Im Februar gibt es schon einiges zu tun, um die kommende Gartensaison vorzubereiten.

Garten im Februar:Tipps und Anregungen

Bereits im Februar bieten sich uns schon einige gärtnerische Aufgaben und Möglichkeiten. Wer jetzt milde, trockene Tage nutzt, um draußen aktiv zu werden, kann den Garten bereits verschönern. Entdecken Sie unsere besten Tipps für die Gartenpflege im Februar.

Garten im Februar – Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Garten im Februar: Tipps rund um Aussaat und Frühblüher

Auch wenn es im Februar sehr kalt werden kann, ist der Frühling schon langsam im Kommen: Die Tage werden spürbar länger, einige Stauden und vor allem kleine Zwiebelblumen trotzen der Kälte. Mit den frühen Aussaaten steigt die Vorfreude auf die kommende Gartensaison noch weiter.

Für einen schönen Start: Adé Christrose, hallo Lenzrose

Mit ihren aparten Blütenschalen in Weiß, vielen Rosa- und Rottönen sowie Grüngelb gehören sie zu den elegantesten Erscheinungen des Vorfrühlings. Die Lenzrose (Helleborus orientalis) blüht je nach Sorte zwischen Februar und Mai. Anfang Februar ist darum die Zeit gekommen, die Bühne für ihren großen Auftritt vorzubereiten. Sie lieben humose und leicht kalkhaltige Böden. Als kleine Starthilfe können Sie im Beet ein wenig Kompost rund um die Pflanzen ausbringen. Aber auch als hübsche Topfbepflanzung in einem Gefäß mit Drainage dürfen die Frühlingsboten draußen wachsen.

Blühende Lenzrose. Foto: AdobeStock_eqroy
Die Lenzrosen gehören mit ihren schönen Blütenschalen in Weiß, Rosa- und Rottönen sowie Grüngelb zu den elegantesten Erscheinungen des Vorfrühlings. Foto: AdobeStock_eqroy

Inzwischen ist das wintergrüne Laub der weißen Christrose (Helleborus niger) meist ohnehin unansehnlich geworden, teils auch von der Schwarzfleckenkrankheit entstellt. Also weg damit! Schneiden Sie die Blätter der Helleborus-Arten vorsichtig bis knapp über dem Boden zurück.

Wichtig beim Rückschnitt: Keine Blütenknospen beschädigen. Pilzbefallenes Laub außerdem nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll geben.

Vielfältige Zwerg-Iris

Es wirkt wie ein Wunder, wenn die Zwerg-Iris im kahlen Garten im Februar ihre strahlenden, aber zarten Blüten präsentieren. Die bekannteste Art ist die Netzblatt-Iris (Iris reticulata), die in milden Lagen bereits Mitte des Monats blüht. Ihr entströmt ein Vanilleduft, so flüchtig, dass man sie am besten direkt an die Nase hält. In Töpfen und Kübeln, im Beet und im Steingarten lassen die kleinen Zwiebelblumen jetzt schon den Frühling erahnen.

Vorgetriebene Zwerg-Iris als Frühlingsgruß im Topf

Wer im Herbst nicht selbst einige Zwiebelchen in ein Gefäß gesteckt hat, kauft jetzt einfach ein paar vorgetriebene Pflanzen. Mit etwas Moos wird daraus ein stimmungsvolles Frühlingsarrangement. Wer den kleinen Zwiebelgewächsen auch nach der Blütezeit etwas Aufmerksamkeit schenkt, kann sie später in den Garten setzen – für das Frühlingserwachen im nächsten Jahr.

Als Begleiter eignen sich Vorfrühlingsblüher wie Schneeglöckchen und Winterling.

Neben Iris reticulata gibt es ähnliche früh blühende Arten und Sorten, die auch klein bleiben und großblütig sind. Zu diesen sogenannten Reticula-Iris gehören unter anderem I. danfordiae, I. histrioides, I. winogradowii sowie all deren Kreuzungen. Übrigens wird diese Gruppe heute meist als eigene Gattung mit dem Namen Iridodyctium geführt, da ihre Vertreter nicht wie andere Arten Rhizome, sondern Zwiebeln ausbilden – ein wesentlicher Unterschied.

Blühende Zwerg-Iris im Topf. Foto: iBulb
’Katharine Hodgkin’ begeistert mit einzigartiger Blütenzeichnung. Foto: iBulb

Die Iris-Hybride ’Katharine Hodgkin’ ist eine Kreuzung aus Iris histrioides und Iris winogradowii. Sie fasziniert mit exotischer Blütenzeichnung. Außerdem ist sie robuster als die meisten Zwerg-Iris-Sorten. Sorten wie diese sind zwar sehr klein, haben jedoch relativ große Blüten.

Pflanzflächen vorbereiten

Zum Garten im Februar gehört auch das Vorbereiten des Bodens, wenn ein neues Staudenbeet angelegt oder Gehölze gepflanzt werden sollen. Allerdings nur, wenn der Boden nicht mehr gefroren und außerdem genügend abgetrocknet ist.

Wann es losgeht, hängt auch von der Bodenart ab: Sandboden trocknet und erwärmt sich schneller, schwerer Lehm braucht dafür deutlich länger. Bleibt er in dicken Klumpen am Stiefel hängen, ist er eindeutig noch zu nass. Eine Bearbeitung in diesem Zustand schadet dann mehr als sie nutzt.

Ansonsten gilt: Den Boden mit Grabegabel oder Sauzahn spatentief lockern, Wurzel- und Unkrautreste sorgfältig entfernen und reifen Kompost, gegebenenfalls auch Sand einmischen. Nun hat der Boden rund vier Wochen Zeit, sich zu setzen.

Dicke Bohnen: Vorsprung durch Antreiben ab Februar

Dicke Bohnen (Vicia faba) vertragen einige Grade Frost. Daher können die großen Samen schon ab Ende Februar in den Boden. Mit einer Pflanzweite von 15 mal 60 Zentimetern sind sie gut bedient und möchten etwa vier Zentimeter tief ins Erdreich gesteckt werden. Eine Abdeckung mit Vlies beschleunigt die Keimung. Die Bohnen werden dann noch früher blühen und tragen.

Mit der ersten Ernte ist schon ab Ende Mai zu rechnen. Wer noch zeitiger ernten möchte, sät die Bohnen schon Mitte Februar in Schalen, zum Beispiel im frostfreien bis 10 °C geheizten Frühbeet, aus. Die Jungpflanzen sind mit zehn Zentimeter Größe reif zum Auspflanzen. Das Antreiben der Bohnen ermöglicht einen beachtlichen zeitlichen Vorsprung.

Garten im Februar – Ausgesäte Bohnen. Foto: AdobeStock_zhenya
Vorgezogene Bohnen-Jungpflanzen bringen bis zu vier Wochen früher reife Früchte. Foto: AdobeStock_zhenya

Wichtig: Auch robuste Gemüsearten wie die Dicke Bohne sollte man langsam an das härtere Leben im Freiland gewöhnen.

Zweijährige: früher säen, früher staunen

Zweijährige Sommerblumen wie Stockrose, Hornveilchen, Bartnelke oder Island-Mohn werden gewöhnlich von Juni bis Juli ins Frühbeet oder auf Anzuchtbeete direkt ins Freiland gesät und blühen erst im folgenden Jahr.

Wer sie dagegen zeitig im Februar oder März auf der hellen Fensterbank vorzieht, kann sich noch im selben Jahr an den Blüten erfreuen. Stockrosen und Bartnelken erreichen dann aber meist nicht ihre gewohnten Ausmaße. Ihre Hauptblüte erscheint im Folgejahr.

Weitere Hinweise für den Garten im Februar

  • Sommerblühende Ziersträucher wie Pfeifenstrauch, Deutzie, Weigelie und Perlmuttstrauch auslichten.
  • Die langen Seitentriebe von Blauregen und Trompetenwinde (Campsis) auf zwei bis drei Knospen einkürzen.
  • Bei anhaltend mildem Wetter den Winterschutz lüften, eventuell auch entfernen, aber griffbereit halten.
  • Die Februarsonne kann schon recht intensiv sein. Immergrüne Steingartenpflanzen mit aufgelegtem Reisig oder Vlies schützen. 
  • Bis Ende Februar lassen sich viele Laubgehölzhecken durch einen kräftigen Rückschnitt verjüngen.  
  • Holzige Schnittabfälle stark zerkleinert kompostieren, am besten gehäckselt und gut mit Küchenabfällen durchmischt.  
  • Auf Rabatten kann bereits Kompost ausgebracht werden: 2–3 l/m² für stark zehrende Beetstauden. Für Wild- und Waldstauden genügt die Hälfte.  
  • Sommerblumen mit langer Vorkultur aussäen: Lobelien, Verbenen, Leberbalsam, Löwenmaul & Co.
  • Schneeglöckchen lassen sich schon während der Blüte oder kurz danach teilen.
  • Ist der Boden offen, können schon Obstgehölze verpflanzt werden.
  • Rhabarber noch bis Ende März teilen und an anderer Stelle setzen.
  • Steckhölzer können noch bis Mitte März gewonnen und – bei offenem Boden – sofort in lockeres Erdreich gesteckt werden.
  • Die Saatgutvorräte auf Haltbarkeit und ausreichende Menge prüfen sowie bei Bedarf neue Sämereien bestellen.
  • Bei milder Witterung damit beginnen, die ersten Stauden zurückzuschneiden und auszuputzen.

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Das sind die Top-Themen:

  • Aparte Alpenveilchen: grazile Freude für den Garten
  • Immergrüner Duft mit rauschenden Blüten: die Sarcococca
  • Gärten im Glas: Mini-Ökosystem zum Nachbauen
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