachsende Pfingstrosen. Auch wenn uns die Staudenpäonien seit vielen Jahrzehnten vertraut sind, lohnt es sich, in der Welt der Pfingstrosen auf Entdeckungstour zu gehen!

Strauchpfingstrosen (Paeonia x suffruticosa und Paeonia rockii), auch Strauch- oder Baumpäonien genannt, stammen ursprünglich aus China und Tibet. Die edlen Kleinsträucher können Wuchshöhen von bis zu zwei Metern erreichen. Ihr Triebgerüst bleibt auch im Winter erhalten und verstärkt sich von Jahr zu Jahr. Die auffällig großen Blüten erscheinen ab Mitte Mai. Strauchpäonien werden generell auf Wurzelstücke der Staudenpfingstrosen veredelt.

Intersektionelle Hybriden (auch Itoh-Hybriden genannt) entstammen einer Kreuzung von Staudenpäonien mit Strauchpäonien. So gelang es, die Vorteile beider Elternarten zu vereinen. Die Triebe der Hybriden verholzen nicht. Somit verhalten sie sich im Herbst wie krautige, mehrjährige Pflanzen. Itoh-Hybriden gelten generell als besonders robust und wüchsig.

Standort und Boden

Staudenpfingstrosen möchten nach dem Pflanzen am liebsten in der Sonne stehen. Sie kommen aber ebenso an einem halbschattigen Standort zurecht. Allerdings schätzen sie es gar nicht, wenn Sträucher oder andere Pflanzen sie einengen oder beschatten. Auch Wurzeldruck bekommt ihnen nicht. Baumpäonien fühlen sich in der Sonne und im lichten Schatten wohl.

Päonien bevorzugen ein mineralisches, eher humusarmes Substrat, das unbedingt durchlässig sein sollte. Schwere Lehmböden, die eine gute Wasserversorgung garantieren, sind daher ideal. Im Grunde sind die Pflanzen aber recht anpassungsfähig – nur Staunässe tolerieren sie überhaupt nicht. Humusreiche Böden magern Sie vor der Pflanzung am besten mit reichlich Sand ab. Der Boden-pH-Wert sollte über 7 liegen. Wer einen eher sauren Gartenboden hat, kann diesen regelmäßig kalken.

Tipp: Pfingstrosen eignen sich nicht für eine Kultivierung in Töpfen. Sie sind Tiefwurzler und haben im Topf zu wenig Platz für ihre Entfaltung. Auch ist es in Töpfen häufig zu feucht, was oft zu Fäulnis führt.

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Pfingstrosen pflanzen

Pfingstrosen erhalten Sie ganzjährig im Container sowie als wurzelnackte Pflanzen im Herbst. Getopfte Exemplare können zwischen März und November in die Erde. Wurzelnackte Päonien pflanzen Sie hingegen ab Anfang September bis Ende November, solange der Boden noch nicht gefroren ist. Das Pflanzloch wird etwa doppelt so breit und tief ausgehoben, wie die Wurzel oder der Topf groß ist.

Bedecken Sie die Augen der Staudenpäonien an den fleischigen Speicherwurzeln nur dünn – etwa einen Fingerbreit – mit Erde. Stecken sie nämlich zu tief im Boden, besteht die Gefahr, dass sie nur Blätter und keine Blüten ausbilden.

Die beste Zeit, um Strauchpfingstrosen zu pflanzen, ist der frühe Herbst. So können sie vor dem Winter noch viele neue Wurzeln bilden. Die Gehölze aus dem Handel sind meist zwei bis drei Jahre alt und veredelt. Wichtig: Im Gegensatz zu den staudigen Vertretern werden sie recht tief gepflanzt! Ideal ist es, wenn sich die Veredelungsstelle etwa 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche befindet. Außerdem sollten Sie die ersten Blüten im Pflanzjahr nur kurz aufblühen lassen und dann entfernen. Auf diese Weise stellen Sie den üppigen Flor im Folgejahr sicher.

Achtung Bodenmüdigkeit!

Ähnlich wie bei Rosengewächsen droht auch bei Pfingstrosen ein Kümmerwuchs: Pflanzen Sie Ihre Päonie nicht an einem Ort aus, wo vorher schon eine Verwandte stand. Es müssen etliche Jahre vergehen, bis sich der Boden wieder erholt hat.

Bowl of Beauty' ist eine altbewährte  Edel-Pfingstrosen-Sorte, die auch gerne als Schnittblume verwendet wird.
‘Bowl of Beauty‘ ist eine altbewährte Edel-Pfingstrosen-Sorte, die auch gerne als Schnittblume verwendet wird. Foto: iVerde_Maayke de Ridder

Wie lange dauert es, bis eine neu gepflanzte Pfingstrose blüht? 

Die Blütenentwicklung hängt von der ausgewählten Sorte, aber auch von äußeren Einflüssen ab. In den ersten beiden Jahren benötigen die Pflanzen etwas Zeit – ab dem dritten Standjahr zeigen sich dann unzählige Blüten, die mit den Jahren immer zahlreicher werden.

Pfingstrosen pflegen

Wachstum und Blütenbildung fördern Sie mit einem organischen, kalium- und phosphatbetonten Dünger im zeitigen Frühjahr. Vorsicht: Auf zu viel Stickstoff reagieren Stauden-Päonien empfindlich. Die Pflanzen werden so anfälliger für Pilzerkrankungen.

Im ersten Standjahr nach der Pflanzung sollten Sie Ihre Pfingstrosen mit ausreichend Wasser versorgen. Eingewachsene Exemplare erweisen sich als recht robust. Dann reicht es aus, wenn Sie in den heißen Frühlings- und Frühsommerwochen zusätzlich wässern. Ein Winterschutz von Päonien entfällt: Sowohl Stauden- als auch Strauchpfingstrosen sind ausgesprochen winterhart.

Tipp: Entfernen Sie am besten nach der Blüte die Samenstände der Strauchpfingstrosen. Denn der Samenansatz ist für die Pflanzen kräftezehrend. Zusätzlich sollten Sie im Herbst das Laub rund um die Gehölze beseitigen. Auf diese Weise wird die Möglichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern vermindert.

Was tun, wenn die Blüten sich nicht öffnen?

Wenn die Pfingstrose nicht aufblüht, könnte es sein, dass sich auf der Blüte Zuckersaft befindet. Ein Trick sorgt für Abhilfe: Versetzen Sie Wasser mit etwas Spülmittel und wischen Sie die Knospe damit ab. So löst sich die Zuckerschicht auf und die Blüte kann sich öffnen.

Was muss ich beim Umpflanzen einer Staudenpfingstrose beachten? 

Dass Staudenpfingstrosen einmal verpflanzt werden müssen, ist bei einer Lebensdauer von über 100 Jahren gar nicht so selten. Die Pflanzen sollten im Herbst, wenn das Laub sich verfärbt und abfällt, vollständig ausgegraben und versetzt werden. Wichtig: Wenn Sie eine ältere Pfingstrose umpflanzen, sollten Sie die Staude gleich durch eine Teilung verjüngen.

Benötigen Strauchpfingstrosen einen Schnitt?

Generell ist es empfehlenswert, eine Strauchpfingstrose nicht zu beschneiden. Der Griff zur Schere bedeutet nämlich oft, dass Sie die Blütenknospen für das nächste Jahr entfernen. Lediglich im Frühjahr sollten Sie die Triebe auf Pilzinfektionen kontrollieren. Sind einzelne Zweige befallen oder abgestorben, ist ein Rückschnitt bis in das gesunde Holz ratsam.

Diese Strauchpfingstrose (Paeonia suffruticosa) punktet mit einer Vielzahl einfacher Blüten.
Diese Strauchpfingstrose (Paeonia suffruticosa) punktet mit einer Vielzahl einfacher Blüten. Foto: AdobeStock_ottochka

Vermehrung

Ältere Staudenpfingstrosen lassen sich im Frühherbst durch eine Teilung des Wurzelballens gut vermehren. Heben Sie dafür den Wurzelballen der Mutterpflanze mit einem Spaten aus. Kürzen Sie die Wurzeln der Teilstücke auf eine Länge von etwa zehn Zentimetern ein. Die Teilstücke sollten mindestens drei bis vier Triebknospen aufweisen. Diese befinden sich in der Nähe der Stängelansätze. Nach der Teilung bezieht auch die Mutterpflanze einen neuen Standort. So vermeiden Sie eine Bodenmüdigkeit oder sogenannte Nachbaukrankheiten.

Wildarten der Strauchpäonien können Sie einfach aussäen. Viele Sorten werden über die sogenannte Ammen-Veredelung vermehrt. Hierfür werden die Edelreiser im Spätsommer auf Wurzelstücke von Stauden-Päonien gepfropft (die Ammenwurzeln). Danach verbleiben sie etwa zwei Jahre in Gefäßen. Bei Paeonia rockii klappt auch die Vermehrung über Stecklinge, bei Paeonia suffruticosa ist es hingegen eher eine Glückssache, wenn die Stecklinge bewurzeln.

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