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Kürbisse ernten und lagern: Tipps für das Fruchtgemüse

Sie kommen in allen möglichen Formen und Farben daher, sind darum als stimmungsvolle Dekoration kaum wegzudenken und erst ihr Geschmack, der von süß bis nussig oder fruchtig bis buttrig entzückt: Kürbisse bereichern unsere Gärten und Küchen besonders im Herbst. Doch worauf genau sollten wir achten, wenn wir Kürbisse ernten und lagern wollen? Hier sind unsere Tipps und Tricks.

Kürbis ernten und lagern – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Kürbis: Im Herbst ist Erntezeit!

Warum Kürbisse ernten und lagern, wenn sie sich doch so hübsch im Garten machen? Da ziehen morgens noch die Nebelschwaden über die Wiese und der Tag verspricht einer dieser besonderen sonnigen Spätherbsttage zu werden. Dann leuchten die Kürbisse weithin in der Herbstsonne, die kleinen gelblich-orangen ‘Mandarins’, ‘Spagettikürbisse’ und ‘Jack Be Littles’, die weißen ‘Pattisons’ und gelben‘ Schwanenhälse’, die dunkelorangen ‘Hokkaidos’ und die bauchigen, orangefarbenen Laternenkürbisse.

Doch so schön es auch aussieht, wenn große und kleine Kürbisse den Garten bevölkern und davon künden, dass der Herbst Einzug hält: Der Garten ist nicht der optimale Lagerplatz. Hier ist es zu feucht, und die ersten Nachtfröste machen die Früchte matschig. Wer sich an leckeren und hübschen Kürbissen erfreuen möchte, sollte rechtzeitig damit beginnen, sie zu ernten und zu lagern.

Kürbis ernten: So klappts!

Behalten Sie das Wetter im Blick und schützen Sie die Leckerbissen mit einer Unterlage aus Styropor oder Pappe vor Bodenfeuchtigkeit. Spätestens bei der ersten längeren Regenperiode sollten Sie die Kürbisse jedoch ernten und lagern. Verwenden Sie das Fruchtgemüse lieber für leckere Gerichte wie gebackenen Kürbis. Oder Sie bringen es an einen geeigneten und trockenen Platz – entweder dekorativ auf der Haustreppe oder in ein geschütztes Lager.

Kürbis ernten und auf Treppe lagern [Foto: AdobeStock_Natalia]
Überdachte Plätze wie Terrassen oder Treppen bieten Kürbissen nach der Ernte Schutz. [Foto: AdobeStock_Natalia]

Der perfekte Zeitpunkt, um einen Kürbis zu ernten und lagern, ist aber nicht nur witterungsabhängig. Er hängt auch von Sorte und Pflanzzeitpunkt ab. Je nachdem beginnt die Ernte schon Ende August oder dauert bis in den Herbst hinein. Da der Großteil aller Kürbisse jedoch von September bis Oktober reift, sollten Sie sich einen sonnigen, trockenen Herbsttag aussuchen.
Wichtig: Warten Sie nicht länger als bis zu den ersten Nachtfrösten.

An diesen Anzeichen erkennen Sie, ob ein Kürbis reif und vor Verderb geschützt ist:

  • Der Kürbis hat eine intensive Farbe (gut sichtbar bei orangenen Sorten wie beispielsweise Hokkaido).
  • Der Stiel ist verholzt, trocken und lässt sich nur noch schwer mit Messer oder Schere durchschneiden.
  • Die Schale ist so hart geworden, dass man sie nicht mehr mit dem Fingernagel verletzen kann.

Kürbis lagern

Wer seine Kürbisse nach der Ernte lagern möchte, kann seiner Ausbeute mit ein paar Kniffen zu einer längeren Haltbarkeit verhelfen. Kürbisse, die nach der Ernte lange lagern sollen, dürfen zum Beispiel keine tiefen Verletzungen haben und der Stiel muss an der Frucht bleiben. So verhindern Sie, dass Fäulnis über den Stielansatz in den Kürbis kriecht. Entfernen Sie außerdem anhaftende Erdklümpchen mit einer Bürste oder einem feuchten Tuch.

Kürbisse ernten und mit Stiel lagern [Foto: AdobeStock_Natalia]
Wenn Sie Kürbisse ernten, sollte der Stiel dran bleiben, um Fäulnis beim Lagern zu verhindern. [Foto: AdobeStock_Natalia]

Gut Ding will Weile haben

Spätreifende Sorten wie ‘Butternut’ und ‘Muscade de Provence’ reifen im Beet meist nicht vollständig aus. Sie haben zwar schon eine harte Schale, aber der Stiel ist noch nicht trocken. Je nach Wetterlage lässt man sie so lange wie möglich an der Pflanze oder reift sie in einem etwa 20 °C warmen Raum für zwei bis drei Wochen nach. Danach kommen sie zu den anderen Kürbissen ins Lager.

Kürbisse sollten nach der Ernte aber nicht im feuchten, kalten Kartoffelkeller lagern. Sie haben andere Ansprüche. Sie mögen es eher trocken und warm bei 12 bis 17 °C. Alle ein bis zwei Wochen wird nach dem Rechten gesehen. Die Früchte werden angehoben und auf Faulstellen kontrolliert.

Wie lange hält sich Kürbis?

Wie lange sich ein Kürbis dann hält, ist unterschiedlich. Der Riesenkürbis ‘Rouge vif d’Etampes’, auch ‘Roter Zentner’ genannt, übersteht bei richtiger Lagerung beispielsweise etwa drei Monate, Hokkaido etwa sechs bis sieben Monate und der Muskatkürbis sogar ein Jahr oder länger. Wer Kürbis besonders lange lagern möchte, greift also am besten auf Letzteren zurück.

Einige Zierkürbisse können Sie nach der Ernte sogar bei Zimmertemperatur lagern: ‘Patisson’, ‘Baby Boo’, ‘Jack Be Little’ und den Flaschenkürbissen macht das gar nichts aus. Ihre Schale wird noch härter, und das Fruchtfleisch trocknet aus. So halten sie sich über Jahre!

Für Gemüsekürbisse sollten Küche oder Wohnzimmer aber nur eine Zwischenstation sein. Das Fruchtfleisch verliert bald an Geschmack und wird mehlig. Doch es gibt eine Methode, mit der Sie Ihre geernteten Kürbisse schnell haltbar machen können.

Lässt sich Kürbis einfrieren?

Viele Rezepte künden von der Vielfalt kulinarischer Kürbis-Ideen, doch was, wenn keine Zeit ist, um das ganze Fruchtgemüse aufwendig zu verarbeiten? Dann können Sie die Kürbisse nach der Ernte ganz einfach einfrieren und im Eisfach lagern. Schneiden Sie das Fruchtfleisch in Stücke und blanchieren Sie diese für etwa 4 Minuten in kochendem Salzwasser. In Gefrierbeuteln oder Frischhalteboxen lassen sich die so vorbereiteten Kürbisse wunderbar einfrieren.

Und was ist mit den Kürbiskernen?

Für die meisten Kürbis-Fans zählen Kürbiskerne leider immer noch zu den Küchenabfällen, aber dafür sind sie viel zu schade. Also bitte nicht wegwerfen!

Die Kerne sind nämlich nicht nur köstlich, sondern besitzen jede Menge Inhaltsstoffe, die einen positiven Einfluss auf unsere Körper haben. Sie enthalten zum Beispiel die essenzielle Aminosäure Tryptophan. Diese wird im Körper zu Serotonin umgewandelt, was sich positiv auf die Stimmung auswirken kann und bei der Stressbewältigung hilft, weshalb es auch als Glückshormon bekannt ist.

Kürbisse und Kürbiskerne auf einem Tisch [Foto: AdobeStock_Sonja Rachbauer]
Kürbiskerne sind ein leckerer Snack und sehr gesund. [Foto: AdobeStock_Sonja Rachbauer]

Den enthaltenen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren wird zudem eine schützende Wirkung auf unser Herz-Kreislauf-System nachgesagt. Sie sollen auch unseren Blutdruck senken, die Durchblutung fördern und mehr. Doch damit nicht genug.

Sie sind auch ein pikanter Snack. Gewaschen, 24 Stunden getrocknet und mit Öl, Salz und Gewürzen vermischt, wandern sie bei 150 °C für etwa 20 Minuten in den Ofen. Mischen Sie sie währenddessen alle 5 Minuten durch. Sobald sie goldbraun geröstet sind, können Sie entweder mit oder ohne Schale gegessen werden.

NATALIE FASSMANN

Nun wissen Sie, wie Sie Kürbisse ernten und lagern können. Der erfolgreichen Ernte sollte also nichts mehr im Wege stehen. Haben Sie vielleicht Lust, ein leckeres Kürbis-Rezept auszuprobieren? Wir empfehlen unsere herbstliche Kürbissuppe.

Wir freuen uns schon auf Sie!

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  • Stachelige Besucher: Garten igelfreundlich gestalten
  • Großer Auftritt: Korkflügelstrauch mit flammrotem Laub
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